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DSAG: Bei vielen Anwendern schwindet das Vertrauen in SAP


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Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 42/2019 vom 07.10.2019

Viele SAP-Anwender kommen mit der Digitalisierung nicht so voran wie erwartet, hat eine Umfrage der DSAG ergeben. Neben hausgemachten Problemen knirscht es auch in der Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller. Es fehlt an der Integration von Systemen, kompatiblen Datenmodellen sowie flexiblen und skalierbaren Lizenzmodellen.


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Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 42/2019

Anwender trauen Anwendern

Fast 70 Prozent der Befragten bezeichneten in einer Umfrage die DSAG als vertrauenswürdigen strategischen Partner. Die Anwendervertretung landet somit vor den SAP-Partnern (58 Prozent) und weit vor SAP selbst (37 Prozent). DSAG-Vorstand Marco Lenck ...

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... prophezeit: „Der Gap zwischen SAP und Kunden wird größer. Könnte sein, dass wir da nächstes Jahr noch schlechtere Werte kriegen.“

Vertrauen schwindet

Nur ein Viertel der Kunden fühlt sich gut informiert und vertraut der SAP-Strategie zumindest größtenteils.

Fangen Sie vor der S/4HANA-Migration mit dem Business Reengineering an – danach kriegen Sie kein Geld mehr dafür“, empfahl BMW-CIO Klaus Straub den 5500 Besuchern des diesjährigen Jahreskongresses der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG). Der Manager sprach damit ein Problem an, mit dem sich derzeit viele CIOs herumschlagen: Sie müssen mit S/4HANA in den kommenden Jahren auf eine neue Softwaregeneration aus dem Hause SAP umsteigen, wissen aber im Grunde noch nicht so recht, was sie damit im Zuge der Digitalisierung anfangen können.

Tatsächlich steckt bei den SAP-Anwendern Sand im Digitalisierungsgetriebe. Der digitale Wandel komme nicht richtig voran, so das Ergebnis einer Umfrage der DSAG. Zwar würden viele Betriebe entsprechende Pläne entwickeln, Proofs of Concept erstellen und Prototypen bauen. Doch diese Bemühungen mündeten nur selten in erfolgreiche Projekte, stellten die DSAG-Verantwortlichen fest. „Fast die Hälfte der Ideen für Digitalisierungsvorhaben verlaufen im Sand“, konstatierte der Vorstandsvorsitzende Marco Lenck. „Dafür gibt es organisatorische, aber auch technische Gründe.“

Selbstkritisch nannten die SAP-Anwender im Rahmen der Umfrage zunächst Probleme im eigenen Haus: fehlende personelle sowie finanzielle Ressourcen (42 Prozent) und mangelnde digitale Unternehmenskultur (38 Prozent). An fehlender Änderungsbereitschaft der Mitarbeiter oder starren Organisationsstrukturen (jeweils 24 Prozent) lässt sich die schleppende digitale Transformation dagegen weniger festmachen. Auch an mangelhafter Unterstützung durch das Management (zwölf Prozent) oder fehlendem Know-how (elf Prozent) liegt es offenbar nicht.

Neben den hausgemachten Schwierigkeiten stoßen die Anwender allerdings auch auf etliche externe Hindernisse. Die DSAG-Verantwortlichen sprechen an dieser Stelle von informatorischen, technischen und funktionalen Anforderungen, die die digitale Transformation erschwerten, etwa beim Aufbau hybrider Landschaften. Dabei könnte der Support seitens SAP durchaus besser sein, monieren die Kunden. Deren Strategie und Roadmaps müssten plan- und belastbar sein, forderte die Anwendervertretung. Doch darüber fühlt sich lediglich ein Viertel der DSAG-Mitglieder gut informiert. 45 Prozent vertrauen SAPs Strategie nur teilweise, mehr als 30 Prozent der Anwender stellen dieses Vertrauen in Frage.

DSAG-Chef Lenck hat konkrete Vorstellungen davon, welche Aufgaben die SAP in ihrem Produktportfolio besser lösen müsste. Im Einzelnen geht es dabei um
→ bessere Integration,
→ einheitliche Stammdaten,
→ eine erweiterte, stabile Funktionalität sowie
→ die Skalierbarkeit von Lösungen und Lizenzmodellen.

„Da Unternehmen verstärkt auf hybride Landschaften setzen, ist SAP gefordert, deren Auf- und Ausbau inklusive Lizenzmodellen so einfach und flexibel wie möglich zu gestalten“, mahnt Lenck. Sonst gerieten Projekte weiter ins Stocken. Er mahnt zur Eile. Zwar arbeite SAP an Punkten wie der Harmonisierung der Stammdaten. „Das Tempo, mit dem an zentralen Themen gearbeitet wird, muss mit den Anforderungen in den Unternehmen mithalten.“

Bei aller Kritik verwies der DSAG-Mann aber auch auf positive Entwicklungen zum Beispiel im Personalwesen. Nach intensiven Diskussionen könnten Kunden ab 2022 die Lösung für das Personalwesen SAP Human Capital Management (SAP HCM) auch integriert in S/4HANA betreiben. Ein Erfolg, der insbesondere die SAP-Kunden freut, die im zeitlichen Umfeld des Jahres 2025 noch nicht zur Software-as-a-Service-Lösung SuccessFactors in die Cloud wechseln wollen oder können.

SAP-Anwender im Hamsterrad

In ihrer Umfrage ermittelte die DSAG auch den Einsatzgrad von S/4HANA im Vergleich zum Vorgänger, der Business Suite. Der Fokus der Anwender liegt zunehmend auf S/4HANA, lautete das Ergebnis. In den kommenden drei Jahren seien in vielen Unternehmen Umstellungsprojekte geplant. Von abgeschlossenen S/4HANA-Projekten könnten aktuell jedoch nur wenige Unternehmen berichten. Die „selbst gefühlte“ Transformation in den Unternehmen sei sogar schlechter als im Vorjahr, berichtete Lenck: „Gefühlt macht jeder was. Aber alle haben den Eindruck, im Hamsterrad zu stecken.“

Angesichts dieser Situation rütteln die Anwendervertreter am Termin für das Wartungsende der Business Suite im Jahr 2025. Schon in den vergangenen Jahren hatte DSAG-Chef Lenck immer wieder durchblicken lassen, dass er eine Fristverlängerung für sinnvoll und angebracht hielte. Auf dem Kongress legte nun Ralf Peters, DSAG-Fachvorstand Digitalisierung, Finance & Value Chain, nach: „Bis 2025 werden niemals alle ECCs verschwunden sein.“


Fotos: DSAG; David Ausserhofer/www.ciomove.com