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DURCHBLICK MIT FENSTERN


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#H4F - homes4future - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 27.08.2022

#material #form&bauart #lüftung #sonnen-&sichtschutz

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Bildquelle: #H4F - homes4future, Ausgabe 4/2022

Sitzfenster erfreuen sich steigender Beliebtheit. Mit modernem Dreischeiben-Wärmeschutzglas ausgestattet ? wie bei diesem Musterhaus ?Sunshine? von Weberhaus ? sind sie auch energetisch absolut up to date. www.weberhaus.de

Fenster, sind das nicht diese langweiligen Dinger, die man halt braucht, um das Loch in der Wand zuzumachen? Von wegen! Das Loch in der Wand ist heute großformatigen Glasflächen gewichen, außerdem sind Fenster mittlerweile wahre Multitalente in Sachen Komfort und Technik. Doch der Reihe nach.

Wie viel Fenster braucht man?

Bei der Überlegung, wie viel Fensterfläche ein Raum bekommen soll, spielen zwei Aspekte eine Rolle: die Raumnutzung und die Himmelsrichtung. Nach Süden ausgerichtete Räume fangen viel Sonne ein. Dieser im Fachjargon „solarer Gewinn“ genannte Energieeintrag sorgt im Winter für Wohlgefühl und reduziert ganz nebenbei die Heizkosten. Daher wird man im Süden große Fensterflächen vorsehen, im Norden eher kleine. Die Landesbauordnungen schreiben 10 bis 12 Prozent der Nettogrundfläche als Fensterfläche vor. Das ist als Untergrenze zu ...

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... verstehen. Detaillierter regelt es die Tageslichtnorm (DIN EN 17037), allerdings in einem eher komplexen Rechenverfahren. Als Faustformel kann man von 20–30 Prozent der Grundfläche ausgehen.

Fensterformen und -bauarten

Für übliche Fenstergrößen kommen meist einflügelige Fenster zum Einsatz. Breitere Fenster sind zweiflügelig, entweder mit Pfosten oder ohne (sog. „Stulpfenster“). Fenster können in nahezu jeder Form von schräg bis rund gefertigt werden. Bodentiefe Elemente werden häufig als Kombination von Schiebetür und Festverglasung ausgeführt. Dank moderner Beschlagtechnik lassen sich große Elemente heute leicht schieben, ggf. unterstützt durch motorische Antriebe. Für Öffnungen über die ganze Raumbreite sind Faltelemente eine Option.

Die Materialwahl

Bei der Wahl des Rahmenmaterials scheiden sich die Geister. Neben Holz und Kunststoff ist vor allem die Kombination Holz-Aluminium interessant. Grundsätzlich lassen sich aus allen Werkstoffen langlebige, gute Fenster bauen. Mehr als die Hälfte aller verkauften Fenster in Deutschland sind aus Kunststoff, genauer gesagt aus PVC. Diese Fenster sind preislich am günstigsten. Es gibt sie nicht nur in Weiß, sondern in vielen Farben, außerdem foliert, z. B. im Holzdekor. Der besseren Dämmwirkung wegen bestehen die Kunststoffprofile im Inneren aus Isolierkammern. In der Beschreibung der Hersteller heißt es dann „Flügel mit 6-Kammerprofil“ o.Ä. PVC ist nicht besonders formstabil, daher müssen Flügel und Rahmen im Inneren mit Stahl ausgesteift werden. Das ist zwar eine kostengünstige Lösung, beeinträchtigt aber die Dämmwirkung. Viele Hersteller setzen daher zunehmend auf alternative Konzepte wie faserverstärkte Profile, Verstärkungen aus Hochleistungskunststoff oder die Verklebung des Flügels mit der Scheibe. Alte Fenster und Kunststoffreste aus der Produktion werden in Deutschland in einem geschlossenen System recycelt. Üblich in neuen Fenstern ist daher ein gewisser Anteil an Recyclingmaterial. Erste Produkte aus 100 Prozent Recyclingmaterial sind ebenfalls am Markt.

Das traditionelle Fenstermaterial in Deutschland ist Holz. Es ist ein hervorragender Werkstoff für Bauelemente. Die Holzart Fichte ist preislich attraktiv, zum Einsatz kommen jedoch auch Kiefer, Lärche, Eiche, das Tropenholz Meranti u. a. m. Je nach Standort und Lage der Fenster im Gebäude muss die Oberfläche von Holzfenstern ab und an gewartet werden, da gibt es kein drumherum reden. Kommen die Fenster von einem Qualitätsanbieter, sind sie jedoch professionell oberflächenbehandelt und gut geschützt. Ist der Flügel zudem mit einer Flügelabdeckschiene ausgestattet, wird die empfindlichste Stelle vor Schäden bewahrt. Das verlängert das Wartungsintervall.

Die Premiumlösung in konstruktiver wie preislicher Hinsicht sind Holz-Alufenster. Hier ist das Holz mit einer Alu-Deckschale vor der Witterung geschützt. Die Herstellung von Aluminium benötigt viel Energie, daher gibt es hierfür einen Recyclingkreislauf.

Was der viel zitierte U-Wert aussagt

Fenster sollen möglichst wenig teure Heizenergie nach draußen entlassen. Wie gut ein Bauelement dämmt, sagt der Wärmedurchgangskoeffizient „U“ aus. Je niedriger er ist, desto besser ist die Dämmwirkung. Standard im Neubaubereich ist die Dreifach-Verglasung. Der Raum zwischen den Scheiben ist mit Edelgas gefüllt. So wird ein Uw-W ert von etwa 0,8 W/m² K erreicht. Zweifach verglaste Fenster, die bei der Modernisierung eine Alternative sein können, bringen es auf 1,1 W/m2 K.Das kleine W beim U steht für „Window“, d. h. es handelt sich um den Wärmedurchgangswert für das komplette Fenster. Uw setzt sich zusammen aus dem U-Wert des Glases (Ug) und dem des Rahmens (Uf).

EXPERTENTIPPS

Bei Holzfenstern auf jeden Fall eine Flügelabdeckschiene wählen: sie schützt den empfindlichsten Teil des Fensters und verlängert das Anstrichintervall! Fenster sind immer Maßanfertigungen! Von Fenstern aus dem Baumarkt oder Gebrauchtfenstern sollte man unbedingt die Finger lassen.

Fenster sind Funktionselemente, die ihren Zweck nur optimal erfüllen, wenn sie auch fachgerecht montiert werden: Fenstermontage ist Sache von Profis! Holzalufenster sind von außen gut geschützt. Innenseitig heben transparente Lasuren bzw. Natureffektlacke die Schönheit des Holzes hervor und lassen es wie unbehandelt wirken. Holz-Alufenster aus Lärche können mit Öl behandelt werden.

Die Ausstattung

Fenster halten nicht nur die Wärme im Haus, sie erfüllen auf Wunsch auch zahlreiche weitere Funktionen. Zu nennen sind hier Lüftung, Sonnenschutz, Einbruch- und Schallschutz sowie Insektenschutz.

Das Thema Lüftung muss bei der Fensterplanung von Anfang mitgedacht werden. Durch die Dichtheit neuer Bauelemente ist ein ausreichender Luftwechsel über den Rahmen nicht mehr gegeben. Dieser ist jedoch erforderlich, um Feuchteschäden und Schimmel zu vermeiden. Um den Luftwechsel zu gewährleisten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, angefangen von Lüftern im Fensterfalz bis hin zu automatischen Lüftungssystemen. Welches Konzept sinnvoll ist, sollte mit dem Planer (Architekt, Energieberater, Fensterbauer, …) besprochen werden.

Auch der Sonnen- und Sichtschutz sollte frühzeitig berücksichtigt werden. Standardmäßig werden meist Rollläden eingesetzt, bei großen Fenstern auch mit motorischem Antrieb. Aber auch Klapp- und Schiebeläden sind eine Option, Raffstores, im Scheibenzwischenraum liegende Systeme und sogar schaltbares Glas.

Bei Fenstern im Erdgeschoss sollte man sich Gedanken um den Einbruchschutz machen. Die Widerstandsklasse RC2 wird von der Polizei als „Einstiegsklasse“ empfohlen. RC3 bietet mehr Sicherheit. Gekippte Fenster sind übrigens für Einbrecher eine echte Einladung. Seit einigen Jahren gibt es daher das „Parallelabstellfenster“, bei dem der Flügel zum Lüften wenige Millimeter vom Rahmen wegbewegt wird, wobei die Einbruchsicherheit erhalten bleibt.

Ob erhöhter Schallschutz der Fenster sinnvoll ist, hängt vom Außenlärm ab und von der Lärmempfindlichkeit der Bewohner. Man unterscheidet die Schutzklassen 1 bis 6. Übliche Fenster weisen die Schallschutzklasse 1 auf, was für Häuser im Wohngebiet in der Regel völlig ausreichend ist. Ein nützliches Zusatzfeature sind Insektenschutzgitter. Sie halten im Sommer lästige Plagegeister draußen. hg#H4F

WO GEHT DIE ENTWICKLUNG HIN?

Fenster werden zunehmend Teil von Smarthome-Lösungen. So erfassen Sensoren die Raumtemperatur, CO2-Werte und Luftqualität, motorische Antriebe öffnen die Fenster dann bei Bedarf automatisch. Andere Sensoren melden Einbruchversuche am Fenster automatisch aufs Handy.

Mit schaltbaren Gläsern lässt sich die Lichtdurchlässigkeit auf Knopfdruck verändern – das erübrigt den Einsatz von Sonnenschutzmaßnahmen wie Rollläden.

Der Einsatz von Vakuumglasermöglicht hoch wärmedämmende Fenster bei sehr schlanken Profilen. Mit zwei Scheiben und einem zwischenliegenden Vakuum sind solche Scheiben gerade mal 6–12 mm dick, im Vergleich zu rund 40 mm bei Standarddreifachglas – bei gleichem Ug-Wert von 0,7 W/m 2K!

Diese Technologien sind bereits verfügbar, teilweise sind sie jedoch naturgemäß (noch) recht hochpreisig.