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Ein Fluss im Dörnröschenschlaf


Kanu Sport - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 01.11.2019

Hand aufs Herz: wem sagen die Worte „ludzu“, „paldies“ oder „labdien“ etwas? Wahrscheinlich können die wenigsten von uns damit etwas anfangen, aber es lohnt sich, diese lettischen Wörter für „bitte“, „danke“ und „guten Tag“ schon einmal auswendig zu lernen, denn Lettland ist unbedingt eine Reise wert.


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Riga: Schwarzhäupterhaus mit Straßenmusik


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In den Abendnachrichten taucht Lettland so gut wie nie auf, wir sehen höchstens allemal ein paar LKW mit dem Nationenkennzeichen LV auf unseren Autobahnen. Bereits vor Jahren wurde ich allerdings schon auf den Fluss Gauja aufmerksam, der als einer der schönsten Kanuwanderflüsse Europas gelten soll. Auf einer Strecke von über 400 km insgesamt fahrbar, erwartet den Kanuten auf den letzten 300 km ein völlig naturbelassener Fluss ohne ein einziges Wehr, ohne Begradigung oder Uferverbauung, nur gelegentlich eine Brücke und Zugang zu einer Kleinstadt und dazu eine Landschaft, die von einem flachen Urstromtal mit weiten Auwäldern hin zu steilen Felswänden, von ruhiger Strömung zu einigen leichten Stromschnellen alles bietet, was die Seele eines Kanuwanderfahrers erfreut. Nun wäre es dem Land nicht angemessen, die Urlaubszeit ausschließlich auf einem Fluss zu verbringen und so planten wir für den Sommer eine Dreiteilung: erst eine Woche Gepäckfahrt auf der Gauja über ca. 275 km, dann ein ausgiebiger Besuch der Hauptstadt Riga und zum Abschluss noch eine dreitägige Gepäckfahrt auf der Abava über ca. 100 km. Verbleibende Reservetage sollten für Sightseeing nach den örtlichen Gegebenheiten genutzt werden.
Im Frühling war es dann soweit, die beste Ehefrau von allen gab ihr ok zum Abenteuer Lettland, die Fähre Tra- vemünde-Liepaja wurde gebucht, ein Reiseführer gekauft und im DKV-Auslandsführer Nordosteuropa und im Internet nach ergänzenden Informationen zu den Flüssen Gauja und Abava gesucht. Allerdings soll in diesem Bericht nicht groß von der Gauja die Rede sein – da gab es bereits mehrfach Fahrtenberichte im KANU-SPORT und anderswo. In diesem Fall möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Abava lenken, die eher noch in einem Dornröschenschlaf verharrt – insbesondere wenn man die sommerlichen Leihbootmassen im Bereich des Nationalparks auf der Gauja erlebt hat.


„Es wäre dem Land nicht angemessen, den Urlaub ausschließlich auf dem Wasser zu verbringen.“


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Alte Steinbogenbrücke in Kuldiga


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Einsamer Biwakplatz im Waldtal


Urlaub in drei Akten: Gepäckfahrt auf der Gauja, Besuch Riga, Abschluss auf der Abava

Nach einem entspannten Tag auf See mit der Fähre „Urd“ von Travemünde nach Liepaja mit Ankunft um 22:00 Uhr verbringen wir die erste Nacht in einem Hotel, dann geht es mit dem Auto auf den überwiegend sehr gut ausgebauten Überlandstraßen um Riga herum und weit in den Nordosten Lettlands, bis wir in Vireši auf eine kleine Schotterstraße abbiegen an deren Ende der Bauernhof Luikas wartet. Hier hole ich per Fernbusverbindung unseren sicher geparkten Multivan am Ende der Gauja-Tour auch wieder ab. Ein wenig erzähle ich noch über unsere Fahrt, entrichte einen Obolus für die Nutzung des Biwakplatzes und das Parken unseres Multivans und mache mich auf die Reise zu meiner wartenden Frau Dörthe am Dzirnezers-See, dem Ende unserer Gauja-Tour. Diese hat zwischenzeitlich per Smartphone einige passable Hotels in Riga recherchiert und nach einigen weiteren Telefonaten haben wir ein Zimmer für die folgenden drei Nächte am nördlichen Stadtrand von Riga gebucht, von wo aus wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Stadt erkunden können.

Flanieren und Entspannung in RIga

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Riga, die Hauptstadt Lettlands hat knapp 700.000 Einwohner und macht nach einer Woche Natur pur natürlich einen sehr quirligen Eindruck. Allerdings geht es dabei auch wieder recht entspannt zu. Als Fußgänger kann man die autofreie Innenstadt genießen und die vielen restaurierten historischen Gebäude bewundern. Überall spielen bei sonnigem Wetter Straßenmusikanten auf klassischen Instrumenten auf und zahlreiche Straßenrestaurants laden zum Verweilen ein. Unbedingt einen Besuch wert sind die Markthallen gleich neben dem Busbahnhof. Optisch eine Schau sind die Gemüse- und Fischhallen, für einen kleinen Snack zwischendurch lohnen die Backstuben einen Abstecher, die eine Vielfalt süßer Köstlichkeiten ofenfrisch zubereiten. Das eigentliche Highlight aber, das sind die etwas nördlich des alten Stadtzentrums gelegenen Jugendstilviertel. Hier sind entlang zweier Straßenzüge prachtvoll gestaltete Stadtvillen aus der Jugendstilzeit liebevoll und detailliert restauriert worden. Da kann man als staunender Betrachter eine ganze Zeit vor den Fassaden verweilen und entdeckt doch immer wieder neue Details an den reich geschmückten Fronten. Zurück im Zentrum erholen wir uns in einem kleinen Cafe mit heißer Schokolade (die ihren Namen verdient) und ein wenig Gebäck und planen derweil den nächsten Abschnitt unserer Reise, eine weitere Kanufahrt diesmal auf der Abava. Zur Abava heißt es erst einmal wieder ein Stück mit dem Auto fahren, denn die Abava fließt in der Provinz Kurzeme im Südwesten Lettlands. Unterwegs halten wir an dem kleinen Landschlösschen von Mezotne mit schön angelegtem englischen Landschaftspark und können uns dort die Beine vertreten. Noch früh am Nachmittag erreichen wir Kandava, wo wir für eine weitere Nacht ein Zimmer in einem kleinen Landhotel per Telefon reserviert hatten. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit einem Spaziergang hinauf zu den Resten der alten Burg und natürlich zu der wuchtigen Steinbrücke, die hier die noch recht schmale Abava überquert. Im benachbarten Supermarkt werden die notwendigen Vorräte ergänzt, immerhin soll es noch einmal für drei Tage in die freie Natur gehen.

Start von guten Wünschen begleitet


“Im Supermarkt werden die notwendigen Vorräte ergänzt, immerhin soll es für drei Tage in die freie Natur gehen.“


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Blick über die Venta bei der Abava-Mündung


Nach einem deftigen lettischen Frühstück geht es am nächsten Morgen zur Brücke und Einsetzstelle. Dort sind wir nicht allein, ein örtlicher Bootsvermieter bringt gerade eine Gruppe Canadierfahrer aufs Wasser. Nachdem seine Kunden unterwegs sind, kann ich noch ein wenig mit ihm fachsimpeln. Durchaus ein wenig neidisch wird unser schnittiger Wenonah-Canadier begutachtet, und dann tauschen wir uns über Flüsse, Wasserstände und schöne Zeltplätze aus. Vor einem Jahr hat der junge Mann noch im Mecklenburgischen bei einem deutschen Bootsvermieter gejobbt, nun konzentriert er sich wieder ganz auf sein eigenes Geschäft. Wir steigen, begleitet von guten Wünschen für die Tour, oberhalb der Brücke ein, durchfahren die wuchtigen Natursteinbögen und finden uns zunächst auf einem schmalen und ein wenig zugewachsenen Wiesenflüsschen wieder, das sich in unzähligen Mäandern durch den hier weiten Talboden schlängelt. Zum Steuern wird so manches Mal auch die Hilfe der Frontfrau erforderlich und auch der Wasserstand reicht eher knapp für eine Befahrung. Doch wir müssen uns ja nicht beeilen, es ist Urlaub und mit ein wenig Umsicht und Bedacht wird unser gut beladener Canadier um alle Kehren herum gelotst. Die Strömung ist eher träge bis gar nicht vorhanden, so bin ich froh, auf der Abava mit ca. 30 km je Fahrtentag etwas geringere Etappen als auf der Gauja geplant zu haben.
Eine unfertige Betonbrücke beschert uns einen kleinen steinigen Schwall, den wir nur mit etwas Mühe hinunter rutschen können. Allmählich wird das Tal nun etwas enger, rechts und links rücken flache Hügel in unser Blickfeld und laut unserem Reiseführer soll in dieser Gegend um den Ort Sabile sogar das nördlichste offiziell anerkannte Weinanbaugebiet Europas liegen. Wir sehen leider weder etwas von den Rebstöcken noch von dem gekelterten Traubensaft und so folgen wir dem sich träge dahin schlängelnden Flüsschen, welches nach wie vor nur sehr gelegentlich von kleinen Schwällen oder kurzen Strömungsabschnitten unterbrochen wird. von vielen Ausflüglern als Badestelle genutzt. Wir schlagen unser Lager auf und lassen den Tag noch einmal Revue passieren während noch bis in die Dämmerung vom Fluss her fröhlicher Badelärm zu uns herüberschallt.
Der nächste Tag beginnt ein wenig sportlicher. Unterhalb des kleinen Wasserfalles folgt über mehrere Kilometer ein wenig flottere Strömung, bevor sich die Abava dann doch wieder ihres eher geruhsamen Charakters besinnt. Da heißt es dann für uns wieder etwas kräftiger am Stock zu ziehen und das Boot ganz aus eigener Kraft voran zu treiben. Belohnt werden wir dafür mit reichlich Sichtungen von Eisvogel und Wasseramsel, gelegentlich sind auch einmal Spuren von Bibern am Ufer zu entdecken. Das Wasser ist glasklar und weist einen üppigen Fischbestand auf. Im Uferbereich befindet sich die Zone der Kinderstube mit Fischchen von wenigen Zentimetern Länge, während sich in den tieferen Bereichen die kapitalen Exemplare tummeln und gelegentlich mit einem Sprung und lautem Platschen auf sich aufmerksam machen. Wir passieren den Ort Renda mit offiziellem Campingplatz und Zielpunkt der meisten Leihboote, denn jetzt wird es ganz einsam. Wenige Kilometer hinter diesem Ort taucht die Abava in ein völlig abgeschiedenes Waldtal ein. Hier sind von der lettischen Forstverwaltung etliche Biwakplätze angelegt worden. Die Ausstattung ist durchaus unterschiedlich, so dass wir uns nach einem kurzen Landregen für einen Platz mit Wetterschutzdach entscheiden. Es geht zwar etwas steil eine Böschung hinauf, aber kaum steht das Zelt und der Kocher zischelt, rauscht um uns herum der nächste Guss, der uns aber nun – wohl überdacht – nichts weiter anhaben kann.

Wir lassen das Spiegelbild des Flusstales auf uns wirken

Die Nacht ist bei weiterhin dichter Bewölkung stockdunkel und am nächsten Morgen hängen noch dichte Nebelschwaden über dem Fluss. Kein Windhauch rührt sich und so lassen wir uns zunächst immer mal wieder ein Stück treiben und die glatte Wasserfläche mit dem Spiegel- hinter diesem Ort taucht die Abava in ein völlig abgeschiedenes Waldtal ein. Hier sind von der lettischen Forstverwaltung etliche Biwakplätze angelegt worden. Die Ausstattung ist durchaus unterschiedlich, so dass wir uns nach einem kurzen Landregen für einen Platz mit Wetterschutzdach entscheiden. Es geht zwar etwas steil eine Böschung hinauf, aber kaum steht das Zelt und der Kocher zischelt, rauscht um uns herum der nächste Guss, der uns aber nun – wohl überdacht – nichts weiter anhaben kann.

Wir lassen das Spiegelbild des Flusstales auf uns wirken

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Die Nacht ist bei weiterhin dichter Bewölkung stockdunkel und am nächsten Morgen hängen noch dichte Nebelschwaden über dem Fluss. Kein Windhauch rührt sich und so lassen wir uns zunächst immer mal wieder ein Stück treiben und die glatte Wasserfläche mit dem Spiegelbild des bewaldeten Flusstales auf uns wirken. Wir fühlen uns ein wenig aus der Welt entrückt, kein Laut dringt an unsere Ohren, selbst die Vögel scheinen die etwas mystische Stimmung nicht unterbrechen zu wollen. Später am Vormittag, im Bereich einiger Kiesinseln mit kleinen munteren Schwallstücken werden wir dann durch ein Platschen und Keckern in einem Nebenarm aufmerksam. Familie Fischotter tobt hier in munteren und äußerst eleganten Sprüngen durch das seichte Wasser. Ob auf Fischfang oder aus purer Lebensfreude vermögen wir nicht zu entscheiden, auf jeden Fall haben sie sich hier in einem wohl nahezu idealen Revier angesiedelt. Auf den letzten Kilometern der Abava ändert sich die Szenerie noch einmal. Auch hier ragen jetzt rote Sandsteinfelsen steil am Ufer empor und die Strömung nimmt zum Abschied auch noch einmal zu. Doch bald schon geht es um eine letzte Kurve und dann liegt der breite Strom der Venta voraus. Auf der schmalen Landzunge zwischen Abava und Venta legen wir noch eine kleine Pause ein und genießen die Rundumsicht über beide Gewässer. Direkt an der Mündung besteht keine Möglichkeit, die Fahrt zu beenden, so paddeln wir nun auf der breiten Venta bei ebenfalls eher mäßiger Strömung noch einige Kilometer weiter. Auch hier begleiten uns am Ufer dichte Wälder die nur gelegentlich von einem Bauernhof mit angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen unterbrochen werden.

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Umsetzen dem Lettischen Bussystems klappt hervorragend

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Bei einer Hochspannungsleitung heißt es für uns aufpassen. Hier soll am linken Ufer ein kleiner Nebenfluss einmünden, der uns zu einem benachbarten See mit Campingplatz führen soll. Und tatsächlich, hinter einem dichten Schilfgürtel entdecken wir einen schmalen Wasserlauf mit leichter Gegenströmung. Der Himmel hat sich zwischenzeitlich zugezogen, so arbeiten wir uns unter grummelndem Donner aber ohne Regen den Bach hinauf bis wir plötzlich auf eine weite Seefläche entlassen werden. Camping „Nabite“ ist am Ufer bereits zu erkennen und nicht nur eine fast leere Zeltwiese sondern auch die freundlichen Platzbesitzer heißen uns gleich herzlich willkommen. Ich werde gleich noch mit den aktuellen Busabfahrtzeiten für das morgige Nachholen unseres Multivan versorgt und so verbringen wir noch einen sehr entspannten Abend am Zelt mit Blick auf den See.
Das Umsetzen mit Nutzung des Lettischen Bussystems klappt wieder hervorragend und auf die Minute pünktlich. Zunächst werde ich an der benachbarten Hauptstraße von einem Bus bis zum Busbahnhof Kuldiga mitgenommen. Dort kaufe ich dann das Anschlussticket nach Kandava. Die Verständigung klappt hervorra- gend auf Englisch, gewürzt mit den eingangs erwähnten lettischen Sprachbrocken. Da ich mich dabei schon recht bemühe, wird mir gleich noch geduldig auch die korrekte Aussprache beigebracht. Unser Multivan wartet unbeschadet auf dem Hotelparkplatz, und zügig bin ich auch wieder zurück am Campingplatz Nabite. Die ganze Ausrüstung ist schnell verstaut und dann geht es gemütlich über Land nach Liepaja, wo wir am Folgetag wieder die Fähre besteigen wollen. Die restliche Zeit wird noch für einen ausgiebigen Stadtbummel in Liepaja genutzt.
Da die Fähre erst in der kommenden Nacht ablegt, haben wir noch einen weiteren Tag, um ein wenig entlang der wilden und einsamen Küste entlang zu bummeln. Bei Bernati und Pape, kurz vor der Grenze nach Litauen, führen einsame unbefestigte Straßen bis zum Küstenstreifen. Kilometerweit können wir hier auf noch völlig unverbauten Strandabschnitten entlang bummeln, einem einsamen Kite-Surfer zuschauen und die knorzig über die Abbruchkante des Sandufers ragenden Kiefern bewundern. In einem Naturpark nördlich von Pape besteht die Gelegenheit ein Wiederansiedlungsprojekt von Wildpferden und Wildrindern zu besuchen. Allerdings ist ein Besuch nur in Begleitung von Rangern gestattet und da sind wir leider schon ein wenig zu spät dran.
So lassen wir nur die wilde Landschaft auf uns einwirken und bummeln anschließend zum Fährhafen in Liepaja. Ein Tag auf See lässt uns abschließend langsam Abschied nehmen von Lettland. Ein Land, das wir nun zum ersten Mal bereist haben und das uns mit seiner Natur, seinen Menschen aber auch den schönen alten Städten und Gebäuden begeistert hat. Wir kommen sicher wieder.


Die Verständigung klappt hervorragend auf Englisch, gewürzt mit lettischen Sprachbrocken.

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