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DRUNTER und DRÜBER


HÖRZU Wissen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 23.09.2021

Artikelbild für den Artikel "DRUNTER und DRÜBER" aus der Ausgabe 5/2021 von HÖRZU Wissen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU Wissen, Ausgabe 5/2021

LOCKMITTEL Oslob, Philippinen, 2016: Ein Walhai reckt sich nach einem Boot, er hofft auf Leckerbissen. Hunderte Gäste kommen täglich hierher, um mit den angefütterten Giganten zu schnorcheln

Wenn wir eintauchen ins Meer und unter die Wasseroberf läche schauen, eröffnet sich uns eine völlig andere Welt: wunderschön, unbeschreiblich und irgendwie außerirdisch. „Die größte und wichtigste aller Grenzen auf unserem Planeten verläuft nicht zwischen zwei Staaten. Sondern es ist die Grenze zwischen zwei Welten, der Luft- und der Wasserwelt“, sagt David Doubilet im Interview mit HÖRZU WISSEN. Der US-Amerikaner ist einer der besten Unterwasserfotografen der Welt – oder genauer gesagt: beider Welten.

Immer war es sein Ziel, sie fotografisch zu durchdringen und erfahrbar zu machen, jene zarte, mächtige Grenze, die zwei Welten trennt, welche ohneeinander nicht existieren könnten. So wurde er zum Meister der von ihm selbst so getauften „Halb-und-halb-Bilder“, einer Fotografie auf der Grenze zwischen Luft und Wasser, zwischen Kunst und Dokumentation. Die spektakulärsten dieser Arbeiten aus den Jahren ...

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... 1986 bis 2019 sind jetzt in dem Buch „Two Worlds“ erschienen (siehe Tipp S. 31), eine Auswahl findet sich auf diesen Seiten.

EIN LEBEN FÜR DAS MEER

Die meisten der Bilder waren zuerst in „National Geographic“ zu sehen, für die Zeitschrift arbeitet David Doubilet seit 50 Jahren. Bis heute reist und fotografiert er gemeinsam mit seiner Frau Jennifer Hayes, einer Meeresbiologin. Etwa 80 Länder und deren Gewässer hat Doubilet besucht, mehr als 27.000 Stunden verbrachte er unter Wasser.

„Ich möchte Menschen mit dem Meer verbinden.“

DAVID DOUBILET, FOTOGRAF

Geboren 1946 in New York City, entdeckte er schon im Alter von acht Jahren die Unterwasserwelt für sich, als er die Sommerferien in einem Kindercamp im Gebirge verbrachte. „Ich hasste die Berge. Die meisten Aktivitäten dort – wie Klettern, Reiten oder Baseball – waren nichts für mich, denn ich litt unter Asthma“, erzählt er. „Aber dann gab mir jemand eine Tauchermaske. Ich sprang in den Bergsee, steckte meinen Kopf unter die Oberf läche, und mein Leben änderte sich.“ Von da an verbrachte der Junge so viel Zeit wie möglich unter Wasser, vor allem im Atlantik vor New Jersey, wo seine Eltern ein Ferienhaus hatten. Früh begann er auch, im Meer zu fotografieren – zunächst packte er seine Kamera in eine medizinische Plastiktüte, die sein Vater, ein Chirurg, ihm gegeben hatte.

NEUENTDECKUNG DES PLANETEN

Es war eine Zeit, in der es noch kein Sporttauchen gab. Fasziniert verfolgte David Doubilet die Arbeit von Jacques- Yves Cousteau, Hans Hass und anderen Pionieren der Unterwassertechnik, -forschung und -dokumentation. Mit der bemannten Raum fahrt, den Berichten und Bildern vom „Blauen Planeten“, änderte sich für viele Menschen die Wahrnehmung ihrer Umgebung. 1969, im Alter von 22 Jahren, ging Doubilet zur Redaktion von „National Geographic“ und sagte: „Dieser Planet besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Ihr braucht einen Unterwasserfotografen!“ Er schaffte es, die zunächst sehr skeptischen Redakteure zu überzeugen.

Etwa zeitgleich revolutionierte ein neues Gehäuse die Unterwasserfotografie: das OceanEye für die Kamera Nikon F. Eine große Kuppel ermöglichte die Halb-halb- Fotografie, Doubilet kaufte 1970 eines der ersten Exemplare. Mit Beleuchtung, Blitz, Berechnungen, Geduld, zunehmender Erfahrung und einem einzigartigen Blick perfektionierte er sein Handwerk. Für viele Fotografen und Magazingestalter heute beinahe unvorstellbar: Niemals hat er seine Bilder nachträglich bearbeitet.

DIE GRENZE ÜBERWINDEN

Manche Orte hat der Fotograf mehrfach betaucht, nicht selten wurde er Zeuge von Zerstörung und Vermüllung, einst quicklebendige Riffe fand er ausgestorben wieder. Sein Anliegen ist es, neben dem Zusammenhang von Luft und Meer auch die Verletzlichkeit der Ozeane zu zeigen. „Ich möchte, dass meine Bilder die Menschen mit dem Meer verbinden, sie einladen, die wichtigste Grenze unseres Planeten zu überschreiten. ‚Two Worlds‘ ist eine persönliche Reise für mich und eine persönliche Einladung an Sie: Egal ob Sie waten, schwimmen, schnorcheln, tauchen oder einfach nur am Rande stehen – gehen Sie los und begegnen Sie dem Meer!“

NELE-MARIE BRÜDGAM