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Durstige Zugkraft


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.09.2019

Downsize-Benziner statt Diesel? Der neue Audi Q3 zeigt: Zum Anhängerziehen ist das die falsche Wahl


Artikelbild für den Artikel "Durstige Zugkraft" aus der Ausgabe 10/2019 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild allrad, Ausgabe 10/2019

Audi kann zurzeit keine Q3- Testwagen mit Anhängerkupplung und Dieselmotor liefern. Im ausgelaufenen Modelljahr waren wegen der bekannten Homologationsprobleme überhaupt keine Diesel verfügbar – und die 150-PS-TDI, im Modelljahr 2020 wieder zu haben, sind offenbar noch nicht fertig.

Aber manche Leute wollen uns ja weismachen, dass Diesel eh von gestern seien und man wieder Benziner fährt. Also baten wir den neuen Q3 mit Benzinmotor zum Zugfahrzeugtest, und zwar im vollen S-line-Ornat und mit der stärkeren ...

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... 230-PSVersion des Zweiliter-Vierzylinders, die auf die Bezeichnung 45 TFSI hört.

Freilich hat die 45 im Typenkürzel nichts mit dem realen Hubraum zu tun; schlüssige Modellcodes sind ja bei deutschen Nobelmarken nicht mehr üblich. Vielmehr handelt es sich um eine halbwegs willkürliche Ziffernkombination – die vielleicht darauf hindeuten soll, das man früher für 230 PS viereinhalb Liter Hubraum brauchte. Die hätten zwar mutmaßlich an der Tankstelle auch bei verhaltener Fahrweise kräftig hingelangt, aber sicherlich eine Schwäche vermieden, die an den heutigen Downsize-Turbomotoren doch reichlich stört: das verzögerte Ansprechen auf Gasbefehle.

Beim Audi Q3 45 TFSI ist diese Schwäche bei Solofahrt noch verschmerzbar – ohne Beladung und nur mit dem Fahrer besetzt macht der aufgeladene Vierzylinder einen sehr munteren und kräftigen Eindruck. Der realtiviert sich aber sehr, wenn man ans Eingemachte geht und unsere üblichen zwei Tonnen an die praktische, ausklappbare Anhängerkupplung hängt: Dann dauert schon das normal kräftige Anfahren gut eine Sekunde, bis der Motor seine beachtlichen 350 Nm Drehmoment zusammengesucht hat und der Q3 kernig davonzieht.

Einmal in Fahrt, fühlt sich das Ganze gut an, solange man in der Ebene unterwegs ist. Bedingt durch die lange Gesamtübersetzung wird zwar der siebte und letzte Gang der Doppelkupplungs- Automatik allenfalls im leichten Gefälle genutzt; in der Ebene fährt man meist im sechsten, schon an leichten Steigungen schaltet das Getriebe zurück in den fünften – oder gleich in den vierten.

Die Q3-Heckklappe hält 500 mm Abstand zur Kupplungskugel. So ist es erst recht ärgerlich, dass die Fernbedienung mit angestecktem Anhänger nicht funktioniert

Das Aufbieten erhöhter Drehzahl kostet natürlich Sprit; schon im ebenen zweiten Teil unserer Messrunde genehmigte sich der Audi 15,28 l/100 km. Zuvor, im bergigen ersten Teil, waren es gar 18,6 Liter. Nein, die vom Normverbrauch suggerierte Sparsamkeit gerade moderner Downsize-Turbobenziner löst sich in nichts auf, wenn sie richtig arbeiten müssen. Bei häufig wechselnden Lastverhältnissen – außer in hügeliger Topgrafie auch auf kurvigen Landstraßen, die häufiges Gaswegnehmen und Beschleunigen erfordern – geht dem Antriebsstrang neben der Ökonomie auch die Harmonie verloren. Beschleunigungswunsch oder mäßige Anstiege führen häufig zu unsouveränen Reaktionen – mehr Druck aufs Gaspedal zieht erst einmal eine Sendepause nach sich: Die Automatik sucht doppelkuppelnd nach dem richtigen Rückschaltgang, der Motor nach genügend Ladedruck.

Schade, denn im Übrigen ist der neue Audi Q3 ein angenehmes Zugtier. Obwohl der Testwagen, bedingt durch die S-line- Ausstattung, das tieferlegende Sportfahrwerk nebst flacher 20-Zoll-Reifen hatte, agiert die Federung zwar deutlich auf der straffen Seite, aber dennoch akzeptabel; Stöße vom Anhänger übertragen sich spürbar, aber nicht wirklich störend. Und die Fahreigenschaften sind ohne Tadel: Solange man die Lenkung nicht durch Anwahl des „Dynamic“- Fahrprogramms unnötig nervös macht, zieht das Gespann sicher um Kurven und ohne Schlingern über schlechte Straßen. Auch mit provoziertem Pendeln gelang es – ausreichende Stützlast vorausgesetzt – nicht, die Anhängerstabilisierung des ESP zum Ansprechen zu bringen. Das Pendeln klang ohne Elektronikeingriff von selbst wieder ab.


Bei hoher Last säuft der Turbobenziner ungeniert


+ Sichere Fahreigenschaften • effektiv gute Fahrleistungen • trotz Sport-Look recht praktische Karosserie • vor allem mit Extras nobles und modernes Ambiente

- Sichere Fahreigenschaften • effektiv gute Fahrleistungen • trotz Sport-Look recht praktische Karosserie • vor allem mit Extras nobles und modernes Ambiente

Fazit

Mit ausreichend Platz und sicherem Fahrverhalten ist der neue Audi Q3 ein tüchtiges, anhängertaugliches Familien-SUV für alle, denen ein Tiguan zu unsportlich ist. Der 230- PS-Benziner ist dafür allerdings die falsche Wahl. [T. Rönnberg]

KRAFTVOLL
Beim Anfahren am Berg braucht der Motor eine Sekunde, bis er seinem spürbaren Turboloch entstiegen ist; dann zieht er aber kräftig an und bringt das Gespann auch an steilen Anstiegen stets sicher in Schwung. Die Doppelkupplungs-Automatik spielt dabei geschmeidig und ohne Anzeichen von Schwäche mit

Bestenliste

Flott unterwegs – auch Richtung Tanke

Niemand hat mehr Zugfahrzeuge gründlicher getestet als AUTO BILD ALLRAD – natürlich alle mit Allradantrieb, weil man ohne nicht ernsthaft Anhänger ziehen kann. Obwohl der Audi Q3 als 230-PS-Benziner mit seinem stattlichen Verbrauch reichlich Punkte verliert, liegt er letztlich sieben Plätze vor seinem Vorgänger mit 177-PS-TDI. Moderne Diesel können’s aber besser – etwa der aktuelle 190-PS-Tiguan: Der liegt 20 Plätze weiter vorn.