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Easy Sustainable Living


I Am - Laura Malina Seiler - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 21.07.2021

I AM precious

Artikelbild für den Artikel "Easy Sustainable Living" aus der Ausgabe 8/2021 von I Am - Laura Malina Seiler. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Grüner geht's immer: nachhaltig & gut!

Was für eine Welt wünschen wir uns? Wie wollen wir diesen Planeten den nächsten Generationen und unseren Kindern überlassen? Was kann jeder von uns gegen die Klimaerwärmung, die Plastikflut im Meer, das Wald- und Artensterben tun? Wie können wir Ressourcen schonen und mehr im Einklang mit der Natur leben? Das fragen sich viele von uns jeden Tag, egal ob Eltern oder nicht. Ob wir unser Baby im Arm halten, unserem Kleinkind beim Spielen zusehen oder mi engagierten Teenagern diskutieren. Mit der Familie im Schlepptau ist das manchmal gar nicht so einfach, oder? Jeder hat seine speziellen Bedürfnisse, und die alle unter einen Hut zu bekommen, kann eine echte Herausforderung sein. Müll trennen, Leitungswasser trinken, mit dem Fahrrad fahren, Biogemüse in Stofftüten, Dinkelspaghetti und Second Hand kaufen – für dich sowieso schon selbstverständlich? ...

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... Super! Aber vielleicht geht es ja sogar noch ein bisschen grüner − auch ohne Stress. In ihrem Buch „Die 35-Tage-Challenge“ (Oekom-Verlag, www.oeko-rebellen.de) stellen euch die Brüder Benjamin und Fabian Eckert in einem 5-Wochenplan für Einsteiger und Fortgeschrittene vor, was ihr noch „fairändern“ könnt: von kleinen „Hacks“ bis zu großen Entscheidungen, von Ökostrom bis Kaffeekonsum, von grünen Geldanlagen bis Digital Detox, von Müll vermeiden bis Klopapier. In unserem Workbook auf S.106 kannst du den Check-up machen, wie umweltfit du schon bist, und zu unserer Challenge antreten ... Hast du z.B. mal deinen ökologischen Fußabdruck berechnet? Probier's aus: Auf den Websites von WWF oder Umweltbundesamt (www.uba.co2-rechner.de) erfährst du mehr. Magdalena Schertl, von der die tollen DIY-Anleitungen auf den nächsten Seiten sind, macht vor, wie umweltbewusstes und achtsames Leben klappt − auch mit Kind und Kegel. Sie lebt mit ihrem „Krümelmonster“ in München. Nach der Geburt ihres Sohnes, 3, wurde Nachhaltigkeit immer mehr zu „ihrem“ Thema. Seitdem ist die Autorin und Influencerin eine begeisterte Zero-Waste-Anhängerin. Sie hält sich, soweit es geht, an die 6 Rs: refuse, reduce, reuse, repair, recycle, rot. Lena bastelt viel und gerne mit Naturmaterialien, flickt und repariert. Ihr Tipp: viel selbst machen, achtsam mit den Dingen umgehen, Upcycling nutzen und vor allem nicht in jede Konsumfalle tappen. Dabei hilft zum Beispiel die 10-Minuten-Regel: „Wenn ihr euch 10 Minuten schenkt, um eine Kaufentscheidung achtsam und bewusst zu treffen, könnt ihr viel Geld und Müll sparen“, so Lena (mehr Ideen und Anleitungen auf ihrem Insta-Kanal @apollolena).

Die Summe macht's: kleine Schritte, große Unterschiede

Inspirierende Blogs

Spannende DIY-Ideen und Achtsamkeitstipps findest du im Blog von Magdalena Schertl: www.apollolena.de

Tipps und Infos rund ums Thema Nachhaltigkeit und Familie − darüber schreibt Alex Achenbach: www.livelifegreen.de

Ein witziges, selbstgebasteltes Domino aus Isarkieseln, die sie mit ihrem Söhnchen auf einem Spaziergang gesammelt hat, Farben aus Gewürzen selbstgemixt, Bilder aus Blättern, Moos oder Blumen – Lena fallen immer wieder neue kreative Sachen ein: „Anfangs dachte ich, dass es schwer wird, Zero Waste auch für meine Hobbys Nähen, Malen und Basteln umzusetzen. Wie alle DIY-Addicts könnte ich Stunden in Kreativmärkten verbringen, liebe ich schöne Stifte, Stoffe und Materialien. Aber es geht tatsächlich! Inzwischen habe ich viele gute Less-Waste-Alternativen entdeckt: Handlettering-Stifte zum Wiederauffüllen, Bastelideen aus Karton, Stempel aus der Natur, selbst angerührte Knete aus Mehl, Salz, Speiseöl und Lebensmittelfarben. Sogar für Feste und Kindergeburtstage gibt es tolle müllfreie Alternativen, wie zum Beispiel selbstgenähte Ballons, Stoffgirlanden oder Furoshiki, eine Tradition aus Japan, Geschenke in ein Tuch einzuwickeln.“

Klar, dass Lena Tauschbörsen, Flohmärkte und Nachbarschaftsplattformen für Kleider, Bücher, Spielzeug und Möbel nutzt. Und auch beim Essen passt sie auf. Schließlich gehen 25 Prozent der CO₂-Emissionen für die Produktion, den Transport und die Verarbeitung von Nahrungsmitteln drauf. Einmal pro Woche Großeinkauf im Supermarkt und den Wagen bis oben hin voll laden? Praktisch vielleicht ... Aber ist das auch nachhaltig? Meistens kommt im Alltag dann doch was dazwischen, man geht irgendwo essen, weil's schnell gehen soll und keiner Lust aufs Kochen hat. Da sind ein Menüplan (siehe Seite 105) und zwei kleinere Einkäufe pro Woche schon besser. „So bleibt ihr flexibel und es landet weniger Essen in der Tonne“, weiß Lena aus Erfahrung.

Vielleicht hast du aber auch Lust, beim Foodhub in München-Obergiesing einzusteigen? Dort eröffnet im Sommer der erste Mitmach-Supermarkt – als Genossenschaft nur für Mitglieder, die sich verpflichten, mindestens drei Stunden pro Monat mitzuhelfen. Alle Produkte kommen von Bauernhöfen und Lebensmittelhandwerkern aus dem Umland und werden fair, überwiegend biologisch und regional angebaut (foodhub-muenchen.de). Ähnliche Initiativen gibt es nun auch in Wien und Berlin. Oder ihr werdet zu Lebensmittelrettern und holt euch die App von toogoodtogo.de, meldet euch bei sirplus.de oder foodsharing.de an.

Bei Eva aus Berlin kommen viele Impulse von ihren Teenager-Töchtern. Sie behalten den Öko-Footprint der Familie im Blick: Miuccia, 15, und Moana, 13, gehören der „Generation Greta“ an und leben wie viele Jugendliche ihre Überzeugung – oft konsequenter als die Erwachsenen. Innerhalb eines halben Jahres haben die Fleisch-und Fischfans auf vegetarisch umgestellt. Inzwischen legen sie auch schon versuchsweise vegane Tage ein. Sie kaufen feste Kosmetik, verzichten auf überflüssige Klamotten und Konsum. Miuccia hat das Sticken und „Mending“, kunstvolles Stopfen und Ausbessern, für sich entdeckt. So bleibt die Lieblingsjeans gleich ein paar Sommer länger angesagt. Eva holt sich Inspirationen und Upcyling-Ideen der „New Makers“ von toa.st aus England oder in Blogzines wie nicetohavemag.de oder fashionchangers.de. „Es gibt unheimlich viele originelle und clevere Ideen, wie Becher aus Kaffeesatz (truesday.coffee), Honig vom Imker aus der Nachbarschaft (www.nearbees.de) oder leckere Semmelknödel im Glas, mit denen man Brot retten kann, das sonst weggeschmissen würde (www.knoedelkult.de)“, stellt Eva begeistert fest. Sie schwört außerdem auf gebrauchte und überarbeitete Laptops, Handys und andere Elektrogeräte von refurbed.de oder rebuy. de. „Auch auf ‚FREA‘, das erste Zero-Waste-Restaurant mit Shop in Berlin, bin ich schon gespannt!“, freut sie sich, „Auf der Homepage schreiben sie, dass sie keine Mülltonnen haben und alles bis zu den Gemüseschalen verbrauchen oder kompostieren. Mal schauen ...“ (www.frea.de). Moana ist Fan des britischen Filmregisseurs und Umweltpioniers David Attenborough: „Ich liebe den Film ‚A Life on our Planet‘, weil er zeigt, wie schön die Natur ist und warum wir alles tun müssen, um sie zu schützen. Wir sind ein Teil von ihr. Wir brauchen die Natur, wir können ohne sie nicht leben.“ Deshalb scannt sie im Supermarkt mit der „ReplacePlastic“-App Verpackungen. Denn: Deutschland ist mit 11,7 Millionen Tonnen Plastikverbrauch pro Jahr leider Spitzenreiter in Europa. Biogurken oder ein Bund Karotten in Plastik eingeschweißt? No way! Über 200 Kilo Verpackungsmüll produziert jeder von uns pro Jahr im Durchschnitt. Tendenz durch Online-Shopping, Einweggeschirr und To-Go im Corona-Jahr eher steigend. Da sind wir als Verbraucher gefragt: „Wir können ein echtes Zeichen setzen!“, fordert Moana.

Zu Hause und in der Familie darüber reden, Tipps mit Freunden und Nachbarn austauschen und natürlich auch unsere Bürgerrechte nutzen: fürs Klima auf die Straße gehen und versuchen, politisch was zu bewegen – das ist das Beste, was wir tun können. Trotzdem sollte das Thema Umweltschutz keinen zusätzlichen Stress in die Familie bringen. Na klar müsst ihr nicht alles von Jetzt auf Morgen umkrempeln oder so schnell wie möglich alles Spielzeug aus Plastik oder eure Fast Fashion Teile entsorgen oder gar wegwerfen.

Im Gegenteil: die nachhaltigsten Dinge, die ihr habt, sind die, die ihr bereits besitzt. Je länger ihr Kleider tragt, je mehr Leben ihr Büchern, Handys, Möbeln oder Spielsachen schenkt, je mehr ihr Dinge wertschätzt, desto weniger CO₂ verbraucht ihr.

Am besten für den Planeten ist es, wenn wir öfter einfach happy sind mit dem, was wir haben. Und mal ehrlich, das haben wir im Pandemiejahr doch auch gemerkt, oder? Wir brauchen gar nicht so viel, um nachhaltig glücklich zu sein. Familie, Freunde, Liebe, Gesundheit, etwas Grün, Zeit für uns und füreinander und viele, viele kleine schöne gemeinsame Momente – das gibt es (fast) alles CO₂-neutral, mit einem Lächeln und 100 Prozent gutem Gewissen.

SLOW LIVING FANS: Miuccia, 15 (l.), Moana, 13 (r.), und ihre Mama Eva verbringen lieber Zeit im Wald als beim Shopping. Im letzten Jahr haben sie sich zu Nachhaltigkeits-Expertinnen entwickelt: Sie kochen, backen, lesen viel und sammeln Tipps, reparieren und tauschen.