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DU BIST EINZIGARTIG


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bewusster leben - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 02.11.2022
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Dubist nichts Besonderes. Du bist ein stinknormaler Mensch. Vielleicht denkst du, dass du tief in deinem Inneren Spiderman bist, und wartest auf den Spinnenbiss, der dich zu einem Superhelden macht. Oder du wartest darauf, dass ein Wunder geschieht, Erzengel Gabriel dich zu einer Heiligen ernennt und die ganze Welt endlich erkennt, wie wundervoll und besonders du bist. Es könnte auch sein, dass du kurz vorm Untergang der Welt als einer oder eine von ganz wenigen von einer außerirdischen Rasse gerettet wirst, weil du so besonders bist und nicht vernichtet werden darfst. Du glaubst irgendwo in deinem Inneren daran, dass du aufgrund deiner Einzigartigkeit goldene Hilfsmittel erhalten wirst, andere nicht.

“Du bist einzigartig. Das steht außer Frage. Es al all llein intell llektuell ll zu begreif ifen macht dich aber noch nicht zu einem einzigartigen Menschen”

Aberin Wahrheit interessiert sich niemand ...

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... wirklich für dich. Wir leben in einer Welt, in der es sehr viel Apathie und Desinteresse gibt. Du bist der Welt egal. Sie ist so schnelllebig und rastlos. Wenn du eines Tages stirbst, werden ein paar Menschen vielleicht ein paar Wochen oder Monate trauern und danach wirst du vergessen sein. Die Welt wird sich ohne dich weiterdrehen. Du bist nur ein Mensch von vielen. Kein Auserwählter, der geschickt wurde, um die Erde zu retten. Vielleicht versuchst du dich davon zu überzeugen, weiser, weiter und „besonderer“ zu sein als der Rest. Du glaubst es aber nicht, weil du es in deinem Leben nicht sehen kannst. Es fehlen dir schlichtweg die Beweise für deine Einzigartigkeit. Du bist ein ganz normaler Mensch.

Du willst unverwechselbar sein

Für viele ist es ausreichend, nach ihrer Einzigartigkeit zu suchen, ohne sie zu leben. „Ich wäre ja einzigartig, aber ich lebe es nicht. Zu wissen, dass ich einzigartig bin, genügt mir.“ Nach dieser Devise leben sie. Sie reden sich die Einzigartigkeit ein und haben dann das Gefühl, dass sie wahr ist. Sie gehen auf die Suche nach ihrer Einzigartigkeit, versuchen sie zu erkennen und gehen davon aus, dass sie sie damit gleichzeitig auch schon leben. Aber es genügt nicht, die eigene Einzigartigkeit zu erkennen. Du musst etwas für sie tun.

Der erste Schritt auf diesem Weg ist zu erkennen, dass du nicht besonders bist. Keine und keiner von uns ist es. Das ist wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem, was du lesen möchtest. Es sticht vielleicht sogar in deinem Herzen, es zu lesen. Es ist unangenehm. Du empfindest möglicherweise sogar Wut auf mich. Ich kann dich verstehen. Es kann dich aber nur schmerzvoll treffen, weil du diesen Schmerz bereits in dir trägst. Diese Befürchtung, vielleicht doch nicht so besonders zu sein, wie du denkst oder denken möchtest. Du willst kein stinknormaler Mensch sein. Du willst gesehen, gehört und geliebt werden und unverwechselbar sein. Du hast die Befürchtung, in der Masse untergehen zu können. Du willst auf keinen Fall, dass die Menschen verpassen zu sehen, was für ein einzigartiges Geschöpf du bist.

In Frieden damit, ein Niemand zu sein

Ich hätte den einfacheren Weg wählen können, das Thema Einzigartigkeit zu behandeln. Ich hätte das schreiben können, was du lesen willst. Ich hätte dich einlullen können und dir sagen, wie besonders du bist. Bevor das sinnvoll sein kann, muss etwas anderes geschehen. Frag dich mal, wohin es uns gebracht hat, zu hören, dass jeder von uns einzigartig ist? Wir hängen in einer Warteschleife. Wir wissen, dass wir einzigartig sind, und warten darauf, dass das im richtigen Moment schon irgendwie sichtbar und spürbar werden wird. Für uns und für andere. Zu wissen, dass wir einmalig sind, genügt uns.

Wir wagen uns keinen einzigen Schritt auf diese Einzigartigkeit zu. Wir bleiben außerhalb des Risikogebiets unserer Einzigartigkeit und bewegen uns ausschließlich im dunklen Terrain der Hoffnung. Von Hoffnung kann viel Dunkelheit ausgehen, über die wir nicht gern sprechen. Hoffnung gibt uns ein gutes Gefühl, während wir tatenlos auf etwas warten. Wir verbinden das Nichtstun mit diesem angenehmen Gefühl und je mehr wir diese Verbindung stärken, indem wir hoffen, verstärken wir auch unsere Handlungsunfähigkeit. Obwohl wir uns immer tiefer in der Machtlosigkeit verlieren, fühlen wir uns dennoch auf einer gewissen Ebene gut, solange wir die Hoffnung nicht verlieren. Die Hoffnung auf eine magische Begegnung mit einem Engel, auf die wundersame Kehrtwende in unserem Leben oder auf das Gift der Spinne. Du bist einzigartig. Das steht komplett außer Frage. Es allein intellektuell zu begreifen macht dich aber noch nicht zu einem einzigartigen Menschen. Du musst deine Einzigartigkeit offenbaren.

Du bist außergewöhnlich

Du entwickelst eine spürbare und erfahrbare Einzigartigkeit von allein, wenn du dir eingestehst, dass das Außergewöhnliche an dir erst freigelegt werden muss. Das bedeutet Arbeit. Als Erstes solltest du dir deinen Widerstand gegen die Möglichkeit ansehen, nicht besonders zu sein. Du bist ein Mensch wie jeder andere auch. Kannst du damit leben? Während du dir diese Frage stellst, lass alle Gefühle hochkommen, die jetzt gefühlt werden wollen. Traurigkeit, Hass, Frustration. Vielleicht denkst du daran, dass auch deine Kinder nichts Besonderes sind, weil du es ja auch nicht bist. Und vielleicht tut das mehr weh als alles andere. Spüre, welche Kaskade an Ge- danken und Gefühlen losgetreten wird. Ref lektiere innerlich oder halte es schriftlich fest. Vielleicht tut es weh zu erkennen, dass andere in deinem Umfeld ihre Besonderheit leben, du aber nicht und dass es vielleicht nicht an den Gründen liegt, die du dir zurechtgelegt hast. Vielleicht hast du zu dir selbst gesagt, dass du genauso erfolgreich und besonders wie X oder Y wärst, wenn du nur wolltest oder wenn du mehr Mittel zur Verfügung hättest oder wenn es deine Familie nicht gäbe oder, oder, oder. Du könntest sogar viel besser sein. Die anderen hatten einfach mehr Glück im Leben …

“Du musst deiner Einzigartigkeit Rückendeckung geben. Wenn du sie schutzlos der Welt überlässt, wir ird sie verblassen”

Hör auf, dich selbst zu belügen und sieh der Wahrheit in die Augen

Lass solche Gespräche mit dir selbst fallen. Du weißt, dass ihre Inhalte nicht stimmen. Hör also auf, dich selbst anzulügen. Sieh der Wahrheit in die Augen: Es könnte sein, dass du nicht einzigartig bist, und genau deswe- gen lebst du auch kein außergewöhnliches Leben. Spüre den inneren Widerstand. Atme ihn ein und atme ihn aus. Es ist okay, normal zu sein. Es ist okay, nicht besonders zu sein. Es ist okay, irgendwann vergessen zu werden. Lass das so stehen. Kein Reframing. Kein Schönreden. Komm in Frieden damit, ein Niemand zu sein. Das ist die Aufgabe.

Zu oft rebellieren wir an der falschen Stelle, in unpassenden Momenten. Wir treten einen Kampf gegen einen Gegner an, der nur in unserem Kopf existiert. Wir bilden uns ein, jemandem etwas beweisen zu müssen, obwohl dieser Jemand das gar nicht von uns einfordert. Wir stehen für etwas ein, hinter dem wir tief in unserem Inneren gar nicht stehen. Trotzdem ist Rebellion manchmal der einzige Weg, um die eigene Einzigartigkeit zu schützen. Denn das braucht sie: Schutz. Du musst für sie einstehen. Du musst deiner Einzigartigkeit Rückendeckung geben. Wenn du sie schutzlos der Welt überlässt, wird sie verblassen. Sie wird sich in die übliche Nor- malität einreihen und niemand wird ihr das Außergewöhnliche anmerken. Das, was dich einzigartig macht, kann von der Welt sehr schnell verschluckt werden. Vielleicht musstest du das bereits schmerzvoll erleben.

Bahar Yilmazist eine der bekanntesten Lebenscoaches im deutschsprachigen Raum und Autorin zahlreicher Bestseller. Mit ihrer erfrischenden und humorvollen Art erreicht sie Menschen jeden Alters. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Persönlichkeitsentwicklung, ganzheitliche Heilung, Transformation und die Erforschung von Energie, Bewusstsein und Spirit. Gemeinsam mit ihrem Partner Jeffrey Kastenmüller entwickelte sie „Empower Yourself“ – ein effektives Konzept für ein glückliches, erfülltes Leben.

Deine Sehnsucht wird dir den Weg freilegen

Grenzen ziehen, Nein sagen, einer Auseinandersetzung nicht aus dem Weg gehen und das Interesse an unechter Harmonie fallen lassen, all das kann Rebellion bedeuten. Aber pass auf, dass du dich nicht im Kampf verlierst. Behalte immer den Grund im Blick, aus dem du rebellierst. Die meisten Menschen rebellieren, weil sie befürchten, dass sie anders nicht gehört oder gesehen werden. Sie rebellieren, um gegen etwas zu sein, weil sie nicht wissen, wofür sie sind. Sie widersetzen sich um des Widerstands willen, weil er ihnen ein Gefühl der Lebendigkeit gibt. Das kann dich in sinnlose Kriege mit dir und anderen verwickeln, die dir nur Energie rau- ben. Energie, die dir dann fehlt, wenn du deine Einzigartigkeit ausgestalten möchtest.

Du musst dich für deine Einzigartigkeit einsetzen

Jetzt, wo wir uns immer mehr mit dem Schmerz beschäftigen, nicht einzigartig zu sein, können wir an das Thema ganz anders herangehen. Wir f lüchten jetzt nicht mehr davor, nicht einzigartig zu sein, sondern stellen uns ganz bewusst die Frage: Was, wenn ich doch nicht so besonders bin, wie ich denke? Was, wenn ich meine Einzigartigkeit falsch verstanden habe? Was, wenn das, was ich an mir für einzigartig hielt, gar nicht so außergewöhnlich ist? Was ist es, was meine Einzigartigkeit dann ausmacht? …

Lass diese Fragen in dir arbeiten. Du näherst dich damit immer mehr dem Risikogebiet deiner Einzigartigkeit. Wie kannst du Einzigartigkeit leben, wenn du sie schlichtweg nicht fühlen kannst? So geht es sehr vielen Menschen. Du siehst dir dein Leben an und siehst darin keinerlei Beweise für deine Einzigartigkeit. Du hast sie aufgegeben und gegen

Angepasstheit eingetauscht. Jeder außergewöhnliche Ausdruck deines Wesens kostet dich zu viel Kraft und Mühe. Das Rebellieren auch. Irgendwann hast du vielleicht entschieden, die grellen Farben abzuschwächen und bist zu Pastelltönen übergegangen, um den Menschen in den Augen nicht wehzutun. Leicht verdauliche Kost. Unauffällig normal und zutiefst unbefriedigt in deinem Innersten.

Nur du bist für deine Gefühle verantwortich

Es gibt so viele Menschen, die jede Form von Andersartigkeit ausgesperrt haben. Wenn wir in die Welt blicken, sehen wir richtiggehend Klone. Imitationen. Schablonen. Angepasst an die Vorgaben, wie wir Menschen auszusehen, zu sein und zu handeln haben. Viele von uns reden sich auch ein, einzigartig zu sein, aber es nur den anderen zuliebe nicht zu leben. Kennst du das auch? Nicht, dass sich jemand wegen dir schlecht oder minderwertig fühlt. Du weißt, dass das nicht deine Angelegenheit ist und du nur für deine eigenen Gefühle verantwortlich bist. …

Du kannst, was du vermisst, selbst in die Welt setzen

Auch wenn die ganze Welt von dir denkt, dass du nicht einzigartig bist, und du insgeheim glauben möchtest, dass du sie nie umstimmen kannst, musst du dich für deine Einzigartigkeit einsetzen. Verurteile dich nicht dafür, nicht riskant genug zu leben, sodass sich dein Feuer von allein entfacht. Mit dem ersten Motivationsfeuer wird auch deine Risikofreude immer mehr zu dir zurückkehren. Deine Einzigartigkeit wird dich finden, wenn du dich mit folgender Frage beschäftigst: Was ist es, was ich in der Welt vermisse? Genau deswegen bist du hier. In der Antwort auf diese Frage verbirgt sich deine Einzigartigkeit. Das, was du vermisst, kann von dir auf deine Art und Weise in die Welt gebracht werden. Unersetzlich. Nicht austauschbar.

Bahar Yilmaz

Der Text ist ein Auszug aus: Bahar Yilmaz,Das Risiko, du selbst zu seinIntegral Verlag 20 Euro