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Dropshot: Im Winter auf Uferegli


Petri-Heil - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 29.11.2019

Der Spätherbst ist eine der besten Zeiten für die Eglifischerei. Die Fische versammeln sich in tieferem Wasser und schlagen sich die Bäuche voll für den Winter. Zwar sind die Egli vom Ufer aus nicht mehr so einfach auszumachen, aber sie sind in Fresslaune. Jetzt ist das Dropshot-Rig meine erste Wahl, um die Fische zu finden und zu fangen.


Artikelbild für den Artikel "Dropshot: Im Winter auf Uferegli" aus der Ausgabe 12/2019 von Petri-Heil. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Petri-Heil, Ausgabe 12/2019

Bei Regen ist die Uferfischerei auf Egli oft die bessere Wahl als der Versuch vom Boot aus.


Die Egli wechseln ihre Standplätze im See je nach Jahreszeit. In der Zeit von Oktober bis Dezember halten sie sich bei uns am Bielersee in 15 bis 30 Meter Wassertiefe auf. Jetzt ...

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... kann man sie mit dem Dropshot am besten fangen. Anschliessend, von Januar bis März, ziehen die Egli ins noch tiefere Wasser und ernähren sich dann fast nur noch von Insektenlarven und sind schwierig zu fangen. Doch bis weit in den Dezember hinein dezimieren sie fleissig die Kleinfischbestände. Im Gegensatz zum Sommer sind sie im Winter nicht immer um dieselbe Tageszeit aktiv am Fressen. Manchmal können sie morgens, mittags oder abends ihre Haupt-Fresszeit haben. Es ist ein wenig ein Glücksspiel und man kann die Fresszeit kaum vorhersagen. Teils kann man den ganzen Tag über mehr oder weniger intensiv Fischkontakt haben, dann aber mal mehr am Vormittag oder dann eher am Nachmittag. Es kann sich also lohnen, den ganzen Tag über zu fischen. Einzig die Dämmerungszeit ist oft nicht wirklich gut.

Natürliches Echolot

Vom Ufer ist es am winterlichen Bielersee nicht einfach, um an die Eglischwärme zu gelangen. Ich achte immer auf die Haubentaucher, Gänsesäger und Kormorane. Auch wenn diese Vögel nicht den besten Ruf haben, sind sie doch ein guter Indikator, um Fische auszumachen. Wenn sich an bestimmten Stellen regelmässig viele Vögel dieser Arten aufhalten und abtauchen, ist das ein gutes Indiz, dass sich hier Futterfische aufhalten. Wenn die Vögel dann noch mit Fisch hochkommen, ist das ein umso deutlicheres Zeichen, dass sich hier ein paar Würfe lohnen könnten. Diese Raubvögel sind sozusagen ein natürliches Echolot. Oft sind es kleinere Bereiche, an denen sich die meisten Fische aufhalten. Diese gilt es nun zu finden. Die meistversprechenden Stellen befinden sich am Nordufer, in Tüscherz, Twann und La Neuveville, wo man ins tiefere Wasser werfen kann. Wenn an einer Stelle gar nichts geht, scheue ich mich auch nicht, etwas Strecke zu machen und es anderswo zu probieren. Die Kursschiffanlegestellen sind hier besonders interessant, da diese Stellen extra ausgebaggert wurden und die Kanten hier sehr steil sind. Ein langer Feumergriff ist an den Stegen ein Muss – man ist sehr froh darum, wenn mal ein grosser Fisch beisst.

Montage, Köder und Kleinteile

Die Montage binde ich mit einem möglichst steifen 0,23er-Fluorocarbon, zum Beispiel dem «Dead or Alive» von Nogales. Mit einem Durchmesser von 0,23 mm oder mehr lässt sich eine stabile und dauerhafte Dropshot-Montage binden, die auch andauerndes Auswerfen aushält. Als Gewicht verwende ich klassische Birnenbleie von 20 bis 30 Gramm, meistens wähle ich 25 Gramm. Dieses montiere ich an einen Snap, um bei Bedarf schnell zu wechseln. 40 Zentimeter darüber befestige ich einen Dropshot-Haken der Grösse 2,5, bis 60 Zentimeter oberhalb des Hakens setze ich einen Knotenlos-Verbinder, damit alles schön hält und die Montage unauffälliger ist. Als Köder verwende ich am liebsten meinen 7 cm Slit Pintail-Gummifisch in Hellbraun. Diese Farbe hat mir die meisten Egli am schweren Dropshot-Rig gebracht. Bei uns wäre zwar auch eine Montage mit zwei Ködern erlaubt, ich nehme aber meistens nur einen, weil die Montage so weiter rauskommt und schneller zum Grund sinkt.

Passende Rute, Rolle und Schnur

Das passende Gerät erhöht beim Fischen mit der Dropshot-Montage den Fangerfolg ungemein. Die Rute sollte nicht kürzer als 2,20 m sein, für die Uferangelei eher noch etwas länger. So 2,40 m bis maximal 2,70 m würde ich dafür empfehlen. Da ich aber auch viel vom Boot fische, verwende ich die «Kompromisslänge » von 2,30 Meter gerne. Momentan ist die «Graphiteleader Tiro Prototype» in 2,31 m Länge mit einem Wurfgewicht von 5 bis 28 g meine Favoritin. Eine möglichst genaue Rückmeldung ist für die feinen Bisse auf grosse Distanzen von Vorteil und je länger die Rutenwahl ausfällt, desto weniger genau ist deren Rückmeldung. Als Rolle wähle ich ein möglichst leichtes 2500er-Modell, aktuell eine Shimano Rarenium Ci4+. Als Schnur kommt bei mir die 0,12er-Nanofil von Berkley drauf. Sie friert auch bei Minusgraden nicht auf der Rolle fest und mit ihr sind grosse Wurfweiten möglich. Um die vergleichsweise geringe Knotentragkraft dieser besonderen Schnur auszugleichen, montiere ich einen Knotenlos-Verbinder in die Montage.

Die richtige Führung führt zum Erfolg

Die Führung gestalte ich im Winter vom Ufer aus variantenreich und aktiver als beim Fischen vom Boot aus. Klassischerweise wird der Köder ja möglichst an einer Stelle animiert und kaum bewegt, auch gerne vertikal. Dieser Führungsstil funktioniert auch, aber nur, wenn man einen guten Spot ausgemacht hat und die Egli in Beisslaune sind. Oft sind die Egli aber am Umherziehen und beissen nicht durchgehend gut. Wenn sie kaum aktiv sind, wähle ich eine eher langsamere Führung. Also maximal eine Kurbelumdrehung, um danach das System wieder zum Grund kommen zu lassen. Wichtig zu wissen ist: 80 Prozent der Bis-se kommen in der Pause, wo das Blei am Boden liegt. Nur etwa jeder fünfte kommt in der Absinkphase. Je kälter es wird, desto länger müssen die Pausen sein, damit die Egli sich den Köder einverleiben. Kriegt man mehr Bisse, kann man auch eine schnellere Führung einschlagen, zum Beispiel zwei Kurbelumdrehungen gefolgt von einer längeren Absinkphase. Auch mache ich dann gerne Schläge in die Schnur, um den Köder zusätzlich zu animieren. Wenn ich vom Ufer aus dropshotte, achte ich darauf, die Schnur immer gespannt zu halten, um jeden Biss sofort mit einem Anschlag quittieren zu können. In diesem Sinn, Petri Heil!

Mit klarem Abstand funktionieren 7cm Pintail-Gummifische am besten am aktiv geführten Dropshot-Rig.


Wenn man das richtige Zeitfenster erwischt, kann man auch vom Ufer aus satte Beute machen.


Ab 10 m Tiefe sollte man die Egli entnehmen und damit z. B. solche feine Egliknusperli zubereiten.


VIDEO

Schau Dir mein Video zu diesem Bericht auf petri-heil.ch an. Da zeige ich Dir, wie ich die Montage binde und wie ich sie führe. Dabei fange ich noch ein paar schöne Egli. Alle Kleinteile und Köder, welche ich verwende, findest Du in meinem Onlineshop auf www.ivy-baits.ch.