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Ein gefährlic her Partner


Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 34/2021 vom 21.08.2021

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Nino brachte Maja zum Aufzug. Bevor er ihr einen zärtlichen Kuss auf die Lippen drückte, sah er sich verstohlen um. „Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du mich küsst?“, fragte sie und stieß ihm dazu den Zeigefinger in die Brust.

„Ist ja nicht unbedingt professionell, eine Klientin flachzulegen“, sagte er in süffisantem Tonfall.

„So – flachlegen nennst du das? Ich dachte, du meinst es ernst mit mir!“ Sie zog einen Schmollmund.

„Wer weiß“, antwortete er ausweichend und gab ihr einen zweiten Kuss. Im Stillen dachte er: Ich meine es ernster mit dir, als mir lieb ist … Nach einer hässlichen Scheidung hatte er sich und seinem Partner Olaf Kellner geschworen, Single bis ans Lebensende zu bleiben. Doch seit er Maja kannte, geriet dieser Vorsatz ins Wanken.

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Der Aufzug kam, Maja trat hinein und schickte ihm noch einen Luftkuss, bevor sich die Tür zuschob. Als Nino ...

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... ins Büro zurückkehrte, stand Olaf mit dem Rücken zum Fenster da und starrte ihm feindselig entgegen. „Hast du etwa was mit der?“, fauchte er Nino an.

„Und was wäre wenn?“ Nino setzte sich an seinen Arbeitsplatz und versteckte sich hinter den drei Bildschirmen, die dort standen.

„Sie ist unsere Kundin. Außerdem gibt es unsere Abmachung.“

Ninos Kopf tauchte hinter den Monitoren wieder auf. Er sah Olaf aus schmalen Augenschlitzen an. „Sie bezahlt jede Rechnung ohne Abzug, genau wie alle anderen auch. Und was die Abmachung betrifft – ich habe mich nicht verpflichtet, im Zölibat zu leben!“

„Nein, natürlich nicht.“ Olaf nahm seine Jacke und ging zur Tür. „Ich muss zu einem Termin.“ Grußlos verließ er das Büro.

Nino ging ans Fenster und wartete. Vor fünf Jahren, kurz nach seiner Scheidung, hatten sie beide die Firma gegründet. IT-Strategie by Paulsen & Kellner – Bereitstellung und Verwaltung Ihres digitalen Arbeitsplatzes! Damit hatten sie einen guten Start hingelegt und verdienten besser als erhofft. Seit zwei Jahren leisteten sie sich sogar eine Büroangestellte. Nadja hielt ihnen den Schreibkram vom Hals.

Damit keiner die Firma verkaufen müsste, falls dem anderen etwas zustoßen sollte, hatten sie sich gegenseitig als Erben eingesetzt. Ehefrauen und Kinder gab es nicht. Aber Geschwister und Nichten und Neffen würden die Hand aufhalten.

Jetzt trat Olaf auf die Straße. Angespannt sah er sich um, bevor er zu seinem Auto ging. Etwas stimmte nicht mit ihm. Nino fühlte es. Sie kannten sich zu lange, als dass Olaf ihm etwas vormachen konnte.

Olaf wollte einsteigen, als ein Mann aus dem Wagen dahinter stieg und ihn ansprach. Offenbar kannten sie sich, und die Stimmung zwischen ihnen war aggressiv. Plötzlich packte der Fremde Olaf an Kragen, schüttelte ihn, schrie ihn an. Dann stieß er ihn von sich, ging zu seinem Auto zurück und brauste davon. Olaf sah ihm wie versteinert nach.

Nino überlegte, ob er Olaf seine Hilfe anbieten sollte. Doch da löste der sich aus seiner Starre, stieg ebenfalls ein und fuhr weg.

Am Abend kam Maja zu Nino. Sie brachte eine selbst gemachte Quiche Lorraine mit. Dazu öffnete er eine gute Flasche Weißwein. Sie aßen und prosteten sich zu.

„Deine Quiche schmeckt vorzüglich“, lobte Nino.

„Freut mich! Dein Wein ebenfalls.“ Ihr Lächeln war zauberhaft.

Nino versuchte sich zu erinnern, wie es damals war, als er sich frisch in seine Exfrau verliebt hatte. Doch die Streitereien, die dann später gefolgt waren, überlagerten alle positiven Erinnerungen. Sie war krankhaft eifersüchtig gewesen, und hatte die Kontrolle über sein Leben an sich gerissen. Es sollte nur noch sie für ihn geben, und bald hatte sie alle seine Freunde vergrault.

„Mit Freunden sollte man über Probleme reden“, meinte Maja

„Worüber denkst du so angestrengt nach?“, fragte Maja.

Nino erschrak. Gedanken sind frei, schoss ihm durch den Kopf. Da war wieder das Misstrauen. Es galt seiner Ex, aber Maja bekam es ab. „Ich … an Olaf“, behauptete er.

„Was ist mit ihm?“ Maja schob eine Gabel Quiche in den Mund.

„Er ist seltsam in letzter Zeit. Ständig übermüdet, schaut mir nicht mehr offen in die Augen. Und lachen habe ich ihn schon lange nicht mehr gesehen. Ich glaube, er hat ernsthafte Probleme.“

Maja nickte. „Den Eindruck hatte ich auch. Auf mich wirkt er irgendwie …“, sie suchte nach Worten, „verkrampft und verschlossen. Ihr seid doch Freunde? Unter Freunden sollte man über Probleme miteinander reden können.“

„Ja, du hast recht. Ich werde ihn darauf ansprechen. Gleich morgen.“ Er schob seine Hand über den Tisch, um nach ihrer zu greifen und sie zärtlich zu drücken. „Jetzt denken wir nicht mehr an Olaf. Bleibst du heute Nacht bei mir?“

„Wenn du mich so nett einlädst!“ Ihr Blick war samtweich.

Olaf sah mitgenommen aus, als er am nächsten Morgen in der Firma erschien. Nino legte ihm eine Hand auf die Schulter, sah ihm forschend in die Augen. „Mensch Junge, was ist in letzter Zeit bloß los mit dir? Du siehst aus, als hättest du kein Auge zugetan. Und gestern, dieser Mann, der dich auf der Straße angesprochen hat. Hast du Probleme? Kann ich dir helfen?“

Olaf wischte Ninos Hand ab wie ein lästiges Insekt und starrte ihn an. „Spionierst du mir nach?“

„Quatsch. Ich habe halt aus dem Fenster gesehen und mich über den Auftritt dieses Kerls gewundert.“

„Ich habe weder Probleme, noch brauche ich deine Hilfe. Der Typ fand, dass ich ihn zu dicht eingeparkt hätte, das war alles. Der hat seinen Führerschein wahrscheinlich in der Lotterie gewonnen.“ Damit ging er in die kleine Küche, um sich einen Kaffee zu holen.

Als Nino am nächsten Morgen ins Büro kam, empfing ihn Nadja mit der Nachricht, dass Olaf sich krankgemeldet hätte. Er sah sie erstaunt an. „Was fehlt ihm denn?“

„Das hat er nicht gesagt. Nur, dass er ein paar Tage braucht, um wieder auf die Beine zu kommen.“

„Hm“, machte Nino. „Kannst du seine Termine absagen?“

„Ich kümmere mich drum.“ Leise zog Nadja die Tür hinter sich zu.

Vier Tage waren vergangen, in denen Nino unzählige Male versucht hatte, Olaf anzurufen. Immer meldete sich nur die Mailbox.

„Du solltest zu ihm fahren?“, schlug Maja am Abend vor.

„Zwecklos. Wenn er nicht ans Telefon geht, macht er mir auch die Tür nicht auf. Er war immer schon ein verdammt sturer Hund.“

„Na, dann mach dir keine Sorgen. Er kommt schon wieder, wenn es ihm besser geht.“

Kaum hatte Maja das gesagt, läutete Ninos Telefon. „Olaf! Gerade hatte ich zum x-ten Mal versucht, dich zu erreichen … Wie geht es dir?“, fragte Nino erstaunt über den unerwarteten Anruf.

„Besser. Ich habe einfach etwas Zeit für mich gebraucht. Und eben konnte ich nicht ans Handy gehen, weil ich im Auto unterwegs war. Ich bin jetzt bei meiner Schwester. Sie hat Geburtstag, wir wollen ein bisschen feiern. Also, ich rufe an, weil ich an der Firma vorbeikam und sah, dass da oben Licht brennt. Ich meine, ich habe auch jemanden herumlaufen gesehen. Daher wollte ich wissen, ob du im Büro bist?“

„Nein, ich bin zu Hause.“

„Okay, aber wer ist dann im Büro – Nadja vielleicht? Oder der Putzdienst?“, fragte Olaf.

„Das glaube ich nicht. Was sollte Nadja jetzt im Büro? Sie lässt abends ihren Kleinen nie allein zu Hause. Und die Putzfirma kommt immer morgens so gegen fünf.“

„Dann solltest du besser nachsehen, Nino. Wie gesagt, ich bin bei meiner Schwester …“

„Okay. Ich fahr gleich noch hin. Freut mich, dass es dir besser geht. Kommst du morgen wieder in die Firma? Die von Röber & Mayer erwarten dich sehnlichst!“

„Klar. Bis dann.“ Olaf legte auf. Als Nino Maja vom Inhalt des Gesprächs erzählte, sah sie ihn stirnrunzelnd an. „Wenn das tatsächlich Einbrecher sind … solltest du dann nicht besser eine Polizeistreife bitten, dich zu begleiten?“

Hatte Nino einfach nur vergessen das Licht auszumachen?

Er überlegte, meinte aber dann: „Ich fahr da erst einmal hin und orte die Lage. Vielleicht hat sich Olaf ja getäuscht und es brannte das Licht im Büro über uns. Die arbeiten oft auch noch abends.“

Maja hauchte ihm einen Kuss auf den Mund. „Pass auf dich auf!“

Tatsächlich brannte Licht im Büro. Ein Blick auf die Uhr sagte Nino, dass es kurz vor zehn war. Er dachte über Majas Vorschlag nach, die Polizei um Hilfe zu bitten. Doch er verwarf den Gedanken, nachdem er ein paar Minuten gewartet und die Fensterfront beobachtet hatte. Nichts bewegte sichdort oben. Am Ende hatte er beim Verlassen des Büros einfach nur vergessen, das Licht zu löschen.

Mit dem Aufzug fuhr er hinauf, schob den Schlüssel ins Schloss und stutzte. Die Tür war offen! Das war allerdings seltsam – Ninos Puls schnellte hoch. Kurz zögerte er, doch dann drückte er entschlossen die Tür auf und ging hinein.

Ein kurzer Kontrollblick – es schien nichts zu fehlen und nichts rührte sich. Er trat an den Arbeitstisch, wollte gerade eine Schublade öffnen, da wurde plötzlich die Tür hinter ihm zugeknallt.

Erschrocken fuhr Nino herum. Er starrte in die Mündung einer Pistole und erwartete den Knall. Doch nichts geschah. Stattdessen sagte sein Gegenüber nach ein paar endlosen Sekunden: „Sie sind das?“ Es klang fassungslos.

„Wen hatten Sie denn erwartet?“ Niko wunderte sich, dass er in dieser Situation einen zusammenhängenden Satz herausbrachte.

Der Mann ließ die Pistole sinken, atmete tief durch, nahm sie wieder hoch und entsicherte sie. Dann schob er sie in seinen Hosenbund, ging zum Schreibtisch und setzte sich auf Olafs Platz.

Auch Nino löste sich nun aus seiner Schockstarre. Misstrauisch betrachtete er den Mann. „Wir ken-nen uns – aber woher?“, fragte er. „Und was wollen Sie hier? Die Portokasse mitgehen lassen?“

Der Mann fuhr sich mit der Hand durchs Haar. „Natürlich kennen Sie mich. Ich bin Adam Bender“, brachte er hervor. „Sie haben mir einmal das Leben gerettet.“

Langsam dämmerte es Nino. Der Unfall damals! Er hatte den Mann aus seinem Fahrzeug gezogen, bevor es lichterloh in Flammen aufging. Als Erstretter und Held war Ninos Bild durch die Presse gegangen. Adam Bender hatte ihm zwar noch aus dem Krankenhaus einen Brief geschrieben, aber persönlich getroffen hatte er ihn nie wieder.

Nino lachte auf. „Aha, und jetzt wollten Sie sich bei mir mit vorgehaltener Pistole dafür bedanken?“, fragte er zynisch.

Adam starrte auf seine Hände. Dann hob er den Kopf, sah Nino aus dumpfen Augen an. „Vielleicht ist es besser, Sie setzen sich. Ich erzähle Ihnen alles, aber es wird eine längere Geschichte werden …“

Wieder lachte Nino auf. „Das ist ja toll! Eine kleine Plauderei mit meinem Mörder! Vielleicht auch eine Tasse Kaffee dazu?“

„Ein Schnaps wäre mir lieber“, murmelte Adam vor sich hin.

„Einen Schnaps könnte ich jetzt allerdings auch brauchen“, gab Nino zu. Er ging zum Kühlschrank, in dem er einige Getränke für seine Kunden bereithielt. Er entschied sich für den Whisky, stellte die Flasche auf den Tisch und schob Bender eines der beiden Gläser hin. Als er eingoss, zitterte seine Hand immer noch, aber der Alkohol half Nino, sich zu entspannen.

„Also …“ – schießen Sie los, hatte er eigentlich sagen wollen.

Doch schien ihm das in dieser Situation nicht angebracht. „Ich höre!“, murmelte er stattdessen.

Bender leerte sein Glas in einem Zug. „Am besten, ich fang von vorne an.“ Er drehte das Glas in seiner Hand und betrachtete es dabei, als könne er darin lesen, was er zu sagen hatte. „Seit vier Jahren leidet meine Mutter“, begann er endlich, „an Atemnot, einer dickgeschwollenen Zunge, Lähmungserscheinungen … Es ist eine seltene Krankheit, für die es so gut wie keine Medikamente gibt. Die Ärzte haben dies und das ausprobiert, aber nichts wirkte. Sie wird immer schwächer, sogar das Sprechen fällt ihr inzwischen schwer.“

„Dieses Medikament ist teuer, aber es hilft!“Bender nickte

Er stellte endlich das Glas ab. „Vor einem halben Jahr riet mir ein Arzt zu einem Medikament, das in Deutschland noch nicht zugelassen ist. Ich muss es auf dem Schwarzmarkt besorgen, und es ist verdammt teuer. Aber es hilft!“ Wie zur Bestätigung nickte er. „Früher kamen wir gerade so über die Runden. Jetzt bin ich aber arbeitslos.

Ich kann entweder die Miete nicht bezahlen oder das Medikament nicht kaufen. Wenn ich auf der Straße lande, kein Hahn kräht danach. Aber meine Mutter …“

„Das heißt, Sie brauchen Geld. Und jetzt wollten Sie uns hier die Bude ausräumen? Aber die paar Computer, die hier rumstehen, die bringen doch nicht viel.“

„Nein …“ Bender schüttelte den Kopf. „Ich sollte sie umbringen.“

„Was!“ Nino sprang auf. „Sie sollten mich erschießen! Wer hat das von Ihnen verlangt?“

Bender zögerte, antwortete dann: „Olaf Kellner, Ihr Partner.“

Alles Blut wich aus Ninos Gesicht. „Olaf?“, flüsterte er. „Aber warum? Was habe ich ihm denn um Himmels willen bloß getan?“

„Kann ich nicht sagen. Ich weiß auch nicht, wieso er ausgerechnet mich für den Job ausgewählt hat. Ich bin kein Killer, ich habe noch nie einen Menschen getötet. Aber ich brauche dringend Geld! Und das wusste er offenbar.“

Nino sank wieder auf den Stuhl. „Ich kann das nicht glauben. Wieso will er mich töten lassen? Wir sind doch Partner und Freunde!“

Bender zuckte die Schultern. „Wie gesagt, ich weiß es nicht. Ich bekam 10 000 Euro als Anzahlung und die Waffe, die er selbst besorgt hat. Noch mal 20 000 sollte erhalten, sobald Sie tot sind.“

„30 000 Euro bin ich wert? Und dafür hätten Sie mich erschossen?“

„Ja, ich hätte es vermutlich getan. Wenn Sie sehen könnten, wie sehr meine Mutter leidet, vielleicht würden Sie es verstehen …“

Nino schüttelte den Kopf. „Nein, das verstehe ich nicht. Jemanden töten, um das Leben eines anderen zu retten. Ich glaube nicht, dass ich das fertigbringen würde.“ Eindringlich sah er Adam Bender an. „Und warum haben Sie es dann nicht getan, sondern gestehen mir diese Ungeheuerlichkeit?“

„Ich konnte nicht – Sie haben doch mal mein Leben gerettet.“

Nino lachte bitter. „Na großartig, ein Mörder mit Herz!“

Eine Weile schwiegen sie. Dann griff Nino zur Flasche und schenkte ein zweites Mal ein. „Und jetzt? Ich kann Sie doch jetzt nicht einfach laufen lassen“, sagte er mehr zu sich selbst. „Und Olaf … ich kann das nicht tatenlos hinnehmen!“ Er nahm einen Schluck, schüttelte heftig den Kopf.

„Wenn ich ins Gefängnis gehe, wird meine Mutter jämmerlich verrecken. Entschuldigung, wenn ich mich so drastisch ausdrücke, aber es trifft die Sache am besten.“

„Der Mörder mit Herz appelliert an mein Gewissen?“ Wieder lachte Nino. Seine Gedanken überschlugen sich – auf einmal geisterte diese Idee durch seinen Kopf, wie sie die Sache zu einem annehmbaren Ende bringen könnten.

Bender hörte sich den Vorschlag an, sie erwogen das Für und Wider, bis Adam nickte. „Ich bin dabei.“

¨

Ein Schuss knallte durch die Nacht. Wenig später stoppte ein Streifenwagen vor dem Gebäude, in dem „IT-Strategie by Paulsen & Kellner“ ihr Büro hatte. Nach weiteren zehn Minuten fuhr ein Zivilfahrzeug vor. Zwei Männer stiegen

aus und verschwanden im Gebäude. Der ältere, Kommissar Friederichs, war Majas Onkel. Auf Majas Vorschlag hin hatte Nino ihn angerufen und gebeten, sich einzuschalten. Der jüngere hieß Tim Ruland und war sein Partner.

„Meine Nichte sagte, Sie seien in Lebensgefahr und brauchen meine Hilfe?“, erklärte Friedrichs.

Nino holte zwei Stühle heran. Wie zuvor Adam Bender sagte er: „Am besten, Sie setzen sich erst, es wird eine längere Geschichte.“

So haarsträubend war dieser Fall – es klang unglaublich!

Die Beamten hörten sich in Ruhe an, was Nino Paulsen und Adam Bender zu erzählen hatten. Benders Stimme zitterte, als er gestand: „In meiner Not habe ich kurz daran gedacht, es wirklich zu tun. Aber dann … ich kann das nicht! Doch ich ging zum Schein auf den Plan ein und kam her, um Herrn Paulsen zu warnen. Denn würde nicht ich ihn töten, dann ein anderer …“

Die Kommissare tauschten skeptische Blicke. Sie sahen nicht so aus, als würden sie diese haarsträubende Geschichte glauben.

„Wir dachten, wenn Herr Bender zum Treffpunkt geht, um das Geld abzuholen und die Pistole zurückzugeben“, übernahm Nino, „und wenn einer von der Kripo als Zeuge dabei wäre, dann hätten Sie den Beweis für den Auftragsmord.“

„Dann müsste Kellner ins Gefängnis, und Herr Paulsen wäre in Sicherheit“, schloss Bender.

Friederichs zog Stirnfalten. Er arbeitete nun seit 30 Jahren bei der Kripo, aber so etwas hatte er noch nie erlebt. Ein Mord, der nicht stattgefunden hatte. Ein Mörder, der keiner war, sondern mit seinem Beinahe-Opfer Whisky trank und Pläne schmiedete, wie der Auftraggeber gefasst werden könnte.

„Weshalb hat Olaf Kellner ausgerechnet Sie engagiert, wo Sie doch offenbar kein Killer sind?“, fragte Kommissar Ruland.

„Er kannte wohl meine Situation und wusste, dass ich dringend Geld brauche. Aber woher …?“ Bender zuckte ratlos die Schultern.

„Haben Sie Kellner jemals persönlich getroffen?“, erkundigte sich Kommissar Friederichs.

Adam Bender schüttelte den Kopf. „Wir haben nur telefoniert. Er hat mich angerufen und mir zwei Stunden Zeit gegeben, über die Sache nachzudenken. Hätte ich kein Interesse, würde er einen anderen engagieren. Leute wie mich, die nichts dringender als Geld brauchen, gäbe es genug.“

Friederichs grinste schräg. „Und dann waren Sie so edel, den Auftrag anzunehmen, um Herrn Paulsen zu retten?“ Seine Stimme war von Ironie durchtränkt.

„Ich habe doch zugegeben, dass ich mit dem Gedanken spielte, es zu tun. Doch als ich die Pistole in Händen hielt … da war plötzlich alles so real. Da wusste ich, es geht hier um eine Menschenleben.“

Der Kommissar seufzte. „Und wie genau haben Sie die Übergabe von Geld und Pistole geplant?“

„Ich sollte nach dem Mord um fünf Uhr morgens in einer verfallenen Scheune am Sichelsee auf Kellner warten. Dort würde er mir das restliche Geld geben und die Pistole zurücknehmen. Den Weg zur Scheune hat er mir aufgezeichnet.“ Er griff in die Innentasche seiner Jacke, zog ein Blatt heraus und reichte es Friederichs.

Die beiden Kommissare betrachteten das Papier. „Wir kennen die Scheune“, sagte Friederichs. „Dort gab es mal so eine Sache, da haben ein paar Rowdys einen Jungen mehrere Tage gefangen gehalten.“

„Sie sollte längst abgerissen sein“, wunderte sich Ruland.

Friederichs sah auf die Uhr. „Dann bleiben uns bis zur Übergabe nur knapp sechs Stunden, um die Sache richtig vorzubereiten.“

Er atmete einmal tief durch, sah von Paulsen zu Bender. Er kannte weder den einen noch den anderen. Doch er kannte Maja, seine Nichte und ihr vertraute er. Niemals würde sie ihn in irgendwelche krummen Spielchen einbinden. Schließlich nickte er. „Na gut, fassen wir diesen Olaf Kellner. Aber gnade Ihnen beiden Gott, wenn Sie mir einen Bären aufgebunden haben!“

Gemeinsam gingen sie den Plan durch. Dann griff Friedrichs zum Telefon und rief Olaf Kellner an.

„Ja, bitte?“, meldete Olaf sich hörbar erstaunt. „Auf dem Display

sehe ich, dass Sie mich aus meiner Firma anrufen. Was tun Sie dort? Wer sind Sie? Was soll das?“

„Ich bin Hauptkommissar Friederichs. Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Ihr Partner Nino Paulsen hier im Büro ermordet wurde.“ „Wie bitte? – Ermordet?“

„Ja. Er wurde erschossen.“

Olaf schnappte nach Luft. „Um

Himmels willen! Ich komme sofort.“

„Keinesfalls. Dies ist ein Tatort, hier können wir Sie nicht brauchen. Kommen Sie ins Präsidium.“

„Gut“, sagte Olaf. „Ich bin jetzt bei meiner Schwester, wir feiern ihren Geburtstag. Ich schätze, in 20 Minuten kann ich da sein.“

Die Befragung hielten die Beamten kurz, um Olaf Kellner schnell wieder entlassen zu können. „Ihre Büroräume sind versiegelt, da können Sie vorerst nicht rein. Ihr Alibi müssen wir natürlich überprüfen.“

„Klar, kein Problem. Wir waren acht Leute, ich kann Ihnen die Namen gerne aufschreiben.“

„Ihre Schwester genügt erst einmal. Ansonsten halten Sie sich einfach zu unserer Verfügung.“

„Mach ich.“ Olaf Kellner schrieb die Adresse seiner Schwester auf einen Zettel, den Ruland ihm hingeschoben hatte. Danach verabschiedete er sich mit einem selbstsicheren Lächeln auf den Lippen.

Kellner ging zu seinem Auto, setzte sich hinters Steuer und sah auf die Uhr. In vier Stunden sollte Bender in der Scheune auf ihn und das Geld warten. Nicht ohne Grund hatte er auf einer Übergabe noch in derselben Nacht bestanden. In der Dunkelheit würde der Typ nicht erkennen, dass die Scheine nicht echt waren. Und wenn Bender ihm die Pistole zurückgegeben hatte, würde er kurzen Prozess machen.

Olaf Kellner hatte die ganze Sache bis ins Detail geplant

Es gab keine Verbindung zwischen ihnen, sie hatten nur miteinander telefoniert. Und dazu hatte er ein Wegwerfhandy benutzt. Also würde ihn auch niemand als Benders Mörder verdächtigen. Und für den Mord an Nino hatte er ein wasserdichtes Alibi. Er war absolut auf der sicheren Seite! Die Pistole würde er im See verschwinden lassen und die falschen Scheine verbrennen. Wie zur Bestätigung seiner Gedanken nickte er, startete und fuhr erst einmal nach Hause.

Die Kommissare hatten Bender und Paulsen mit ins Präsidium genommen. Sie brauchten die beiden, um Rücksprache halten zu können, falls noch Fragen auftauchten. Als Kellner gegangen war, holten sie die beiden in ihr Büro.

„Sie selbst zur Übergabe zu schicken, ist zu gefährlich“, sagte Kommissar Friederichs zu Adam.

„Ich könnte das statt seiner übernehmen“, schlug Ruland vor.

Friederichs schüttelte den Kopf. „Wir müssen davon ausgehen, dass Kellner Herrn Bender gründlich ausspioniert hat. Dann weiß er auch, wie er aussieht. Wir brauchen einen Beamten, der ihm zum Verwechseln ähnlichsieht.“

„Um fünf Uhr morgens ist es recht düster“, warf Ruland ein.

„Trotzdem.“ Kommissar Friederichs lehnte sich zurück, schloss die Augen und ließ in Gedanken seine Kollegen Revue passieren. „Specht vielleicht“, sagte er. „Statur, Gesichtszüge und Frisur passen. Haarfarbe – da könnte man was drehen.“ Er rief eine Kollegin herein. „Wissen Sie, wie man aus blond dunkel macht?“, fragte er.

„Färben“, sagte sie.

„Nein. Nur so vorrübergehend.

Eine Perücke vielleicht?“

Sie zog ihr Smartphone aus der Tasche und sah im Internet nach. „Es gibt ein Spray. Man sprüht die Farbe einfach aufs Haar. Sie lässt sich leicht wieder rauswaschen.“ „Aber wir brauche es sofort.“

„Das können Sie vergessen. Eine Drogerie, die nachts geöffnet hat, gibt es nicht.“ Die Frau grinste.

„Ich mach das selbst“, schaltete sich Adam Bender wieder ein.

„Unmöglich!“ Friederichs schüttelte den Kopf. „Wir wissen nicht, was in Kellners Kopf vor sich geht. „Möglicherweise will er Sie aus dem Weg räumen.“

„Dazu braucht er aber die Pistole, und die gebe ich nicht her“, blieb Bender hartnäckig.

„Kellner hat vielleicht eine zweite Waffe“, wandte Friedrichs ein.

Nino schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht, was mit Olaf los ist. Aber bisher hat er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Er hat bestimmt auch keine Kontakte zur Unterwelt oder weiß der Teufel

wem. Wie sollte er da an eine ganze Waffensammlung kommen?“

„So wie er an die Waffe gekommen ist, die er Herrn Bender gegeben hat“, meinte Ruland.

„Ich mach das!“, wiederholte Adam mit fester Stimme. „Sie ziehen mir so eine Weste an. Meinetwegen unterschreibe ich Ihnen, dass es mein ausdrücklicher Wunsch war, das Geld selbst zu übergeben. Außerdem sind Sie ja dabei, irgendwo im Hintergrund, um auf mich aufzupassen.“

Kommissar Friederichs sah ihn lange und nachdenklich an. „Also gut“, war er endlich einverstanden.

Mit den Pistolen im Anschlag sicherten die Beamten den Ort

Sie fuhren mit Benders Auto, denn sie mussten davon ausgehen, dass Kellner den Wagen kannte. Es war viertel nach drei, als sie bei der Scheune ankamen, früh genug, um vor Kellner da zu sein.

Die Kommissare überprüften die Scheune. Mit vorgehaltenen Pistolen und Taschenlampen traten sie ein. Das morsche Dach hing halb herunter. Auf dem Boden lagen Blechdosen und Bierflaschen herum, verschimmelte Strohballen waren aufgestapelt. Ruland schaute dahinter. „Sauber“, sagte er und steckte die Waffen wieder ein.

„Ich bleibe hier bei den Strohballen“, schlug Friederichs vor. „Du verbirgst dich draußen hinter der eingefallenen Mauer. Von dort kannst du jederzeit rein.“

Sie holten Bender, besprachen sich mit ihm und versteckten sich.

Kellner erschien um halb fünf. Offenbar hatte auch er vorgehabt, als erster da zu sein. „Du bist viel zu früh“, sagte er vorwurfsvoll, trat ein, schob aber die Tür hinter sich nicht zu. In der Hand hielt er einen prall gefüllten Plastikbeutel.

„Konnte nicht schlafen.“ Bender. rutschte von dem Strohballen herunter, auf dem er gesessen hatte.

Kellner nickte. „Es scheint ja ganz so, als hättest du deinen Auftrag bestens ausgeführt.“

„Habe ich. Ihr Partner ist tot.“ Er zog die Waffe aus der Tasche, drehte sie zwischen seinen Händen, griff sie dann so, als wollte er damit schießen. „Ich nehme an, Sie haben das Geld dabei?“

Kellner hielt ihm den Beutel hin. Mit der Waffe vor sich griff Adam danach, warf einen Blick hinein. „Könnten 20 000 sein – ich zähle nicht nach, ich vertraue Ihnen.“

„Klar, 20 000. Wie abgemacht. Und jetzt die Waffe.“ Kellner streckte ihm die Hand entgegen.

Das war der Moment, in dem Friederichs mit gezückter Waffe hinter den Strohballen hervor trat. „Polizei! Auf den Boden!“

Kellner war so perplex, dass er einfach nur dastand und in das Licht der Taschenlampe starrte, das ihm ins Gesicht schien. „Sofort!“

Plötzlich kam wieder Bewegung in Kellner. Mit lautem Schrei riss er Bender die Waffe aus der Hand, gab ihm einen Stoß, so dass er Friederichs vor die Füße fiel. Diesen Moment nutzte er zur Flucht.

Doch weit kam er nicht, denn Ruland hatte das Tor mit ein paar langen Schritten erreicht. Er riss Kellner zu Boden. Der fiel, doch blitzschnell drehte er sich um, zielte auf Ruland und drückte ab.

Das war ein Moment, den der junge Kommissar genoss. Ihm war klar, er wäre jetzt tot – aber sie waren eben schlauer und hatten vorsorglich das Magazin geleert.

In aller Ruhe nahm er dem verdutzten Kellner die Waffe aus der Hand. „Stehen Sie auf“, sagte er. „Sie sind verhaftet.“ Während er ihm Handschellen anlegte, klärte er ihn über seine Rechte auf, dann brachte er ihn zum Wagen.

Voller Ungeduld hatte Maja Nino erwartet. Als er den Schlüssel im Schloss umdrehte, lief sie zur Tür und fiel ihm um den Hals. „Ich hatte solche Angst um dich!“

„Alles ist gut“, beruhigte er sie, „Olaf ist verhaftet und hat alles gestanden.“ Er küsste Maja zärtlich. „Ich brauche jetzt einen starken Kaffee und etwas zu Essen.“

„Steht schon auf dem Tisch.“

Sie gingen in die Küche. Maja goss Kaffee ein, Nino nahm sich ein Croissant und erzählte: „Olaf ist spielsüchtig, ich wusste das nicht. Er hat eine große Summe verloren, hat sich Geld bei zwielichtigen Gestalten besorgt und konnte es nicht zurückzahlen. Sie haben ihm gedroht, ihn zu töten, wenn er seine Schulden nicht binnen einer Woche begleicht.“

„Das war der Mann, den du vom Fenster aus beobachtet hast?“

Nino nickte. „Einer von ihnen. Sie haben Olaf auch die Pistole besorgt. Olaf hatte angeblich den Gedanken, sich selbst zu töten.“

„Aber dazu war er dann wohl zu feige!“, zischte Maja. „Und zu feige auch, dich selbst zu erschießen.“

Nino wusste, er hatte großes Glück gehabt – auch mit Maja!

„Das war aber nicht der einzige Grund. Hätte er es getan, hätte man ihn als einzigen Erben schnell im Visier gehabt. Jemanden zu beauftragen verschaffte ihm ein Alibi. Und da kam ihm der Geburtstag seiner Schwester gerade recht.“

Dass Nino Bender einmal das Leben gerettet hatte, wusste Maja bereits. Das hatte ihr Nino am Telefon erzählt, als er sie bat, Friederichs einzuschalten. Von Benders Notlage wegen der Krankheit seiner Mutter erzählte er ihr jetzt.

„Und wie geht es nun weiter?“, wollte Maja schließlich wissen.

„Olaf wird für einige Jahre ins Gefängnis gehen – und vermutlich eine Therapie machen müssen.“

„Und was wird aus der Firma? Ihr könnt doch unter solchen Umständen keine Partner bleiben.“

„Darüber dachte ich auch schon nach und hatte da eine Idee … ob das so funktioniert, muss ich mit meinem Anwalt und letztlich auch mit Olaf besprechen.“

„Und die wäre?“, fragte Maja.

„Ich kaufe Olaf die Firmenanteile ab, bezahle eine monatliche Rate auf einen Sparvertrag für ihn ein. Bis er aus dem Gefängnis kommt, hat er ein Startkapital für ein neues Leben. Oder er verzockt es wieder – seine Entscheidung.“

Maja nickte. „Das könnte gehen. Und Adam Bender?“

„Ich denk, jetzt sind wir quitt.“ Er sah Maja an. „Aber ich mag ihn und würde ihm gerne helfen. Hast du nicht erzählt, dass einer eurer Fahrer ausgefallen ist?“

„Du meinst, ich soll Bender als Fahrer einstellen?“, antwortete Maja mit einer Gegenfrage.

„Wäre ein feiner Zug von dir.“ Maja dachte nach. „Warum nicht? Ich versuche es mit ihm.“

Nino trank den Rest seines Kaffees aus. „Ich hatte verdammtes Glück“, sagte er dabei. „Wenn Olaf nicht zufällig Adam Bender angeheuert hätte, wäre ich jetzt tot.“

„Das wäre allerdings schade“, hauchte Maja und schenkte ihm ein verheißungsvolles Lächeln.

ENDE

Nächste Woche lesen Sie den großen abgeschlossenen

LIEBES-ROMAN