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DRUMCOMPUTER: UNO DRUM


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 05.09.2019

@@Der italienische Hersteller IK Multimedia ist im Software-Bereich stark und breit aufgestellt. Mit der Uno-Familie versucht man sich inzwischen auch im Bereich der Hardware-Klangerzeuger. Uno Drum kombiniert analoge Klangerzeugung, ROM-Samples und einen Live-orientierten Sequenzer in einem herrlich kompakten Drumcomputer.

IK MULTIMEDIA

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Bildquelle: Keys, Ausgabe 10/2019

@@Uno Drum ist das rhythmische Pendant zum Uno Synth (KEYS 12/2018). Im quasi identischen Kunststoff gehäuse hat man hier einen hybriden Drumcomputer untergebracht, der analoge und Sample-basierte Schlagzeugklänge bereitstellt. Wie der Uno Synth legt auch Uno Drum Wert ...

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@@Uno Drum ist das rhythmische Pendant zum Uno Synth (KEYS 12/2018). Im quasi identischen Kunststoff gehäuse hat man hier einen hybriden Drumcomputer untergebracht, der analoge und Sample-basierte Schlagzeugklänge bereitstellt. Wie der Uno Synth legt auch Uno Drum Wert auf eine intuitive Bedienung. Im laufenden Betrieb lassen sich nahezu alle Funktionen nutzen – der Spaß am Spielen steht damit klar im Vordergrund. Das handliche, pultförmige Gehäuse von Uno Drum ist angenehm leicht. Im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern kommen keine echten Tasten oder Pads zum Spielen der Sounds, sondern berührungsempfindliche Bereiche vergleichbar zu Sensortasten zum Einsatz. Das ist haptisch schon ein gewöhnungsbedürftiges, leicht undiff erenziertes Gefühl, speziell wenn man die Sounds live spielen möchte. Die Regler für die Sound- und Eff ektparameter sind als Encoder ausgeführt, sodass es hier keine Probleme beim Wechseln zwischen den Klängen gibt.
Bei den Anschlüssen gibt sich das Gerät recht spartanisch: Audioein- und -ausgang sind im Miniklinkenformat (mono) ausgeführt, wobei es für den Eingang keine Regelmöglichkeit gibt. Via USB wird das Gerät mit Strom versorgt und für Updates angesteuert. Alternativ ist auch ein Batteriebetrieb möglich – ein Netzteil gehört allerdings nicht zum Lieferumfang. Auch die MIDI-Verbindung erfolgt über USB beziehungsweise zwei 2,5-mm-Buchsen mit zugehörigen Adaptern.

@@Drumkits
Ein Drumkit von Uno Drum besteht aus zwölf Instrumenten. Die maximale Polyphonie beträgt dabei elf Stimmen, da offene und geschlossene Hi-Hat sich gegenseitig ausschließen. Die Sounds sind fest auf zwölf Instrumente verteilt, wo für jedes Instrument fünf Sounds zur Auswahl stehen. Sechs Instrumente nehmen eine Sonderstellung ein, da hier anstelle eines Samples jeweils eine eigene analoge Klangerzeugung aufgerufen werden kann. Bei den restlichen sechs Instrumenten hat man die Wahl zwischen je fünf Samples. Die Samples können den Pads allerdings nicht frei zugewiesen werden, sondern nur nur auf dem entsprechenden Pad spielen. Eine Nutzung von beispielsweise mehreren Hi-Hats oder Snares ist nicht vorgesehen. Insgesamt stehen üppige hundert Speicherplätze zur Verfügung, die herstellerseitig mit veränderbaren Drumkits gefüllt sind.

Uno Drum kann mit seiner hybriden Klangerzeugung, vielen Speicherplätzen und einem intuitiven Sequenzer punkten.

@@Drumsounds
Die sechs analogen Drumsounds decken den Grundstock eines Drumkits ab. Es gibt eine harte und eine weichere Bassdrum, eine markant klingende Snaredrum, ein Clap sowie die beiden Hi-Hats. Diese Sounds lassen sich einzeln in wenigen Parametern editieren, in etwa so, wie es auch bei einer TR-808 der Fall ist. Es gibt die Parameter Tune und Decay sowie Snap, außer bei den Hi-Hats. Und bei der Snare lässt sich der Rauschanteil filtern. Ein vollwertiger Drum-Synthesizer ist Uno Drum also nicht. Der flexibelste Klang ist Kick 1, bei der es zusätzlich noch einen FM-Parameter und eine Pitch-Hüllkurve gibt. Anstelle der analogen Sounds können verschiedene Samples aufgerufen werden. Die Drums haben Oldschool-Charakter und gehen in Richtung Oberheim DMX, E-mu Drumulator, aber auch TR-909. Die Samples können nur in der Stimmung und der Abklingzeit verändert werden. Auf Panning muss man aufgrund des Monoausgangs verzichten.
Die analogen Bassdrums klingen recht kräftig, Snare und Clap voll und frisch. Die Hi-Hats wirken hingegen etwas dünn. Bei den PCM-Samples fallen die eher kurzen Bassdrums etwas härter und weniger basslastig aus. Auch Snares und Hi-Hats ertönen in den Sample-Varianten meist etwas schärfer. Die sechs Sample-Instrumente der oberen Reihe haben überwiegend dezenteren Charakter und beißen sich daher nicht mit den Basisklängen. In der Tat entwickelt ein Uno-Drumkit die größte Dynamik, wenn analoge und digitale Klänge kombiniert werden.

@@Audioeffekte
Mit je einem Parameter lassen sich ein Kompressor und Overdrive dem gesamten Drumkit hinzufügen, um dessen Lautheit und Durchsetzungsfähigkeit zu erhöhen. Bei hohen Werten wird der Klang deutlich beeinflusst, ohne aber in allzu starke Verzerrungen abzugleiten.

@@Step-Sequenzer
Mit hundert Patterns bietet der Sequenzer mehr Speicherplätze, als es in dieser Preisklasse üblich ist. Ein Pattern kann ein bis vier Takte mit je 16 Steps pro Takt lang sein und mit individuellem Swing- Wert versehen werden. Aus bis zu 64 Patterns lässt sich dazu ein Song konstruieren. Auf Polyrhythmik und Mehrfach-Trigger wird hingegen verzichtet.
Die Programmierung erfolgt wahlweise in Echtzeit über die Pads mit zwei Dynamikabstufungen für Akzentbetonungen. Alternativ gibt die klassische Lauflichtprogrammierung über 16 Step-Tasten. Zwischen beiden Möglichkeiten kann man verzögerungsfrei wechseln und auch im laufenden Betrieb speichern, was vor einem Pattern-Wechsel auch notwendig ist. Klangbewegungen sind ebenfalls möglich, denn pro Step lassen sich bis zu acht Soundparameter aufzeichnen, die man wiederum entweder in Echtzeit durch Reglerbewegungen oder gezielter durch Auswahl eines einzelnen Steps programmiert. Der Sequenzer lässt sich zu einer externen MIDI-Clock synchronisieren oder kann als Master für anderen Geräte fungieren. Drumkits können per Programmwechselbefehl umgeschaltet und Sounds mit einem festgelegten Mapping über MIDI gespielt werden. Sogar externe Klangerzeuger lassen sich von den Pads und dem Sequenzer ansteuern.

@@Live-Effekte
Mit „Roll“ kann ein Instrument mit einer von vier Auflösungen automatisch getriggert werden, nutzbar sowohl als Performance-Werkzeug als auch bei der Programmierung. Der Stutter-Effekt hingegen ist für den spontanen Einsatz reserviert. Hier wählt man aus zehn Algorithmen mit verschiedene Loop-Längen und Tune-Variationen. Mit „Amount“ bestimmt man, wie viele Drums von Kick 1 ausgehend in den Stutter-Effekt einbezogen werden. In Kombination mit der Mute-Funktion kann man mit den beiden Live-Effekten mit wenigen Handgriffen einfache Beats effektiv umgestalten. Als Ergänzung zu der nahtlos durchführbaren Beat-Programmierung erweist sich der Uno Drum-Sequenzer damit als absolut bühnentaugliches Werkzeug für kreative Performer.

@@Auf der Rückseite des Geräts finden sich ein Power-Schalter, ein Micro-USB-Anschluss, MIDI-in/out (jeweils 2,5-mm-Klinke) sowie Line-in/out (jeweils 3,5-mm-Monoklinke).


FAZIT

@@IK Multimedia Uno Drum reiht sich in die Riege der Einstiegs-Drumcomputer ein, die inzwischen in größerer Auswahl verfügbar sind. Im Vergleich zur Konkurrenz kann Uno Drum an verschiedenen Stellen Pluspunkte sammeln. Hierzu gehört die hybride Klangerzeugung, die etwas mehr Abwechslung als rein analoge Geräte bietet, eine hohe Zahl an Speicherplätzen für Drumkits und Patterns sowie ein Sequenzer, der intuitiv bedient werden kann und Funktionen für spontane Beat-Basteleien bereithält.
Klanglich zielt Uno Drum trotz der Samples aus bekannten Klassikern nicht auf die Emulation einer bestimmten Drum-Maschine ab, sondern schaff t sein eigenes Klangbild. Andererseits muss man aber auch die Einschränkungen von Uno Drum sehen: Es gibt nur einen Monoausgang, die Klangeditierung hat klare Grenzen und die Pads zum Spielen der Drums sowie für die Step-Programmierung sind haptisch nicht sonderlich ansprechend. Sicherlich kommt man um einen persönlichen Vergleich zu anderen Drumcomputern nicht herum, um persönlich zu entscheiden, ob Klang und Bauweise einem zusagen. Fehlen sollte Uno Drum in diesem Vergleich keinesfalls.