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Ein Herz voll Liebe für Irene


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 30.12.2021

Jede Woche 8 Seiten EXTRA

Kurz vor WeihnachTelefonnummer von Frau Ernst.ten war der Anruf hereingekommen. „Ich möchte ein altes Forsthaus verkaufen. Küche, Bad, Wohnraum, oben drei Schlafzimmer. Es liegt idyllisch am Waldrand, ist gepflegt und eignet sich als Wochenendhaus. Ich muss es umständehalber abgeben.“

Der Mann sprach betont sachlich, und doch hörte die Maklerin Irene Lambrecht seiner Stimme an, wie schwer ihm dieser Schritt fiel.

„Solche Projekte sind gesucht“, antwortete sie. Wenn die Beschreibung halbwegs zutraf, konnte sie so ein Haus bestens vermitteln.

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Sie hatte mit dem Mann, der Lukas Schiller hieß, einen Besichtigungstermin für heute, zehn Uhr vereinbart. Nun fuhr sie den schmalen, verschneiten Weg entlang, der zu dem Haus führte. Die Gegend war wunderschön, sogar im Winter. Die froststarren Bäume, ein paar Krähen am Himmel, und dort, wo sich der Wald lichtete, gab er einen kurzen ...

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... Blick auf verschneite Hügellandschaft frei.

Die Straße machte eine scharfe Rechtskurve, und hinter dieser Biegung stand neben einem morschen

Gatter ein kleines Mädchen. Sein Gesichtsausdruck war von der verwegenen Entschlossenheit eines Robin Hood. Und neben ihm im Schnee lag ein Bündel, in dem Irene all das vermuten konnte, was eine Weltreisende von etwa sechs Jahren so mitnehmen wollte.

Diese Begegnung war so unerwartet, dass Irene zuerst nicht begriff, dass da etwas nicht stimmte. Als sie anhielt, lagen bereits etwa 50 Schritte zwischen ihr und der Kleinen. Einen Moment lang dachte sie nach, was zu tun sei. Da war dieses Gefühl in ihr, dass die Kleine, ihr Kunde und der Verkauf des Hauses etwas miteinander zu tun hatten. Schließlich stieg sie aus, ging zurück, hockte sich mit einem Seufzer neben das Mädchen und behauptete: „Ich habe mich verfahren. Kennst du dich hier aus?“

Das Kind sah Irene aus traurigen Augen lange an, bevor es antwortete: „Klar, ich wohne doch her!“

Irene blickte sich suchend um. „Aber ich sehe nirgends ein Haus. Wo kann man denn hier wohnen?“

„Da hinter dem Hügel.“ Die Kleine zeigte in die Richtung, in der Irene das Haus vermutete, das sie sich ansehen wollte. „Ich wohne da mit Vati – fährst du nach Amerika?“, fragte sie unvermittelt.

„Nach Amerika?“, wiederholte Irene erstaunt. „Ich weiß noch nicht … warum fragst du?“

„Wenn du da hinfährst, könntest du mich doch mitnehmen, oder?“

„Tja also …“ Irene dachte nach. „In Amerika brauchst du einen Pass. Hast du denn einen?“

„Nein. Was ist das?“

„Ein Pass ist ein Papier, auf dem steht, wie du heißt, wo du wohnst und wer dein Vati ist.“

„Nein, hab ich nicht. Aber du kannst es aufschreiben, wenn ich es dir sage. Dann ist das ein Pass.“

Irene fühlte sich wie eine Verräterin, als sie antwortete: „Natürlich, wenn du es mir sagst, dann kann ich es aufschreiben.“

Die Kleine schwieg und musterte Irene aufmerksam. Die nutzte die Zeit, um darüber nachzudenken, wie sie das Kind davon überzeugen konnte, dass es besser war, wieder nach Hause zurückzukehren. Ihr fiel nichts ein, deshalb fragte sie: „Warum willst du denn nach Amerika? Kann ich dich nicht auch nach England mitnehmen?“

„Ich muss nach Amerika!“, sagte das Mädchen entschieden.

Irene blickte ratlos zum Himmel. Dunkle Schneewolken zogen von Norden her auf. Die Krähen flogen immer noch ihre Kreise über den Baumwipfeln. Erst als ein großer Greifvogel auftauchte, verschwanden sie krächzend hinter dem Wald.

Irene sah die Kleine wieder an. Ihr Blick wanderte fragend von den halblangen Haaren über die braunen Augen zu dem entschlossenen kleinen Mund. „Und warum musst du nach Amerika?“, fragte sie.

Nie war Irene so ratlos gewesen, wie in diesem Moment

„Weil da Raketen in den Himmel starten“, erklärte das Kind.

Damit hatte Irene nicht gerechnet! Mit Indianern vielleicht oder Disneyland, aber Raketen? „Möchtest du denn zum Mond fliegen?“, forschte sie erstaunt weiter.

„Nein!“ Das Mädchen schüttelte heftig den Kopf. „Was soll ich denn auf dem Mond?“ Dann wurde sein Blick plötzlich traurig und es flüsterte: „Es ist … weil meine Mutti doch jetzt im Himmel wohnt. Das hat mein Vati gesagt.“

„Das hat dein Vati gesagt“, wiederholte Irene. Noch nie war sie so ratlos gewesen, wie in diesem Moment. Ihr Herz klopfte dabei hart gegen ihre Brust, und ihre Gedanken überschlugen sich. Das also waren die Umstände, die den Mann zwangen, sein Haus zu verkaufen. Die Einsamkeit hier, eine kleine Tochter und die Mutter gestorben. Dem Kind zum Trost eine gnädige Lüge: Mutti wohnt im Himmel!

Irene sah in die traurigen Augen und suchte nach einem Ausweg, den sie der Kleinen anbieten konnte. Sie erinnerte sich an ihre eigene Kindheit. Fliegende Elefanten fielen ihr ein. Wie oft hatte sie geträumt, dass die sie weit forttragen würden – in die Märchenwelt, in der es nichts gab, was sie traurig machen konnte. „Weißt du“, sagte Irene, „der Himmel, den du meinst, ist viel zu weit entfernt für eine Rakete. Dort können nur fliegende Elefanten hinkommen.“

„Fliegende Elefanten?“ Die Kleine hatte Tränen in den Augen. „Aber die gibt es doch gar nicht!“

„Doch“, behauptete Irene, „es gibt noch einen. Ich habe ihn selbst gesehen, als ich etwa so alt war wie du. Er ist weiß, und seine Augen sind so braun wie deine.“ Sie versuchte sich an einem Lächeln.

„Und er kann in den Himmel fliegen, in dem meine Mutti ist?“

„Er kann deine Gedanken überall hintragen, wohin du nur willst.“

„Aber wie kann ich diesen fliegenden Elefanten denn finden?“

„Man kann ihn nicht finden. Du kannst nur warten, bis er eines Tages vielleicht auch zu dir kommt. Dann fliegt er in deinen Traum.“

„Aber meine Mutti! Ich will doch zu ihr!“ Das Kind weinte plötzlich hemmungslos.

Irene stand auf und nahm die Kleine in die Arme. „Deine Mutti ist tot“, sagte sie. „Aber sie wird nie wirklich sterben, solange du an sie denkst. Wie heißt du denn?“

„Sophie“, antwortete das Mädchen und wischte die Tränen ab.

„Und dein Vati, der heißt Lukas Schiller, nicht?“, erklärte Irene.

Sophie nickte. „Das weißt du?“

„Ich habe es vermutet. Und mein Name ist Irene. Komm, ich bringe dich nach Hause.“ Irene nahm das Bündel auf und die Kleine an die Hand, stapfte mit ihr durch den Schnee zu ihrem Wagen und ließ sie auf den Rücksitz klettern.

Lukas Schiller kam ihnen bereits in der Auffahrt zum Haus entgegen. Er war groß, schlank und wirkte gehetzt. Als Irene anhielt und das Fenster herunterließ, fragte er: „Sie sind sicher Frau Lambrecht! Haben Sie ein Mädchen gesehen, sechs Jahre alt? Meine Tochter – sie ist verschwunden!“

Irene lächelte. „Meinen Sie die Kleine auf meinem Rücksitz?“

Erst jetzt blickte er in den Fond des Autos. „Sophie! Da bist du ja.“ „Fahren Sie mit?“, fragte Irene. „Nein danke, ich gehe die paar Schritte lieber zu Fuß zurück.“

Irene war gerade ausgestiegen, als er neben sie trat. „Ihre Tochter wollte nach Amerika, um mit einer Rakete zu ihrer Mutti in den Himmel zu fliegen“, erklärte sie. Dabei sah sie ihn eindringlich an, um ihm stumm zu sagen: Bitte schimpfen Sie das Kind nicht aus.

Aber das hatte Lukas Schiller ohnehin nicht vorgehabt. Er half seiner Tochter aus dem Auto und drückte sie fest an sich. „Ach, Engelchen! Du kannst deine Mutti nicht mit einer Rakete besuchen.“

„Das weiß ich doch jetzt, das hat mir Irene erzählt. Es geht nur mit einem fliegenden Elefanten.“

„Nachgedacht habe ich über vieles …“, sagte Lukas Schiller

Irene tauschte Blicke mit Lukas Schiller, sah dann Sophie an. „Du könntest mir ja einen fliegenden Elefanten malen?“, schlug sie vor.

„Ja, mach ich!“ Das Kind nahm sein Bündel und lief ins Haus.

Irene erzählte Lukas Schiller von ihrer Begegnung. Er nickte. „Sophies Mutter ist seit fast einem Jahr tot, aber noch immer kann das Kind nicht verstehen, dass sie nicht mehr wiederkommen wird.“

„Haben Sie schon mal über einen Kinderpsychologen nachgedacht?“, wollte Irene wissen.

„Nachgedacht habe ich über vieles. Aber so schön es bei uns ist und so sehr wir all das lieben, jedes Vorhaben wird von hier aus zu einem schwierigen Unterfangen.“

Irene betrachtete das Haus. „Tja, als Wochenend- und Ferienhaus wäre es ideal. Doch um immer hier zu wohnen, liegt es zu abseits.“

„Es gehörte den Großeltern meiner Frau. Als sie es erbte, beschlossen wir, es auszubauen und ganz herzuziehen. Für ein Kind, dachten wir damals, ist es hier geradezu das Paradies. Meine Frau war Lehrerin. Mit ihr konnte Sophie in den Kindergarten fahren, und später hätte sie das Kind zur Schule mitgenommen. Doch jetzt …“

Er seufzte. „Ich kann hier nicht bleiben. Zwar ist es mir möglich, teilweise im Homeoffice zu arbeiten, aber hin und wieder muss ich auch zu Besprechungen ins Büro. Und manchmal wird es auch spät, bis ich wieder nach Hause komme – zu spät für ein Kind.“

Er führte Irene durchs Haus, das geschmackvoll renoviert war. Es gab Sonnenkollektoren und ein Stromaggregat, und das Wasser stammte aus einer eigenen Quelle. „Man kann hier autark leben“, sagte Herr Schiller. „Und bis ins Dorf sind es nur vier Kilometer. Dort gibt es ein Gasthaus, einen kleinen Laden und eine Kirche.“

Er zeigte ihr die Schlafzimmer und seinen Arbeitsraum. Neben einem Bildschirm stand dort ein großer Arbeitstisch, auf dem verschiedene Pläne lagen, die Irenes Interesse weckten. „Darf ich fragen, was Sie beruflich tun?“

„Ich bin Bauzeichner und arbeite für ein Architekturbüro.“

Irene nickte. „Deshalb ist hier alles so perfekt hergerichtet.“

Als er Irene zuletzt auch in Sophies Zimmer führte, war die Kleine gerade fertig mit ihrem Bild. Man sah ein Tier, das ein wenig wie ein Hund mit Rüssel und Flügeln aussah und über einer Wolke schwebte. Am Rand des Bildes stand ein kleines Mädchen und hob winkend die Hand. Neben ihr eine Frau, die einen grünen Mantel trug, so wie Irene. Im Hintergrund ein Haus mit Fenster und Tür.

„Das bin ich und das bist du“, erklärte Sophie. „Und Vati ist gerade im Haus, darum sieht man ihn nicht. Das Bild schenke ich dir. Für Vati male ich ein neues.“

„Danke! Darüber freue ich mich sehr.“ Irene beugte sich zu Sophie und drückte sie lächelnd an sich.

„Darf ich Ihnen noch eine Tasse Kaffee anbieten?“, fragte Lukas Schiller. Irene nickte. Zusammen mit Sophie setzte sie sich auf die Eckbank in der Wohnküche.

Das Kind nahm ihre Hand und lehnte den Kopf an ihren Arm. Die Zutraulichkeit rührte Irene, erschreckte sie aber auch. So nah hatte sie schon lange niemanden mehr an sich herangelassen.

Sie beobachtete Lukas, wie er den Kaffee zubereitete. Seine Hände zitterten ein wenig, und hin und wieder seufzte er. Sie fand ihn attraktiv, und er machte sie neugierig. Auch das erschreckte sie, denn seit ihrer Scheidung vor fünf Jahren hatte sie keinen Mann mehr auf diese Art und Weise betrachtet.

Als er eine Tasse mit duftendem, heißen Kaffee vor ihr abstellte, bedankte sie sich mit einem Lächeln. „Ich werde Ihnen spätestens morgen mitteilen, was wir für Ihr Haus verlangen können und Ihnen einen Vertrag zukommen lassen.“ Sie trank einen Schluck, fragte dann: „Haben Sie schon eine Wohnung gefunden? Zu welchem Zeitpunkt wäre das Haus abzutreten?“

Er sah seine Tochter an. „Ja, eine Wohnung haben wir. In einem Stadthaus, das mein Chef gebaut hat. Ein Käufer ist abgesprungen, da hatten wir Glück. Ein paar Möbel habe ich bereits hingeschafft, wir können jederzeit einziehen.“

Irene sah auf die Uhr. „Ich habe jetzt leider noch einen Termin und muss mich verabschieden.“

„Klar!“ Lukas Schiller erhob sich. „Ich bringe Sie zum Auto.“

Irene entschied, den Verletzten selbst in die Klinik zu bringen

Er ging voraus. Und dann passierte das Unglück! Auf der Treppe, die zu dem Vorplatz führten, auf dem Irene geparkt hatte, rutschte er aus, stürzte hinunter und blieb mit einem Aufschrei liegen.

Irene und Sophie liefen zu ihm. „Haben Sie sich verletzt?“,

„Mein Bein! Es tut höllisch weh. Ich glaube, es ist gebrochen …“

Irene dachte nach und entschied: „Es würde lange dauern, bis ein Krankenwagen käme. Ich bringe Sie selbst ins Krankenhaus.“

Sie holte das Auto, stoppte direkt neben Lukas. Mit ihrer Hilfe schaffte er es auf den Beifahrersitzt. Sophie brachte seine Jacke. Sie schlossen ab und fuhren los.

„Was passiert mit der Kleinen?“, fragte Irene unterwegs. „Kann ich sie zu Ihren Eltern bringen?“

„Sie wohnen bei meinem Bruder in Spanien“, antwortete er. „Und meine Schwiegereltern leben nicht mehr. Sonst haben wir keine Verwandten. Ich werde mich wohl ans Jugendamt wenden müssen.“

„Was ist denn ein Jugendamt?“, fragte Sophie arglos.

„Es ist …“ Lukas stockte.

Irene sah ihn an. Sie atmete tief durch und schloss für einen Moment die Augen. „Magst du vorerst mit zu mir nach Hause kommen?“, hörte sie sich fast gegen ihren Willen fragen. „Dann überlegen wir in Ruhe, wie es weitergeht.“

„Oh, ja!“, rief Sophie begeistert. „Es ist kein offener Bruch, wir müssen also nicht operieren“, erklärte der Arzt. „Bis die Schwellung abgeklungen ist, wird das Bein ruhiggestellt. Danach müssen Sie für zwei bis vier Wochen einen Gipsverband tragen. Später bekommen Sie einen Gehgips.“

„Und nach Hause …?“, setzte Lukas an. „Können Sie nur, wenn jemand Sie versorgt“, ergänzte der Arzt. Lukas schüttelte den Kopf.

Irene legte Sophie in das Bett, in dem Stefan geschlafen hatte, bis sie sich scheiden ließen, weil er mit der Frau seines besten Freundes ein Kind bekam. Seitdem war sie keine Beziehung mehr eingegangen, und das sollte auch so bleiben. All ihre Kraft und Leidenschaft steckte sie in ihren Beruf, Gefühle empfand sie nur als hinderlich.

„Erzählst du mir bitte noch ein Märchen?“, fragte Sophie.

„Ein Märchen? Welches denn?“ Sophie dachte nach. „Das vom Tapferen Schneiderlein wäre gut.“

„Ich fürchte, ich habe vergessen, wie das geht“, gestand Irene.

„Dann erzähle ich es dir, und morgen erzählst du es mir zurück!“

Irene musste lachen. „Das ist eine sehr gute Idee“, fand sie und hörte sich das Märchen an.

Als Sophie fertig erzählt hatte, schlang sie ihre Arme um Irenes Nacken und drückte ihr einen schmatzenden Kuss auf die Wange. „Ich hab dich lieb!“, sagte sie dazu.

Irenes Herz machte einen Satz. Nicht etwa vor Freude über diese spontane Liebesbekundung. Vielmehr, weil ihr das alles zu viel war.

Heute Morgen war sie als Maklerin zu einem Haus gefahren, das sie beurteilen wollte. Jetzt lag ein Kind in ihrem Bett und ein Mann im Krankenhaus, der ihr seinen Hausschlüssel gegeben hat. Sie hatte ihm Unterwäsche und Pyjamas gebracht, Rasier- und Waschzeug und seine Zahnbürste. Aber bitte, was gingen sie die Pyjamas dieses Mannes an? Sie war schließlich nur seine Maklerin!

„Dann schlaf mal schön.“ Sie löste Sophies Arme von ihrem Nacken, deckte sie zu und ging.

Am Morgen brachte sie die Kleine in den Kindergarten und erklärte der Erzieherin, was passiert war. Danach fuhr sie ins Büro, um den

Vertrag vorzubereiten, den sie gegen Mittag zu Lukas Schiller ins Krankenhaus brachte.

„Wie geht es Sophie?“, fragte er.

„Sie ist im Kindergarten. Ich hole sie später ab und komme mit ihr wieder. Bis dahin haben Sie sicher den Vertrag durchgelesen, und ich kann ihn unterschrieben mitnehmen. Dann werde ich Ihr Haus auf unserer Webseite anbieten.“

Als sie Sophie am Spätnachmittag ins Krankenhaus brachte, fiel die Kleine ihrem Vater so stürmisch um den Hals, dass ihm für einen Moment die Luft wegblieb.

„Tapfer zu sein, ist jetzt sehr wichtig!“, erklärte Sophie

„Ich bin so froh, dass du nicht auch in den Himmel musst!“ Sophie küsste ihren Papa vielmals.

„Na, die allermeisten Menschen, die im Krankenhaus liegen, müssen nicht in den Himmel“, beruhigte er sie. „Geht es dir gut?“

Sophie lachte. „Ja. Stell dir vor, Irene wohnt am Fuchsweg. Das ist lustig! Früher gab es dort bestimmt mal viele Füchse, hat Irene gesagt. Aber jetzt sind nur noch Autos dort. Und gestern habe ich Irene das Märchen vom tapferen Schneiderlein erzählt, damit sie es mir heute zurückerzählen kann.“

„Warum gerade dieses Märchen?“, fragte ihr Lukas.

„Weil es sehr wichtig ist, dass wir jetzt alle besonders tapfer sind. Tut dein Bein sehr weh?“

„Nein, es geht schon.“ Er sah von Sophie zu Irene. Sein Blick war warm, und er kam ihr schon viel ausgeruhter vor als gestern.

„Magst du mir eine Zeitung holen?“, fragte er das Kind. „Du musst im Flur nach rechts gehen, dann geradeaus bis zum Fenster. Dort steht ein Tisch, auf dem Zeitschriften liegen. Such mir eine mit einem Auto vorne drauf aus.“

„Okay, mach ich.“ Sie tanzte ab. Als sie draußen war, deutete Lukas auf einen riesigen Strauß gelber Rosen. „Die sind für Sie. Ich habe sie unten im Blumenladen bestellt und heraufbringen lassen.“

Erstaunt sah Irene ihn an. „Das wäre nicht nötig gewesen! Aber ich freue mich trotzdem“, gab sie zu.

„Das war Sinn der Sache.“ Lukas nahm ihre Hand. „Ich bin Ihnen so dankbar. Vor allem, dass Sie sich um Sophie kümmern.“

Sein Griff fühlte sich weich und warm an, so warm wie sein Lächeln. Irene schmunzelte. „Ich glaube, Sie müssen mir jetzt meine Hand zurückgeben“, sagte sie, weil er sie immer noch festhielt.

Er ließ sie los, sein Gesicht überzog sich mit leichter Röte. „Entschuldigen Sie.“ Er räusperte sich. „Eine der Schwestern hat mir eine Agentur genannt, die Haushaltshilfen vermittelt“, sagte er betont sachlich. „Man hat mir eine Frau Ernst zugeteilt. Darf ich Sie um einen letzten Gefallen bitten?“

Als Irene nickte, gab er ihr die Telefonnummer von Frau Ernst.

„Bitte fahren Sie mit ihr in mein Haus. Dort soll sie einpacken, was wir brauchen. Wäsche, Kleidung, Lebensmittel, Spielsachen – solche Dinge. Und die soll sie in meine neue Wohnung bringen und dort vorübergehend mit Sophie einziehen. Es gibt ein kleines Gästezimmer, da kann sie schlafen. Die Wohnung ist bereits teilmöbliert, sie wird sich schon zurechtfinden. In spätestens fünf Tagen kann ich hier raus, dann wird alles leichter werden. Und Ihre Auslagen berechnen Sie mir natürlich!“

Sophie kam mit einer Zeitschrift zurück. Er erklärte auch ihr, dass sie mit Frau Ernst in die neue Wohnung ziehen soll. Doch bei der Kleinen kam die Idee gar nicht gut an. „Ich will bei Irene bleiben!“

„Das geht leider nicht, Schatz. Sie muss doch arbeiten.“

Sophie lief zu Irene und umklammerte ihre Beine. „Ich geh ja morgens in den Kindergarten, da stör ich dich nicht! Und am Abend schlafe ich dann bei dir!“

„Ich muss leider auch manchmal am Abend arbeiten. Da haben die Leute Zeit, Häuser anzusehen.“

„Dann komm ich eben mit zum Häuseransehen! Bitte!“ Irene seufzte. „Das geht nicht.“ „Bitte!“ Das Kind weinte.

„Eine Nacht kannst du noch bleiben“, versuchte Irene Sophie zu beruhigen. „Morgen fahren wir mit Frau Ernst in euer Haus. Dabei kannst du sie kennenlernen und danach mit ihr in eure neue, schöne Wohnung einziehen, in der du dein eigenes Zimmer hast.“

Sophie presste schluchzend die Lippen zusammen. „Okay“, rang sie sich ab. Aber es klang nicht so, als wäre der Käse schon gegessen.

Als Irene Sophie am nächsten Tag vom Kindergarten abholte, sah die Erzieherin sie so merkwürdig an, als läge ihr etwas auf dem Herzen. „Ist was mit der Kleinen?“, fragte Irene verunsichert.

Die Frau suchte nach Worten. „Also, Sophie meinte, Sie werden ihre neue Mutti. Stimmt das?“

Wie kam das Kind nur auf diese völlig absurde Idee?

„Wie bitte?“ Irene schnappte nach Luft. „Aber nein, ich kenne Sophie und ihren Vater gerade mal drei Tage – das ist völlig absurd!“

Sophie kam mit ihrem Rucksack angetanzt und wollte Irene an der Hand fassen, aber die entzog sie ihr so hastig, als hätte sie auf eine heiße Ofenplatte gefasst. Im Auto wies sie das Kind zurecht: „Was du deiner Erzieherin da gesagt hast, dass ich deine Mutti werde, das ist bestimmt nicht der Fall! Wir holen jetzt Frau Ernst ab, dann bleibst du mit ihr in der neuen Wohnung!“ Aufgebracht fuhr sie los.

„Aber ich könnte doch …“, wollte Sophie zu handeln anfangen, doch Irene schnitt ihr barsch das Wort ab. „Nein! Dabei bleibt es.“

Frau Ernst erwies sich als resolute Person. Sie würde den Haushalt von Lukas Schiller und seiner Tochter bald im Griff haben, da war sich Irene ganz sicher.

Als sie später am Abend mit Koffern, Taschen und Kisten beladen vom Haus am Waldrand in die Stadtwohnung kamen, half sie noch, alles nach oben zu schaffen. Danach beugte sie sich zu Sophie und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Dein Vati kommt schon bald zu euch. Dann hast du ihn wieder, und bald wird alles gut.“

Das Kind sah ihr nach, als sie ging. Aus ihren Augen liefen unablässig Tränen, doch über ihre Lippen kam kein einziges Wort.

Irene fuhr nicht nach Hause, sondern zu ihrer Freundin Malika. „Welch schöne Überraschung!“, freute die sich. Doch plötzlich runzelte sie die Stirn. „Wie siehst du denn aus? Ist was passiert?“

Irene stapfte an ihr vorbei und warf sich auf die Couch. „Ich brauche dringend ein Glas Wein!“

„Klar, kannst du haben.“ Malika brachte Gläser und eine Flasche Rotwein. Damit setzte sie sich zu ihr. „Also los! Was für eine Laus ist dir über die Leber gelaufen?“

Irene erzählte die Geschichte. Dabei wurde sie von Wort zu Wort aufgeregter, und schüttete den Wein in sich hinein wie Wasser. „Der Mann interessiert mich nicht die Bohne!“, fauchte sie. „Eine Geschäftsbeziehung! Und das Kind! Es adoptiert mich einfach! Als wäre ich ein zugelaufener Hund!“

Malika hörte schweigend zu. Als Irene ihr das geleerte Glas hinhielt und sie dabei ansah wie ein aufgescheuchtes Huhn, meinte sie: „Was mich bei allem sehr stutzig macht, ist deine Emotionalität.“

„Meine Emotionalität? Wie meinst du das!“ Wieder schwang Zorn in Irenes Stimme mit.

„Siehst du, du bist kein bisschen gelassen. Wenn dir die beiden so egal wären, wie du behauptest, würdest du nicht so reagieren.“

„Blödsinn!“ Irene sah zu, wie der rote Wein in ihr Glas floss. „Das ist doch lächerlich! Ich kenne die beiden doch kaum.“

„Klar, noch kennst du sie kaum. Doch das ließe sich ändern. Wir zwei kannten uns gerade mal zwei Wochen und sind gleich miteinander in Urlaub gefahren. Manchmal genügt ein Blick, und man weiß, was man am anderen hat.“

Irene knallte ihr Glas auf den Tisch. „Ich bin hier, damit …“

„Damit ich dir sage, was du hören willst?“, fiel ihr Malika ins Wort und lachte. „Aber du weißt ganz genau, dass ich so nicht ticke. Da hättest du besser zu deiner Schwester gehen müssen, die redet dir immer nach dem Mund.“

Irene trank noch mehr Wein. Deshalb ließ sie ihr Auto stehen und fuhr mit dem Taxi nach Hause. Als sie mit dem Lift oben ankam und auf den Flur trat, blieb ihr fast das Herz stehen. Vor ihrer Tür saß Sophie. „Ja, um Himmels willen, was tust du denn hier!“

Das Mädchen sprang auf, lief zu ihr und umklammerte ihre Beine. „Ich will nicht bei der Frau bleiben! Sie hat mich geschlagen.“

„Geschlagen?“ Sachte legte Irene dem Kind die Hand aufs Haar.

„Nicht fest. Nur so ein Klaps auf den Po, weil ich nicht ins Bett wollte, sondern zu dir. Ich habe Angst vor ihr, sie ist böse.“

„Und wie bist du dann hergekommen?“, wollte Irene wissen.

„Die böse Frau ist schlafen gegangen. Da bin ich weggelaufen. Auf der Straße habe ich eine andere Frau getroffen, die war nett. Ich hab ihr gesagt, dass ich nach Hause zum Fuchsweg muss. Und da hat sie mich eben hergebracht.“

Sophie sah Irene treuherzig an. „Ich hab dich lieb!“

Irene schloss die Augen und atmete tief durch. Dann ging sie in die Hocke und sah Sophie eindringlich an. „Hör mal … du kannst nicht immer weglaufen, wenn dir etwas nicht passt. Du bereitest den Menschen, die für dich da sind, große Sorgen damit. Auch für uns Erwachsene geht nicht immer alles so, wie wir es gerne haben möchten. Wir müssen abwägen und das tun, was von allen Möglichkeiten das Machbarste ist.“

„Was ist das: Abwägen?“

„Man muss vergleichen und prüfen und ganz genau bedenken, was am Ende bei einer Sache rauskommt. Aber wenn man erst sechs Jahre alt ist, dann kann man das noch nicht immer so gut. Dann müssen es die Erwachsenen für einen tun. Bei uns war das genauso, als wir noch klein waren.“

Sophie nickte. Dabei sah sie Irene treuherzig an. Plötzlich fiel sie ihr um den Hals und drückte ihren Kopf an Irenes Wange. „Ich hab dich lieb“, flüsterte sie.

Irene wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Lachen, weil ihr so viel uneingeschränkte Liebe noch nie in ihrem Leben zuteil geworden war. Weinen, weil so viel uneingeschränkte Liebe eine hohe Last und Verantwortung bedeutete.

Sie rief Lukas an, um ihm zu sagen, was passiert war. Mit seinem Einverständnis behielt sie Sophie über Nacht bei sich. Am folgenden Tag entließ er Frau Ernst und bekam von der Agentur eine andere Helferin zugewiesen. Er selbst konnte am gleichen Tag noch nach Hause, denn jetzt hatte er ja jemanden, der ihn versorgte.

Für das Haus am Waldrand fand Irene schon bald einen Käufer. Bis dahin hatte sie Lukas und Sophie noch ein paarmal getroffen, um Verträge zu unterschreiben, um andere Dinge zu regeln, oder weil das Kind Irene ein Bild schenken wollte. Manchmal musste Sophie sie ganz dringend etwas fragen …

Und immer war Irene mit gemischten Gefühlen zu diesen Treffen gekommen und mit Herzklopfen wieder fortgegangen.

Als eines Tages ihr Handy aufleuchtete und Lukas’ Name auf dem Display erschien, ignorierte sie den Anruf. Doch als es wieder und wieder aufs Neue klingelte, nahm sie schließlich ab.

„Na, wie geht es dir?“, fragte Lukas – schon seit Langem waren sie beim Du angekommen.

„Viel Stress“, tat sie locker. „Und was treibt ihr so?“

„Am Nachmittag habe ich den Notartermin mit den Käufern meines Hauses. „Danach wollte ich dich zum Essen einladen. Das müssen wir schließlich feiern!“ Er lachte aufgekratzt. „Außerdem wollte Sophie dir etwas erzählen.“

„Hm“, machte Irene. Sie dachte nach. Der Steinmantel um ihr Herz begann längst zu bröckeln. Ihr Kopf sagte: Tu’s nicht! Ihr Herz tanzte vor Freude, bei dem Gedanken, die beiden wiederzusehen. „Also gut“, war sie einverstanden. „Wo treffen wir uns?“

„Diesmal wollte ich für uns kochen. Wegen Sophie. Sie möchte mit uns essen. Aber wenn wir in ein Restaurant gehen, müssen wir spätestens um acht Uhr nach Hause, das wäre doch schade.“

Sie lächelte. „Kannst du denn kochen? Ich meine etwas anderes als Nudeln mit Tomatensoße?“

„Ich kann überhaupt noch sehr viel mehr!“, versprach er lachend.

Das glaubte Irene ihm aufs Wort. Sie legte auf und seufzte tief.

Vor ein paar Tagen hatte Malika sie gefragt, warum sie nicht endlich ihren Kopf ausschaltete und ihr Herz walten ließ. „Das mit Stefan und dir war doch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ihr habt nicht zusammengepasst. Und da kannst du froh sein, dass er dich verlassen hat, weil du den Schritt vor lauter falsch verstandenem Pflichtbewusstsein nie gegangen wärst. Bis dass der Tod euch scheidet! Pah! Wenn man 22 ist, kann man viel versprechen, ohne wirklich zu wissen, wovon man redet.“

„Das kann man auch mit 35“, hatte Irene entgegengehalten.

„Und man kann auch aus Angst vor Pleiten, Pech und Pannen sein ganzes Leben verplempern!“ Das hatte Malika regelrecht gefaucht.

Sophie erzählte: „Zu mir ist ein Elefant geflogen im Traum!“

Am Abend stand Irene mit Wein und Sophies Lieblingsschokolade unschlüssig vor Lukas’ Wohnungstür. Fast wäre sie wieder gegangen, als Lukas plötzlich die Tür aufriss.

„Wusste ich’s doch!“, sagte er. „Ich habe gespürt, dass du vor der Tür stehst. Und ich hatte das seltsame Gefühl, dass du heimlich wieder verschwinden willst.“

„So gut …“ – kennst du mich, wollte sie eigentlich sagen, biss sich aber noch auf die Lippen. Mit einem Schmunzeln sah er sie an, als hätte er ihre Gedanken erraten.

Sophie kam aus der Küche. Sie flog Irene um den Hals und drückte ihr einen Kuss mitten auf den Mund. „Ich muss dir erzählen, was ich geträumt habe. Komm!“

Sie zog sie mit ins Wohnzimmer, wo bereits der Tisch gedeckt war. Dort setzte sie sich mit Irene aufs Sofa und begann: „Ich hab geträumt, dass ein Elefant zu mir geflogen kam. Er war ganz weiß, genau wie du gesagt hast! Aber er hatte gar keine Flügel. Geflogen ist er mit seinen großen Ohren!“

„Tatsächlich? So riesengroß waren die Ohren?“, staunte Irene.

Sophie nickte. „Und er hatte im Rüssel einen Brief von meiner Mutti. Den hat er mir gegeben, dann ist er wieder weggeflogen.“

„Und was stand in dem Brief?“, fragte Irene ahnungsvoll.

„Gar nichts. Der Brief war nur ein Bild. Darauf saß meine Mutti auf einer Wolke und hat mir zugewunken. Da hab ich ihr auch gewunken, und sie hat gelacht.“

Irene nickte. „Siehst du, ich hab’s dir ja gesagt. Solange es fliegende Elefanten gibt, ist deine Mutti immer bei dir.“

Sophie setzte sich auf Irenes Schoß, umarmte sie und gab ihr einem feuchten Kuss auf die Wange. „Jetzt habe ich die Mutti im Himmel und dich hier!“

„Ja, so ist es wohl. Jetzt hast du mich …“ Irene drückte Sophie zärtlich an sich und wischte sich heimlich eine Träne aus dem Auge.

ENDE

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