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Du bist eine Heldin


bewusster leben - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 31.10.2018

Frauen sehen sich einer Vielzahl von Anforderungen gegenüber: Sie müssen Familie, Beruf und eigene Interessen vereinbaren. Mit dem Bild der Heldin können Frauen ein Gespür für ihre weibliche Stärke und Lebendigkeit entwickeln.


Artikelbild für den Artikel "Du bist eine Heldin" aus der Ausgabe 6/2018 von bewusster leben. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: bewusster leben, Ausgabe 6/2018


Die Heldin zögert nicht, um das zu bitten, was ihr Herz begehrt und ihr die Sehnsucht befiehlt. Sie sagt, was sie will, nimmt sich, was sie braucht, und atmet die helle Freiheit.
Sabine Groth


Die moderne Frau soll, darf und kann vieles sein – aber ist sie deshalb eine Heldin? Ist das nicht ein bisschen hoch gegriffen? Doch was könnte es bedeuten, wenn Frauen sich selbst als ...
Oft ist es gar nicht die bewusste Entscheidung, ab sofort als Heldin durch das Leben zu schreiten. Vielmehr sind es Momente und Situationen, in denen wir eine Kraft spüren, die tief in uns zu schlummern scheint und von der wir, einmal gekostet, gern mehr ausleben möchten. Dieses In-Kontakttreten mit uns selbst, mit den weiblichen Kraftquellen kann sich durch ganz banale Situationen im Alltag offenbaren. Es sind Aha-Erlebnisse, nach denen unsere Sichtweise eine andere ist als zuvor. ...

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Die moderne Frau soll, darf und kann vieles sein – aber ist sie deshalb eine Heldin? Ist das nicht ein bisschen hoch gegriffen? Doch was könnte es bedeuten, wenn Frauen sich selbst als Heldinnen verstehen? Zielstrebig, mutig, sich einsetzend – das sind so Attribute, die auf eine Heldin zutreffen.
Oft ist es gar nicht die bewusste Entscheidung, ab sofort als Heldin durch das Leben zu schreiten. Vielmehr sind es Momente und Situationen, in denen wir eine Kraft spüren, die tief in uns zu schlummern scheint und von der wir, einmal gekostet, gern mehr ausleben möchten. Dieses In-Kontakttreten mit uns selbst, mit den weiblichen Kraftquellen kann sich durch ganz banale Situationen im Alltag offenbaren. Es sind Aha-Erlebnisse, nach denen unsere Sichtweise eine andere ist als zuvor.

Entdecke die Heldin in dir

Die Psychologin und Buchautorin Sabine Groth ist der Meinung, dass jede Frau den unerschrockenen Edelmut einer Heldin in sich trägt. Die meisten wissen das aber gar nicht, bis sie sich mitten in einer Situation wiederfinden, in der sie keine andere Wahl haben, als davon Gebrauch zu machen. So manche Frau erkennt dann spätestens an den bewundernden oder erstaunten Blicken der anderen, was sie da offensichtlich gerade geleistet hat, obwohl sich das eigene Handeln nach einem Kraftakt aber sehr natürlich anfühlte. Mit der Heldin, so wie sie Sabine Groth versteht, ist auch ein Archetypus gemeint. Als Archetyp wird in der Analytischen Psychologie, die sich auf den schweizerischen Psychiater und Psychologen Carl Gustav Jung bezieht, eine Urform oder auch Grundprägung des Menschen bezeichnet. Es handelt sich um Wirkfaktoren, die unser Handeln und Bewusstsein beeinflussen. Wenn wir uns als Heldin verstehen, dann erschließen wir uns wichtige weibliche Ressourcen und Kraftquellen.
„Jede Frau, die sich auf den Weg macht, ihre Innenwelt ernsthaft zu erforschen, begibt sich auf eine Heldinnenreise“, sagt Sabine Groth. „Sich auf die Heldinnenreise zu begeben bedeutet, dass es Unannehmlichkeiten und Prüfungen geben wird. Die aufgescheuerten Knöchel, die blauen Flecken, das Herumtasten im Dunkeln, die Angst vor der kalten Nacht und dem reißenden Fluss, den es zu durchqueren gilt, der Schweiß, der uns im Angesicht der nächsten Herausforderung ausbricht, die Offenbarungen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen – all das sind untrügliche Zeichen dafür, dass wir den sicheren Hafen verlassen haben und uns bereits mitten auf hoher See befinden.“

Kommt Ihnen irgendetwas oder mehreres davon bekannt vor? Tatsächlich ist es doch so, dass sich kaum eine Frau ein Leben wünscht, das einfach so dahinplätschert.
Wenn ich mir die Eigenschaften einer Heldin vor Augen führe und mir ihre Art, sich dem Leben zu stellen, zu eigen mache, kann mir das eine enorme Sicherheit geben. Natürlich bewahrt es mich nicht vor Rück- und Fehlschlägen oder Widrigkeiten. Doch als Heldin bekommt meine Herangehensweise etwas Unbedingtes, etwas Bejahendes und Zupackendes, ohne Wenn und Aber. Eine Art Furchtlosigkeit, aus der heraus sich wunderbarer Weise wieder neue Kräfte schöpfen lassen. Es entsteht ein Sog, dem wir uns schwerlich wieder entziehen können und das ist gut so!

Foto: Fotostudio „Studioline Photography“

Frauen haben sich oft von ihren Urinstinkten entfernt und lassen ihre innewohnenden Energiequellen wie Kreativität, Intuition und Leidenschaft ungenutzt. Wie frau ihre weiblichen Kraftquellen wiederentdeckt, zeigt Sabine Groth in ihrem Buch „Die Heldinnenreise“. Sie studierte Pädagogik, Anglistik, Psychologie und Religionswissenschaften und arbeitet heute als Lehrerin, Autorin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Als Leiterin von Frauengruppen und Seminaren unterstützt sie Frauen auf ihrem Weg zu einer selbstbewussten Weiblichkeit.

Das Erwachen der Heldin

Aber was bedeutet das ganz praktisch? Bei Frauen ist immer wieder die Rede davon, dass sie vor allem Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl hätten. Um mit Sabine Groths Worten zu sprechen, heißt das, dass viele von uns einfach noch zu wenig von der Heldin in sich wissen. Doch zweifellos ist sie in uns und zeigt sich in ganz banalen Alltagssituationen. Wenn ich beispielsweise an meinen Freundinnenkreis denke, fallen mir ganz viele Heldinnen ein und Situationen, in denen sich das ganz deutlich zeigt:
Da ist Claudia mit den roten, wunderschön langen Haaren, die zwar eher klein und zierlich ist, sich aber im Zweifel bei einem heftigen Streit dazwischenstellt und solch eine Präsenz und Feuer besitzt, dass der größte Streithammel auf Lammniveau schrumpft und es nicht mehr wagt, gegen sie aufzubegehren. Oder Carolin, die sich gegen ihr Erbe entscheidet und an einem Nullpunkt beschließt, einen ganz neuen Weg zu gehen, um ihrer wahren Bestimmung zu folgen. Diese führt sie dann auf eine fantastische Reise, durch den peruanischen Regenwald und letztlich zu sich selbst. Oder Trudi, die sich nach dem Tod ihres Mannes mit wenig Geld allein durchkämpfen muss, jeden Morgen um drei Uhr aufsteht, Zeitungen austrägt, putzen geht und sich um ältere Nachbarn kümmert. Die kurzerhand alle unnötigen Sachen ausmistet, das Haus verkauft und nun ohne Ballast, Altlasten und glücklich in einer gemütlichen Wohnung lebt und die wunderbarsten kreativen Werke erschafft. Ich könnte leicht in meinem Freundinnen- und Bekanntenkreis so weiter nach Beispielen fischen. Auf sich selbst als Heldin zu schauen ist da schon schwieriger. Aber es lohnt sich. Vielleicht überlegen Sie selbst einmal, wann und wo Sie sich zuletzt in Ihren Augen heldenhaft benommen haben und aus welcher Motivation heraus dies geschah. Und dann stellen Sie sich die Frage: Wie fühlte sich das an?


„Die Heldin zögert nicht, um das zu bitten, was ihr Herz begehrt und ihr die Sehnsucht befiehlt.“


Was eine Heldin ausmacht

Einer Heldin geht es nicht so sehr um Aufmerksamkeit oder Außenwirkung, sondern um Selbstwirksamkeit. Es geht ihr um eine Lebensart, die nicht danach fragt, ob es jemandem recht, lieb oder bequem ist. Wahre Heldinnen müssen anderen nicht unbedingt gefallen. Sie denken nicht daran, ob sie eine medien- oder öffentlichkeitswirksame gute Figur abgeben. Ihnen geht es um Wahrhaftigkeit, darum, dem eigenen Schatten zu begegnen, sich zu konfrontieren, ihn anzunehmen und ins Leben zu integrieren. Es geht ihnen darum, auf’s Ganze zu gehen und für sich selbst einzustehen. Wenn wir unseren eigenen Tiefen furchtlos begegnen, sind wir im Stande, genauso furchtlos in die Tiefen des Universums zu reisen. Aus dieser Tiefe kommt die Erkenntnis, dass letztlich alles eins ist und wir inWahrheit nur die Möglichkeit haben, mit allen Konsequenzen anzuerkennen, dass Leben niemals Stillstand ist, sondern stets Veränderung. Sabine Groth schreibt dazu: „Es gibt eine viel engere Verbindung zwischen der Innen- und der Außenwelt, als die meisten vermuten. Jedes Stück des Universums enthält, unabhängig wie oft wir es zerteilen, die Intelligenz des Ganzen.“

Feiern Sie das Leben. Werden Sie zur Heldin.

Wenn wir beginnen, uns selbst als Heldin zu verstehen, kann das zu einem wunderbar befreienden Erlebnis werden. Wann haben Sie das letzte Mal zu Hause einfach so getanzt? Singen Sie laut Ihr Lieblingslied, machen Sie verrückte Sachen, feiern Sie das Leben und seinen Zauber! „Für jede Frau ist das selbstgewählte Ziel erreichbar – wenn es nur ihre feurige Leidenschaft zu wecken vermag.“ So Sabine Groth. Es geht darum, zuerst einmal den Fokus auf die eigene Leidenschaft zu legen. Sie kommt bei der einen vielleicht im Tanzen, bei der anderen im Singen oder anderen kreativen Aktivitäten zum Vorschein, die leicht fallen und rasch den Funken überspringen lassen. Dazu braucht es nichts, außer mir selbst.
Suchen Sie sich also spielerisch Dinge, Momente und Aktivitäten, in denen Sie ihre ureigene Leidenschaft spüren und daran anknüpfen können. Sie sind Kompass und Initialzündung der Heldinnenreise zugleich.

Das ist es, was eine Heldin ausmacht: Einmal Feuer gefangen, reißt sie anderemit, beeindruckt, macht unerwartete Dinge und setzt sich von ganzem Herzen für eine Sache ein, die sie zu ihrer eigenen macht. Sie hat „keine Angst, gegen den Strom zu schwimmen. Sie lässt die Leute reden, hört auf ihre innere Stimme und folgt ihrer weiblichen Intuition. Die Heldin schreckt nicht davor zurück, den selbsterbauten Tempel niederzubrennen. Sie sitzt stolz in den Tempeltrümmern, sich darauf vorbereitend, wie Phönix aus der Asche aufzusteigen, um sich in die Höhen ihres wahrhaftigeren Selbst aufzuschwingen, “ sagt Sabine Groth.
Einer Heldin geht es um Authentizität, darum, die Maske fallen zu lassen, um Ehrlichkeit und Lebendigkeit und darum, ihren inneren Impulsen zu folgen.
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BUCHTIPP

Sabine Groth
Die Heldinnenreise
Kösel Verlag, e 24,00