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Durch Youtube zum Popstar


Erfolg Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 28.03.2019

Mike Singer ist der neue deutsche Justin Bieber und bringt die Fans zum Kreischen


INTERVIEW

Wann hast du mit dem Singen angefangen?
Da war ich so ungefähr elf, zwölf Jahre alt. Da hab' ich probiert, eigene Songs zu schreiben, mich aufzunehmen und es meinen Freunden zu zeigen. Das war auf jeden Fall sehr spannend.

Weißt du noch, aus welchen Beweggründen du das gemacht hast?
Ich weiß noch ganz genau, dass ich damals ganz viel ausprobiert habe. Ich hab Taekwondo gemacht, dann hat mir das nach ein paar Monaten nicht mehr gefallen. Dann hab' ich Fußball gespielt, das mir aber auch nicht mehr so krass gefallen ...

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Bildquelle: Erfolg Magazin, Ausgabe 2/2019

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Weißt du noch, aus welchen Beweggründen du das gemacht hast?
Ich weiß noch ganz genau, dass ich damals ganz viel ausprobiert habe. Ich hab Taekwondo gemacht, dann hat mir das nach ein paar Monaten nicht mehr gefallen. Dann hab' ich Fußball gespielt, das mir aber auch nicht mehr so krass gefallen hat. Und dann kam irgendwann die Musik. Als ich klein war, hab' ich immer vorm Fernseher irgendwelche Sachen nachgesungen. Und irgendwann gab es dann auch Youtube. Da hab' ich mir Songs von Chris Brown angeguckt, zum Beispiel Live-Auftritte. Und hab' probiert seine Sachen nachzusingen. Mein erster Song war „With you“ von Chris Brown. Und damit hat es dann angefangen, dass ich selbst Songs geschrieben habe.

Julien Backhhaus (links) unterhielt sich mit Popsänger und Songwriter Mike Singer über seine Musikerfolge.


Das heißt, du arbeitest viel mit Stories, um das Ganze lebendig zu machen. Du willst gar nicht einen so großen Abstand zum Publikum haben?
Auf jeden Fall, ich finde, die Nähe zu den Fans ist wichtig. Bei Youtube bringe ich nur meine Musik raus. Aber bei Instastory probiere ich schon mehr zu machen.

Wenn du das Wort „Erfolg“ hörst: Woran denkst du da?
Erfolg ist für mich, wenn du viel gearbeitet hast, und erreichst, was dich glücklich macht.

Gibt es denn auch den Geschäftsmann Mike Singer?
Ich probiere auf jeden Fall, selbst viel zu produzieren. Seit ich zwölf bin, bin ich da schon drin. Ich sehe, wie mein Produzent und Manager arbeiten, kriege alle Telefonate mit. Natürlich kenne ich mich da auch schon ein bisschen aus. Gerade die Musikbranche ist da mega weitläufig und offen für mich, weil ich alles verstehe.

Es gibt unterschiedliche Ansätze: Die einen wollen nur Künstler sein, sich auf ihre Musik konzentrieren und alles andere sollen die anderen machen. Und dann gibt es die anderen wie Jay-Z, die auch selber geschäftlich aktiv werden und Marken drumherum aufbauen…
Es ist so, dass ich probiere, selbst viel in die Hand zu nehmen. Aber ich nehme gerne Tipps an: gerade von meinem Management und meinen Eltern. Aber ich denke, mit der Zeit kommt das noch mehr, ich bin ja gerade erst 19 Jahre alt.

Du hast es schon ein bisschen anklingen lassen: Hast du Mentoren oder Leute, die dich begleiten, auf deren Wort du wert legst?
Auf jeden Fall meine Eltern. Ich habe mit meinen Eltern ein mega gutes Verhältnis. Da bin ich echt froh drüber. Und ich kann mit denen über alles reden, sie sind meine besten Freunde. Mein Manager auf jeden Fall, weil ich mit dem jeden Tag unterwegs bin. Dem vertraue ich einfach blind. Und auch meineFreunde, die ich schon kenne, bevor ich angefangen habe Musik zu machen.

Ich probiere einfach alles zu geben und so gut wie möglich zu sein.


Wie alt sind deine Eltern?
Mein Dad ist 40 geworden und meine Mum ist 38.

Du hast 2015 allein angefangen und deine ersten Sachen allein produziert.
Genau. Ich hab' einen Laptop gehabt und ein Klavier. Und hab' da einfach probiert mit meinem Mikro was aufzunehmen. Das war natürlich nicht perfekt, aber es hat gereicht, um Sachen auf Youtube hochzuladen.


Wenn du nicht übst, kannst du niemals der Beste sein.


Cool. Das heißt, du hast es aber noch relativ lange allein gemacht, obwohl du da schon mega Erfolg hattest, oder?
Mega erfolgreich war das jetzt auch nicht. Mein erstes Video habe ich bei Facebook hochgeladen, um meinen Freunden zu zeigen: Ich mache Musik. Und alle haben cool darauf reagiert. Irgendwann habe ich kleine Videos für Youtube gedreht. Da habe ich Hilfe von Freunden bekommen. Dann kam mein Management, dann eine Plattenfirma.

Die kamen durch Youtube auf dich zu?
Genau, durch andere Youtuber, die mich dort gesehen und angeschrieben haben. Und die haben gesagt: 'Mein Manager würde gern mit dir reden und sich mit dir treffen.' Da war ich gerade 13 und erstaunt, dass mich die Leute anschreiben und ich nach Köln musste zum Management. Das war riesig für mich, mit meinen Eltern. Dann haben wir die ersten vier professionellen Songs aufgenommen in einem richtigen Studio. Das war mega fett für mich. Ich war noch sehr schüchtern und hab' mich gar nicht getraut, vor meinen Eltern und meinem vielleicht künftigen Manager und Produzenten zu singen. Das war erst komisch, aber ich kam da immer mehr rein. Dann haben wir die ersten professionellen Videos gedreht. Da waren Schauspieler dabei und Kameras.

Die kamen durch Youtube auf dich zu?
Genau, durch andere Youtuber, die mich dort gesehen und angeschrieben haben. Und die haben gesagt: 'Mein Manager würde gern mit dir reden und sich mit dir treffen.' Da war ich gerade 13 und erstaunt, dass mich die Leute anschreiben und ich nach Köln musste zum Management. Das war riesig für mich, mit meinen Eltern. Dann haben wir die ersten vier professionellen Songs aufgenommen in einem richtigen Studio. Das war mega fett für mich. Ich war noch sehr schüchtern und hab' mich gar nicht getraut, vor meinen Eltern und meinem vielleicht künftigen Manager und Produzenten zu singen. Das war erst komisch, aber ich kam da immer mehr rein. Dann haben wir die ersten professionellen Videos gedreht. Da waren Schauspieler dabei und Kameras.war mein Vater bei fast jedem Termin dabei – auch im Studio. Da hat man sich gut verstanden, mit meinem Manager und Produzenten. Wir haben da ein Vertrauen aufgebaut. Und irgendwann sind meine Familie und die Familie meines Managers zusammen in den Urlaub geflogen, weil wir uns so gut verstehen. Es ist keine geschäftliche Beziehung mehr zwischen uns, sondern eine familiäre. Das ist wichtig. Wenn das nicht so wäre, würde das Ganze keinen Spaß machen.

Würdest du das genauso weiter machen, auch wenn du weniger kommerziellen Erfolg hättest?
Mir ist es auf jeden Fall sehr wichtig, dass ich mit jedem aus meinem Team sehr gut befreundet bin. Mein Schlagzeuger ist einer meiner besten Freunde und mein Gitarrist ist genauso alt wie ich und wir verstehen uns gut. Wie schon gesagt: Wenn es nicht so wäre, würde es keinen Spaß machen. Warum soll man es sonst machen?

Als Musiker ist man oft extremen Meinungen ausgesetzt: zum Beispiel auf Youtube und anderen sozialen Medien. Der eine feiert es total und der andere findet es doof und kritisiert. Wie geht man mit so etwas um und ist man als junger Mensch heute besser darauf vorbereitet?
Natürlich hat es mich früher echt abgefuckt, wenn jemand etwas Schlimmes geschrieben hat. Ich war dann traurig. Aber heutzutage gar nicht mehr. Ich sehe, es gibt so viel positives Feedback. Und dann gibt es immer wieder Leute, die auch mal was Schlechtes sagen. Aber das ist, glaube ich, bei jedem Job so. Ich glaube, bei Ihnen ist es genauso, dass es viele Leute gibt, die es mögen, was Sie machen, und viele, die es nicht mögen. Da muss man mit klarkommen und drüberstehen. Das ist ja nichts Schlimmes. Die Leute sind ja anonym.

Aber das ist ein langer Prozess, oder?
Auf jeden Fall. Ich habe lange gebraucht, das zu checken. Ich war früher sehr schüchtern und hab' mich wenig getraut. Mit der Zeit, mit der Musik, den ganzen Terminen und den Interviews wurde ich immer selbstbewusster. Das ist echt wichtig.

Aber so richtig wird man nicht darauf vorbereitet, oder? Wird man in der Schule darauf vorbereitet, wie man mit sozialen Medien umgeht? Ich habe gehört, viele haben psychische Probleme dadurch.
In der Schule wird man, glaube ich, gar nicht darauf vorbereitet. Das Ding ist, dass bei jedem ein Social-Media-Leben stattfindet, gerade bei den Jugendlichen. Ich denke schon, dass es Menschen gibt, die traurig werden, wenn sie schlechte Kommentare lesen. Jeder merkt aber mit der Zeit, dass es nur das Internet ist und nicht das wahre Leben. Und dann checkt man schnell, was echt ist und was nicht. Und positives Feedback ist meistens immer echt.


Ich möchte am liebsten mein ganzes Leben lang Musik machen.


Magst du auch darüber sprechen, was du demnächst noch vorhast?
Ich möchte am liebsten mein ganzes Leben lang Musik machen.

Auch internationale?
Ja, ich habe einen Song auf Englisch gemacht, das war „Bella Ciao“. Es hat mir Spaß gemacht, aber im Moment fühle ich mich noch in meiner Muttersprache am wohlsten. Ich bin sowieso ganz locker drauf. Mein neues Album heißt „Trip“, damit will ich einfach nur sagen: Es ist wie eine Reise durch die ganze Musiklandschaft, weil ich nicht in einer Schublade stecken will. Ich will alles mal ausprobieren, weil ich auch privat sehr viel Musik höre. Ich höre ganz viel Hip Hop, denn jeder Song hat ein paar Hip-Hop-Einflüsse drin. Es gibt Pop-Songs und es gibt Balladen. Ich bin da ganz offen. Es kann sein, dass ich in ein paar Monaten denke: „Ich hab' Bock auf Englisch zu singen.“ Dann mache ich das.

Und Kooperationen hast du auch schon angefangen. Hast du Lust, das regelmäßig zu machen?
Da habe ich mega Bock drauf. Ich kenne ein paar amerikanische Künstler, mit denen ich ein paar Sachen gemacht habe. Aber auch von deutschen Leuten, die Musik machen, habe ich auf dem Album ein paar Features drauf, die ich feiere und auf die ich stolz bin, weil ich Fan von den Leuten bin.

Du hast mittlerweile eine große Reichweite und wirst bekannter. Könntest du dir vorstellen, dass du Leute auf dein Album nimmst, die Newcomer sind?
Das ist auf jeden Fall eine coole Idee. Ich will Menschen die Fläche bieten, die ich damals erst nicht hatte. Wir haben zum Beispiel schon eine Tour gespielt mit drei Support-Acts.


Bilder: Privat, Robert Wunsch/Warner Music

Bilder: Robert Wunsch/Warner, Cover: Warner Music Germany