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DURCHGEGANGEN: Wer Pferde verkauft, braucht viel Geduld: Können Sie das Pferd auch in einer anderen Farbe liefern?


Reiter Revue International - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 19.12.2018

KOLUMNE

Artikelbild für den Artikel "DURCHGEGANGEN: Wer Pferde verkauft, braucht viel Geduld: Können Sie das Pferd auch in einer anderen Farbe liefern?" aus der Ausgabe 1/2019 von Reiter Revue International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reiter Revue International, Ausgabe 1/2019

Diejenigen unter Ihnen, die schon einmal ein Pferd übers Internet angeboten haben, wissen, wovon ich spreche: Pferdeverkauf ist ein spaßiges und abwechslungsreiches Unterfangen geworden. Zumindest dann, wenn man Spaß und Abwechslung als Ziel definiert, und nicht etwa den Verkauf an einen passenden neuen Besitzer.

Stellen wir uns doch zur Einordnung einmal vor, wir hätten ein Auto inseriert, sagen wir mal einen SUV einer bekannten Bayerischen Motorenmarke. Das Auto ist scheckheftgepflegt und soll VB 20.000 Euro kosten. Wären die folgenden Szenarien vorstellbar?

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... eins: „Lieber Anbieter, ich interessiere mich sehr für Ihr schönes Auto. Ich biete eine schnuckelige Garage, regelmäßiges Betanken, liebevolles wöchentliches Abledern und gemäßigte Fahrweise. Leider kann ich den Kaufpreis, den Sie sich vorstellen, nicht annähernd aufbringen. Also, im Grunde gar nicht. Würden Sie mir das Auto auch zur Verfügung stellen? Ich bin bereits seit drei Wochen im Besitz einer Fahrerlaubnis. Die Benzinkosten würde ich tragen, Reparaturen, Steuer und Versicherungen Sie – schließlich sind Sie ja der Eigentümer.“

Statt 20.000 zu bekommen, soll ich also quasi lebenslang unvorhersehbare Beträge zahlen, ohne mein Auto nutzen zu können – na gut, immerhin ist dann ein Mensch glücklich.

Nachricht zwei: „Lieber Anbieter, das Auto soll für meine Tochter sein. Sie ist zehn Jahre alt und geht in die fünfte Klasse, ist total sportlich und körperlich sehr zierlich. Sie ist eher ängstlich, weil ihr bereits einmal die Beifahrertür die Finger eingeklemmt hat und der Vorderreifen über ihren linken Fuß gerollt ist. Ihr Fahrlehrer sagt aber, sie fährt schon sehr talentiert, und beim Seifenkistenrennen hat sie bereits zweimal den vorletzten Platz belegt.“ Hier folgen im Anhang 27 Bilder eines kleinen Mädchens mit riesiger Schleife im Zopf und beachtlichem Pokal in der Hand, sowie fünf Videos, in denen sie dabei zu sehen ist, wie sie sehr schön Kettcar und Fahrrad fährt. Ich bin unsicher: Habe ich versehentlich in der falschen Rubrik inseriert? Kindergesuche statt Autoangebote?

Nachricht drei: „Lieber Anbieter, bitte schicken Sie mir Fotos von vorne, hinten, oben und unten sowie innen. Außerdem Videos vom Fahren mit 30, 60 und 180 km/h, in der Wüste, in der Tiefgarage, im Gebirge über Schotter sowie von einer amphibischen Wasserdurchquerung. Ist Ihr Fahrzeug sowohl für einen Führerscheinneuling, einen sportorientierten Rennfahrer, den adipösen Cousin als auch für unsere halbblinde Großmutter geeignet? Wir kommen am Sonntag morgen um sieben Uhr zum Probefahren, anders kann ich nicht.“

Es folgen noch 42 Mails und sechs zeitintensive Telefonate, dann verschwindet der Fragesteller für immer im Bermudadreieck aus Whatsapp, Messenger und Facebook, während ich gänzlich ungestört einen herrlichen Sonnenaufgang vor der Garage erleben darf.

Nachricht vier: „Lieber Anbieter, Ihr Auto gefällt mir. Leider bin ich beim stadtbekannten Halsabschneider bereits einmal übel hereingelegt worden, daher bin ich etwas vorsichtig. Sicher möchten auch Sie einen zufriedenen Kunden haben, daher würde ich Ihr schönes Auto drei Monate lang in allen Lebenslagen probefahren, schließlich muss ich sichergehen, dass vom Großeinkauf bis zum illegalen Autorennen alles möglich ist. Das Risiko einer rein zufälligen Verschlechterung müssten natürlich Sie tragen.“

Fazit: Ich überlege, ob ich das Auto nicht einfach verschenke und mir damit kostbare Lebenszeit verschaffe durch nun überflüssig gewordene Telefonate, Videoaufnahmen und Antwort-Mails. Aber wer weiß, wer sich dann meldet.

Ursula Augustin
– Die Ausbilderin betreibt seit 18 Jahren eine Reitschule mit Pensionsbetrieb in Ebermannstadt in Bayern. Immer mal wieder bietet sie Pferde zum Verkauf an. Ihre Erfahrungen mit einigen Interessenten reichen über die hier beschriebenen Fälle hinaus.