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DURST LOSCHER


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 18/2021 vom 27.08.2021

Smarte Gartenbewässerung

FÜR GARTEN & BALKON

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 18/2021

Wer Pflanzen automatisch bewässert, muss sich nicht morgens zur besten Gießzeit aus dem Bett quälen oder die Nachbarn um Urlaubsvertretung bitten. Schon lange gibt’s für die Bewässerung Schaltuhren, doch die machen nur Dienst nach Vorschrift. Es kümmert sie nicht, ob es während der Wässerungszeit in Strömen regnet oder die Stauden durstiger als sonst sind.

Sparsamer und flexibler bewässern smarte Systeme, die mit Sensoren die Erdfeuchte messen oder auch Wettervorhersagen aus dem Internet berücksichtigen. Sie reagieren zudem auf manuelle Steuerbefehle einer Smartphone- App. Damit gönnen Gartenfreunde dem Grün von ihrem Urlaubsort aus einen Extra-Schluck, wenn eine Dürreperiode vor der Abreise nicht absehbar war.

Vier Systeme im Vergleich

Wer den Garten mit smarter Bewässerungstechnik nachrüsten möchte, findet immer mehr Auswahl. Mit Eve Aqua, dem ...

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... Starterpaket des Gardena Smart System, dem Essentials Smart Garden Bewässerungssystem und dem Aktionspaket „Smarte Rasenbewässerung“ von Rademacher zeigt COMPUTER BILD vier Optionen. Sie bilden einen Querschnitt, und sie stehen für unterschiedliche Bedienungsansätze.

Eve (100 Euro) und Essentials (60 Euro) liefern nicht mehr als die Kernkomponente einer smarten Bewässerungslösung: das elektrische Ventil für den Wasserhahn. Eves Automat lässt sich nur per iPhone und Apples HomeKit- Plattform steuern. Essentials akzeptiert auch Android-Smartphones und dockt – wie diverse Produkte von Conrad, Medion und anderen – technisch ans Smarthome-System von Tuya an. Gardena kombiniert für rund 285 Euro das Elektronikventil namens Water Control mit einem Bodensensor und einer Schaltzentrale, die auf Wunsch weitere smarte Technik der Marke managt. Diese drei Lösungen lassen sich mit beliebigem Gartenzubehör für die Rasenberegnung oder Tropfenbewässerung komplettieren.

Mit Rademacher geht das grundsätzlich auch, aber das Set für 380 Euro enthält gleich ein Sprinklersystem von Gardena. Außerdem kommt hier zum elektrischen Ventil ein Funkmodul hinzu, das bei den anderen Ventilen integriert ist. Die für den Betrieb nötige Rademacher-Schaltzentrale ist auch im Paket, die gesamte Verkabelung ist aber eher was für Smarthome-Enthusiasten.

Wasserquelle anzapfen

Alle Lösungen benötigen einen stationären Wasseranschluss, den das Fernwassernetz, ein Brunnen oder eine Zisterne versorgt. Balkonhochtanks oder Regentonnen liefern nicht genug Wasserdruck, außerdem erfordern sie regelmäßiges Nachfüllen.

Die Elektronikventile verbinden Sie mit standardisierten Schraubgewinden und Verbindungsstücken gängiger Gartenmarken. Eve und Gardena liefern eine Grundausstattung mit, bei Essentials müssen Sie die selbst beschaffen. Wie weit Sie die Ventil-Ausgänge mit Zubehör verzweigen, um etwa mit Tropfschläuchen das Wasser direkt zu jeder Pflanze zu führen, hängt von Ihrer Muße und von Ihrer Zeit ab.

Passt einfach zusammen

Smarte Ventile (im Bild von Eve) können Sie per Standardzubehör 1 mit allen gängigen Schläuchen 2 verbinden. Garten-Spezialist Gardena hat hier keinen Vorteil gegenüber den anderen Herstellern.

Die Montage des Rademacher- Sets beschäftigt Sie auf jeden Fall länger, weil Sie die Komponenten fürs Schalten und Wasserverteilen aufwendig installieren müssen. So verkabeln Sie zuerst einen Universal-Schaltaktor mit einem Netzteil in einer Verteilerbox und verbinden ihn mit dem Magnetventil. Anhand der mitgelieferten Ventilbox lassen sich bis zu drei Bewässerungskreise ansteuern. Wollen Sie außerdem noch das heraus-fahrbare Rasensprinkler-System fachgerecht verlegen, werden sogar Erdarbeiten fällig.

Ohne Funk und Strom läuft nichts

Damit die Steuertechnik per Smartphone-App erreichbar ist, brauchen alle Bewässerungssysteme eine Vermittlungsstelle. Für Eve Aqua übernimmt diese Aufgabe eine HomeKit-Steuerzentrale – zum Beispiel ein Apple TV oder ein HomePod mini. Die anderen Anbieter liefern die passenden Funk-Gateways mit. Das Essentials Smart Gateway Pro ist zugleich eine smarte Steckdose. Die lässt sich aber nur mit dem WLAN-Router verbinden, wenn Sie zeitweise das 5-Gigahertz- Netz deaktivieren.

Alle Steuerzentralen brauchen einen Platz im Trockenen und eine Steckdose. Das Gleiche gilt für Rademachers zusätzliches Funkmodul. Die elektronischen Ventile von Gardena, Eve und Essentials sind gegen Regenschauer abgedichtet und beziehen Energie aus AA-Batterien. Damit alle Befehle ankommen, darf der Abstand zwischen den Steuerzentralen und den Ventilen mit ihrer Schaltelektronik nicht zu groß sein. Gardena nennt als maximale Funkreichweite 100 Meter, Essentials 80 Meter und Rademacher 20 Meter. Diese kürzeste Distanz ist auch bei den Funkstandards Bluetooth und Thread die Norm, die Eve verwendet. Massive Außenmauern und andere Hindernisse können das Signal dämpfen. Im Praxistest gab es bei einer Distanz von 30 Metern zwischen Gartenlaube und Wasserhahn aber keine Verständigungsprobleme.

SO GEHT’S: SMARTE BEWÄSSERUNG IM SCHREBERGARTEN

Im Schrebergarten kommt oft erst Wasser aus dem Hahn, wenn Sie eine Elektropumpe anschalten. Damit das smarte Ventil sich beim automatischen Bewässern nicht vergeblich öffnet, sollten Sie auch die Pumpe „smart machen“. Das regeln Sie mit einem smarten Zwischenstecker, etwa vom Typ Gardena Power, der die Pumpe automatisch anschaltet, sobald das Ventil seinen Job aufnimmt.

Apple-Nutzer sind im Vorteil

So eine Wenn-dann-Regel können Sie aber nur mit einem Automatisierungsdienst erstellen, der den Schaltzustand eines Ventils als Auslöser akzeptiert. Apple-Nutzer haben es da leichter. Denn mit HomeKit haben sie in ihrer Apple-Technik einen der wenigen Dienste, der das kann. Bloß Apples hauseigene Home-App nutzt die Möglichkeit nicht. Stattdessen nehmen Sie etwa die Gratis-Alternative von Eve oder die App Home+ 5, die zum Preis von 15 Euro Regeln übersichtlicher darstellt. Wichtig: Außer der Einschaltregel brauchen Sie eine Gegenregel, die die Pumpe nach dem Schichtende des Ventils wieder in den Ruhezustand schickt. Die Regeln bauen Sie per iPhone oder iPad. Zum Ausführen der Automatik muss eine HomeKit-Steuerzentrale wie etwa ein HomePod mini in der Nähe sein.

Stecker-Regel per App bauen Mit einer HomeKit-App wie Home+ 5 schalten Sie per Wenndann-Regel eine Pumpe automatisch ein, sobald sich ein smartes Ventil geöffnet hat.

Durst löschen nach Plan

Nach dem Koppeln mit den Smartphone-Apps der Hersteller lässt sich die smarte Steuertechnik per Schaltfläche manuell starten – bei Essentials, Eve und Gardena auch per Taste am Gehäuse der Elektronikventile. Für einen automatischen Betrieb bringen Sie den Apps Regeln bei. Ausgangspunkt sind immer klassische Zeitschaltpläne, die das Ventil zum Beispiel bei Pflanzen jeden Morgen für zehn Minuten, bei Rasen zweimal die Woche für 40 Minuten öffnen.

Je nach Anbieter lassen sich diese Regeln mit Wetter- und Standortdaten flexibler gestalten:

Eve: Hier wählen Sie im Zeitplanmenü statt fester Uhrzeiten einen Zeitpunkt vor dem Sonnenaufgang oder nach dem Sonnenuntergang, damit möglichst wenig Wasser verdunstet.Wann es zu dämmern beginnt, erfährt die App anhand der Daten Ihres Standorts. Auf Hilfe ist sie angewiesen, wenn der Bewässerungs zyklus bei Regen pausieren soll. Dazu müssen Sie umständlich mit einem Siri-Sprachbefehl eine Prüfroutine anstoßen, die den Zeitschaltplan bei entsprechender Wetterprognose aus dem Internet einen Tag lang aussetzt.

Essentials: Die Schaltplanmechanik akzeptiert zunächst nur statische Zeitangaben. Wollen Sie ein Sonnenereignis berücksichtigen, erstellen Sie an anderer Stelle zwei Wenn-dann-Regeln. Eine öffnet das Ventil zum Beispiel 20 Minuten vor Sonnenaufgang, die zweite Regel schließt es zehn Minuten vor Sonnenaufgang. Bequemer als bei Eve: Mit einer weiteren Regel können Sie die nächste Bewässerung 24 oder 48 Stunden aussetzen, wenn die Internet-Wettervorhersage Regen ankündigt.

Rademacher: Die HomePilot-App hat kein gesondertes Zeitprogramm und lässt sich nur mit Wenn-dann-Regeln automatisieren. In Extra-Schritten erstellen Sie zunächst eine Einschaltszene und eine Auslöservorlage. Als Auslöser kommen Uhrzeiten sowie die Morgendämmerung und die Abenddämmerung infrage. Einen Startpunkt vor oder nach dem Sonnenereignis stellen Sie in der Vorlage gesondert ein. Für das Schließen des Ventils ist keine weitere Szene nötig. Dafür lässt sich die Treppenhausfunktion zweckentfremden, die sonst das Licht nach definierter Dauer von selbst ausschaltet. Wetterprognosen aus dem Web sind nicht einbindbar.

Kommando-Kiste

Damit Sie die Wassertechnik im WLAN bedienen können, brauchen Sie für Gardena und die anderen Anbieter eine Steuerzentrale als Befehlsüberbringer.

Misst die Bodenfeuchte

Zum Set von Gardena gehört ein Sensor, der die Bewässerung aussetzt, wenn der Boden feucht genug ist.

Gardena: Die Software bietet den bequemsten Regelbau, wenn Sie anstelle eines klassischen Zeitschaltplans den Gardena-unterstützten Modus aktivieren (siehe Bild auf Seite 51). Ein Assistent klärt mit Ihnen dann die Pflanzenkategorie, die Bodenart, die übliche Sonnenscheindauer am Pflanzort sowie die verwendete Bewässerungsmethode. Optional berücksichtigen Sie den Sonnenauf- und -untergang, die Regenprognose sowie die Bodenfeuchte in der Bewässerungsplanung. Danach übernimmt die Software den Rest.

Lokale Klimasensoren

Ein Internetausfall stört die Basisfunktion nicht; den Gießplan inklusive Dämmerungszeiten speichert die Steuertechnik lokal.

Doch ohne Online-Wetterdienst- Prognose bewässern Sie Ihr Grün auch bei Regen. Klimasensoren vor Ort sind eine Lösung: Sie senden die Messdaten per lokalem Funknetz zur Steuerzentrale und von dort aus zum Ventil. Statt zum ganzen Stadtteil liefern sie genaue Daten zu Ihrem Garten.

Bei Gardena gehört ein batteriebetriebener Bodenfeuchtesensor (sonst 60 Euro) zum Startpaket. Enthält das Erdreich genug Wasser, bleibt das Ventil zu. Der Sensor lässt sich über die HomeKit-Plattform auch mit dem Eve-Aqua-System koppeln; für dieses gibt es keinen eigenen. Rademachers optionaler Umweltsensor (300 Euro) misst an der Außenwand, ob’s stürmt oder schüttet, und setzt gegebenenfalls die Bewässerung aus. Nur mit Essentials lassen sich keine, Sensoren einbinden.

[bkl]

TIPP: SENSORAUTOMATIK FÜR TROCKENE FÜSSE

Ihre Bewässerungs-Automatik soll per Sprinkler den Rasen beregnen, aber nicht Sie? Mit einem Automatikprojekt bringen Sie dem System bei, Passanten trockenen Fußes durchzulassen. Dazu verknüpfen Sie einen Bewegungssensor. Bemerkt der jemanden, lässt er das Elektronikventil schließen.

Das Smarthome regelt das

Das bringen Sie der Technik mit einer entsprechende Wenndann-Regel bei, die Sie zum Beispiel mit dem Automationsdienst IFTTT erstellen. Als Auslöser kann dort unter anderem die Bewegungsmeldung einer WLAN-Sicherheitskamera von Ring dienen. Als Ausschaltziel nutzt die Plattform den Bewässerungscomputer Gardena Water Control. Apple-Nutzer können hingegen in einer HomeKit-App wie der von Eve andere Kombinationen wählen, etwa einen Philips-Hue-Outdoor-Bewegungsmelder oder eine Eve Cam als Auslöser und den Eve Aqua als Bewässerungsventil.

Stoppt Sprinkler

Gekoppelt mit einem Bewegungssensor, dreht Gardenas smartes Ventil dem Rasensprinkler das Wasser ab, damit Sie trockenen Fußes passieren können. Die umgekehrte Regel kann nachts als Einbrecherschreck dienen.

FAZIT

Die Systeme von Essentials, Eve und Gardena sind schnell eingerichtet, nur bei Rademachers Bastelprojekt dauert es länger. Alle Systeme können zumindest zeitgesteuert gießen und lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Schaltuhren auch per Smartphone bedienen – praktisch!

Extras wie eine Pausenautomatik realisiert das Gardena-System am bequemsten, es ist daher das beste Paket. Nur das Schlauchnetz müssen Sie noch selbst verlegen, bevor Sie der Technik beim Bewässern zuschauen können.