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EFFEKTIVE MIKROORGANISMEN: Das Prinzip Saner Krant


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 90/2019 vom 09.08.2019

Eine besondere Mischung vonMikroorganismen soll ein wichtiger Faktor bei derGesunderhaltung von Pferden sein, angefangen bei Verdauungsbeschwerden über Hautprobleme bis hin zur Stallhygiene. Und das aufganz natürliche Art und Weise


Müssen Sie sich auch unwillkürlich kratzen, wenn Sie an Bakterien, Hefen, Pilze und andere winzige Einzeller denken, die auf Ihrer Haut und in Ihren Schleimhäuten leben? Auf allen Lebewesen sitzen wesentlich mehr Mikroben, als wir Körperzellen haben. Auch alle Pflanzen und unsere Umgebung sind dicht besiedelt. Wären Mikroorganismen rot, würde unser ganzer Planet in ...

Artikelbild für den Artikel "EFFEKTIVE MIKROORGANISMEN: Das Prinzip Saner Krant" aus der Ausgabe 90/2019 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 90/2019

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... Signalfarbe leuchten. Na, juckt es schon?

Rund zwölf verschiedene Bakterienund circa 30 Pilzarten hat man bislang auf der Haut und im Fell des Pferdes gezählt, wobei dies wohl nur ein Bruchteil der tatsächlich vorhandenen Mikroorganismen ausmacht


Der japanische Agrarwissenschaftler Professor Higa hat sich bei der Entwicklung von EM tatsächlich vorwiegend mit Mikroben-Kulturen befasst, wie sie auch bei der Herstellung milchsaurer Lebensmittel, zum Beispiel Sauerkraut, verwendet werden. Das Ausgangsprodukt, in diesem Fall Weißkohl, wird durch die Stoffwechselprodukte der Mikroben bei der Fermentation aufgewertet: Es reichert sich mit Vitaminen, Spurenelementen, Enzymen und Antioxidantien an. Durch diesen Fermentationsprozess wird das Sauerkraut letztlich für die Ernährung so wertvoll.
Genau nach diesem Prinzip funktionieren auch die EM. Achten Sie aber darauf, nur Produkte mit Futtermittel-Zulassung zu kaufen! „Ein ganz zentraler Bereich zur Gesundheitsvorsorge ist ein funktionierender Darm“, erklärt Sabine Zerlett und ergänzt: „Ein gesundes Darmmilieu bedeutet ein intaktes und funktionierendes Immunsystem.“ Die Ursache für viele Probleme unserer Pferde sind eine gestörte Darmflora, meist durch zu viel Stress, Fehler in der Fütterung und häufigen Medikamenten-Einsatz.“ Ihrer Erfahrung nach hilft die Fütterung von EM dem Pferd wunderbar an diesem wunden Punkt. „Das bringt eine Vielzahl positiver Mikroorganismen in den Darm und kann das Pferd daher sinnvoll unterstützen. Eine Vielzahl der regenerativen Mikroorganismen passieren den Magen und können das Milieu bis weit in den Dickdarm hinein positiv beeinflussen. Besonders in Zeiten erhöhter Belastung wie im Fellwechsel, nach der Wurmkur, bei Futterumstellung oder in der Rekonvaleszenz ist eine Unterstützung des Darmmilieus sinnvoll.“

Haut: Säureschutzmantel stärken

Auch äußerlich kann man die Mikroorganismen anwenden. Die Haut ist aus mehreren Schichten aufgebaut. Für uns sichtbar und unmittelbaren Umwelteinflüssen ausgesetzt, ist die äußere Hautschicht, die Epidermis. „Auf ihrer Oberfläche lebt eine Vielzahl nützlicher Mikroorganismen“, erklärt Zerlett. „Rund zwölf verschiedene Bakterien- und circa 30 Pilzarten hat man bislang auf der Haut und im Fell des Pferdes gezählt, wobei dies wohl nur ein Bruchteil der tatsächlich vorhandenen Mikroorganismen darstellt.“ Zusammen mit einem feinen Schutzfilm, der von den Talgdrüsen und Hautzellen gebildet wird, bilden die Mikroorganismen den natürlichen Säureschutzmantel der Haut.

Das Problem: Pferde in menschlicher Haltung haben viel kleinere Lebensräume zur Verfügung als ihre frei lebenden Artgenossen. Unsere Tiere halten sich also immer in derselben Umgebung auf und kommen deshalb vermehrt mit negativen oder einseitig zusammengesetzten Mikroorganismen-Populationen in Kontakt, die das Hautmilieu stören können. Denn selbst das beste Haltungssystem kann es dem Pferd nicht ermöglichen, seine Kot- und Urinstellen komplett zu meiden. Hier kommen die Effektiven Mikroorganismen ins Spiel. „In der EM-Fellpflege sind verschiedenste Mikroorganismen enthalten, die überall in der Natur vorkommen,“, erklärt Zerlett. „Sie sorgen für ein Milieu auf der Haut, das schädigenden Keimen und Pilzen den Nährboden entzieht. Durch die von den Mikroorganismen produzierten Stoffe werden das natürliche Gleichgewicht des Hautmilieus und der Säureschutzmantel unterstützt.“

Effektive Mikroorganismen verhindern außerdem die Vermehrung schädlicher Keime. „Daher sind sie besonders zur Vermeidung von Huf- und Fesselproblemen geeignet, die durch Bakterien oder Pilze verursacht werden“, sagt die Expertin. „Insbesondere in den Wintermonaten ist der Kontakt zu Keimen durch den vermehrten Aufenthalt im Stall und auf feuchten Ausläufen höher als im Sommerhalbjahr. Zwar fehlt vielen Mikroorganismen in den Wintermonaten die nötige Temperatur, um sich stark zu vermehren. Die Population negativer Keime im feuchten Boden sollte trotzdem nicht unterschätzt werden.“ Im Sommer riecht man Fäulnis, Urin und Kot, die auf negative Bakterien hinweisen, sehr deutlich. Im Winter fehlt der schlechte Geruch als Hinweis. „Die Keime sind dennoch da und können sich auf der warmen Pferdehaut und im Huf wunderbar vermehren“, so Zerlett. „Die Effektiven Mik-roorganismen nehmen ihnen jedoch den Raum – und einige verbreiten sich auch bei niedrigen Temperaturen.“

Durch Überdüngung und einseitigen Anbau fehlen im Bodenmilieu wertvolle und oft wichtige Mikroorganismen


Effektive Mikroorganismen sind besonders zur Vermeidung von Huf- und Fesselproblemen geeignet, die durch Bakterien oder Pilze verursacht werden


Stall: Kein Gestank, keine Fliegen

Im Stall sollen EM für ein besseres Klima sorgen und Fliegen fernhalten. „Auch dort ändern die Effektiven Mikroorganismen das Milieu, sodass die ‚guten‘ Bakterien überwiegen und Fäulnis, Gerüche und Ammoniakgas eingedämmt werden“, erklärt Zerlett. „Die EM verstoffwechseln schädliche Keime und Bakterien. Das regelmäßige Aussprühen des Stalles, der Box, ihrer Wände und natürlich der Einstreu mit dem EM-Stallreiniger redu-ziert deshalb Fäulnis und die Gesamtmenge schädlicher Mikroorganismen, die sich in einem abbauenden Milieu wohlfühlen.“

Durch Effektive Mikroorganismen kann der Boden wieder vielfältige Nährstoffe für einen artenreichen Bewuchs mit verschiedensten Gräsern und Kräutern liefern.


Angenehmer Nebeneffekt: Es gibt auch weniger Fliegen im Stall. Denn die fühlen sich durch üble Gerüche von im Abbau befindlicher organischer Substanz, also Fäulnis und Verwesung in unterschiedlichen Stadien, angezogen. „Fliegen ernähren sich von totem oder in Zerfall befindlichem organischem Material. EM stoppen die Fäulnisprozesse, der Gestank verschwindet – und mit ihm die Fliegen“, sagt Sabine Zerlett. „Kot, verunreinigte Einstreu und Futterreste bieten optimale Bedingungen für die Entwicklung von Larven – der EM-Stallreiniger entzieht ihnen die Lebensgrundlage.“

Die Menge an Fliegen im Stall kann man nur reduzieren, indem man Abbauprozesse entweder verhindert, oder beschleunigt. „Die Effektiven Mikroorganismen sorgen für schnelle Abbauprozesse organischer Substanz, ein Rotteprozeß ohne Fäulnis wird angeregt“, erklärt Zerlett. „So wird die durch Kot und Urin typische Bildung von Ammoniak verhindert, und Fliegen fühlen sich vom Stallgeruch weniger angezogen, denn sie erkennen ihn nicht als idealen Lebensraum.“ Und noch ein Punkt ist interessant: „Durch den schnellen Abbau der organischen Substanz finden Maden keine optimalen Lebensbedingungen mehr vor.“

Weide: Artenreicher Bewuchs

Auch auf der Weide soll der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen einiges bewirken. „Das natürliche Futter unserer Pferde wird immer nährstoffärmer“, so Zerlett. „Durch Überdüngung und einseitigen Anbau fehlen im Bodenmilieu wertvolle und oft wichtige Mikroorganismen. Mit Hilfe von EM kann der bestehende Mangel langfristig ausgeglichen werden.“ So sollen sich durch den Einsatz von Effektiven Mikroorganismen die Lebensbedingungen aller Pflanzen verbessern. „EM ergänzen die bereits im Boden befindlichen Mikroorganismen und aktivieren das Bodenleben“, erklärt Sabine Zerlett. „Die Nährstoffversorgung aller Pflanzen wird verbessert und Bodenverdichtungen werden langfristig aufgelöst. Die Durchlüftung des Bodens und sein Wasserhaltevermögen verbessern sich. Gleichzeitig erhöht sich die Trittfestigkeit; die Neigung zu Staunässe nimmt ab. Schädliche Unkräuter werden in Kombination mit guter Weidepflege verdrängt, der Aufwuchs kräftig und gehaltvoll. Der Boden kann wieder vielfältige Nährstoffe für einen artenreichen Bewuchs mit verschiedensten Gräsern und Kräutern liefern.“

Das klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein. Sind Effektive Mikroorganismen also ein Allheilmittel? „Nein, das nicht“, sagt Zerlett unmissverständlich. Denn Effektive Mikroorganismen können langfristig weder die Lebensbedingungen noch Fütterungs- und Haltungsfehler ausgleichen. „Wenn das Pferd ein Problem hat, muss der Besitzer immer die Ursache dafür herausfinden und abstellen, also die Lebensbedingungen des einzelnen Pferdes optimieren“, sagt sie ganz klar. „Doch zusätzlich zu einer möglichst artgerechten Haltung und Fütterung können Effektive Mikroorganismen das Pferd in vielerlei Hinsicht unterstützen.“ Und das ist gar nicht teuer. „Die Fütterung eines 600-Kilogramm-Pferdes mit Bokashi kostet im Monat etwa 20 Euro“, versichert die Expertin. „Gefüttert werden sollte je nach Bedarf zwischen ein und sechs Monate, eventuell auch dauerhaft.“

Ein mit EM angereichertes Zusatzfutter für Pferde enthält in der Regel organische Bestandteile, zum Beispiel Getreidespelze oder Kräuter, die von Effektiven Mikroorganismen fermentiert wurden


WANN KÖNNEN EFFEKTIVE MIKROORGANISMEN HELFEN?

• Bei der Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens des Pferdes.
• In Zeiten erhöhter Stoffwechselbelastung wie dem Fellwechsel, nach Impfungen oder Wurmkuren, während und nach einer Antibiose oder der Gabe anderer Medikamente.
• Im Wachstum, bei alten Pferden zur Erhaltung und Verbesserung der Körperkonstitution und bei Sportpferden.
• Bei Problemen jeglicher Art, die einen Zusammenhang zum Darm vermuten lassen oder ihre Ursache dort haben.

WAS SIND EFFEKTIVE MIKROORGANISMEN?

Was hat Sauerkraut damit zu tun? Auch bei dessen Fermentation wird das Ausgangsprodukt mit Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen angereichert


Effektive Mikroorganismen sind eine Mischung von über 80 verschiedenen Mikroorganismen, bestehend aus Hefen, Pilzen, Milchsäurebakterien und Photosynthesebakterien, die von dem japanischen Agrarwissenschaftler und Hochschulprofessor Prof. Dr. Teruo Higa entwickelt wurden. Higa suchte ursprünglich nach einem Weg, Pflanzenwachstum und Pflanzengesundheit mit Hilfe von Mikroorganismen zu verbessern. Er begann seine Forschungen mit einzelnen Stämmen, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Erst eine Mischung verschiedener Mikroorganismen brachte den Durchbruch: Higa entdeckte eine Mischung nützlicher und hilfreicher Mikroorganismen, die ihre natürlich vorkommenden Artgenossen bei ihren vielfältigen Aufgaben unterstützen, so für ein aktives Bodenleben und hohe Bodenfruchtbarkeit sorgen. Durch jahrelange Forschung wurden neben den ursprünglichen Produkten für Boden und Pflanzen auch Produkte für Mensch und Tier, Haus und Garten entwickelt. Wichtig: „Achten Sie auf Original EM”, empfiehlt Sabine Zerlett von Emiko. „Es gibt nämlich mittlerweile mehrere Nachahmer, die Plagiate herstellen – mit geringerer Qualität.“ Original EM ist als eingetragenes Markenzeichen geschützt. „Alle EM-Artikel, die dieses Markenzeichen tragen, sind aus Original EM-1 von Professor Higa hergestellt und enthalten somit alle Stämme der Mikroben.“


Fotos: slawick.com (2), Adobetock (1), GettyImages (1), imago images/ Galoppfoto (1)/ blickwinkel (1)