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Ein ganzes: Modellbauleben


Modellwerft - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 16.10.2019

Der FLK »Elbe« im Wandel der Zeit


Artikelbild für den Artikel "Ein ganzes: Modellbauleben" aus der Ausgabe 11/2019 von Modellwerft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Modellwerft, Ausgabe 11/2019

In jungen Jahren wurde ich auch vom Modellbauvirus befallen. Das erste Schiff war eineKitty II mit Taschenlampenbatterie. Sie fuhr recht träge und auch nicht lange. Auch die Wellen der vorbeifahrenden größeren Schiffe taten ein Übriges und so kam der Wunsch nach etwas Größerem recht schnell. Mit den Möglichkeiten des Taschengeldes Ende der 1970er Jahre war der Kauf eines Baukastens derWeser oderAdolph Bermpohl aussichtslos.

Die robbe-Modelle hatten mich damals nicht angesprochen und andere Hersteller hatte ich nicht in meinem Horizont. Ein Schulkamerad half mir, ...

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Die robbe-Modelle hatten mich damals nicht angesprochen und andere Hersteller hatte ich nicht in meinem Horizont. Ein Schulkamerad half mir, einen anderen Weg zu finden. Er hat den Baukasten des FeuerlöschkreuzersWeser geschenkt bekommen und hatte ihn auch schon zusammengebaut. Er überließ mir den Plan und so konnte ich mir den Ersatzrumpf der Weser kaufen.

Richtige Konservierung

Die Erfahrungen vom See haben mich dazu bewogen, etwas für die Langlebigkeit des Schiffes zu tun. Ich hab also mit einem anderen Schulkameraden zusammen den gesamten Rumpf mit Glasvlies und Polyesterharz verstärkt. Dabei haben wir dann auch gleich die Wellen und die beiden EF76 II eingeklebt. Letzteres würde ich heute zwar nicht mehr machen, das hielt aber bis zur Modernisierung. Als Stromquelle hatte ich mich damals für eine günstige Stromquelle entschieden, eine Motorradbatterie. Erste Schwimmversuche zeigten dann, dass die Batterie soweit bugwärts platziert werden muss, dass der Aufbau versetzt werden musste. Die Batterie schaute nämlich über die Decksoberkante hinaus. Naja, nicht wirklich ein Problem, denn so ist der Bugraum besser zugänglich. Nachdem das Holzgerüst fürs Deck fertig war, habe ich das Deck auch mit Glasfaser ausgeführt. Es zeigte sich dann, dass trotz Spannung auf der Matte diese zum Durchhän-gen neigte. Das sollte im Bugbereich anders werden. Dort klebte ich einen Pappdeckel auf und überzog diesen dann mit Harz. Das Ganze ergab einen überaus stabilen Körper. Nach einigen Tagen Schleifarbeit und Nachbesserungen war der Rumpf dann fertig. Den Sockel auf dem Achterdeck habe ich dann verlängert, den Aufbau auch wegen des Akkus umgestaltet. Den achtern liegenden Eingang habe ich mit einer durchgehenden Wand verschlossen und als Aufgang eine Trittleiter vorgesehen. Da mir der Aufbau derHermann Ritter und derWilhelm Kaisen sehr gefiel, habe ich die Front des „Erdgeschosses“ als Sechseck ausgeführt. Den oberen Fahrstand habe ich nach den Bauplänen zusammengeleimt. Der restliche Aufbau entstand aus Resopal, auch Hartpapier genannt, das mit Zweikomponentenkleber zusammengefügt wurde. Dabei habe ich mir auch die Schornsteinkonstruktion vereinfacht. Als Teenager legt man noch nicht so viel Wert auf Vorbildtreue, wobei es sowieso kein Vorbild gibt. Aus dieser vordigitalen Zeit gibt es leider wenige bis gar keine Bilder. Die Digitalfotografie war noch nicht verfügbar und so rechnete man auch mit jedem Bild. Außerdem wusste ich mit 15 Jahren auch nicht, dass ich 40 Jahre später einen Artikel über die Geschichte meine Modells schreiben würde. Bei Lackierung hatte ich mich an der Farbgebung der DGzRS-Flotte orientiert.
Zu der Zeit fand dann auch an dem frequentierten See die Gründung eines Modellbauvereins, der SMG Klabautermann statt. Dieser Verein hat es dann in Absprache mit den Veranstaltern der IGA ´83 erreicht, dass an dem Westsee, die heute noch existierende Hafenanlage gebaut wurde – und wir waren als offizielle Aussteller mit vier Terminen mit Schaufahren dabei. Ehrensache, dass dieElbe da auch dabei war.
Die Motoren waren in Serie geschaltet, damit sie mit den 12 V aus dem Fahrakku nicht überbeansprucht werden. Die damals üblichen 50-Hz-Regler mit einem PNP-Leistungstransistor, dem dreipoligen Anker und der Einbauweise sorgten für einen lautstarken Auftritt. Ein Diesel war eigentlich überflüssig. Die Fahrleistungen waren für meine Bedürfnisse ausreichend.
Natürlich muss ein Kreuzer auch löschen können, und so wurde unterhalb des Emblems der DGzRS eine Düse versteckt. In Verbindung mit der üblichen Zahnradpumpe aus dem PKW-Bereich war die Leistung aber nicht überzeugend. Kurzerhand wurde eine neue Düse so platziert, dass sie aus der unteren Fensterfront herausspritzen konnte.
Wegen einem Modell, das ich heute leider nicht mehr besitze, hatte ich mich mit meinem Vater zusammengesetzt, um aus einem Proportionalkanal mehrere Schaltfunktionen zu realisieren. Der anfängliche Versuch den Regelbereich des Potis via AD-Wandler in ausreichend große Bereiche einzuteilen, kam über den ersten Test nicht hinaus. Es zeigte sich, dass man damit keine acht geplanten Schaltfunktionen sicher definieren kann. Wir hatten dazu auch eine Widerstandskette gebaut, aber die Temperaturdrift war einfach zu groß. Im zweiten Anlauf dann das Zeitscheibenverfahren, das wir heute noch in vielen gängigen Multiswitchmodulen kennen und nutzen. Dabei wird mittels eines Zählers, der den 50-Hz-Takt nutzt, bei jedem Durchgang eine Schalterstellung übermittelt. Vergleichbar zum Knüppel waren es die Positionen Mitte und Oben. Um das Ganze zu synchronisieren, belegten wir eine Schaltfunktion mit Knüppel unten. Die Lösung hatten wir dann beiden Herstellern (Graupner und robbe) vorgestellt. Mein Vater reiste damals extra nach Grebenhain mit unserer modifizierten Anlage im Gepäck. Dort erfuhr er dann, dass es bereits ein Patent auf diese Lösung gab.

Der Zustand des Schiffes nach dem Stapellauf


Graupner wollte dennoch an dem vereinbarten Termin festhalten und hatte uns damals sogar als Anerkennung eine Fernsteuerung überlassen. Wir verbauten dann eine Luxuslösung. 23 Schaltfunktionen und einen Sync über drei Proportionalkanäle hinweg. Ein Propkanal hatte vier Schalter mit Mittelstellung für Motorsteuerungen, der zweite hatte acht Schalter „An – Aus“ und der mit dem Sync hatte drei Schalter mit Mittelstellung und einem einfachen An-/ Aus-Schalter.

Elektronik 1.0 im „ursprünglichen“ Modell


Nun wurde dieElbe an die Feuerwehr verkauft und kam in die Werft. Neben der Lackierung in den Farben des LK Weser wurde auch Elektronik eingebaut. Ab sofort war dann auch nur noch der achtere Löschmonitor funktions-fähig. Als Funktionen waren realisiert: Spritze, Nebelhorn, Martinshorn, nautische Beleuchtung, Blaulicht, die Suchscheinwerfer und ein geschwindigkeitsabhängiges Dieselgeräusch. Das alles wurde diskret aufgebaut und dann mit Lackdraht „gefädelt“.

Der Zustand vor der Stilllegung


Bei derElbe wollte ich alle Funktionen direkt einschalten und das bedurfte, dass ich zwei Prop-Kanäle zur Auswertung benötigte. Den mit dem Sync zum Zähler resetten und den mit den acht einzelnen An-/Aus-Schaltern. Solange die Anlage verfügbar war, war das kein Thema.
Dann kam eine Zäsur. Upgrade von Single auf Freund, dann Ehemann. Das andere Modell, mein SchwimmkranMagnus , musste verkauft werden, weil er in die kleine Wohnung nicht so recht reinpassen wollte. Damit der Käufer damit etwas anfangen konnte, habe ich dieTerra Top mitverkauft.
DieElbe war nun nur noch Ausstellungsstück.

Die Wiederindienststellung am 01. Mai 2011


Phoenix aus der Asche

Inzwischen Papa von zwei Kindern geworden und zwei Umzüge später, verschwand dieElbe auf ein Podest im Keller über meinen PC. Eines Tages fiel meinem Sohn, inzwischen 10 Jahre alt, das Modell im Keller auf und er stellte eine „verhängnisvolle“ Frage: Steht das da nur da oder fährt das auch?
Der Modellbauvirus war sofort wieder aktiv und es galt, die Herausforderung anzunehmen. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2010, es gibt Internet, Verkaufsplattformen und es hat sich in den ca. 20 Jahren Abstinenz EINIGES getan. Nahezu bei null musste ich zwar nicht anfangen, aber sehr viel mehr war ja auch nicht mehr da.

Alle verwendeten Anlagen


Punkt 1: Es musste wieder eine Anlage her. Auf der bekannten Verkaufsplattform habe ich dann eine 27-MHz-Promars günstig erwerben können. Das ist nahezu das gleiche Modell, wie die gelbeTerra Top von damals, nur eben mit sechs statt zwei Ausbauplätzen. Punkt 2: Einen neuen Bleiakku beschaffen. Punkt 3: Ein Ladegerät finden. Wünsche waren: Netzanschluß, Option für drei oder mehr Akkus parallel laden. Da war die Auswahl recht schnell recht eng. Fündig geworden bin ich bei ELV mit dem ALC 7000. Es gab das Ladegerät sogar als Bausatz. Fahren war so wieder möglich, aber noch keine Sonderfunktionen. Die Wiederauferstehung fand dann am 01.05.2011 statt. Klar, dass mein Sohn auch fahren wollte.

Nach 20 Jahren Pause funktioniert alles noch


In der Zwischenzeit steht man mit der 27-MHz-Technik ziemlich alleine am See, sodass man nur noch in sehr seltenen Fällen nach dem Kanal fragen muss. Die Schaltpläne des Senderumbaus rausgekramt und da begannen die Probleme. Die diskreten Bauteile waren nicht mehr zu bekommen. Damals verbaute CMOS-Technik ist im 21. Jahrhundert nicht mehr üblich. Ersatzbauteile rausgesucht, Schalter gekauft, um dann festzustellen, dass ich ja mindestens zwei Propkanäle opfern musste. Hmm, nicht prickelnd.
Inzwischen auch finanziell besser gestellt, habe ich mich dazu entschlossen, einen Multiswitch incl. Decoder zu der Anlage zu besorgen. Diese Teile steckten in einerTerra Top , so hatte ich also wieder eine.

Einsatz als Kameraschiff


Ein Riss auf der Back


Ein abgerissenes Schanzkleid


Die gerade Stoßkante wird gesägt


Im Schiff musste natürlich die Elektrik angepasst werden. Die Doku war wohl auch nicht ausreichend genug, sodass ich mich dazu entschlossen habe, alles rauszunehmen. Als Funktionen waren noch die Beleuchtung, die Suchscheinwerfer, das Nebelhorn und die Spritze aktiv. Martinshorn, Blaulicht und der Diesel fielen dem Rotstift zum Opfer. In diesem Zustand lief das Schiff dann bis Ende 2014. Da ich inzwischen auch die Webseite des Vereins pflege, wollte ich neben dem Fotografieren von Land aus auch Bilder vom Wasser haben. Dazu stellte ich einen Camcorder mit einem kleinen Stativ ins Schiff und ließ den Aufbau weg. Die Videos stehen auf dem Youtube-Kanal der SMG Klabautermann.

Verbesserungswürdig

Nach ca. 35 Jahren Einsatz zeigten sich allerdings Schwächen in der Bauausführung. Am Kettenrohr drang durch einen kleinen Riss Wasser in den darunterliegenden Pappdeckel und der Riss wuchs immer weiter an. Versuche, den Riss abzudichten, zeigten allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Bei einer Kollision löste sich dann auch noch das Schanzkleid. Also stand ein größerer Werftaufenthalt an. Nach dem Entfernen des Schanzkleides musste das Deck auf der Back erneuert werden. Zur Messe in Friedrichshafen 2014 habe ich mich dann entschlossen, auch bei den Wolpertingern einzutreten und wurde darauf angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, mit derElbe an der Löschübung mitzuwirken. Da wäre es aber von Vorteil, wenn die Bugmonitore funktionsfähig gemacht werden. Unter diesen Rahmenbedingungen ging es dann ans Werk. Es tut schon weh, so brutal an einem Schiff zu arbeiten, aber es musste sein. Mit einer Eisensäge habe ich dann eine gerade Stoßkante hergestellt.

Das Deck wird entfernt


Der drehbare Monitor


Die endgültige Montage


Nachdem das Deck nun offen war, ging ich an die Umsetzung der Monitore. Ich wollte dort nicht nur die Wasserleitung anschließen, sie sollten nun auch drehbar werden. Die sollen ja normalerweise inklusive des Sockels gedreht werden. Das gefiel mir aber gar nicht. Mir war etwas mulmig, bei dem Gefühl an den Monitoren zu arbeiten. Ersatz seitens Graupner gibt es leider bis heute nicht. Auf der bekannten Internetplattform werden horrende Preise für angebotene Monitore bezahlt.
Ich habe zuerst die Sockelbohrung am oberen Rand auf 6 mm aufgebohrt, damit sich das Oberteil leicht drehen kann. Dann wurde die Lagerrohrbohrung auf 5 mm durchgebohrt. So konnte ich das Lagerrohr bis zum Flansch des Oberteils nach oben schieben. Im Oberteil wurde das Loch vorsichtig auf 4 mm aufgebohrt, sodass ich ein 4-mm-MSRohr einbauen konnte. Dass das Rohr eine Aussparung für die Verbindung zur Lanze bekommen hat, versteht sich von selbst. Jetzt lässt sich das Oberteil leicht drehen und der Sockel kann fest aufs Deck geklebt werden. Ein dickeres Brettchen dient dann als Aufnahme für den Drehservo.

Die Bohrungen wurden im Deck gebohrt und das Brettchen dann zwischen die Decksspanten eingeleimt. Zum Verschließen des Backdecks habe ich mir eine 1,5-mm-GFK Platte besorgt, zugeschnitten, das Loch für das Kettenrohr gebohrt. Der Übergang musste dann noch gespachtelt und geschliffen werden.

Das Deck ist wieder zu


Bis Ende 2015 hat das Modell so ausgesehen


Der Decoder vor dem Einbau und nach der Montage im Rumpf


Blick vom unteren Fahrstand kurz bevor das Feuer gelöscht ist


Schanzkleid wieder aufkleben, ein wenig Spachteln und Schleifen war dann auch hier angesagt, aber dann ging´s ans Lackieren. Glücklicherweise war der Dezember 2014 so warm, dass das Lackieren im Freien kein Problem war. In diesem Zug wurden auch der Antrieb und die Elektrik überarbeitet. Die Serienschaltung führte auch dazu, dass immer zuerst ein Motor anlief und der zweite dann später nachkam. Auch der Geräuschpegel war mir ein Dorn im Auge. Der alte Regler setzte auch einiges an Leistung in Wärme um, war also auch nichtmehr zeitgemäß. Über ein Internetforum bin ich dann auf den Volksregler Typ3 gestoßen. 18-kHz-Taktung, da hört man kein Pfeifen mehr, mit 40-A-Dauerlast über aktuelle Mosfet-Transistoren und BEC bestens geeignet. Die eingeklebten Motoren ließen sich recht leicht lösen und die Motorenhalter wurden so umgebaut, dass die Motoren nun etwas Luft zum Rumpf haben. Als Motoren habe ich mich für die Motraxx-XDrive 555-1 entschieden. Die Motoren haben 12 V Nennspannung, 6.000 U/min Leerlaufdrehzahl und einen fünfpoligen Anker. Das führte zu einem fast lautlosen Antrieb. Die Rennschrauben wurden mit einer weiteren Investition gegen Vierblatt-Messing-Props getauscht. Die maximale Geschwindigkeit ist zwar jetzt etwas geringer, aber immer noch vorbildgetreu. Auch die Zahnradpumpe wurde gegen ein besseres Modell getauscht.

Niedergang mit Handläufen


Aber der Wunsch nach aktuellerer Technik führte zu einem weiteren Umbau in der Elektrik. Ich beschaffte mir eine F14 mit 40 MHz und einen 16-Kanal-Multiswitch. Der Decoder ist inzwischen auf drei Bausteine zusammengeschrumpft. Mit einer passenden Adapterplatine waren die Schaltfunktionen im Sender räumlich den Kontakten am Decoder zugeordnet. Dieser doch recht große Umbau ging doch so rasch vonstatten, dass dieElbe im Jahr 2015 wieder einsatzbereit war und auf der Messe Wels im April auch als Löschboot eingesetzt wurde.

Die Elbe hat „die Hebel auf dem Tisch“


Der Fahrstand ist ausgebaut


Bis Ende 2015 war der FLKElbe in diesem Bauzustand im Einsatz, auch mit den Werbetafeln, die für die Messeshow extra angebracht wurden. Ich baute dann nach Studium von einigen Beiträgen in Internetforen meine F14 dann auf 2,4 GHz um. Trotz der Hinweise auf die korrekten Einstellungen, stellte es sich heraus, dass das Zeitscheibenverfahren mit 2,4 GHz nicht so recht harmonisiert. Solange nur wenige Sender aktiv sind, funktionierte alles zufriedenstellend. Nur am See oder – noch schlimmer – im Messebetrieb zeigten sich Schwächen. Die Sonderfunktionen entwickelten ein Eigenleben. Deshalb wurde die Ansteuerung der Sonderfunktionen nochmals überarbeitet.

Die Modellfunktionen

Ich habe mich auf sieben Funktionen beschränkt: Spritzen, Nebelhorn, nautische Beleuchtung, Deckslicht, Suchscheinwerfer, Fahrstörlampen und Videoaufzeichnung. Fahren, Lenken und das Drehen der Monitore erfolgt direkt vom Empfänger. Somit konnte ich den 7-Kanalschalter eines großen Elektronik-Fachhandelsgeschäftes verwenden. Dieser ist so entwickelt worden, dass er über einen Kreuzknüppel angesteuert werden soll. Nach den Erfahrungen mit den Anpassungen von Sender zum Modell, habe ich mich entschlossen, immer ein Pärchen (Fernsteuerung – Schiff) zu verwenden. Somit konnte ich senderseitig den Kreuzknüppel mittels acht Schaltern emulieren. Dass dabei zwei Proportionalkanäle geopfert werden müssen, spielt dabei keine Rolle mehr. Ich nutze so fünf der acht verfügbaren Kanäle. Die weiteren Fahrten zeigten dann, dass die Funktionen mit mehreren aktiven Sendern in der Nähe sowohl über große Entfernungen hinweg, als auch im Messebetrieb, keinerlei Aussetzer mehr verursachten.
Inzwischen, ein paar Takte älter, sind die Ansprüche an die Vorbildtreue oder zumindest die Anlehnung daran größer geworden. Der Suchscheinwerfer aus der Taschenlampe passt nicht mehr zum Bild und auch der „Aufgang“ zum Oberdeck wird man im Original so nie finden. Der einfach weiß gestaltete Fahrstand, die Halter der Rettungsinseln störten und auch die rote „Lackierung“ am Schornstein bestehend aus rotem Isolierband sollen verschwinden. Etwas mehr Detaillierung kann ja auch nicht schaden. Also erstmal alles ab. Monitore, Reling, Beleuchtung, das grüne Filzdeck und auch die ganze Farbe. Als Erstes wurde die achterliche Wand geöffnet und ein geschützter Eingang und eine ordentlicher Niedergang eingebaut.

Um auf dem Niedergang das Riffelblech zu imitieren, wurden die Stufen mit Verpackungsbandabschnitten beklebt. Diese Bänder gibt es in verschiedensten Breiten.
Nach dem Lackieren wollte ich die Abnutzung mit Schleifpapier nachahmen, das hat aber nicht so geklappt, wie gewünscht. Auf dem Mast wurde das Glühbirnchen durch LEDs ersetzt. Neben dem Topplicht wurden auch die Fahrstörlampen und die Blaulichter funktionsfähig gemacht. Für die Fahrstörlampen habe ich rote 3-mm-LEDs verwendet und die original Laternen aufgebohrt wiederverwendet, die Blaulichter sind 5-mm-LEDs. Die Linse wurde plan geschliffen und der Körper aufgerauht. Die Suchscheinwerfer sind aus zwei Werbegeschenken entstanden.
Die Kabel wurden am Mast entlang heruntergeführt, übrigens wie beim Original. Um sie dann in den Aufbau zu bringen, war eine Öffnung in dem darunterliegenden Schrank notwendig und ein Loch musste in die Decke gefräst werden. Aber auch das äußere Erscheinungsbild musste angepasst werden. Die Schornsteine haben Abgasrohre bekommen und einige Klappen mussten angebracht Anzeige werden, um die großen Flächen aufzubrechen. Dazu eignen sich hervorragend die Kunststoff-Werbekarten bzw. ungültige EC-Karten. Wenn man da die aufgeklebten Folien abzieht, dann bleibt ein 0,5-mm-ABS-Plättchen übrig. Zurechtgeschnitten und ein Stück Blankdraht, fertig ist die Klappe.

Die beiden Rettungsinselhalter wurden mit 1,5-mm-Kupferdraht aus Installationskabeln gebogen und sind nun schwenkbar ausgeführt.
Auch die Handläufe wurden mit diesem Draht hergestellt. Kupferdraht ist zwar weicher als Messing, lässt sich aber hervorragend löten. So wie das Original immer wieder eine neue Lackierung bekommen hat, habe ich mich dazu entschlossen, eine andere Variante, als die des Baukastens zu verwenden. Schornsteine auf der Innenseite und achtern schwarz bis zum Oberdeck, Front und Seite in rot.
Auch der Fahrstand wurde nun ausgebaut. Aus dem Bauplan wurde die Draufsicht eingescannt, am PC beschnitten, farblich hinterlegt und dann skaliert ausgedruckt. Mit dünner Klarsichtfolie überklebt und einigen Kleinteilen, sieht die Brücke nun so aus.
Auch die Fensterfront wurde angebaut und mit einem tagesleuchtroten Windabweiser farblich abgesetzt. Schriftzüge wurden ausgedruckt und auf ABS-Streifen aufgeklebt, um sie erhaben darzustellen. Das DGzRS-Emblem wurde gegen das Stadtwappen von Cuxhaven ersetzt und auf dem Vordach noch ein Seematz-Scheinwerfer montiert. Eine 5-mm-LED mit Reflektor wurde in ein Kunststoffrohr geklebt, ABS-Streifen als Kühlrippen aufgeklebt, Deckel hinten drauf und aus dem 0,5-mm-ABS noch die Verschlüsse nachgeahmt. Kleiner Holzklotz als Sockel, gelbe Farbe drauf und der Schriftzug nachgeahmt, fertig ist der Scheinwerfer.

Unendliche Geschichte

Heute wird dieElbe von einem 4S-/10Ah-LiFePo-Akku angetrieben. Dieser ist gegenüber dem Säureakku nur noch halb so schwer und passt unter Deck. Die Gewichtsreduzierung bringt nochmal etwas an Geschwindigkeit. Wer sich über die erzielbaren Fahrleistungen informieren will, dem sei dieses Video empfohlen: https://www.youtube.com/watch?v=YvYV8Piq-a8. Das Tuckern am Anfang des Videos stammt von derFoftein (vorgestellt in der ModellWerft 07/2011). So reit sich der FeuerlöschkreuzerElbe in die Reihe der Modelle ein, die nie fertig werden.