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E-ndlich abgasfrei


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Leben & erziehen green - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 11.08.2022
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Bildquelle: Leben & erziehen green, Ausgabe 3/2022

Martin Piecha

lebt mit seiner Frau Nora in Hamburg. Die beiden sind gerade Eltern geworden und haben den Citroën Berlingo mit ihrer kleinen Tochter Tiril Probe gefahren

Die erste Fahrt mache ich noch ohne Baby an Bord, um mir erst einmal selbst ein Bild zu machen und ein Gefühl für den Wagen zu bekommen. Der tiefe Schwerpunkt des Berlingo sorgt in Kombination mit dem leistungsstarken E-Antrieb für eine optimale Balance und ein beinahe geräuschloses und sanftes Fahrvergnügen. Kurzum: Es macht richtig Spaß.

BeidernächstenFahrt begleiten mich dann auch meine Frau und unsere Tochter (zehn Wochen alt). Der Babysitz lässt sich aufgrund der Geräumigkeit des Berlingo und der praktischen Schiebetüren schnell und einfach anbringen. Kinderwagen und weiteres Equipment finden im großzügigen Kofferraum Platz. Bestens gerüstet geht es auf unseren ersten e-getriebenen Familienausflug.

Die Fahrt bekommt unsere ...

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... Kleine allerdings gar nicht mit. Das ruckellose, gemütliche Dahingleiten wiegt sie bereits nach kurzer Zeit in den Schlaf. Für Mama und Papa ein sehr willkommener Nebeneffekt.

Auch die weiteren Fahrten zu dritt verlaufen problemlos. Was von Beginn an klar war: Längere Strecken müssen aufgrund der recht begrenzten Reichweite gut geplant sein. Abgesehen davon ist der e-Berlingo aus meiner Sicht aber ein durchweg familienfreundliches Auto mit viel Stauraum und praktischen technischen Features.

Citroën e-Berlingo Van

Preis: ab 36.950 Euro Reichweite: bis zu 270 km

Ladezeit: etwa 30 Minuten (bis zu 80 % an einer Gleichstrom-Ladestation mit 100 kW)

Verbrauch: Stromverbrauch 19,8 kWh / 100 km

Motorleistung: 100 kW (136 PS)

Abmessungen: 4403 mm (Länge) x 1848 mm (Breite) x 1844 mm (Höhe)

Gewicht: 1739 bis 1970 kg

Zulässiges Gesamtgewicht: 2290 bis 2440 kg

Platz: für bis zu 5 Personen

Besonderheiten: Integriertes Navigationssystem, Spurenassistent, Kollisionswarner, Verkehrserkennung

Andrea Leim

lebt in Bochum und hat eine Tochter (2). Für uns hat sie den Mazda MX-30 e-Skyactive getestet

Vorab: Beim Fahren des Mazda MX-30 habe ich mich so wohl gefühlt wie vermutlich noch in keinem anderen Auto. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass mich der Mazda regelrecht beruhigt hat. Ich habe jede Fahrt genossen, war begeistert von der Rundum-Kamera, dem schönen Design und dem quasi kaum hörbaren Geräusch beim Fahren.

Allerdings: Würde man den Mazda MX-30 e-Skyactive mit einem Paar Schuhe vergleichen, wäre er das Paar, das schön und bequem ist – aber nicht so recht in den typischen Mama-Alltag passt. Der Kofferraum ist für eine Familie mit ein oder zwei Kinder m.E. leider etwas zu klein. Vor allem, wenn ein Kinderwagen mit soll.

Auch auf der Rückbank ist nur wenig Platz, der Kindersitz wirkt etwas eingepfercht. Als echtes Minus habe ich die sogenannten Freestyle-Türen empfunden, die nach rechts und links öffnen. Sitzt hinten eine Person und will aussteigen, geht die Hintertür nur auf, wenn man zuerst die Vordertür öffnet und sich abschnallt, denn der Fahrergurt ist an der Hintertür befestigt.

Fazit: Ich würde den Mazda eher Singles oder kinderlosen Freunden empfehlen – und dann aber regelmäßig darum bitten, das Schmuckstück hin und wieder fahren zu dürfen …

Mazda MX-30 e-Skyactive SUV

Preis: ab 35.990 Euro

Reichweite: bis zu 237 km

Ladezeit: etwa 120 Minuten (bei 220V)

Verbrauch: Stromverbrauch 17,3 kWh / 100 km

Motorleistung: 106 kW (145 PS)

Abmessungen: 4395 mm (Länge) x 1795 mm (Breite) x 1555 mm (Höhe)

Fahrzeuggewicht: 1720 kg Zulässiges Gesamtgewicht: 2119 kg

Platz für: bis zu 5 Personen

Besonderheiten: Heizung u. Klimaanlage über App steuerbar, Rückfahrkamera

Silke Schröckert

ist Hamburgerin und hat zwei Kinder (5 und 8). Sie ist mit ihrer Familie im Opel Combo Life zur Oma nach Hessen gereist

Eine E-Fahrt, die ist lustig?

Naja. Zumindest können wir heute darüber lachen. Eine Reichweite von bis zu 285 km versprach uns der Opel Combo Life, den wir testen durften. Prima, dachten wir – und rechneten aus, dass wir für die 500 km zu Oma dann mindestens einen, vermutlich eher zwei Stopps einplanen sollten.

Doch Pustekuchen: Ganze fünf Mal mussten wir zur Ladestation! Trotz Fahren im „Eco-Mode“ bei einer maximalen Geschwindigkeit von 100 bis 110 km/h raste die Reichweiten-Anzeige nur so dahin, sprang nach einem gefahrenen Kilometer oft zwei oder drei Ziffern nach unten. Spätestens nach 150 km mussten wir eine Ladepause einlegen. Und erwischten dabei keine einzige (!) Station, die fehlerfrei funktionierte.

Für die Strecke von Hamburg nach Wiesbaden verbrachten wir daher trotz freier Straßen anstrengende zwölf Stunden auf der Autobahn und jede Menge nervenaufreibende Minuten in den Service-Hotlines diverser Stromanbieter.

Was uns gefallen hat?

Der Innenraum des Opel Combo Life ist schön geräumig! Doch dieses Auto ist aus meiner Sicht ausschließlich für innerstädtische Kurzstrecken geeignet – und dafür reicht uns momentan weiterhin der Bus.

Opel Combo Life Mini-Van

Preis: ab 43.050 Euro Reichweite: bis zu 285 km

Ladezeit: etwa 30 Minuten (bis zu 80 % an einer Gleichstrom-Ladestation mit 100 kW)

Verbrauch: Stromverbrauch 19,3 kWh / 100 km

Motorleistung: 100 kW (136 PS)

Abmessungen: 4403 mm (Länge) x 2107 mm (Breite) x 1841 mm (Höhe)

Fahrzeuggewicht: 1441 bis 1505 kg

Zulässiges Gesamtgewicht: 2050 bis 2130 kg

Platz für: bis zu 7 Personen

Besonderheiten: verfügbar mit 5 oder 7 Sitzen, mit Toter-Winkel-Warner und Flankenschutz, die auf Fahrzeuge im toten Winkel oder Pfosten und Mauern aufmerksam machen

Claudia Weingärtner

wohnt in Hamburg, hatte kürzlich den Mercedes EVQ als Testwagen und ist damit u.a. mit ihren Zwillingen zur Ostsee gefahren

Der metallic-rote Van glitzert in der Sommersonne, und ich fühle mich ertappt: Ich zähle zu den Frauen, denen in Sachen Autos vor allem die Farbe wichtig ist (und dann lange nichts). Tatsächlich aber bin ich einigermaßen begeistert, als ich starte: Wer bitte braucht aufheulende Motoren, wenn es auch mit beruhigend-leisem Surren geht? Ich sitze deutlich höher als in meiner kleinen „Knutschkugel“ (wie ich meine alte A-Klasse nenne, die ich seit Jahren fahre), habe einen superguten Blick auf die Straße – und fühle mich wie eine Art Truckerin der Zukunft.

Meine siebenjährigen Zwillinge haben die mittlere Sitzreihe freigelassen und es sich (vermutlich in der Hoffnung, dass mich der räumliche Abstand davon abhält, sie an unseren Maximal-20-Minuten-iPad-Deal zu erinnern) ganz hinten gemütlich gemacht. Wir wollen an die Ostsee, und der riesige Kofferraum ist mit unseren sieben Sachen für einen Tag am Meer gefühlt gerade einmal zu einem Fünftel belegt, denn Platz ist hier wirklich reichlich.

Auf der Autobahn kommt der Wagen ganz locker auf 160 km/h– allerdings sinkt der Ladestand der Batterie dabei rapide. Das integrierte Navi führt uns zu einer Ladesäule. Diese aber ist leider auf einem Baumarkt-Parkplatz, der heute geschlossen hat: Die Schranke ist runter, meine Sorge groß. Wir schaffen es so gerade eben bis zur nächsten Säule, die leider stolze 30 Kilometer entfernt ist.

Fazit: Es fällt schwer, nach so viel Luxus wieder in unsere Knutschkugel zu steigen – aber im Moment fehlt schlicht noch das nötige „Kleingeld“ für einen Wagen dieser Klasse. Ich spare mal los!

Mercedes EQV Van

Preis: ab 67.800 Euro

Reichweite: bis zu 363 km

Ladezeit: etwa 45 Minuten (von 10 auf 80 % an einer DC-Schnellladestation mit bis zu 110 kW)

Verbrauch: Stromverbrauch 26,3 kWh / 100 km

Motorleistung: 150 kW (204 PS)

Abmessungen: 5140 mm (Länge) x 1928 mm (Breite) x 1901 mm (Höhe)

Fahrzeuggewicht: 2601 bis 2753 kg

Zulässiges Gesamtgewicht: 3500 kg

Platz für: bis zu 8 Personen

Besonderheiten: drehbare Fahrer- und Beifahrersitze, mit der Ansage „Hey Mercedes“ lassen sich via Sprachassistent viele Fahrzeugfunktionen nutzen

Nora Ritzschke

lebt in Bremen, hat eine Tochter – und seit einiger Zeit einen Hyundai Kona Elektro

Wirsind im Oktober 2020 auf „E“umgestiegen. Da wir im Alltag kaum mit dem Auto fahren und es eher für längere Strecken benötigen, war uns eine hohe Reichweite wichtig. Zur Wahl standen der Hyundai Kona Elektro und der vergleichbare Kia e-Niro. Die langen Lieferzeiten damals nahmen uns die Entscheidung ab: Es wurde der Kona. Großes Plus: Mein Partner kann an seinem Büro gratis laden, so sparen wir viel Geld.

Die größte Umstellung seitdem ist, dass wir Fahrten besser planen müssen:Wo können wir laden, wie ist das Wetter, gibt es Stau? Auf längeren Strecken ab etwa 300 km machen wir einen Ladestopp. Der dauert etwa 30 Minuten: genug Zeit für ein Eis und einen Spaziergang. Mit Benziner sah die Pause ähnlich aus, nur beim „Wo“ sind wir weniger flexibel.

Auch in Sachen Beladung ist Organisation gefragt, denn der Kofferraum ist klein. Der Kinderwagen sollte handlich sein oder abnehmbare Räder haben, sonst passt er nicht hinein. Mit zwei Kindern würde das im Alltag noch funktionieren, auf Reisen wird es aber eng: Solange noch ein Buggy benötigt wird, wäre nicht genug Platz für Gepäck.

Wir lieben unseren Kona und empfehlen ihn für kleine Familien zu 100 Prozent! Einziger Mini- Haken: Leider stimmen die offiziell angegebene Ladedauer und die WLPT-Reichweite nicht. Bei gutem Wetter schaffen wir aber trotzdem knapp über 400 km. Unser Leasing-Vertrag läuft noch gut zwei Jahre. Ob wir danach beim Kona bleiben? Möglich. Wahrscheinlich werden wir es aber erstmal ganz ohne eigenes Auto versuchen.

Hyundai Kona Elektro Kompakt-SUV

Preis: ab 42.900,00 EUR

Reichweite: bis zu 484 Kilometer

Ladezeit: etwa 54 Minuten (von 0 auf 80 % an der Schnellladestation mit bis zu 110 kW)

Verbrauch: 14,7 kWh / 100 Kilometer

Motorleistung: 150 kW (204 PS)

Abmessung: 4180 mm (Länge) x 2070 mm (Breite) x 1570 mm (Höhe)

Fahrzeuggewicht: 1760 bis 1818 kg

Zulässiges Gesamtgewicht: 2170 kg

Platz für: bis zu 5 Personen

Besonderheiten: geringer Verbrauch, modernes Infotainment- und Fahrassistenzsystem, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, zwei Isofix-Vorrichtungen hinten

Übrigens:

Wir sind keine Auto-Profis – sondern haben das aufgeschrieben, was uns aus reiner Verbraucher- und Familien-Sicht auffiel. Bei der Auswahl der familientauglichen Fahrzeuge haben uns die Kollegen von der „Auto Motor Sport“ beraten, die zu den hier aufgeführten Wagen detailliertere Berichte von Fachjournalisten bieten. Alle Tests findet ihr hier: auto-motorund-s port.de