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EIN HOCH AUF DIE HÜPFER!


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 80/2021 vom 09.07.2021

ANGELN MIT HEUSCHRECKEN

Artikelbild für den Artikel "EIN HOCH AUF DIE HÜPFER!" aus der Ausgabe 80/2021 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Die Heuhüpfer lässt man einfach an der Oberfläche oder unter einer Pose abtreiben. Eine lange Rute ist bei einem stark bewachsenem Ufern von Vorteil.

Gerade habe ich eine Heuschrecke angeködert. Dazu wird dem Insekt ein feindrahtiger 14er Haken durch das vordere Drittel gezogen. Je dickdrahtiger der Haken, desto größer ist die Gefahr, dass die Heuschrecke ausläuft. Nun schlenze ich den Köder mit meiner 4,20 Meter langen Matchrute hinaus aufs Wasser. Meist verwende ich zum Angeln mit Heuhüpfern eine Centrepin-Rolle. Der Hüpfer darf nicht an der Wasseroberfläche furchen, wenn er abtreibt. Das wäre unnatürlich – deshalb ist eine Centrepin so effektiv, weil ich damit sehr leicht Schnur geben kann. Aber es funktioniert auch eine normale Stationärrolle.

Zehn Meter treibt die Heuschrecke, ohne dass sich ein Fisch für sie interessiert. Doch dann öffnet sich eine Futterluke, ich sehe einen Schwall, mit dem der Fisch abdreht und setze einen kurzen Abhieb aus dem Handgelenk.

Durch den Rutenblank kann ich die Kopfstöße eines größeren ...

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... Fisches spüren. Der Fisch versucht, sich in der Strömung quer zu stellen und ich will ihn nicht gegen die Strömung herandrillen. Entsprechend umwandere ich ihn bei hoch gehaltener Rute und kann ihn dann flussabwärts bald keschern. Ein Aland liegt in den Maschen. Ein bildschöner Fisch.

HEUSCHRECKENJAGD MIT DEM AQUARIENKESCHER

Wer mit Heuschrecken an der Oberfläche fischen möchte, muss sich die quirligen Hüpfer erst mal besorgen. Am besten funktioniert das mit einem Aquarienkescher früh morgens, wenn die wechselwarmen Hüpfer sich noch regungslos an einzelnen Grashalmen festklammern. Hier kann man sie mit dem Kescher leicht fangen. Oder man muss schnell sein und kann sie dann mit der Hand greifen. In der Mittagshitze dagegen befindet sich der Stoffwechsel der Tierchen auf dem Höhepunkt und sie fliehen vor dem Kescher mit hohen Sprüngen. Schlechte Chancen für den Heuschrecken-Jäger. Doch es geht noch einfacher. Heuschrecken kann man auch in den meisten Zoohandlungen als Futter für Terrarientiere kaufen. Meistens handelt es sich bei den gekauften Exemplaren um Wüstenheuschrecken, die oft ein wenig größer sind als unsere einheimischen Grashüpfer.

Am besten hältert man die Tierchen in einer Dose oder einem Marmeladenglas, die man mit einem Nylonstrumpf nach oben schließt und einen kleinen Schlitz in den Strumpf schneidet. So kann man mit der Hand in die Dose greifen und eine Heuschrecke entnehmen. Die anderen Hüpfer können währenddessen nicht entkommen, weil sich ihre Beine im Gewebe der Strumpfhose verfangen.

SIE SOLLTEN IMMER AUF DEN PILOTEN ACHTEN

Damit ich immer weiß, wo sich meine Heuschrecke gerade befindet, befestige ich einen Pilotkorken, wie er beim Angeln am Forellensee üblich ist, auf der Hauptschnur, indem ich ihn mit zwei Silikonschläuchen unten und oben fixiere. Auch Bissanzeiger zum Nymphenfischen aus dem Fliegenfischerbedarf sind geeignet. Als zusätzliches Wurfgewicht kommt ein einzelnes Bleischrot zum Einsatz.

Der Pilot dient mir aber nicht nur als Sichthilfe, sondern auch als Bissanzeiger. Nimmt ein Fisch die Heuschrecke, dann schießt der Pilot entweder über die Oberfläche oder er taucht sogar ab. Auf jeden Fall ist jeder Biss deutlich erkennbar.

Ganz wichtig beim Angeln mit Heuschrecken ist auch, dass die Schnur nicht absinkt, sondern schwimmt. Nur wenn das der Fall ist, kommt der Anhieb direkt beim Fisch an. Außerdem muss man keine Kraft verschwenden, um die versunkene Schnur aus dem Wasser zu schlagen. Da- her fette ich die Schnur zwischen Piloten und Köder am Haken immer gut ein. Dazu verwende ich ein Fett von Balzer, das mir immer gute Dienste geleistet hat.

„DER PILOT DIENT MIR ABER NICHT NUR ALS SICHTHILFE, SONDERN AUCH ALS BISSANZEIGER.“

Als Haken verwende ich besonders dünndrahtige Modelle, die „Bassers Worm Hooks“ von Daiwa sind zum Beispiel sehr gut geeignet. Nur solche feinen Haken gewährleisten, dass der Köder kaum beschädigt wird und sich auch noch an der Oberfläche bewegt. Diese Mikrobewegungen scheinen die Fische besonders zu reizen. Verwendet man zu dicke Haken, wird die Heuschrecke so stark verletzt, dass sie stirbt. Und dann ist der Köder nur noch halb so gut wie eine Heuschrecke, die sich bewegt.

Als Hauptschnur habe ich eine 0,18er bis 0,20er Schnur auf meiner Rolle, an deren Ende ich den Haken anknote.

„WER SCHON ANSCHLÄGT, WENN ER EINEN FISCH NACH DEM KÖDER STEIGEN SIEHT, WIRD VIELE FISCHE NICHT HAKEN.“

Meine Vorfachlänge beträgt meist 1,50 Meter oder etwas darüber. Ein solcher Abstand sollte zwischen Pilotkorken und Haken mindestens gegeben sein. Immer wieder kommt es auch vor, dass die Fische nach dem knallrot oder gelb gefärbten Piloten steigen. Dann sollten Sie nicht anschlagen, weil die Schuppenträger dadurch scheu gemacht würden.

Vielmehr bemerken sie schnell ihren Irrtum und nehmen in ihrem Suchreflex dann oft doch noch die Heuschrecke, die dem Piloten voraustreibt. Um einen Fisch sicher zu haken, muss der Angler sich beherrschen, bevor er den Anhieb setzt, ganz ähnlich wie beim Angeln mit Gummifröschen auf Hecht. Wer schon anschlägt, wenn er einen Fisch nach dem Köder steigen sieht, wird vielfach ins Leere schlagen. Erst wenn der Fisch abdreht, hat er den Köder so weit im Maul, dass der Haken genau im Maulwinkel fassen kann.

WER AM BACH STRECKE MACHT, DER FÄNGT GARAN­ TIERT SEINE FISCHE

Das Angeln mit Heuschrecken an der Oberfläche ist ein reines Wanderangeln. Mit dieser Methode fischt man viele unterschiedliche Stellen ab. Gerade nach heißen Sommertagen stehen die Fische in erster Linie dort, wo sie auch genügend Sauerstoff bekommen. Vor allem sind das Einläufe von kleineren Bächen. Aber auch Wehrschüsse und Schatten durch übers Wasser hängende Bäume bieten den Flossenträgern nun Deckung. Ebenfalls gehören Krautfelder, die die Ufer säumen, zu den Top-Plätzen. Solche Stellen sollte man ganz besonders intensiv abangeln.

UND WENN DIE HEU­ SCHRECKE MAL EINEN TAUCHGANG MACHT…

Doch die Heuschrecke taugt nicht nur als Oberflächenköder. Auch unter der Pose biete ich sie im Mittelwasser oder kurz über Grund gerne an. Vor allem in Gewässern, die sich durch Wiesen schlängeln, auf denen es viele Heuschrecken gibt, und von denen immer mal eine ins Wasser fällt, sind die Fische diese Zusatznahrung gewöhnt und beißen oft besser auf Heuschrecken als auf Maden!

An manchen Gewässern sind die Fische geradezu auf Heuschrecken konditioniert.

Also, versuchen Sie es in diesem Sommer einmal mit der Heuschrecke. Sie dürfen mit einer breiten Artenpalette rechnen: Bach- und Regenbogenforelle, Döbel, Aland, Karpfen, Ukelei und Hasel sind einem Heuschrecken-Snack sehr zugeneigt. Und das waren noch längst nicht alle Fische! Man ist nie vor Überraschungen sicher.

Kunst-Gebilde

Wie fängig Heuschrecken sind, das beweist auch, dass Fliegenfischer sich „Hopper“-Imitationen binden und diese den Fischen anbieten. Wichtig bei diesen Imitaten sind ihre Silhouette und die markanten Beine, denn dies sind für die Fische die Schlüsselreize bei einer Heuschrecke. Diese Imitation hier heißt übrigens Dave’s Hopper, sie wurde von dem legendären US-Fliegenfischer Dave Whitlock gebunden.