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Ehre, wem Ehre gebührt


Sportschipper - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 28.11.2019

Einer kommt, und einer geht: Für den neuen Vorsitzenden des Fachverbandes Segeln Bremen, Nils Kollert, ist es die erste Seglerehrung in dieser Funktion im Haus „Tritonia“ in der Bremer Neustadt. Und FSB-Wettsegelobmann Uwe Wenzel kündigt Mitte November an, die Ehrung der Besten 2019 sei seine letzte in diesem Amt. Die zieht er aber noch einmal gekonnt mit den richtigen Kommentaren für gute Leistungen durch.


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Ausgezeichnete Leistungen: Der scheidende Wettsegelobmann Uwe Wenzel (rechts) ehrte in gewohnt launiger Manier die erfolgreichen Segler des Jahres des Fachverbandes Segeln Bremen.


Und Uwe Wenzel nimmt dabei wie immer kein Blatt vor den Mund: Der Klassenerhalt des Bundesligateams der Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ ist ihm auf dem SKWB-Hochseeseglerabend vor einigen Wochen im Bremer Rathaus zu sehr gelobt worden: „Dagegen ist der zweite Platz in der Segel-Bundesliga durch das Team des Wasser-Sportvereins Hemelingen (WVH) dort offensichtlich vergessen worden. Und das bei einem Team, das ausschließlich aus Jungs von hier, aus unserem eigenen Nachwuchs aus der Region besteht. Die segeln jetzt zum zweiten Mal Champions League. Das hätte man sich vor ein paar Jahren noch nicht vorstellen können.“ Es sei beachtlich, was Jan Seekamp da auf die Beine gestellt habe, zumal das Team des WVH praktisch das letzte reine Amateurteam im Rennzirkus sei. Der so Gelobte darf dann auch nach vorne kommen und sein Gravurglas und die Exemplare für die Kollegen in Empfang nehmen. Das sind: Jens Tschentscher, Karsten Kemmling, Eike Martens, Markus Maisenbacher, Björn Schütte, Tjorben Wittor und Sverre Reinke.

Wobei letztgenannter Sverre Reinke kurz darauf gleich noch einmal zur Ehrung des besten Seglers des Jahres im Bereich „Jolle“ nach vorne kommen darf. Der erste Platz bei den Deutschen Meisterschaften in der Europe sei Reinkes achte Deutsche Meis - terschaft, angefangen mit einer gewonnenen Jugend-Meisterschaft 2008 in der Europe, so Uwe Wenzel: „Dazu muss man wissen, dass im letzten Rennen sogar der Weltmeister von 2018 an Sverre gescheitert ist. Zu sehen, mit welcher Ästhetik er sein Boot lenkt, macht einfach Spaß.“ Wenzel lobt insbesondere auch den Kampfgeist des Ausnahmeseglers von der Weser: „Ich habe jetzt bei einer Regatta miterlebt, wie ihm das Groß zerrissen ist und er zwei Stunden lang versucht hat, das für den Einsatz doch noch irgendwie zu flicken. Da hätten andere längst aufgegeben.“ Auch Dr. Bernhard Buchwald von der „Xenia“ darf zweimal nach vorne: Einmal gibt es Glückwünsche für den zweiten Platz im ORC Offshore hinter der „Sunbird“ von VBS-Segler Norbert Drücker und seiner Crew. Und dann wird der Regattawart des Weser Yacht Clubs in Bremerhaven aber auch noch als „Bester Segler des Jahres“ für den Bereich „See“ geehrt. Die Komplimente gibt Buchwald umgehend an seine umfangreiche „Xenia“-Crew weiter. Wenzel betont aber auch Buchwalds Arbeit für die Wiederbelebung der Rotesand-Regatta: Die sei 2017 mit nur zwanzig teilnehmenden Booten fast eingestellt worden und habe sich durch Buchwalds Reorganisation zum 50. Jubiläum wieder auf siebzig Bootsmeldungen im Jahr 2018 und immerhin 65 in diesem Jahr wieder berappelt. Wenzel: „Da hast Du mit Deinem Engagement Deinem Sport etwas zurückgegeben.“ Weiter geht es im Ehrungsreigen: Die zwölfjährige Lina Kozica vom WV Hemelingen gewinnt mit sieben ersten Plätzen und zwei zweiten Plätzen mit zwanzig Punkten Vorsprung die Rangliste der Opti-B-Talente. Wieder einmal Landesmeisterin im Opti A wird Josephine Koep vom Verein Wassersport Vegesack (VWV). Uwe Wenzel mustert sie bei der Trophäenübergabe: „Bist Du nicht langsam etwas zu groß für den Opti?“ Josi kontert knapp: „Nö!“

FSB würdigt die Leistungen seiner besten Segler – Wettsegelobmann Uwe Wenzel kündigt Rückzug an

Als Landesmeisterin in der Europe geht Steffi Pöpken vom WVH nach vorne. Ihr bescheinigt Wenzel gut informiert, im letzten Lauf noch die Vorjahresmeisterin Tora Kröner abgefangen zu haben. Im 420er werden Janna Feuser und Maximilian Ehlken vom WV Hemelingen Landesmeister, wobei Wenzel hier bei Janna mal für Tests im Conger vorspricht. Dann geht es zu den Dickschiffen mit der Ehrung des Landesmeisters Yardstick See für Udo Wischhausen vom Wassersportverein LUV. Mit seiner Hallberg-Rassy 312 hat sich Wischhausen gegen 15 Boote durchgesetzt. Uwe Wenzel trocken: „Was beweist, dass man auch mit einem Trecker vorneweg fahren kann.“ Tatsächlich ist die Sprinta Sport von Thomas Holze dazu vergleichsweise geradezu ein Segelfloh. In der Rangliste ORC Club mit ebenfalls 15 Booten schaffte Holze mit seiner eingespielten Crew mit gutem Vorsprung hier souverän den Landesmeister.

Eine Ehrung für den zweiten Platz im Contender bekommt Markus Maisenbacher. Glaspokale gehen für einen ersten Platz an den zur Ehrung erkrankten Hauke Lutzen vom WV Hemelingen mit seinem Segelgeschoss „Immac Fram“. Thomas Jungblut vom Segelverein Weser wird für seinen ersten Platz mit seiner Seascape 18 geehrt.

Alexander und Björn Beilken, Jork Hohmeyer und Tobias Teichmann von der SKWB gehen für ihren dritten Platz mit der „Procedes Diva“ in den Rennen der J-70-Klasse nach vorne zum Händeschütteln.

Uwe Wenzel hat auch noch Hans-Hermann Franke vom OSV für seine Leistungen im Conger auf dem Zettel, ebenso wie die „Halbtrocken 4.0“ von Marc Viehöfer (WSV Aumund) und die „Patent 4“ von Jürgen Klinghardt von der SKWB. Eine Ehrung geht besonders schnell: Uwe Wenzel gratuliert sich selbst zum dritten Platz bei der EM der Monas.

Vor dem Curry vom Huhn mit kalten Beilagen erläutert FSB-Chef Kollert noch eine kleine inhaltliche Änderung an der Segler-Ehrung in diesem Jahr: Weil es die Jahrestreffen mit Behörden- und Institutionsvertretern auf dem Dampfer „Friedrich“ aus Kostengründen nicht mehr gibt, will er künftig diesen Gästekreis stärker in die Seglerehrung mit einbeziehen – zur gegenseitigen Pflege der guten Beziehungen und Information über die Sicht der Segler. Die Ansprechpartnerin bei der Wasserschutzpolizei, Esrin Korff-Avunc, lernt so an diesem Novemberabend genauso etwas über den Sport auf dem Wasser wie Bremens Sportamtsleiter Christian Zeyfang. Zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht dabei ist FSB-Ehrenvorsitzender Jochen Nagell. Dem lässt Nils Kollert die besten Genesungswüsche der Segler-Community zukommen.

(Volker Kölling)


(Foto: Kölling)

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