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Ein Haus voller Erinnerungen


plus Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 18.12.2019

Die Mutter kommt ins Pflegeheim, der Vater ist gestorben: Plötzlich ist das Elternhaus menschenleer. Was bleibt, sind unzählige Dinge – geliebte, übersehene, gehasste, die noch eine Geschichte zu erzählen haben. Erst wenn wir ihnen Zeit gewidmet haben, können wir Abschied nehmen


Artikelbild für den Artikel "Ein Haus voller Erinnerungen" aus der Ausgabe 1/2020 von plus Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: plus Magazin, Ausgabe 1/2020

Abschied nach fünf Generationen

Alexandra Schiefersteiner (53) musste ihr Elternhaus verkaufen, das über fünf Generationen im Familien besitz war. Urgroßvater Christoph Bock 1 baute das Geschäftshaus im Jahr 1900. Von Großvater Fritz (links) ging es an Vater Willi 2 über. Aus dem Zweirad- und Gemischtwarenladen in ...

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Alexandra Schiefersteiner (53) musste ihr Elternhaus verkaufen, das über fünf Generationen im Familien besitz war. Urgroßvater Christoph Bock 1 baute das Geschäftshaus im Jahr 1900. Von Großvater Fritz (links) ging es an Vater Willi 2 über. Aus dem Zweirad- und Gemischtwarenladen in den 1930er-Jahren 3 wurde ein Fahrradgeschäft 4 . Von vielen Erinnerungsstücken musste sich Alexandra Schiefersteiner verabschieden (auf dem Bild als Kind mit ihrer Schwester) 5 . Geblieben sind das Weihnachtsglöckchen ihrer Eltern 6 , das Mokka-Service ihrer Großmutter 7 und eine Fahrradklingel aus dem Geschäft ihres Vaters 8 .

Man schreibt das Jahr 1900 – Kaiser Wilhelms Dienerschaft verräumt gerade die Reste der Jahrhundertfeier und auf der Weltausstellung in Paris wird der Dieselmotor vorgestellt – da baut sich ein Sattlermeister in Borken ein stattliches Geschäftshaus. Seine Kinder und Kindeskinder werden darin später Gemischtwaren anbieten, eine Tankstelle betreiben und zuletzt Fahrräder verkaufen. Taufen werden in diesem Haus gefeiert, Geburtstage und immer wieder Weihnachten.

Ausräumen tut weh

Bis zum Jahr 2016. Da steht die Urenkelin des Sattlers vor der großen Aufgabe, das Haus zu verkaufen. Alexandra Schiefersteiners Mutter ist an Demenz erkrankt, ihr Vater fünf Jahre zuvor gestorben. „Die Geschäftsstraße, in der ich aufgewachsen bin, ist mir total fremd geworden“, bedauert die 53-Jährige. „Heute stehen die Läden dort reihenweise leer.“ Seit Langem schon hat sich abgezeichnet, dass ihr Elternhaus nicht im Familienbesitz bleiben wird. Alexandra Schiefersteiners einzige Schwester lebt in München, sie selbst und ihr Mann haben am Ortsrand von Borken gebaut.

Ein geliebtes Zuhause, in dem niemand mehr lebt. Unterhaltskosten, die weiterlaufen. Dinge, die noch ein letztes Mal angeschaut werden wollen. Mit diesem Szenario sind die beiden Schwestern nicht allein. Ein großer Teil der sogenannten Babyboomer erlebt gerade Ähnliches. Eine von ihnen, die Autorin Ursula Ott, hat darüber ein Buch geschrieben (siehe S. 22). „Ich gehöre zum geburtenstarken Jahrgang 1963“, erklärt sie.


„Unser Haus lebt nun für sich weiter. Und es entsteht eine neue Geschichte
Alexandra Schiefersteiner


„Immer, wenn in meinem Leben etwas passiert, passiert es noch Millionen anderen.“ Zurzeit hat ihre Generation ein zentrales Thema: „Was wird aus unseren alten Eltern – und was machen wir mit deren Zuhause?“ Nicht immer geht es um ein großes Geschäftshaus.

Aber immer, auch in der kleinsten Wohnung, um Erinnerungen. Die hängen in den Mauern fest und in den Terrassenfliesen. Aber mindestens so sehr stecken sie in der Kommode, im Sonntagsgeschirr und in den Eislöffeln.

Als Alexandra Schiefersteiner begann, ihr Elternhaus auszuräumen, lag eine Mammutaufgabe vor ihr. Der Laden und die Wohnung, dazu zwei ausufernde Keller, zwei riesige Dachböden und ein alter Schweinestall – gesteckt voll mit den Besitz tümern von fünf Generationen. „Es waren Berge von Sachen!“, stöhnt sie. „Anfangs habe ich überhaupt kein Land gesehen.“ Vieles musste entsorgt werden: eingestaubte Akten, ein kaputter Einkochautomat, geborstene Gummistiefel. Das war anstrengend, vor allem körperlich. Anderes war geistig anstrengend: „Die vielen Entscheidungen: Was soll in den Container? Wo guckt man noch mal drüber?“

Dabei beginnt die eigentliche, die emotionale Arbeit oft erst dann: beim Noch-mal-drüber-Gucken. „In den Dingen verdichten sich Geschichten. Sie blühen auf, wenn man die Gegenstände in die Hand nimmt“, so formu- liert es die Berlinerin Susanne Mayer. Auch sie hat gerade ein Buch über das Ausräumen ihres Elternhauses geschrieben (siehe S. 22). „Wenn man sie nur lässt, umgarnen sie uns mit Erinnerungen, sie ziehen uns zurück in eine Vergangenheit, von der wir glaubten, nicht selten hofften, sie hinter uns gelassen zu haben. Sie zeigen uns, wer wir waren.“

Es kann schön sein, aber auch sehr aufwühlend, sich mit den Gegenständen geliebter Menschen noch einmal zu befassen. Traudi Filpe, deren Elternhaus vor zwei Jahren verkauft wurde, hat sich ihnen in vielen kleinen Etappen gestellt. „Ich bin über Monate hinweg nur an besonders starken Tagen in den Keller gegangen und habe ein paar Sachen heraufgeholt“, erzählt sie. Vasen, Schneidebretter, die Kerzenleuchter ihrer Mutter: „Bis heute tut es mir bei vielen Dingen weh, sie anschauen zu müssen.“

Lebenslinien zum Anfassen

Die 66-Jährige wuchs im Hotel Krone in Zusmarshausen bei Augsburg auf, wo sie bis vor drei Jahren auch gearbeitet hat. „Die Krone war mein Leben“, sagt sie. „Schon als Kind war es furchtbar für mich, wenn die Wirtschaft drei Wochen geschlossen hatte.“ Dass sie vor dem Verkauf des Hotels in der Gaststube die Gemälde von den Wänden nehmen musste, brachte Traudi Filpe an ihre Grenzen. „Über dem Stammtisch hing ein Landschaftsbild“, erinnert sie sich. „Das hatten sich meine Eltern vom ersten Geld, das sie zur Seite legen konnten, gekauft.“ Verdichtete Geschichten, Lebenslinien zum Anfassen: „Solche Gegenstände noch einmal an sich heranzulassen, das ist aktive Trauerarbeit“, stellt Dr. Bettina Fromm, Diplom-Psychologin aus Köln, fest. „An deren Ende steht die Akzeptanz: Ich bin jetzt ohne meine Eltern. Ich bin jetzt Teil der älteren Generation.“

Was kann weg?

Dieses Sich-Abarbeiten an den Dingen darf auch dauern, ist sie überzeugt. „Entscheidend ist, dass etwas passiert: Wer für den Besitz der Eltern direkt einen Container holt, blockiert die eigene Entwicklung genauso wie jemand, der sich von gar nichts trennen kann.“

Und irgendwann stehen sie dann im Flur, Papas Ohrensessel, Mamas Espressobereiter, und dürfen gehen. Die Frage ist nur: wohin? Entsorgt, findet Ursula Ott, sollten nur Sachen werden, die nicht mehr zu benutzen sind. „Es fällt uns viel leichter, uns von Dingen zu trennen, wenn sie noch mal ein neues Zuhause finden“, weiß sie. „Wegwerfen, in den Müll kippen, das ist auf lange Sicht nicht nur für den Planeten ein Desaster. Sondern auch für unsere Seele.“ Tatsächlich kann die meisten Dinge noch irgendjemand brauchen. Aber es kostet meistens Zeit und womöglich auch Nerven, die- oder denjenigen zu finden.

Margit Ruf hat die Erfahrung gemacht: Es lohnt sich, für diese Suche einen gewissen Aufwand zu betreiben. Die 63-Jährige aus Günzburg steht gerade vor dem Verkauf des Bauernhauses, in dem sie aufgewachsen ist. „Meine Eltern sind in den 90er-Jahren in ein anderes Haus auf dem Hofgelände gezogen“, erklärt die ehemalige Religionslehrerin. „Damals haben meine Schwestern und ich schon alles aussortiert, was unsere Kindheit betraf.“ Vor drei Jahren, als die Mutter in eine Demenz-Wohngemeinschaft umzog – der Vater war bereits gestorben –, stand das Ausräumen des zweiten Hauses an.

Zu Hause in der Gaststube

Traudi Filpe (66) fand es großartig, unter Gästen aus aller Welt aufzuwachsen 1 . Ihr Elternhaus, das Hotel Krone (Anfang der 60er- 2 und Ende der 70er-Jahre), 3 ist 300 Jahre alt. Liebstes Erinnerungsstück: Ein Bild aus den 50ern, das über dem Stammtisch hing 4 .

Schwere Entscheidungen

„Die meiste Arbeit hat sich eine meiner Nichten gemacht, die Hauswirtschafterin ist“, erzählt Margit Ruf. „Sie hat ein Wochenende lang alle Gegenstände in meinem Elternhaus fotografiert und damit einen riesigen Katalog erstellt.“ Der ging als 15-seitiges Excel-Dokument an die drei Schwestern und deren 13 Kinder. „Auf diese Weise haben wir ganz, ganz viel untergebracht, von der Mikrowelle bis zur Münzsammlung“, freut sich die Rentnerin. „Die Geschirrtücher sind in mindestens vier Haushalten gelandet, eine Kommode steht jetzt im Kinderzimmer der Urenkelin in Berlin.“ Nur wenige Dinge en deten zu- letzt auf dem Wertstoffh of. Und ein kleiner Rest im Keller: „Da steht zum Beispiel noch eine Kiste voller Bilder“, fällt Margit Ruf ein. „Da wissen wir im Moment einfach nicht, wohin damit.“ Auch bei Alexandra Schiefersteiner lagern noch Fotos im Keller. Eine Reihe von Aufnahmen hat sie archivieren lassen. „Aber es waren so unglaublich viele, da haben wir einige tatsächlich auch entsorgt.“

Was darf gehen, was soll bleiben? Ursula Ott empfiehlt, sich bei der Entscheidung an der gefühlten Temperatur der Gegenstände zu orientieren: Steht die Küchenuhr für Geborgenheit und gemeinsam verbrachte Zeit? Oder nur für den Pünktlichkeits-Drill der Eltern? „Bei den meisten Dingen müssen wir versuchen zu sortieren“, rät die Au torin. „Das ist warm, das macht mich glücklich, das will ich bewahren. Jenes ist kalt, es kann weg.“

In seltenen Fällen gelingt es, Dinge nicht nur zu bewahren, sondern sogar etwas Neues daraus zu schaffen. In Traudi Filpes Garten zum Beispiel steht ein Fensterladen aus der Zeit um die Jahrhundertwende. „Meine Tochter hat die Läden aus meinem Elternhaus für alle in der Familie zu Deko-Elementen umgestaltet“, sagt die Gastronomin. „Mit hineingeschnitzten Kronen, zur Er- innerung an unser Hotel.“ Auch einem antiken Schränkchen, von dem sie sich seit dem Tod ihrer Mutter einfach nicht trennen konnte, hat Traudi Filpe vor einiger Zeit ein neues, kurzes Leben geschenkt. Kurz deshalb, weil sie das Schränkchen – weiß angestrichen im Shabby-Chic-Stil – auf ihre Terrasse gestellt hat. „Da steht es jetzt bei Wind und Wetter und wird noch mal gebraucht“, erklärt sie. „Und wenn es dann so richtig verwittert ist, kann ich es auch gehen lassen.“


„Dinge umgarnen uns mit Erinnerungen
Susanne Mayer, Buchautorin, Kulturreporterin und Literaturkritikerin


Zum Weiterlesen

URSULA OTT: „Das Haus meiner Eltern hat viele Räume. Vom Loslassen, Ausräumen und Bewahren“, btb Verlag, 18 Euro
SUSANNE MAYER: „Die Dinge unseres Lebens. Und was sie über uns erzählen“, Berlin Verlag, 20 Euro
CHRISTINA ERDKÖNIG: „Loslassen und Leben aufräumen. Was mit uns geschieht, wenn wir die Wohnung unserer Eltern auflösen“, Kreuz Verlag, 14,99 Euro

Ein kleines Happy End

Alexandra Schiefersteiner hatte lange die Befürchtung, dass sich überhaupt kein Käufer für das Haus ihrer Eltern finden würde. Dann meldete sich plötzlich ein Unternehmerpaar, das darin sogar wieder einen Fahrradladen eröffnen wollte. „Das war für mich wie ein Sechser im Lotto“, sagt sie. „Diese Leute hat uns mein Vater geschickt.“
Früher, erzählt sie dann, sei ihr Hund immer im Schaufenster des Ladens herumspaziert. „Und als ich neulich an dem neuen Geschäft vorbeiging, lief da wieder ein Hund herum.“ Für Alexandra Schiefersteiner ein kleines Happy End: „Unser Haus lebt nun für sich weiter“, findet sie. „Und jetzt entsteht darin eine neue Geschichte.“

Neues Leben auf dem Hof

Margit Ruf (63) wuchs auf einem Bauernhof bei Günzburg auf (hier mit zwei ihrer Cousins) 1 . Ihr Elternhaus 2 ist heute vermietet. Immer noch sehr lecker: Kokosmakronen nach Originalrezept aus dem handgeschriebenen Kochbuch ihrer Mutter 3 . Ursprünglich gehörte der Hof einer Groß tante und einem Großonkel 4 , die kinderlos geblieben waren.

So bleibt Schönes im Gedächtnis

Diese 3 Tipps geben Erinnerungen ein Gesicht

Fotobuch Ein Bild fängt den Geruch der Teekanne nicht ein. Trotzdem hilft ein Album voller Fotos von den Lieblingsgegenständen jetzt beim Loslassen und später dann beim Erinnern.

Stellvertreter Eigentlich fehlt es in der eigenen Wohnung ja an nichts. Vielleicht findet trotzdem noch ein Möbelstück aus dem Elternhaus stellvertretend für all die anderen Platz?

Schaukasten Eine Postkarte, eine Vase, das Mokka-Service aus den 70er-Jahren: Kleine Stücke lassen sich gut in einer Glasvitrine arrangieren. Gibt’s auch zum Aufhängen, dann braucht sie weniger Platz.

Nehmen Sie sich Zeit!

Das Ausräumen des Elternhauses ist auch ein Abschied von der Kindheit, erklärt Dr. Bettina Fromm, Diplom-Psychologin und Midlife-Coach aus Köln

Dr. Bettina Fromm arbeitet als Therapeutin in ihrer Privatpraxis in der Kölner Innenstadt


Frau Dr. Fromm, warum hängen wir so an unserem Elternhaus?
► Das hat natürlich mit der Beziehung zu unseren Eltern zu tun, aber auch das ganze Drumherum spielt eine große Rolle: Nachbarschaft, Geschwister, Freunde. Wer mit seiner Kindheit schöne Gemeinschaftserlebnisse ver bindet, dem bedeutet sein Elternhaus entsprechend viel.
Heißt das: Wem es leichtfällt, das Haus der Eltern zu ver kaufen, der hatte keine schöne Kindheit?
► Nein, das muss nicht sein. Es hängt auch davon ab, wie man Entscheidungen trifft: aus dem Bauch heraus oder vom Kopf her. Eine rationale Entscheiderin tut sich leichter, eine Pro- und Kontra-Liste zu erstellen und danach zu handeln, als eine emotionale Entscheiderin.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit dem Ausräumen zu beginnen?
► Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Ich empfehle – wenn es möglich ist –, sich Zeit zu lassen. Beim Sichten und Aussortieren lernt man die eigenen Eltern unter Umständen noch einmal ganz anders kennen. Das kann Gefühle in alle Richtungen auslösen.


Fotos: privat (19), Shutterstock; Illustrationen: Sabine Schickel