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DROHNEN über NOTRE-DAME


Drohnenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 09.07.2019

Das Feuer in der berühmten Pariser Kathedrale hat im April in weniger als 24 Stunden wesentliche Teile des Bauwerkes zerstört. Nach vier Stunden gelang es der Feuerwehr schließlich, den Brand auf die Dachstuhlkonstruktion aus Holz zu begrenzen. Drohnen halfen mit Luftaufnahmen, die richtigen Entscheidungen zu treff en.


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FOTOS: MINISTÈRE DE L’INTÉRIEUR

Als am 15. April um 18.20 Uhr der automatische Feueralarm ertönte, evakuierte der Sicherheitsdienst die weltberühmte Pariser Kathedrale und begab sich auf die Suche nach dem Feuer. Der Kontrollgang, der das Wachpersonal sogar bis hinauf auf das Dach führte, ...

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... brachte jedoch zunächst kein Ergebnis. Erst ein erneuter Alarm mehr als zwanzig Minuten später brachte die traurige Gewissheit, dass das Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert, dessen Dachstuhl und der Mittelturm vollständig aus Holz bestand, von den Flammen bereits schwer beschädigt war.

Die unmittelbar anlaufenden Löschmaßnahmen galten als eine der größten Herausforderungen für die Feuerwehr, da die besondere Originalkonstruktion den heutigen Brandschutzvorschrift en nicht entsprach. Bei ihrem unermüdlichen Kampf gegen die Flammen waren die Pariser Feuerwehrleute auch auf wichtige Aufnahmen aus der Luft angewiesen, um die Ausbreitung des Feuers einschätzen zu können und die Löscharbeiten am Boden zu koordinieren.

Erstmalig bei so einem Großbrand kamen Drohnen zum Einsatz. Mit Hilfe der Live-Bilder aus der Luft war es vor allem möglich, die besten Positionen für den Löschwasserangriff festzulegen, denn keine Drehleiter reichte bis in die notwendigen Höhen und so blieb der Feuerwehr nur das ungefähre Zielen des Wassers in den Brand hinein. Es kamen zwei Quadrocopter-Modelle zum Einsatz, ein Konsumergerät und ein Profi modell, das unter anderem mit einer Th ermalkamera ausgestattet werden kann. Diese kam jedoch dem Vernehmen nach nicht zum Einsatz, obwohl die Wärmebildtechnik in diesem Fall defi nitiv geholfen hätte. Wärmebildkameras sind in jüngster Zeit immer nützlicher geworden und es gibt sie bereits als handliche Add-Ons, die sich auch auf kleine Quadrocopter montieren lassen.

Der Sprecher der Pariser Feuerwehr, Gabriel Plus, sagte den lokalen Medien, dass die Drohnen maßgeblich zur Rettung der Kathedrale beigetragen hätten. “Mit den Drohnen konnten wir das, was uns zur Verfügung stand, richtig einsetzen”, sagte Plus.

In ganz Paris besteht ein absolutes Flugverbot für Drohnen und es ist vom Innenministerium Frankreichs eine entsprechende No-Fly Zone eingerichtet worden. In den bei diesem Brand verwendeten Geräten war diese Beschränkrung vom Hersteller allerdings schon vorher aufgehoben worden. Jeder Drohnenbetreiber kann die Entsperrung von Geofencing beantragen, was jedoch im Fall von Paris auch entsprechende behördliche Erlaubnisse notwendig machen würde. Diese im Fall eines so großen Einsatzes jedoch erst ausstellen und auf die anschließende Freischaltung warten zu müssen, hätte die Drohnen völlig einsatzuntauglich gemacht.

Die beiden Quadrocopter gehörten übrigens der Pariser Polizei, die mit ihren Geräten der Feuerwehr auf diese Weise die notwendige Unterstützung leistete. Das Training im sicheren Umgang mit den Geräten und die Entwicklung eigener einsatzbezogener Standards war so gut, dass die Anwendung wie im Fall dieses Großereignisses reibungslos funktionierte.

“Die Mission war heikel und sie forderte die Pariser Polizeidrohneneinheit mit ihren professionellen Drohnenpiloten auf ganz besondere Weise, die UAV zielgenau in den Einsatz zu bringen”, fügte ein weiterer Sprecher hinzu. Die Drohnen wurden im Rahmen der Amtshilfe bei der Polizei inklusive Fernsteuerer entliehen, da die Pariser Feuerwehren immer noch keine eigenen Drohnen besitzen.

Aus 90 Metern Höhe betrachtet der Drohnenpilot der Pariser Polizei die Brandentwicklung im Dachstuhl der alten Kathedrale. Für die Behörde hat der Hersteller die Geofencing-Sperre in den verwendeten Quadrocoptern aufgehoben. Normalerweise befindet sich ganz Paris in einer No-Fly-Zone, sodass sich UAV mit entsprechender Programmierung gar nicht erst einschalten lassen.