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Eichhörnchen: quirlige Nager


Liebes Land - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 21.08.2019

Sie gehören zu den putzigsten Bewohnern deutscher Wälder und Parks. Doch den roten Eichhörnchen droht Gefahr aus der eigenen Familie: Ein grauer Verwandter macht ihnen das Revier streitig


Artikelbild für den Artikel "Eichhörnchen: quirlige Nager" aus der Ausgabe 5/2019 von Liebes Land. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Liebes Land, Ausgabe 5/2019

Ein wenig rastlos wirken sie oft, und ihr Blick scheint immer zu sagen: „Keine Zeit, ich muss gleich wieder los!“ Eichhörnchen (Sciurus vulgaris ) leben in ganz Europa, sind über den Ural aber auch ostwärts bis Korea und Hokkaido in Japan verbreitet. Die drolligen Gesellen sind Stars der menschennahen Natur. In Kurorten wie Bad Nauheim sind sie so verwöhnt, dass man ihnen nur die Hand hinhalten muss – schon kommen sie ...

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Ein wenig rastlos wirken sie oft, und ihr Blick scheint immer zu sagen: „Keine Zeit, ich muss gleich wieder los!“ Eichhörnchen (Sciurus vulgaris ) leben in ganz Europa, sind über den Ural aber auch ostwärts bis Korea und Hokkaido in Japan verbreitet. Die drolligen Gesellen sind Stars der menschennahen Natur. In Kurorten wie Bad Nauheim sind sie so verwöhnt, dass man ihnen nur die Hand hinhalten muss – schon kommen sie angelaufen, um nachzusehen, ob man vielleicht ein paar Nüsse für sie hat. Mit denen futtern sie sich nicht nur Winterspeck an. Ein großer Teil wird an Stellen vergraben, die das Hörnchen später mit schlafwandlerischer Sicherheit wiederfindet. Vorräte für die kalte Jahreszeit sind wichtig, denn die Nager verschlafen sie nicht. Sie ruhen sich nur in einem von mehreren Nestern, Kobel genannt, aus. Wenn die Temperaturen tief in den Keller gehen, schließen sich Eichhörnchen auch schon mal zu einer WG zusammen und schlafen unter ihren buschigen Schwänzen eng aneinandergekuschelt.

Zu flink für Feinde

Viele natürliche Gegner haben sie nicht zu fürchten: Marder, Wildkatzen und einige Raubvögel haben zwar mitunter Appetit auf Hörnchen, doch mit schnellen Sprüngen von Ast zu Ast und kreiselnden Baumbesteigungen sind diese kaum zu fassen. Selbst ihre Nester haben Notausgänge: Kommt der Habicht von oben, flieht das Eichhörnchen nach unten. Tricksen und täuschen klappt ohnehin ganz hervorragend. Eichhörnchen, die sich beobachtet fühlen, tun einfach nur so, als ob sie ihre Nüsse vergraben. In Wirklichkeit bleibt das Erdloch leer und das gesammelte Futter wird später an anderer Stelle deponiert. Als wäre das nicht schon clever genug, hat die Natur die Nager auch noch mit einer erstaunlichen Geburtenkontrolle ausgestattet. Wenn die Bäume für das folgende Jahr weniger Samen abwerfen, bringt das Weibchen automatisch weniger Jungtiere zur Welt.

Auf Bäumen fühlt sich das Hörnchen wohl. Hier findet es Nahrung und ist vor Feinden sicher. Sein Nest baut es deshalb meist in einer Höhe von über sechs Metern


Ein bis sechs Junge wachsen gut geschützt im Kobel auf. Bis Fell und Zähne sich gebildet haben und die Augen offen sind, vergehen ganze sechs Wochen


Gerade nach trockenen Sommern brauchen Eichhörnchen viel frisches Wasser, das sie nicht sammeln können wie Nüsse. Ein sauberes Schälchen wird gerne angenommen


Eichhörnchen springen von Ast zu Ast, aber auch von Baum zu Baum, bis zu fünf Meter weit. Der Schwanz dient als Steuerruder


Probleme aus Übersee

Das Leben der Eichhörnchen könnte beneidenswert weitergehen, wäre da nicht die schwierige Verwandtschaft aus den Vereinigten Staaten. Auf Handelsschiffen kam im 19. Jahrhundert das graue Eichhörnchen (Sciurus carolinensis ) nach London, in Italien wurden Mitte des 20. Jahrhunderts zwei Pärchen von Diplomaten freigelassen. Seither verdrängen die größeren, vorwiegend am Boden herumturnenden Invasoren ihre roten Verwandten. Bei uns in Deutschland wurden sie noch nicht gesichtet, aber Experten warnen, dass das nur eine Frage der Zeit sein könnte.

Duell ums Überleben: Konkurrenz unter Eichhörnchen

Graue Eichhörnchen haben sich z. B. in Großbritannien bereits die Vormachtstellung erkämpft. Sie sind größer und schwerer, robust, anspruchslos in der Futterwahl – und plündern gerne die Vorräte der roten Verwandten. Besonders tückisch: Sie infizieren die „Roten“ mit lebensgefährlichen Pockenviren, erkranken selbst jedoch nicht. Prinz Charles befürwortet die Eindämmung der Grauhörnchen-Population.

Rote Eichhörnchen sind klein und flink – ein Vorteil auf der Flucht vor Feinden. Spezialisiert sind sie eigentlich auf Nadel- und Mischwälder als Lebensraum, denn hoch hängende Zapfen müssen mit weniger Nahrungskonkurrenten geteilt werden. Jungvögel verschmähen die kleinen Räuber allerdings auch nicht.

Dank ihrer Krallen und der sehr kräftigen Hinterbeine können Eichhörnchen sogar kopfüber am Baum hängend eine Mahlzeit einnehmen


Fotos: AdobeStock (2), fotolia (2), iStock (4)