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Editorial


Musik & Kirche - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 15.01.2020

Liebe Leserinnen und Leser,

Improvisation – ein zunächst ganz alltägliches Thema, denn genau das tun wir öfter, als uns manchmal lieb ist: beim Kochen, bei mancher kleinen Reparatur und in Momenten, in denen wir nicht so vorbereitet sind, wie wir es gerne gehabt hätten. So hat die Improvisation schon hier zwei Seiten: die Kreativität, die oftmals aus der Bewältigung eines scheinbaren Mangels hervorgeht.

Improvisation in der Musik hat noch einen anderen Charakter: Sie ist nicht Notbehelf in alternativlosen Situationen, sondern durchaus gewollt und mit ungeahntem Potenzial, wenn es um das Reagieren auf zeitliche und inhaltliche Vorgaben geht. Oft ist sie geplant, wenn auch nicht komplett schriftlich fixiert. Improvisation kann – bis zu einem bestimmten Level – gelernt werden. Sie braucht Mut, um sich vom Ideal der ausdifferenzierten und über einen langen Zeitraum erarbeiteten Komposition zu lösen. Sie ermöglicht Freiheit auf dem Boden des Erlebten, Gehörten, Erlernten und Geplanten.

Diese Facetten kennen wir bereits aus unterschiedlichen Epochen der Musikgeschichte: der improvisierte Generalbass des Barock, die Solokadenz der romantischen Konzerte, die Jazz- Sessions der Gegenwart und vieles mehr. Für uns Organistinnen und Organisten gehört sie zum „täglichen Brot“ – inspiriert durch Klänge, Texte, Bilder, Räume und Instrumente. Chöre aller Altersstufen und auch die sonntägliche Gemeinde profitieren von überschaubaren und angeleiteten Improvisationsmodellen. So ermöglicht sie musikalisches Erleben auch ohne besondere Vorkenntnisse und öffnet neue Erlebnisräume.

Machen Sie sich ein Bild und staunen Sie, welche Möglichkeiten bereits genutzt werden! Entwickeln Sie weitere Formate, in denen die Improvisation ihren Platz findet!

Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen

Ihre

ANTJE WISSEMANN

Artikelbild für den Artikel "Editorial" aus der Ausgabe 1/2020 von Musik & Kirche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Musik & Kirche, Ausgabe 1/2020

Antje Wissemann (* 1964 in Wuppertal): Studium der Schulmusik und Evangelischen Theologie, Cembalo und Ev. Kirchenmusik (A-Examen); von 1995 bis 2010 Kantorin und Kreiskantorin in Wuppertal (Christuskirche) und Northeim (St. Sixti); 2010 bis 2017 Lektorin für Chormusik beim Bärenreiter-Verlag in Kassel, seit Februar 2017 Kantorin der Kirchengemeinde Eutin an der St. Michaelis-Kirche, seit 2018 Mitglied im Direktorium der Neuen Bachgesellschaft.


Titelbild: Chorimprovisation: der Dutch Organic Choir bei seinem Bühnendebüt im Jahr 2015 beim Festival „Balk Centraal“ in Amersfoort (Niederlande)

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