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DÜWAG-GT8-Revival an der Bergstraße


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Strassenbahn Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 11.10.2022

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Artikelbild für den Artikel "DÜWAG-GT8-Revival an der Bergstraße" aus der Ausgabe 11/2022 von Strassenbahn Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Strassenbahn Magazin, Ausgabe 11/2022

◼ Wegen anstehender Bauarbeiten hat die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) seit 12. September die Rundlinie 5 Mannheim – Edingen – Heidelberg – Weinheim – Mannheim im Tagesverkehr in zwei Teillinien getrennt, die jedoch beide unter der gewohnten Liniennummer fahren. Zwischen Mannheim und Weinheim via Heidelberg kommen dabei planmäßig montags bis freitags auch drei Doppeltraktionen aus DÜWAG-GT8 der früheren Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft AG (OEG) zum Einsatz.

Seit dem 12. September und bis voraussichtlich 3. Februar 2023 läuft der barrierefreie Umbau der Haltestelle Bensheimer Straße der Linie 5 am östlichen Rand des Mannheimer Stadtteils Käfertal. Hier entstehen nicht nur zwei neue, barrierefreie Bahnsteige, sondern auch neue Gleis- anlagen inklusive des Gleisbogens für den Anschluss an die geplante Neubaustrecke in das Neubaugebiet Franklin. Die Maßnahme, die als vierter Bauabschnitt ...

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... dem Neubau der Stadtbahntrasse nach Franklin zugeordnet wird, umfasst neben dem Haltepunkt Bensheimer Straße auch die Abzweigung von der Strecke der Linie 5. Bereits am 1. August begannen die vorbereitenden Arbeiten. Die komplette Fertigstellung ist hier für Ende Mai 2023 vorgesehen.

Zwei mal Fünf

Die erste Linie 5 fährt alle 20 Minuten vom alten OEG-Bahnhof in Weinheim über Viernheim und eingleisig an der Baustelle Bensheimer Straße vorbei ins Mannheimer Zentrum, wo sie in einer Schleife über Nationaltheater, Gewerkschaftshaus, Abendakademie, Paradeplatz, Wasserturm, Rosengarten und Nationaltheater für die Rückfahrt nach Weinheim wendet.

Die zweite Linie 5 beginnt ebenfalls am alten OEG-Bahnhof in Weinheim und führt von dort entgegengesetzt entlang der Bergstraße über Schriesheim zunächst nach Heidelberg und von dort weiter über Edingen und Seckenheim wie bisher nach Mannheim. Sie wendet dort ab der Haltestelle Collini-Center in einer Schleifenfahrt über Rosengarten – Wasserturm – Paradeplatz – Marktplatz – Abendakademie zurück zum Collini-Center.

Auf dieser Linie 5 setzt die RNV planmäßig in der Zeit der Linienteilung montags bis freitags zwischen 6 und 20 Uhr drei DÜWAG-GT8-Doppeltraktionen ein. Zuletzt fuhren GT8 nur noch in der morgendlichen Frühspitze oder als Reservefahrzeuge.

In den Vormittagsstunden wenden einige dieser Fahrten statt in Weinheim bereits in Schriesheim. Wegen des Kopfmachens an der Bergstraße und der Wende als Schleifenfahrt in Mannheim ändert sich planmäßig über den Tag regelmäßig der führende Wagen, was für Fotografen zusätzliche Abwechslung bietet. Trotz des abschnittsweise zweigleisigen stadtbahnmäßigen Streckenausbaus in jüngerer Vergangenheit sind einige wenige Teilstücke bis heute fast unverändert geblieben, wo die Züge noch „wie in der guten, alten Zeit“ unterwegs sind. Hier ist vor allem die Ortsdurchfahrt Großsachsen zu nennen, wo das Streckengleis am östlichen Rand der engen Hauptstraße in Nord-Süd-Richtung durch den Ort führt. Dadurch kommen die südwärts fahrenden Züge dem nordwärts fahrenden Individualverkehr entgegen und auch teils gefährlich nahe.

Außer den GT8 kommen auf Linie 5 ansonsten planmäßig nur Variobahnen in RNV-Farben zum Einsatz. Auf den ersten Blick wirkt die Fahrzeugauswahl damit jenseits der temporär fahrenden GT8 eher langweilig. Immerhin können auch noch die etwas eckigeren Variobahnen 117-122 der ersten Serie und Wagentyen in verschiedenen Längen und verschiedener Originalbetriebe – erkennbar an der ersten Ziffer der Fahrzeugnummer – beobachtet werden.

MKO/MBE

Köln/Bonn

Neue Hochbahnsteige an Linie 16 und 18

◼ Im Zuge der VRS-Linie 16, einer Gemeinschaftslinie der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und der Bonner Stadtwerke (SWB), wird in Urfeld ein weiterer Hochbahnsteig errichtet. Zunächst entstanden benachbart zu den bisherigen regulär genutzten Bahnsteigen Behelfsbahnsteige. Aufgrund der Baumaßnahmen war die Rheinuferbahn bis zum 10. Oktober zwischen Wesseling und Tannenbusch Mitte unterbrochen, es fuhren Ersatzbusse.

Die Rheinuferbahn wird nach der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung (EBO) als Eisenbahnstrecke betrieben. Die Option, die Strecke mit Güterzügen zu befahren, soll trotz der Errichtung der für den Eisenbahnverkehr nicht profilfreien Hochbahnsteige aufrechterhalten werden. Hierfür müssten in einem zweiten Schritt Vierschienengleise verlegt werden, was aber aktuell noch nicht umgesetzt wird.

Weiterhin finden Bauarbeiten an der ebenfalls von KVB und SWB gemeinschaftlich betriebenen Linie 18 statt. Die auch als Vorgebirgsbahn bekannte Strecke ist zwischen Waldorf und Alfter bis zum 15. Oktober voll gesperrt, auch hier fahren Ersatzbusse.

MBE

Essen

◼ Die Essener Südstrecke wird barrierefrei – dafür haben am U-Bahnhof Florastraße Anfang September die Gleisbauarbeiten begonnen, die bis zum 21. Oktober angesetzt sind. Für die Ruhrbahn-Tramlinien 107 und 108 fährt derzeit Ersatzverkehr mit Bussen (SEV). Die U-Bahn-Linie U11 ist davon nicht betroffen. Aufgrund einer gleichzeitig stattfindenden Kanalbaumaßnahme der Stadtwerke in Essen-Bredeney muss die NachtExpress-Linie NE8 umgeleitet werden. Die Linie 108 fährt komplett von Altenessen nach Bredeney im SEV.

MBE

Chemnitz

◼ Aufgrund weiterhin angespannter Personalsituation kam es erneut zu Fahrtausfällen. Ursächlich seien laut Verkehrsbetrieb CVAG neben vielen Baumaßnahmen zusätzlich ein erhöhter Krankenstand des Fahrpersonals von bis zu 17 Prozent. Um kurzfristigen Fahrtausfällen vorzubeugen, wurde ab 4. Oktober der Fahrplan in den Abendstunden reduziert. Das Rendezvous an der Zentralhaltestelle im 30-Minuten-Takt beginnt bereits ab 18.45 Uhr. Zusätzlich fährt die Linie 1/2 nur bis/ab der Zentralhaltestelle. Die Einschränkungen gelten vorerst für unbestimmte Zeit.

MSP

Döbeln

◼ Die Döbelner Pferdebahn vermeldet für die Fahrtage Anfang August sowie September neue Besucherrekorde. Gelang es im August noch, mit dem normalen Fahrplan bei voller Auslastung alle Interessierten zu befördern, so mussten im September Zusatzfahrten eingeschoben werden. Für das Projekt Streckenverlängerung sicherte der Verein in Cottbus gebrauchte Schienen, die dort bei Gleiserneuerungen anfielen. Diese müssen nun nach Döbeln transportiert und mit der Stadt das weitere Vorgehen zur Erweiterung der Fahrstrecke abgestimmt werden.

MSP

Düsseldorf

GT8SU-Einsätze abseits der U75

◼ Trotz des Einsatzbeginns der HF6-Stadtbahnen im Juli sind die GT8SU-Klassiker in Düsseldorf noch unentbehrlich. Die mittlerweile knapp 50 Jahre alten Achtachser drehen unverdrossen von Montag bis Samstag im Doppelpack ihre Runden auf der Linie U75 zwischen Neuss Hauptbahnhof und Eller, Vennhauser Allee. Immer wieder kommen sie auch auf anderen Stadtbahnlinien zum Einsatz. Vergleichsweise häufig sind sie dabei auf der Verstärkerlinie U77 (Holthausen – Am Seestern) anzutreffen. In den vergangenen Monaten gelangten die GT8SU auch vermehrt auf die Linie U74 (Holthausen – Lörick). Dort konnten sie in der Hauptverkehrszeit auch Überlandluft schnuppern, wenn die Linie bis Meerbusch, Haus Meer verlängert fuhr. Bei Samstagseinsätzen gelangten sie sogar bis zum vier Haltestellen weiter nordwestlich gelegenen Meerbuscher Stadtteil Görgesheide.

Vom 26. August bis zum 4. September führte die besucherstarke Messe „Caravan“, zu der die Rheinbahn die U78 mit B-Wagen-Dreiwagenzügen bestückte und deren Takt verdichtete, zu einer weiteren Ausweitung der GT8SU-Einsätze abseits ihrer Stammlinie. Bis zu drei GT8SU-Doppeltraktionen rollten auf Linie U76, der früheren K-Bahn nach Krefeld. Sie übernahmen dabei teilweise auch Eilzugdienste der Linie U70, die zahlreiche Haltestellen ohne Halt durchfährt und so vier Minuten Fahrzeit spart. In den 1970ern und 1980ern zählten die damalige Linie K beziehungsweise 76 zu den Stammlinien der damals noch nicht für den Tunnelbetrieb adaptierten GT8S.

BHM

Cottbus

Förderbescheid für weitere 15 neue Trams

◼ Am 6. September übergab der Lausitzbeauftragte des Ministerpräsidenten Dr. Klaus Freytag einen Förderbescheid über knapp 36 Millionen Euro an die Cottbusverkehr GmbH. Das Projekt „Die Straßenbahn als Baustein der Strukturentwicklung“ wird gefördert durch den Bund aus Mitteln des Investitionsgesetz Kohleregionen.

Mit dem Bescheid, der im Beisein von Oberbürgermeister Holger Kelch und der Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzenden Marietta Tzschoppe überreicht wurde, wird Cottbusverkehr 15 weitere neue Straßenbahnfahrzeuge und eine Studie zum Netzausbau nach Kolkwitz finanzieren.

„Ein wichtiger Baustein zur Strukturentwicklung in der Lausitz ist eine starke Infrastruktur. Der heutige Förderbescheid ist der größte, den wir als Cottbusverkehr jemals erhalten haben und er wird helfen, dass wir unseren Beitrag zum Gelingen des Strukturwandels leisten können. Mit den neuen Bahnen, von denen wir nun bis 2025 insgesamt 22 Stück beschaffen, werden wir ein verbessertes Angebot mit dichteren Takten anbieten können, so dass die Strukturwandelstandorte von einer guten und umweltfreundlichen Anbindung profitieren. Außerdem werden wir untersuchen, ob eine Straßenbahnverbindung nach Kolkwitz technisch und wirtschaftlich machbar ist, denn der Strukturwandel macht nicht an den Stadtgrenzen halt. Wenn wir hier für eine engere verkehrliche interkommunale Verzahnung sorgen, profitiert die ganze Lausitz davon.“, freut sich Cottbusverkehr-Geschäftsführer Ralf Thalmann.

Die Förderung ist das Ergebnis des Strukturentwicklungsprojekts „Die Straßenbahn als Baustein der Strukturentwicklung“, das Cottbusverkehr im vergangenen Jahr in den Werkstattprozess der Wirtschaftsregion Lausitz eingebracht hat und das im Herbst von der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) als förderwürdig bewertet wurde. Die Prüfung und Bewilligung des Förderantrags erfolgte durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).

PM

Jena

Bauarbeiten in Lobeda

◼ In Vorbereitung des Einsatzes der bestellten Stadler-Tramlink ließ der Jenaer Nahverkehr vom 19. September bis zum voraussichtlichen Bauabschluss am 30. Oktober in Lobeda verschiedene Baumaßnahmen durchführen. Dabei sollte das komplette Gleisdreieck Lobeda umgebaut werden, ebenso die Kreuzung Erlanger Allee/Kastanienstraße. Zudem wurde an der Stumpfendstelle Lobeda-Ost ein Gleiswechsel zwischen den Gleisen 2 und 3 ergänzt.

Dazu musste im genannten Zeitraum der Streckenabschnitt vom Abzweig Burgau über (Alt-)Lobeda beziehungsweise von Emil-Wölk-Straße nach Lobeda-Ost komplett gesperrt werden. Die Linie 1 fuhr in dieser Zeit von Zwätzen kommend über Burgaupark und Göschwitz nach Lobeda-West und weiter bis zur Emil-Wölk-Straße. Linie 3 verkehrte von Winzerla über Burgaupark und Göschwitz bis Lobeda-West, abends und am Wochenende früh weiter bis Emil-Wölk-Straße. Die Linie 4 entfiel in dieser Zeit, Linie 5 fuhr nur montags bis freitags vom Ernst-Abbe-Platz ebenfalls über Burgaupark und Göschwitz nach Lobeda-West. Von Lobeda-West nach Lobeda-Ost pendelte Schienenersatzverkehr SEV 3. Ein SEV 5 verband Lobeda-Ost mit dem Stadtzentrum direkt über die Stadtrodaer Straße. Die Haltestellen Burgaupark und Sparkassen-Arena konnten nicht angefahren werden. Um die SEV-Linien trotz Personalmangel absichern zu können, gab es auch für die vom Baugeschehen eigentlich nicht betroffene Linie 2 Einschränkungen. Diese fuhr statt im gewohnten Zehnminutentakt in diesem Zeitraum nur noch alle 20 Minuten, auch die Buslinien 10 bis 12 fuhren ausgedünnt nach Ferienfahrplan. Den zusätzlichen Fahrzeugbedarf für den SEV deckten jeweils drei Leih-Busse aus Dresden und Weimar ab.

Vorgesehen war diese Baumaßnahme eigentlich für die Zeit der Sommerferien. Aber Material- und Terminschwierigkeiten der Baufirmen verzögerten den Baustart um rund zwei Monate.

ULU

Zwickau

Gleisbau bedingt Baustellenlinie 6

◼ Mit Beginn des Septembers begann eine größere Baumaßnahme der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau GmbH (SVZ) im Stadtzentrum. An der Haltestelle Zwickau Zentrum wurde die gesamte Straßen- bahngleisanlage inklusive der Sonderweichen des Dreischienengleises für die Verknüpfung Straßenbahn/ Eisenbahn ausgetauscht beziehungsweise grundhaft erneuert.

Bis vorraussichtlich Mitte Oktober sollte die Baumaßnahme andauern, die Linie 3 haben die SVZ bis 11. September gänzlich eingestellt. Eine neue Linie 6 pendelte in dieser Zeit zwischen Eckersbach und Klinikum, die Linie 4 fuhr von Pölbitz eingekürzt nur bis Georgenplatz. Am Georgenplatz wendeten die Kurse der Linie 4 über das Gleisdreieck.

Die SVZ haben anschließend ab 12. September Fahrplanänderungen umgesetzt. Die Linie 4 pendelt wieder zwischen Pölbitz und Klinikum. Die Straßenbahnlinie 3 fährt zwischen Eckersbach und Georgenplatz. Der Abschnitt Neumarkt – Neuplanitz wird weiterhin mit Schienenersatzverkehr befahren.

Das Verkehrsangebot wurde auf den Sommerferienfahrplan umgestellt. Dadurch ändert sich, wie das Unternehmen mitteilt, der Grundtakt auf eine viertelstündliche Wagenfolge. Schulfahrten sowie Linien, welche regulär halbstündlich oder nur stündlich verkehren, seien von den Änderungen nicht betroffen.

Als Gründe für die Angebotsreduktion gibt die SVZ einerseits die Baumaßnahmen an, die zu einem erhöhten Bedarf an Personal und Fahrzeugen führten. Andererseits sei im Bussektor die Vergabe an Dritte derzeit nur eingeschränkt möglich, da die meisten Verkehrsunternehmen Kapazitätsengpässe haben und es generell einen erhöhten Krankenstand gebe.

RD/PM

Stadler

Industrie

Erster Metro-Auftrag in Asien

◼ Ende August erhielt ein Konsortium aus ST Engineering (Singapur), Stadler (Schweiz) und Siemens Mobility (Deutschland) vom Kaohsiung City Mass Transit Bureau in Taiwan den Auftrag zum Bau der 22,9 Kilometer langen Yellow Line. Die größtenteils in Tunnelbauweise geplante Linie soll 22 Haltestellen erhalten und mit ihren zwei Linienästen die vorhandenen Schnellbahnstrecken untereinander verbinden. Die für den Betrieb erforderlichen 25 Dreiwagenzüge sollen durch den Fahrzeughersteller Stadler geliefert werden. Die in Aluminium-Leichtbauweise zu fertigenden Züge sollen für den automatischen Betrieb der Stufe GoA4 (Grade of Automation/ Automatisierungsgrad) ausgelegt werden, die dafür erforderliche Streckenausrüstung liefert Siemens. Neben den bereits vorhandenen zwei Metrolinien besitzt die drittgrößte Stadt Taiwans seit 2015 auch eine fast 20 Kilometer lange Stadtbahnlinie.

JEP

Ausland

Niederlande: Maastricht

Aus für Sneltram Maastricht – Hasselt

◼ Geblieben ist ein vergilbtes Plakat von der Sneltram Maastricht – Hasselt im Bahnhof der niederländischen Stadt Maastricht, gelegen im Drei-Länder-Eck von Niederlanden, Belgien und Deutschland.

Das „Aus“ für die geplante Regional-Straßenbahn in diesem Sommer kam überraschend und sorgte für Enttäuschung beiderseits der Grenze. Die Sneltram zwischen der Hauptstadt der belgischen Provinz Limburg, Hasselt, mit 80.000 Einwohnern und der 125.000 Einwohner zählenden Hauptstadt der niederländischen Provinz Limburg, Maastricht, hatte da bereits gut zwei Jahrzehnte Planungen hinter sich. Das zur Jahrtausendwende gestartete Projekt „Spartacus“ sollte mit drei Überlandlinien neue Verbindungen schaffen: von Hasselt nach Maastricht (Linie 1), von Hasselt über Genk nach Marsmechelen (Linie 2) und von Hasselt nach Neerpelt und Lommel (Linie 3).

Weit fortgeschritten waren die Planungen zur Linie 1: Sie sollte ausgehend vom Bahnhof Hasselt bis zum Umsteigeknoten Dusartplein im Stadtzentrum führen, dann der N702 bis zur Uni folgen, anschließend 7,8 Kilometer entlang der Bahnstrecke Hasselt – Lüttich verlaufen. Von da sollte die Tram auf einer 1992 stillgelegten Bahntrasse verkehren, die ab 1856 Maastricht und Hasselt verbunden hatte. Endpunkt in Maastricht sollten Marktplatz und Einkaufszentrum Mosae Forum sein. Von den insgesamt 30,5 Kilometern Strecke sollten 3,8 Kilometer auf niederländischem Gebiet liegen. Der flämische Verkehrsbetrieb De Lijn sollte die Strecke in rund 30 Minuten mit zwölf Zügen (Länge 37 Meter, Breite 2,75 Meter) bedienen. Auf eine angedachte Verlängerung der Tram bis zum Bahnhof in Maastricht hatten die Planer inzwischen schon verzichtet, da der Um- oder Neubau der Wilhelminabrug über die Maas zu teuer gekommen wäre.

Die flämische Verkehrsministerin Lydia Peeters schlägt nunmehr vor, auf der Trasse eine Verbindung als BHNS (Bus à haut niveau service, „Premiumbus“) einzurichten, was vor allem wesentlich billiger käme als die geplante Sneltram-Verbindung. Diese wäre eine logische Nachfolgerin der Bahntrasse, die seit 1856 beide Provinz-Hauptstädte verbunden hatte.

WH

Österreich: Gmunden

Fahrgastzuwachs bei Traunseetram

◼ Am 1. September 2018 wuchs die Traunseebahn mit der Gmundner Straßenbahn zur Traunseetram zusammen, im ersten Jahr fuhren insgesamt 713.000 Fahrgäste mit der neuen Traunseetram. Dank Werbekampagnen sowie attraktiver Eventkooperationen stiegen auf der Strecke zwischen Vorchdorf und Gmunden die Fahrgastzahlen seit der Verknüpfung kontinuierlich an. Da die Bahn neben den Pendlerströmen auch einen beachtlichen Ausflugsverkehr bewältigt, wurde dieser Anstieg durch die drastischen Einschränkungen im Zusammenhang mit den Pandemiemaßnahmen zwei Jahre lang deutlich gebremst.

Mit den Lockerungen sind nennenswerte Steigerungen bei den Fahrgastzahlen feststellbar. Seit März 2022 verzeichnet die Traunseetram bis zu 18 Prozent Zunahme der Nachfrage. Starke Frequenzzuwächse gibt es derzeit beispielsweise dienstags zum Gmundner Wochenmarkt. Die Traunseetram ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Gmundner Veranstaltungslogistik. Bei vielen Veranstaltungen werden Sonderfahrpläne mit verlängerten Betriebszeiten, aber auch dichteren Taktzeiten aufgelegt. Vorausgesetzt die Corona-Situation bleibt stabil, erwarten der OÖ Verkehrsverbund und der Betreiber Stern & Hafferl hochgerechnet auf 2022 ein Rekordjahr mit rund 800.000 Fahrgästen, 2019 waren noch 733.000 Fahrgäste mit der Traunseetram unterwegs. Die Potenzialanalyse, welche 2010 zur Errichtung der Traunseetram erstellt wurde, sah Fahrgastzahlen mit perspektivisch 2.730 Fahrgästen pro Werktag, bis 2025 sogar werktäglich 3.300 Fahrgäste, vor.

MLR

Deutschland · Industrie · Ausland

Frankreich: Marseille

Neue Trams bei CAF bestellt

◼ Der Verkehrsbetrieb RTM, welcher in der französischen Hafenstadt Marseille das Stadtbahn- und Metronetz betreibt, hat beim spanischen Hersteller CAF eine Bestellung über 15 Stadtbahnwagen platziert. Die neuen 42,5 Meter langen Urbos-Triebwagen sollen eine Gestaltung in Anlehnung an die vorhandenen, markanten Bombardier Flexity Outlook erhalten, welche mit ihrer maritimen Optik einen Bezug zu der Hafenmetropole herstellen. Die zusätzlichen Fahrzeuge sind für die Verlängerung der Stadtbahnlinie T3 erforderlich, deren nördliche und südliche Erweiterung derzeit in Bau ist. Der jetzt abgeschlossene Vertrag im Wert von 57 Millionen Euro beinhaltet auch eine Option zur Lieferung weiterer Triebwagen, da das Stadtbahnnetz der Metropole auch perspektivisch weiter wachsen soll. Neben den drei Stadtbahnstrecken besitzt Marseille noch zwei U-Bahn-Linien, welche mit gummibereiften Zügen bedient werden.

JEP

Tschechien: Prag

Neue Gleisschleife Depo Hostivař

◼ Bereits am 13. August ging die neue Straßenbahnschleife Depo Hostivař in Betrieb. Mit der neuen Anlage verbessern sich hier die Umsteigebeziehungen zwischen Metro, Tram und Bus deutlich. Bislang fuhren die Straßenbahnen nur entlang der nächstgelegenen Hauptstraße, von der es einen längeren Fußweg zur 2006 eröffneten U-Bahnstation Depo Hostivař gab. Die neue Gleisführung der Tram bringt die Fahrgäste jetzt direkt zum Eingang der U-Bahn-Station. Die verlängerte Linie 7 endet in der Schleife, gleichzeitig wird die Linie 16 in beiden Fahrtrichtungen durch die Schleife geführt. Dafür gibt es in der Schleife drei Bahnsteige: Die Ausstiegshaltestelle für die Linie 7, den Steig für die Richtung Zentrum fahrenden Linien 7 und 16, und den Bahnsteig für die Linie 16 in Richtung Ústřední dílny DP. Die Schleife enthält auch zwei Aufstellgleise für pausierende Züge der Linie 7. Geplant ist, künftig die Schleife Nové Strašnice stillzulegen, wo früher die Linie 7 endete. Gleichzeitig wird die Verlängerung der Straßenbahnlinie von den Zentralen Werkstätten in Richtung Štěrboholy in Betracht gezogen.

OMH

Italien: Mailand

Bauarbeiten und Umleitungen

◼ Wegen Infrastrukturerneuerung am Knotenpunkt Porta Lodovica mussten die Tramlinien 9 und 15 während einigen Monaten im Frühling und Sommer auf verkürzten Strecken fahren. Während die Linie 9 vom 2. Mai bis 30. Juli nur zwischen dem Hauptbahnhof Centrale FS und der Piazza 5 Giornate im Einsatz war, pendelte die Linie 15 vom 9. bis 30. Juli lediglich auf ihrer südlichen Stammstrecke zwischen Abbiategrasso M2 und Rozzano Via Guido Rossa. Vom 31. Juli bis 11. September konnte diese Relation immerhin von Abbiategrasso M2 bis Porta Lodovica verlängert werden, ehe für den letzten Abschnitt der Linie 15 von Porta Lodovica bis zur Endstation Duomo beim Mailänder Dom weiterhin auf Ersatzbusse umgestiegen werden musste. Auf beiden Linien sind planmäßig nur Niederflurfahrzeuge vom Typ Sirietto oder Eurotram eingesetzt.

Auch die Linie 1, welche wegen ihrer Anbindung vieler touristischen Attraktionen im Stadtzentrum planmäßig nur durch die betagten Triebwagen vom Typ „Ventotto“ bedient wird, musste vom 30. Juli bis 12. August wegen Bauarbeiten im Nordwesten der Stadt zwischen Corso Sempione und Piazza Firenze über Via Procaccini and Via Cenisio umgeleitet werden. Die ebenfalls betroffene Linie 19 hat an der Piazza 6 Febbraio vorzeitig gewendet.

AT

Italien: Genua

Metro-Netz wächst weiter

◼ Mit der Ankündigung zum Bau einer weiteren drei Kilometer langen Metro-Strecke durch die Verantwortlichen der Stadt Genua Ende August, wächst das Metronetz der 650.000 Einwohner zählenden Stadt am Golf von Genua in den nächsten Jahren beständig weiter. Derzeit befinden sich an beiden Enden der bestehenden Metrolinie Streckenverlängerungen in Bau. Am weitesten fortgeschritten sind die Arbeiten an der nördlichen Verlängerung von Brin nach Canepari, welche 2023 eröffnet werden soll. Bis 2024 soll dann die östliche Verlängerung zur Piazza Martinez fertiggestellt werden und im Jahr darauf ein zusätzlicher Bahnhof Corvetto zwischen De Ferrari und Brignole entstehen. Die jetzt verkündete Erweiterung mit vier Haltestellen soll hinter der Haltestelle Dinego von der bestehenden Linie abzweigen und den Stadtteil Sampierdarena erschließen. Bis 2027 soll das Projekt, welches mit 400 Millionen Euro veranschlagt ist, fertiggestellt sein. Zusätzlich hat die Gemeinde noch den Bau einer 6,5 Kilometer langen vollautomatischen U-Bahnlinie durch das Bisagno-Tal von Brignole nach Molassana ausgeschrieben. Neben der 1990 eröffneten Metro-Linie besitzt die Stadt an der italienischen Riviera noch zwei Standseilbahnen sowie eine Zahnradbahn, welche dem innerstädtischen Verkehr dienen.

JEP

Polen: Poznań/Posen

KSW als neuer Museumswagen

◼ Die Firma Fuchs in Heidelberg lieferte 1944 eine Serie von zehn Wagen des Typs KSW nach Posen, heute Poznań. Nach überlieferten Schilderungen handelte es sich um ursprünglich für Wien bestimmte Wagen mit unvollständiger elektrischer Ausrüstung. In den Wirren des Krieges gelangte die Lieferung schließlich nach Posen. Zunächst gingen die ersten fünf Wagen als Tw 150-154 in Betrieb, wobei die elektrische Ausrüstung aus alten, abgestellten Triebwagen Verwendung fand. Die übrigen fünf Exemplare wurden als Beiwagen in Verkehr gebracht. Doch wurden die Beiwagen sehr ungern eingesetzt, weil sie für die veralteten Triebwagen mit geringer Leistung schlicht zu schwer waren. Erst 1950 wurde die elektrische Ausrüstung dieser Wagen fertiggestellt und die Beiwagen verwandelten sich in Triebwagen mit den Nummern 155 bis 159.

Einer von ihnen, Tw 158, überlebte bis heute. Anfang der 1970er kam Tw 158 nach Beginn der Auslieferung einer neuen Rollmaterialgeneration in den Arbeitswagenpark als ATw 2033. In dieser Funktion stand der Zweiachser noch bis Ende der 1980er in Dienst. In Poznań wurden in der sozialistischen Zeit historische Straßenbahnwagen nicht gepflegt. Eine Ausnahme bildete der Herbrandt-Wagen, der seit 1948 – dem 50-jährigen Jubiläum der elektrischen Straßenbahn in Poznań – unter Denkmalschutz gestellt war. Auch Wagen 2033 wurde nach der Ausmusterung nicht verschrottet. Der Traum einer wachsenden Zahl von Straßenbahnfreunden war es, den KSW wieder in Betrieb zu nehmen. Nach über 30 Jahren sollte sich dieser Traum erfüllen. Denn 2021 kam der Wagen in die Reparaturwerkstätten von MPK Kraków in Nowa Huta. Diese Werkstätten verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Renovierung von historischem Rollmaterial. Dank der guten Zusammenarbeit mit deutschen Straßenbahnenthusiasten konnte die technische Dokumentation für Waggons vom Typ KSW beschafft werden, was die Renovierung des Posener Waggons und seinen Wiederaufbau im Zustand von 1944 ermöglichte.

Die offizielle Präsentation für die Medien fand am 22. September im historischen Depot Madalińskiego statt. Der erste Einsatz war eine abendliche Sonderfahrt am 23. September für Mitglieder des Klubs Miłośników Pojazdów Szynowych (KMPS, Straßenbahnclub). Anschließend hat der KSW die Touristenlinie 0 am letzten Tag der Saison 2022 – dem 25. September – bedient. Dabei lief der KSW als Zug zusammen mit dem Beiwagen 436 vom Typ ND.

MAM

USA: Boston

102 Triebwagen bei CAF bestellt

◼ Ende August erteilte die Massachusetts Bay Transport Authority (MBTA) die Genehmigung zur Bestellung von 102 neuen Stadtbahnwagen im Wert von zusammen 811 Millionen US-Dollar. Der Vertrag umfasst dabei neben den eigentlichen Fahrzeugen eine dreijährige Herstellergarantie, zwei Fahrsimulatoren, Ersatzteilversorgung, Spezialwerkzeuge und Testgeräte. Die neuen Siebenteiler sind für die mit einer Oberleitung versehene Green-Line vorgesehen. Die ersten vier Fahrzeuge der neuen Serie sollen 2026 ausgeliefert werden, nach einer Erprobungsphase dieser Vorabfahrzeuge möchte CAF ab Frühjahr 2027 dann monatlich zwei Wagen fertigstellen. CAF montiert die Fahrzeuge und Komponenten in seinem Werk in Elmira im Bundesstaat New York sowie an seinen Standorten in Spanien. Die Wagen werden in Boston als Typ 10 bezeichnet und sind als Ersatz für älterer Wagen vom Typ 7 und Typ 8 vorgesehen.

Die 22 Meter langen Wagen vom Typ 7 lieferte der Hersteller Kinki Sharyo 1986-1997, der 1998-2007 gelieferte 23 Meter lange Typ 8 kam von AnsaldoBreda. Die neuen 35 Meter langen Fahrzeuge sind vollständig niederflurig und bieten speziell ausgewiesene Bereiche für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Für den künftigen Einsatz der neuen, längeren Fahrzeuge müssen auch 30 Bahnsteige verlängert werden. Bostons Green-Line hat eine Länge von über 30 Kilometern und ist Teil von Bostons ältester Stadtbahnstrecke, deren erste Tunnelabschnitte bereits 1897 eröffnet wurden. Mit 137.700 Fahrgästen gehört sie mit zu den am stärksten frequentierten Metro-Strecken der USA.

JEP/MSP

Ägypten: Kairo

40 U-Bahn-Züge für Linie 2 und 3 bestellt

◼ Die für die Metro Kairo verantwortliche Behörde hat einen Auftrag zur Herstellung von 40 Metrozügen an ein Konsortium der Unternehmen Hyundai Rotem und National Egyptian Railway Industrie Company (NERIC) erteilt. Die zusätzlichen Züge sollen auf den Kairoer Metrolinien 2 und 3 zum Einsatz kommen, deren Verlängerung in den nächsten Jahren vorgesehen ist. Dort rechnen die Verantwortlichen nach der Fertigstellung mit einer Fahrgaststeigerung auf drei Millionen Fahrgäste täglich. Der jetzt erteilte Auftrag hat einen Wert von 656 Millionen US-Dollar und umfasst neben dem Bau der neuen Acht-Wagenzüge auch die Wartung der Fahrzeuge für einen Zeitraum von acht Jahren sowie eine Generalüberholung. Dabei beträgt der lokale Wertschöpfung dieses Auftrags rund 30 Prozent und soll die Entwicklung der im Aufbau befindlichen ägyptischen Eisenbahnindustrie fördern. Das Land am Nil möchte damit das Knowhow in der Fertigung der elektrischen Eisenbahnfahrzeuge erwerben, um die Produkte zukünftig auf dem Weltmarkt, vor allem auf den neu zu entwickelnden afrikanischen Märkten, anbieten zu können. Die neue Fertigungsstätte der NERIC entsteht auf einem rund 300.000 Quadratmeter großem Industriegelände in der Hafenstadt Port Said. Die fast zehn Millionen Einwohner zählende Stadt Kairo hat als erste afrikanische Stadt schon 1987 ein modernes Metro-System eigeführt, welches derzeit drei Linien mit einer Netzlänge von 87 Kilometern umfasst.

JEP