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EIN MEISTER MIT PORSCHE IM BLUT


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Auto Bild motorsport Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 01.12.2017

Er ist Champion im GT Masters und mit Porsche aufgewachsen. Das macht Robert Renauer und seinen 911 so stark


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Bildquelle: Auto Bild motorsport Sonderheft, Ausgabe 1/2018

Robert Renauer (links) und Mathieu Jaminet sind die neuen ADAC GT Masters Champions


Ein Saisonsieg hat Renauer und Jaminet zum GT-Masters-Titel 2018 gereicht. Dazu kamen drei weitere Podestplätze


Sein erstes Wort als Baby muss „Porsche“ gewesen sein. Robert Renauer (33/D) kennt die Marke, seit er denken kann. Gemeinsam mit Teamkollege Mathieu Jaminet (24/F) hat er sich 2018 im Porsche 911 GT3 R den Titel im ADAC GT Masters geholt. „Das ist der größte Erfolg meiner Karriere“, freut sich Renauer über ...

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... den Triumph in der GT3-Serie.

Für den Dachauer ist es der erste große Titel im Motorsport. „Ich bin stolz und glücklich, ausgerechnet mit Porsche den Titel gewonnen zu haben. Für mich ist der Porsche nicht nur ein Auto. Ich habe die Marke im Blut“, verrät der Champion. Hintergrund: Sein 2012 verstorbener Vater Alfred Herberth hat das Team gegründet. Seit 1996 geht Herberth Motorsport mit diversen Porsche-Fabrikaten an den Start. Auch Sohn Robert ist seit 2003 in verschiedenen Porsches unterwegs.

Jetzt ist Renauer der zweite Porsche-Master nach Tim Bergmeister 2008 in der Liga der Supersportwagen. Für Porsche ist es 2018 der zweite große Erfolg mit dem GT3 nach dem Sieg bei den 24h auf dem Nürburgring. Mit nur einem Sieg, aber regelmäßigen Punkteplatzierungen stachen Renauer und Jaminet die Brüder Kelvin und Sheldon van der Linde im Audi R8 LMS GT3 aus. Renauer: „Beim GT Masters ist Konstanz ein Schlüssel zum Erfolg. Bei 36 Fahrzeugen im Feld ist es wichtig, immer zu punkten.“ Nur dreimal in 14 Rennen verfehlte das Porsche-Duo die Punkteränge, Saisonbestwert.

Einfach zu fahren ist der 911er aber nicht. „Der GT3 R hat seine ganz eigene DNA“, sagt Renauer. „Fahrer, die beispielsweise von Audi zu Mercedes wechseln, haben es viel leichter, als von Audi zu Porsche zu wechseln.“ Grund: „Im GT Masters ist es das einzige Fahrzeug mit dem Motor im Heck. Das fordert einen anderen Fahrstil.“

2008

triumphierte Tim Bergmeister im ADAC GT Masters zuletzt mit einem Porsche 911. Mit dem 997 GT3 Cup S erzielte er drei Saisonsiege

Aufgrund der Last im Hintern neigt der 911 zum Übersteuern. Renauer: „Aber wir haben das leichteste Auto im Feld. Dadurch können wir später bremsen als die Konkurrenz. Und der kurze Radstand spielt uns in engen Kurven in die Karten.“

Allerdings kann der Reifenverschleiß zum Problem werden. Renauer: „Durch den Heckantrieb haben wir zwar eine gute Traktion. Aber wir müssen auf die Hinterreifen aufpassen, damit sie durch das hohe Gewicht im Heck nicht zu schnell an Performance verlieren.“

Vor der Saison hat Porsche den 911-Kundensportlern noch ein Aerodynamik-Update an der Front verpasst. Renauer: „Wir kommen seitdem besser durch die Kurven, weil wir mehr Anpressdruck an der Vorderachse haben.“ Wegen der Flaps hat das neue Fahrzeug-Kit aber auch einen Nachteil. „Uns fehlen ein paar km/h auf den Geraden. In Hockenheim waren es um die sechs Stundenkilometer.“

Während der Porsche in engen Ecken und auf der Bremse seine Stärken ausspielt, sind die langgezogenen Kurven nicht wirklich seine Spielwiese. „Da haben wir immer ein bisschen mit der Balance zu kämpfen“, zieht Renauer Bilanz Erst zum zweiten Mal konnte Porsche in der Liga der Supersportwagen den Titel holen. Zuletzt gelang das vor zehn Jahren mit Tim Bergmeister in einem Porsche 997 GT3 Cup S. „Es ist etwas Besonderes, mit Porsche Meister zu werden. Diese Marke hat ihr eigenes Flair“, freut sich auch Renauers Teamkollege Jaminet. 2019 startet das GT Masters wie gewohnt in Oschersleben. Am 27. April geht die Supersportwagen-Hatz wieder los. Dann jagen alle den Porsche 911 GT3 R.

Porsche 911 GT3 R: 4,0-Liter-Boxermotor, 500 PS, 460 Nm Drehmoment, 2463 mm Radstand, 1220 kg Leergewicht, 6-Gang-Getriebe

ERGEBNIS

GT Masters: Fahrer

KOMMENTAR Volontär ALEXANDER WARNEKE


Was war das wieder für eine spannende GT-Masters-Saison! Elf verschiedene Siegerduos in 14 Rennen sprechen für sich. 35 Autos von acht verschiedene Marken standen im Grid. Nächstes Jahr kommt mit Aston Martin mindestens eine weitere dazu. Die Serie wächst. Das zeigt auch die Gründung der ADAC GT4 Germany, sozusagen die neue zweite Liga des ADAC GT Masters.


Fotos: Hersteller