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DTM: „Das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl“


Top Speed - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 27.09.2019

DTM / Nürburgring


Artikelbild für den Artikel "DTM: „Das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl“" aus der Ausgabe 10/2019 von Top Speed. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Top Speed, Ausgabe 10/2019

„Holeshot“ von René Rast (# 33)


„Ich bin mega stolz, dass wir heute den Sieg eingefahren haben, das war mit Sicherheit keine einfache Aufgabe. Der ganze Dank gebührt den Jungs“, erklärte Audi-Pilot René Rast, nachdem er auf dem Lausitzring im zweiten Lauf nicht nur das insgesamt 500. DTM-Rennen gewinnen, sondern auch einen wichtigen Meilenstein für den Titel 2019 setzen konnte. Der Leader dieser Tourenwagen-Serie wusste allerdings auch, dass ihm sein Rosberg-Teamkollege Jamie Green dabei die nötige Unterstützung gewährte:
„Er hat mich vor Kurve 1 vorbeigelassen, weil er auch gesehen hat, ...

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„Ich bin mega stolz, dass wir heute den Sieg eingefahren haben, das war mit Sicherheit keine einfache Aufgabe. Der ganze Dank gebührt den Jungs“, erklärte Audi-Pilot René Rast, nachdem er auf dem Lausitzring im zweiten Lauf nicht nur das insgesamt 500. DTM-Rennen gewinnen, sondern auch einen wichtigen Meilenstein für den Titel 2019 setzen konnte. Der Leader dieser Tourenwagen-Serie wusste allerdings auch, dass ihm sein Rosberg-Teamkollege Jamie Green dabei die nötige Unterstützung gewährte:
„Er hat mich vor Kurve 1 vorbeigelassen, weil er auch gesehen hat, dass ich die Pace hatte und wegfahren konnte.“ Gegenüber ,ran.de‘ ergänzte der Brite: „Ich helfe René , diese Meisterschaft zu gewinnen. Wir sind ein Team! Das ist jetzt mein Job. Ich habe keine Chance mehr auf den Titel. Deswegen habe ich ihn vorbeigelassen.“ Nico Müller (214 Pkt.), ebenfalls Audi, aber für Abt Sportsline fahrend, konnte in der Lausitz seinen Rückstand gegenüber Rast (234 Pkt.) von 39 auf 20 Punkte verkürzen. Aufgrund der überschaubaren Differenz hatte der Schweizer die Meisterschaft selbstverständlich noch im Visier: „Ich glaube, dass wir das Zeug dazu haben, Rene auf der Strecke zu schlagen, auch wenn es schwer ist. Wir sind die Herausforderer!“ Insofern stellte sich außerdem die Frage nach den Chancen des drittplatzierten BMW-Fahrers Marco Wittmann (167 Pkt.). „Marco ist immer stark. Er ist der ärgste Rivale von uns beiden, auch wenn sein Abstand schon recht groß ist, doch alles kann immer passieren“, stellte der DTM-Leader fest. Mitte Oktober fand auf dem 3,629 km langen Nürburgring das vorletzte Renn-Wochenende in diesem Jahr statt. 2018 gewann René Rast beide Läufe in der Eifel.

ERSTER LAUF

Bruno Spengler beendete das Samstagrennen auf Rang zwei


René Rast sorgt mit Sieg für Vorentscheidung im Titelkampf

Im ersten Qualifying bestätigte Audi-Pilot Rast mit der schnellsten Rundenzeit, dass seine zwei Siege aus dem Vorjahr kein Zufall gewesen sind. Von einer Vorentscheidung konnte aber noch keine Rede sein, denn die Nachfolgenden, Bruno Spengler (BMW/ +0,180 Sekunden), Nico Müller (Audi/+ 0,266 Sek.) und Mike Rockenfeller (Audi/+ 0,272 Sek.), waren kaum langsamer als der Spitzenreiter. Dennoch äußerte sich Titelmitfavorit Müller anschließend etwas unzufrieden: „Ich habe bei meiner letzten Runde im letzten Sektor Verkehr gehabt und in der nächsten Runde gab es gelbe Flaggen im zweiten Sektor. Das hat alles nicht so richtig zusammengepasst. Ich glaube, da haben wir zwei Zehntel verschenkt.“ Die Leistung seines Markenkollegen erkannte der Schweizer aber an: „René ist wie immer am Nürburgring saustark. Er wäre von mir auch mit einer sauberen Runde schwer zu schlagen gewesen.“ Paul Di Resta (+0,860 Sek.) parkte den schnellsten Aston Martin auf dem 14. Startplatz. Im Rennen über 41 Runden änderte sich für die Fahrer dieser Sportwagenmarke nichts Wesentliches. Daniel Juncadella erreichte mit Rang elf die beste Platzierung, auch Ferdinand von Habsburg (Zwölfter) und Paul Di Resta (13.) sahen die karierte Flagge, nur Jake Dennis kam nicht ins Ziel, Punkte gewann aber keiner dieser Herren. Noch weniger Zufriedenheit herrschte allerdings bei Nico Müller. Der Eidgenosse fabrizierte im Übereifer einen klassischen Frühstart. Dadurch blieb für ihn eine Durchfahrtsstrafe nicht aus. Obendrein musste Müller in der Schlussphase aufgrund nachlassender Reifen einen zweiten Boxenstopp absolvieren. Rang 16 lautete sein enttäuschendes Ergebnis. Ein vollkommen anderes Rennen erlebte dagegen René Rast, sein voller Erfolg war zu keiner Zeit gefährdet. „Es war ein gigantisches Rennen. Wir konnten die Pace kontrollieren und haben von den Fehlern der anderen profitiert. Das war perfekt, genauso wie man sich das wünscht: Pole, Sieg und Führung ausgebaut. Ich hoffe, dass ich morgen den Sack zumachen kann. Wobei wir am Sonntag auch wieder Punkte holen müssen und uns keinen Ausfall leisten dürfen“, stellte der Audi-Fahrer freudestrahlend und sachlich fest. 47 Punkte betrug zu diesem Zeitpunkt die Differenz zwischen René Rast und Nico Müller. Hinter dem Führenden in der Gesamtwertung überquerten mit Bruno Spengler und Marco Wittmann zwei BMW-Männer den finalen Strich, allerdings mit unterschiedlichen Rennverläufen. Während der Kanadier zunächst zwei Plätze einbüßte, sich aber zurückkämpfte, preschte der zweifache DTM-Champion (2014, 2016) vom elften Startplatz nach vorn. „Wenn du von elf kommst, ist es, glaube ich, ein starkes Rennen. Ohne Schützenhilfe, sondern durch pure Fights gegen die Audis und durch eine gute Strategie. Ich glaube, das sollte man auch hoch anrechnen“, urteilte Wittmann voller Stolz. Fazit: Nach diesem Lauf in der Eifel stand fest, dass René Rast schon im zweiten Rennen den DTM-Titel vorzeitig gewinnen kann.

Jamie Green (# 53) setzte sich am Sonntag durch – Marco Wittmann (# 11) wurde im ersten Lauf Dritter


René Rast jubelte über den vorzeitigen Titelgewinn


ZWEITER LAUF

Audi-Pilot René Rast wird zum zweiten Mal DTM-Champion

„Ich bin sehr zufrieden, wieder ist es die erste Startreihe. Die Runde war zwar nicht ganz sauber, mir ist ein kleiner Fehler passiert. Trotzdem haben wir es ganz gut gemacht und fürs Rennen haben wir jetzt gute Voraussetzungen“, erklärte René Rast, nachdem er im zweiten Run um die besten Ausgangsposition die zweite Zeit erzielte. Jamie Green war mit 0,001 ein wenig rasanter unterwegs als der Titelanwärter. Da der Brite mit Audi nicht nur den gleichen Arbeitgeber hat, sondern auch Renés Kollege im Rosberg Team ist, konnte durchaus von ausgezeichneten Voraussetzungen für Rast gesprochen werden. Damit nicht genug, denn nach den beiden folgten mit Mike Rockenfeller, Robin Frijns, Jonathan Aberdeen und Loic Duval vier weitere Audi-Piloten. Erst auf Rang sieben platzierte sich mit Timo Glock der beste BMW-Fahrer. Das AstonMartin-Quartett musste sich mit den Positionen 15 bis 18 abfinden. Im Rennen erreichte keiner dieser Vier ein zählbares Ergebnis. Einmal mehr erzielte Daniel Juncadella, dieses Mal mit Rang zwölf, das beste Aston-Martin-Resultat. Um es vorwegzunehmen, die zweite Jagd über 41 Runden entwickelte sich zu einer Machtdemonstration der Audi-Armada. Die sieben Piloten mit den vier Ringen auf ihren Rennwagen mit Dach belegten ausnahmslos die Plätze eins bis sieben. Dass René Rast dabei im Mittelpunkt stand, obwohl er diese Session auf dem Nürburgring nicht gewann, versteht sich von selbst. „Bin ich Champion oder nicht?“, funkte der bald 33-Jährige (* 26. Oktober 1986) zu seiner Crew, wohlwissend, dass die Punktekonstellation durch den sechsten Platz von Nico Müller zu einer engen Angelegenheit wurde. Der Deutsche hatte nach diesem Lauf 56 Zähler mehr als der Schweizer. Genau diese Zahl wird zum Saisonfinale in Hockenheim noch vergeben. Da Rast aber mehr Siege als Müller eingefahren hat, wurde er auf dem Nürburgring vorzeitig DTM-Champion 2019. Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Titel nach 2017! Etwas später erklärte René gegenüber ,ran.de‘ voller Emotionen und Freude: „Ich kann es noch gar nicht glauben. Einfach unfassbar! Das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl. Wir sind Meister! Das war das große Ziel, und das haben wir geschafft. Vielen, vielen Dank an alle, die daran mitgearbeitet haben, Audi Sport, mein Team. Wahnsinn, danke!“ Jamie Green gewann den zweiten Lauf in der Eifel. „Es war ein hartes Rennen und ein Kampf das ganze Rennen lang. Robin (Frijns) hat spät mit den besseren Reifen angegriffen, das war hart für mich.“ Aber ich habe verstanden, dass unser Audi-Team diesen Titel gewonnen hat. Wir arbeiten zusammen, doch heute gab es Kämpfe, und ich bin der Sieger“, erklärte der Brite. Der Österreicher Philipp Eng wurde hinter der AudiArmada als Achter und somit bester BMW-Chauffeur abgewinkt. Bereits vor dem Nürburgring-Wochenende stand fest, dass Jenson Button zum Saisonfinale (4. bis 6. Oktober) das DTM-Aufgebot bereichert. Durch das Aufeinandertreffen mit der japanischen Super-GT-Meisterschaft (siehe „Top Speed“ September/2019, Seite 20) wird der Formel-1-Weltmeister von 2009 und 15-fache GPSieger auf dem Hockenheimring im Cockpit eines Honda NSX sitzen. „In meiner Karriere habe ich immer versucht, so viele TopKategorien im Motorsport auszuprobieren wie möglich. Nach der Zeit in der Formel 1 war es immer mein Plan, Möglichkeiten und Herausforderungen zu suchen, um verschiedene Kategorien zu testen“, erklärte der Brite. „Mit Jenson haben wir einen Hochkaräter im Feld. Für mich wertet er das Ganze noch einmal mehr auf“, urteilte der nunmehr zweifache DTM-Meister René Rast.

Keine Punkte, aber zumindest zweimal bester Aston-Martin-Pilot – Daniel Juncadella



Fotos: Alexander Trienitz