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Ein Klassiker zum Handel von Trendfortsetzungen


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 24.06.2021

AUSBRUCH AUS DEM DREIECK

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Bildquelle: Traders, Ausgabe 7/2021

1932 machte die Technische Analyse einen riesigen Sprung, als Richard Schabackers Kurs „Technical Analysis and Stock Market Profits“ veröffentlicht wurde. Darin wurden Balkenchartformationen präsentiert, auf die heute noch viele Trader setzen. Wir konzentrieren uns hier auf eine einfache Chartformation, das symmetrische Dreieck. Schabacker sagte, es sei eine der gewöhnlichsten und wichtigsten Chartformationen. Er beschrieb sie als Resultat von zunächst vergleichbaren Bewegungen in einem Chart mit anschließend sich verkleinernden, aber symmetrischen Swings, die sich bis in die Spitze des Dreiecks immer mehr verengen - bis die Aktie schließlich unnatürlich kleine Bewegungen mit kleinem Volumen macht, da sich niemand mehr für sie interessiert. Dann fuhr er fort: „Wenn die Preisspanne sich ...

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... immer weiter verengt und schließlich die Spitze des Dreiecks ausbildet, beginnt eine kritische Phase; nämlich dann, wenn die anormal enge Spanne durch eine größere Bewegung ersetzt wird. Der Beginn dieser Bewegung, die der Spitze des Dreiecks folgt, wird Ausbruch genannt und ist im Allgemeinen eine Indikation für die Richtung eines großen und profitablen Swings, der dieser Bewegung folgt.“

Schabacker stellte außerdem fest, dass das symmetrische Dreieck sowohl als Fortsetzungs- als auch als Trendumkehrformation fungiert. Er hob hervor: „Wenn alles andere gleich ist, dann dient das symmetrische Dreieck häufiger als Fortsetzungsformation, als dass es eine Umkehr des aktuellen Trends anzeigt.“

Wir möchten im Folgenden eine einfache Strategie und ein Beispiel vorstellen, das auf mehr oder weniger symmetrischen Dreiecken als Fortsetzungsformation basiert.

Die Komponenten der Strategie

Neben dem Dreieck betrachtet die Strategie Swing-Hochs und -Tiefs und exponentiell gewichtete Gleitende Durchschnitte. Ein Swing-Hoch hat wenigstens ein tieferes Hoch jeweils auf der linken und der rechten Seite, während ein Swing-Tief ein höheres Tief jeweils auf der linken und der rechten Seite hat.

Swing-Hochs und -Tiefs fungieren oft als kurzfristige Widerstände und Unterstützungen. Die obere Linie des Dreiecks verbindet tiefere Swing-Hochs, die untere Linie höhere Swing-Tiefs. Die dritte Komponente der Strategie sind exponentielle Gleitende Durchschnitte (EMAs). Viele Trader verwenden EMAs, da sie jüngere Daten stärker gewichten als ältere. In der Dreiecksstrategie verwenden wir einen 13-Tage-EMA, um den mittelfristigen Trend festzulegen, und einen 55-Tage-EMA für den langfristigen Trend. Um bei einem Ausbruch aus dem Dreieck long zu gehen, muss der Kurs über beiden Gleitenden Durchschnitten liegen; um short zu gehen, muss der Kurs unter beiden liegen.

Setup für Long Trades

1. Punkt A muss ein Swing-Hoch sein, das über dem 55- und über dem 13-Tage-EMA liegt.

2. Punkt B muss ein Swing-Tief sein, das rechts von Punkt A liegt.

3. Punkt C muss ein Swing-Hoch sein, das tiefer als Punkt A ist und rechts von Punkt B liegt.

4. Punkt D muss ein Swing-Tief sein, das höher als Punkt B ist und rechts von Punkt C liegt.

5. Zeichnen Sie eine Trendlinie, die A mit C verbindet, und eine, die B mit D verbindet, bis beide Linien sich im Extremfall treffen.

6. Die Formation muss vor dem Ausbruch mindestens 15 Kerzen aufweisen.

Einstieg

Kaufen Sie den Ausbruch aus dem Dreieck, wenn der Einstiegspreis über beiden Durchschnitten liegt.

Ausstieg

1. Setzen Sie einen Stopp-Loss unter das Tief vor dem Ausbruch.

2. Ziehen Sie den Stopp auf Break-Even (den Einstiegspreis), sobald der Kurs oberhalb des Einstiegs plus 50 Prozent der Distanz zwischen A und B liegt.

3. Schließen Sie die Position beim Kursziel (Einstiegspreis plus Distanz zwischen A und B).

Setup für Short Trades

Das Setup für Short Trades ergibt sich analog zu dem für Long Trades. Entsprechend erfolgt der Einstieg, wenn der Ausbruch aus dem Dreieck unterhalb der beiden Durchschnitte liegt. Die Ausstiegsregeln gelten ebenfalls analog zum Long-Setup.

Long-Beispiel

In Bild 3 sehen Sie die Aktie von SAP. Punkt A ist ein Swing-Hoch über den beiden EMAs, Punkt C ein tieferes Swing-Hoch rechts von Punkt A. Punkt B ist ein Swing-Tief rechts von Punkt A, Punkt D ein Swing-Tief rechts von Punkt B. Die Verbindung der Punkte A und C sowie B und D kreiert das Dreieck. Die Formation besteht aus 39 Kerzen vor dem Ausbruch bei Punkt E, deutlich mehr als die Minimalanforderung von 15. Der Einstieg war beim Schlusskurs von Kerze E, als der Ausbruch bestätigt wurde, also bei 106,78 Euro; der Stoppkurs lag unterhalb der Vortageskerze (103 Euro). Als Nächstes bestimmt man Break-Even-Niveau und Kursziel. Die Aktivierung des Break-Even-Niveaus wird durch einen Kurs ausgelöst, der dem Einstieg plus 50 Prozent der Distanz zwischen den Punkten A (110,96 Euro) und B (100,46 Euro) entspricht. Im Beispiel ergibt das 112,03 Euro. Das Kursziel berechnet sich aus dem Einstieg plus voller Distanz zwischen den Punkten A und B und liegt somit bei 117,28 Euro. Dieses Kursziel wurde in der dynamischen Bewegung auch erreicht. Der Trade erzielte damit einen hohen Gewinn von 10,50 Euro im Vergleich zum eingegangenen Risiko (3,78 Euro). Das Chance/ Risiko-Verhältnis (CRV) lag demnach bei 2,8 zu 1.

Fazit

Die Dreiecksstrategie ist ein Klassiker, den Trader auch heute noch einsetzen können. Dabei lässt sich der Ansatz auch anpassen, indem etwa die Periode der EMAs oder die Mindestanzahl an Kerzen im Dreieck verändert werden.


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