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EDITORIAL: MAN SOLLTE NEUEN IDEN NICHT GRUNDSÄTZLICH NEGATIV GEGENÜBERSTEHEN, DOCH BEI DER GEPLANTEN GEW ICHTSKLASSE ÜBERWIEGEN FÜR MICH DIE NACHTEILE.


BoxSport - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 11.11.2020
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Bildquelle: BoxSport, Ausgabe 12/2020

Können Sie sich vorstellen, dass in Zukunft Tyson Fury und Anthony Joshua in einer anderen Gewichtsklasse boxen als Deontay Wilder oder Alexander Povetkin? Ich kann mit diesem Gedankenspiel nicht viel anfangen. Aber wenn es nach dem World Boxing Council (WBC) geht, könnte genau das bald schon Realität werden. Denn der Weltverband um Präsident Mauricio Sulaiman wird eine neue (18.!) Gewichtsklasse ins Profiboxen integrieren.

Das neue Limit, das bereits diesen November aufgesetzt werden soll, wird zwischen dem aktuellen Cruiser- und Schwergewicht liegen. Dafür will der WBC das Limit fürs Cruisergewicht von 90,7 auf 86,1 Kilogramm senken. Also genau dorthin, wo es ursprünglich bei der Einführung im Jahr 1979 lag. Dafür soll nun eine neue Gewichtsklasse, die bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch keinen offiziellen Namen hatte, mit einem Limit bei 101,6 Kilogramm eingeführt werden. Erst darüber will man offiziell im Schwergewicht boxen.

Die Gründe Sulaimans und des WBC: Die Schwergewichtler werden immer größer und schwerer. Daher müsste man den „kleineren“ Schwergewichtlern, die physisch Nachteile gegen Fighter wie beispielsweise Fury oder Joshua haben, aber zu groß für das Cruiser sind, entgegenkommen und ein eigenes Limit schaffen. Außerdem wolle man die Gewichtslücke zwischen Halbschwer (79,3) und Cruiser (90,7) verkleinern.

Kritiker warfen dem WBC vor, ein neues Limit nur einführen zu wollen, um durch weitere Titel noch mehr Sanktionsgebühren kassieren zu können. Selbst wenn man diesen Vorwurf außen vor lässt, ergeben sich einige Fragezeichen. Galt nicht bis vor einigen Monaten Deontay Wilder, ein Mann der über weite Strecken seiner Karriere unter 101,6 Kilo wog, als der härteste Puncher im Schwergewicht? Mit Usyk und Povetkin würden zwei weitere Boxer, die für viele aktuell zu den fünf besten Schwergewichtlern der Welt zählen, unter dieses Limit fallen.

Sulaiman wiegelt bei solchen Vorwürfen ab und betont, dass auch leichtere Boxer weiterhin in der Königsklasse antreten könnten, wenn sie das wollten. Also nicht über das Limit von 101,6 Kilo gehen müssten. Dann stellt sich aber automatisch die Frage, ob das neue Limit nicht nur eine „Resteverwertung“ wäre, in der kaum große Börsen zu erwarten sind? Das „normale“ Cruiser kämpft bis heute mit genau diesem Problem.

Man kann es sicher richtig finden, dass die Grenze vom Halbschwer zum Cruiser herabgesetzt wird. Aber schafft man nicht ein neues, vielleicht sogar größeres Problem, wenn der Unterschied vom neuen Cruiser zum neu geplanten Limit mit über 15 Kilo noch viel größer ist? So wird das alte Problem nur verschoben. Und was passiert eigentlich, wenn WBA, WBO noch IBF nicht mitziehen? Bislang scheinen die anderen Weltverbände nicht viel Interesse am WBC-Plan zu zeigen. Wagt der Verband wirklich einen Alleingang, der zweifellos für viel Verwirrung im Boxen sorgen würde? Man sollte neuen Ideen nicht grundsätzlich negativ gegenüber stehen, doch hier überwiegen für mich aus aktueller Sicht eindeutig die Nachteile.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis in eigener Sache. Die Corona-Pandemie macht es uns allen schwer, Dinge für die nähere Zukunft zu planen. Dies ist im Sport allgemein, und im Boxen speziell, nicht anders. Zahlreiche Veranstaltungen - ob national oder international - wurden in den letzten Monaten hoffnungsvoll angesetzt, mussten dann aber doch verschoben oder sogar gänzlich abgesagt werden. Wir bei BOX SPORT versuchen stets, auf solche Ereignisse flexibel zu reagieren und Lösungen vor allem im Sinne unserer Leser zu finden. Und weil es oft anders kommt, als man denkt, müssen wir leider immer wieder Erscheinungstermine anpassen. Das mag verwirrend sein, weshalb wir uns an dieser Stelle einmal grundsätzlich für die Verschiebungen entschuldigen möchten. Auch wenn es für Fachmagazine wirtschaftlich schwere Zeiten sind, werden wir weiterhin alles daransetzen, dass BOX SPORT seine Leser regelmäßig in der gewohnten Qualität erreicht. Und: Wer BOX SPORT abonniert, verpasst natürlich keine einzige Ausgabe. ;-)

Sportliche Grüße

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