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Ein neuer Tiefpunkt in der Homöopathieforschung


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skeptiker - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 07.12.2022

Einführung

„Homöopathie bei Krebspatienten: Fast zu schön, um wahr zu sein“, unter diesem Titel berichtete das österreichische Nachrichtenmagazin Profil in seiner Ausgabe vom 23. Oktober 2022 über die Ergebnisse einer Untersuchung der Österreichischen Agentur für Wissenschaftliche Integrität (ÖA-WI) (Schönberger 2022). Gegenstand war eine im November 2020 im angesehenen wissenschaftlichen Journal The Oncologist veröffentlichte Studie zur homöopathischen Zusatzbehandlung bei Lungenkrebspatienten (Frass 2020). Das Ergebnis der Untersuchung zusammengefasst:

Artikelbild für den Artikel "Ein neuer Tiefpunkt in der Homöopathieforschung" aus der Ausgabe 4/2022 von skeptiker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

> Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass es bei der Studie zu einer ganzen Reihe von Verstößen gegen die wissenschaftliche Integrität gekommen ist. Einige der Ergebnisse können nur durch Datenmanipulation oder -fälschung erklärt werden.1

Damit erreicht eine vom Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) und der Initiative für ...

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... (IWM) angestoßene Affäre einen vorläufigen Höhepunkt, zu deren Abschluss nur noch die Retraktion der fraglichen Studie erfolgen muss.

Dies markiert einen neuen Tiefpunkt der Homöopathieforschung. Bisher konnte man positive Studienergebnisse zur Wirksamkeit der Homöopathie auf mangelnde Studienqualität zurückführen. Entweder führte ein fehlerhaftes Studiendesign zu einem hohen Risiko eines Bias, das heißt, dass die Ergebnisse nicht den wahren Sachverhalten entsprechen. Oder dass es Fehler in der Datenerfassung, der Auswertung, der Interpretation oder sonstige Unzulänglichkeiten gegeben hat. Im Gegensatz dazu kann man hier nicht mehr von zufälligen und unbeabsichtigten Fehlern ausgehen: Die Autoren dieser Studie haben, so legen es die Befunde nahe, ganz bewusst durch ihre Handlungen ein positives Studienergebnis herbeigeführt, das in Wahrheit anders aussieht.

Allerdings beleuchtet dieser Vorgang auch eine bedeutsame Schwachstelle in der aktuellen medizinischen Forschung: Diese Studie wurde, obwohl sie in einer renommierten Fachzeitschrift erschienen ist, nicht etwa von dem dort adressierten Fachpublikum kritisiert, sondern von einer Gruppe von Skeptikern, die nicht primär in den Wissenschaftsbetrieb eingebunden sind. Ohne diese Initiative von außerhalb hätte die Homöopathie jetzt eine erstklassige Referenz.

Zweifellos ist Forschung zur Homöopathie, insbesondere mit dem Ziel, einen Nachweis für eine klinische Wirkung über Placebo hinaus zu führen, sinnlos: Es ist ausgeschlossen, dass es zu spezifischen, auf einen Wirkstoff zurückgehenden Effekten kommt, wenn jener Wirkstoff im fertigen Präparat nicht mehr vorhanden ist. Andererseits gelingt es Autoren gelegentlich doch, vermeintlich positive Studien zur Homöopathie nicht nur in den in großer Zahl existierenden eher zweifelhaften Journalen zur Alternativmedizin, sondern auch in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften zu platzieren. Beim Fachpublikum werden sie vielleicht mit einem Schulterzucken ignoriert – bei den Anhängern der Homöopathie hingegen dienen sie als vermeintlich erstklassige Referenzen, die dann entsprechend öffentlichkeitswirksam präsentiert werden. Beispiele hierfür sind nicht nur die hier behandelte Studie, sondern etwa auch Gaertner et al. 2022 in Pediatric Research oder Frass et al. 2005 in Chest. Wir möchten daher an die verschiedenen Parteien appellieren, bei solchen Arbeiten sehr skeptisch zu bleiben:

> Wissenschaftliche Journale sollten derartige Studien erst nach einer sehr kritischen Überprüfung publizieren, wenn diese zweifelsfrei ergeben hat, dass ihr eine solide wissenschaftliche Forschungsarbeit zugrunde liegt.

> Fachgutachter (Peer Reviewer) sollten positive Ergebnisse zur Homöopathie und anderen unplausiblen Therapieverfahren sehr detailliert auf mögliche Fehler und Ungereimtheiten überprüfen und dies den Herausgebern entsprechend deutlich berichten.

> Das Fachpublikum sollte solche Veröffentlichungen ebenfalls kritisch beurteilen und Zweifel an der Validität der Studie in Leserbriefen artikulieren.

> Fachjournale sollten sich nicht scheuen, eventuelle Fehler im Durchlauf einzugestehen und zweifelhafte Studien zeitnah zurückziehen.

> Selbst bei Berücksichtigung der natürlich wünschenswerten Freiheit der Forschung und Wissenschaft sollten sich medizinische Universitäten, die ein internationales wissenschaftliches Ansehen haben, davor schützen, dass unter ihrem Namen kritiklos Studien genehmigt werden, deren Konzept gesicherten Erkenntnissen der medizinischen und sonstigen Wissenschaft widerspricht.

Die Studie

Als Hauptautor der Studie fungiert Prof. Michael Frass, der seine Zugehörigkeit zur MedUni Wien angibt (Frass et al. 2020), aber zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits pensionsbedingt nicht mehr in deren Diensten stand. Es handelt sich um eine doppelt verblindete, randomisierte und placebokontrollierte Vergleichsstudie, die zudem an mehreren Standorten in Österreich durchgeführt wurde und damit den „Goldstandard“ als Wirksamkeitsnachweis noch übertrifft. Die angewandten Verfahren für Verblindung, Randomisierung, etc. sind ohne Zweifel geeignet, dass man der Studie ein niedriges Risiko eines Bias zubilligen kann. Die Ergebnisse dieser qualitativ anscheinend hochwertigen Studie wären, wenn sie Bestand hätten, sensationell. Entsprechend wurde die Studie auch werbewirksam in Szene gesetzt: Die Wiener Zeitungberichtete in ihrer Ausgabe vom 21.03.2021 über das Ergebnis 2. Der Hauptautor erhielt 2021 den Peithner-Forschungspreis zugesprochen, der von der Schwabe Austria GmbH vergeben wird – der Muttergesellschaft des größten österreichischen Herstellers homöopathischer Präparate.3

> Die Patienten der Homöopathiegruppe (n = 51) erreichten im Mittel eine um 70 Prozent längere Überlebenszeit als diejenigen unter Placebo (n = 47).

> Die Lebensqualität und auch das subjektive Wohlbefinden der Homöopathiepatienten verbesserte sich erheblich, während es den Patienten unter Placebo immer schlechter ging.

Es gab noch eine dritte Gruppe, die aus den Patienten bestand, die an der Studie nicht teilnehmen wollten und keinerlei Zusatzbehandlung erhielten (n = 52). Ihnen erging es noch erheblich schlechter. Diese Gruppe wird hier wegen der unklaren Vergleichsbasis nicht betrachtet.

Wenn unsere Arbeitsgruppe nicht aktiv geworden wäre, dann wäre diese Studie heute als erstklassige Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie durchgegangen: Eine qualitativ hochwertige Studie, veröffentlicht in einem renommierten Journal mit Peer Review, kommt zu hervorragenden Ergebnissen, mit ganz erheblichen klinisch relevanten Effektstärken zugunsten der Homöopathie.

Das Protokoll

Unsere Analyse umfasste außer dem veröffentlichten Text der Studie die Daten aus dem Studienregister 4einschließlich der Historie5 sowie besonders das erste Studienprotokoll6 und die in der Folge im Studienregister hochgeladene neuere Version7. Die ursprüngliche Version des Protokolls8, in dem die Vorgehensweise der Studie festgelegt wird, ist auf den 10. Januar 2011 datiert, ein Jahr vor der Registrierung bei im Januar 2012 und dem Beginn der Rekrutierung der Patienten ab Februar 2012. Somit erscheint alles in bester Ordnung. Es fällt allerdings auf, dass in diesem Protokoll zwar einige Angaben mit der in 2020 erfolgten Veröffentlichung übereinstimmen, jedoch die Daten im Register erheblich davon abweichen (siehe Tabelle 1).

Es ist nicht nachvollziehbar, wie die Autoren ein Jahr nach dem Festlegen der Studienparameter, die sich so im Wesentlichen auch in der Veröffentlichung wiederfinden, bei der Registrierung vollkommen andere Daten angeben konnten. Die einzige plausible Erklärung ist, dass das Protokoll nicht vom Januar 2011 stammt, sondern erst sehr viel später, zumindest in Teilen gleichzeitig mit dem Manuskript zur Veröffentlichung entstanden ist. Dafür sprechen folgende Fakten:

> Das Protokoll wurde erst am 18. September 2019 in das Register hochgeladen, also etwa zwei Monate, nachdem die Datenerfassung abgeschlossen war und die Daten sehr wahrscheinlich nicht mehr verblindet und den Autoren bekannt waren.

> Im Text des Protokolls wird die Software zur Datenauswertung als „IBM SPSS statistics 25.0“ erwähnt, die allerdings erst im Juli 2017 auf den Markt kam: Im Januar 2011 war erst Version 19 verfügbar.

> Im Text des Protokolls erscheint bei der Beschreibung des Fragebogens SF36 eine Zahl „25“ ähnlich wie ein Literaturverweis, der jedoch dort keinen Sinn macht, denn das Protokoll hat kein Literaturverzeichnis. Allerdings korrespondiert diese Angabe mit der Quelle Nr. 25 in der Veröffentlichung. Diese verweist auf eine Arbeit, in der der Fragebogen SF-36 beschrieben wird. In den Literaturverweisen 1 bis 24 finden sich nicht weniger als 10 Arbeiten, die zum Zeitpunkt der vorgeblichen Abfassung des Protokolls noch gar nicht erschienen waren. Als einzige Erklärung für diese Zahlenangabe scheint die Annahme möglich, es handele sich hierbei um eine etwas missglückte Übertragung vom Manuskript der Veröffentlichung auf das Protokoll mittels Copy & Paste.

Im Mai 2021 hatten wir unsere Ergebnisse veröffentlicht10und auch den Autoren zukommen lassen und um eine Stellungnahme zu den kritischen Punkte (s. u.) gebeten. Dies ist nicht erfolgt, jedoch wurde am 14. Juni 2021 eine neue Protokollversion hochgeladen, die auf den 6. Februar 2014 datiert ist 11, also in eine Zeit, in der vielleicht die ersten Testpersonen gerade am Ende der Beobachtungszeit angekommen waren. Die wenigen zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandenen Messergebnisse waren sicher noch verblindet. In dieser zweiten Version sind alle Angaben einschließlich der Anzahl der Ausschlusskriterien und der Beobachtungszeit der Veröffentlichung angepasst. Die vorherige Version wird hingegen mit keinem Wort erwähnt, was aber zur Transparenz des Forschungsprojekts unbedingt notwendig wäre.

Mit dieser zweiten Version – die es am 18. September 2019 noch nicht gegeben hat, sonst hätte man diese zum Register hochgeladen und nicht die auf den 10. Januar 2011 datierte – wird klar, dass es sich bei dem Vordatieren der Protokolle nicht um einen beiläufigen, aus Versehen geschehenen Fehler handeln kann. Nur eine Interpretation ist sinnvoll möglich: Hier soll beim Betrachter ganz offensichtlich der Eindruck erzeugt werden, dass die frühzeitig festgelegte Vorgehensweise und die abschließende Veröffentlichung übereinstimmen, man sich also an ein frühzeitig festgelegtes Vorgehen gehalten hat, was in Wahrheit aber nicht der Fall war.

Post-hoc-Anpassung der Ausschlusskriterien

Wenn die erste Protokollversion erst in zeitlicher Nähe zum Manuskript der Veröffentlichung entstanden ist, dann sind alle dort erstmalig getroffenen Festlegungen als post hoc anzusehen, also als nachträgliche Korrektur bei bekannten Messergebnissen. Damit ist prinzipiell die Möglichkeit gegeben, Studienparameter so anzupassen, dass das Studienergebnis in eine bestimmte Richtung beeinflusst wird. Dieses Vorgehen wird sehr plastisch als „Texas Sharpshooter“ bezeichnet: der Schütze schießt auf ein Scheunentor und erst anschließend malt er die Zielscheibe um das irgendwo entstandene Einschussloch.

Neben der verkürzten Beobachtungszeit (s. u.) sind dies die im Protokoll erstmals genannten Ausschlusskriterien, die in der Veröffentlichung, also zu einem noch späteren Zeitpunkt, nochmals erheblich erweitert wurden. Sollten ursprünglich nur Schwangere von der Teilnahme ausgeschlossen werden, so waren am Ende 22 verschiedene Ausschlusskriterien definiert.

Diese Kriterien überraschen, denn es ist kein System erkennbar, nach dem sie festgelegt worden sein könnten. Eine Nieren- oder Lebererkrankung, eine Erkrankung des Blutes, eine koronare Herzerkrankung und viele andere mit höherem Alter verstärkt auftretenden Beschwerden führten zum Ausschluss, ohne dass es eine naheliegende Begründung dafür gäbe. Andere in dieser Altersgruppe häufige Beschwerden führten hingegen nicht zum Ausschluss, wie etwa Diabetes, Bluthochdruck, Magen- oder Darmerkrankungen. Darüber hinaus bleibt unklar, wieviele Patienten auf diese Weise ausgeschlossen wurden: Weder im Consort-Flussdiagramm (vgl. Frass et al. 2020, Fig. 3) noch im Text der Veröffentlichungen finden sich Angaben dazu. Acht Patienten wurden nach der Randomisierung wegen „verspäteter Feststellung von Mutationen“ ausgeschlossen, aber andere ausgeschlossene Patienten werden nicht erwähnt. Dabei ist es unglaubwürdig, dass man während der Studienlaufzeit zwar die Notwendigkeit erkennt, diese Vielzahl von Ausschlusskriterien einzuführen, aber dann kein Patient davon betroffen sein soll.

Was mit nachträglichen Ausschlüssen von Testpersonen erreicht werden kann, haben wir in einem kleinen theoretischen Zahlenspiel ermittelt (Abb. 1).

In diesem Beispiel wurden zwei Verteilungen von Zufallszahlen so weit modifiziert, dass sie zwei gleichwertige Lebensdauerkurven darstellen können (dünne Linien). Diese Kurven zeigen, wieviele Patienten zu einem bestimmten Zeitpunkt noch am Leben waren. Die mediane Lebenszeit beträgt bei beiden Kurven 28 Wochen, bis dahin sind in beiden Gruppen jeweils genau 50 Prozent der Patienten verstorben.

Beide Kurven bestehen anfangs aus 80 Werten. Wenn man nun aus der blauen Kurve, die hier die Homöopathie repräsentieren soll, 15 der ersten 20 Verstorbenen einfach streicht, dann entsteht die dicke blaue Kurve. Diese hat dann zwar nur noch 65 Elemente, aber diese stellen für diese Kurve wieder 100 Prozent dar, weswegen die Kurve den Startpunkt beibehält, aber sich im weiteren Verlauf nach oben verschiebt. Die dicke rote Kurve, die hier die Placebogruppe repräsentieren soll, entsteht, wenn man von den 20 am längsten überlebenden Patienten 15 Werte entfernt. Auch hier geht die Kurve wieder durch den 100-Prozent-Punkt, verschiebt sich aber im weiteren Verlauf nach unten.

Vergleicht man beide dick gezeichnete Kurven, stellt man bestimmte Charakteristika fest:

> Der große Unterschied beider Kurven entsteht in den ersten 12 Wochen; nach der blauen Kurve versterben in dieser Zeit links von der grünen Senkrechten 8, nach der roten 23 Patienten. Danach gibt es einen längeren Zeitraum, hier bis zum Zeitpunkt T = 80 Wochen, in dem in beiden Gruppen etwa gleich viele Patienten versterben, blau 36, rot 37 Patienten. Erst danach laufen die Kurven wieder zusammen, irgendwann in der Zukunft werden schließlich alle Patienten verstorben sein.

> Die mediane Überlebenszeit der roten Kurve sinkt um 8 auf 19 Wochen.

> Die mediane Überlebenszeit der blauen Kurve steigt um 12 auf 39 Wochen.

Genau diese Charakteristika findet man in den Überlebenskurven aus der Studie, dort in Figure 1:

> Der Vorteil der Homöopathiegruppe entsteht in den ersten neun Wochen, in denen nur 2 von 51 (4 Prozent) Homöopathie-Patienten, aber 11 von 47 (23 Prozent) Patienten der Placebogruppe versterben. Bis zum Ende der Beobachtungszeit versterben dann in beiden Gruppen praktisch gleich viele Patienten: 26 unter Homöopathie (51 Prozent), 25 unter Placebo (53 Prozent).

> Die mediane Überlebenszeit in der Placebogruppe ist mit 257 Tagen deutlich niedriger als die nach den Studienangaben zu erwartenden 303 Tage.

> Die mediane Überlebenszeit in der Homöopathiegruppe ist mit 435 Tagen deutlich gegenüber dem erwarteten Wert erhöht.

Folglich können die Ergebnisse der Studie dadurch entstanden sein, dass man aus zwei praktisch gleichwertigen Verläufen unpassende Einzelwerte entfallen ließ – früh verstorbene Patienten unter Homöopathie, lang Überlebende in der Placebogruppe. Wenn also beispielsweise ein Patient in der Homöopathiegruppe mit einer Autoimmunkrankheit, etwa Rheuma, früh verstorben ist, aber in der Placebogruppe kein solcher Patient vorhanden ist, oder ein solcher lange überlebt hat, dann kann man durch das Ausschlusskriterium „Autoimmunerkrankung“ entsprechende Veränderungen vornehmen, die am Ende zu den berichteten Überlebenskurven geführt haben. Wäre die Homöopathie hingegen tatsächlich wirksam, dann müsste sich der Effekt über die Zeit einigermaßen gleichmäßig zeigen, also die Kurven mehr oder weniger kontinuierlich auseinanderlaufen, bis sie ab irgendeinem späteren Zeitpunkt, der hier außerhalb der Betrachtungszeit liegen kann, zwangsläufig wieder konvergieren. Nach Lage der Dinge impliziert die nachträgliche Festlegung einer Vielzahl von Ausschlusskriterien, die zudem noch mit dem Protokoll auf einen frühen Zeitpunkt datiert wurde, und in der Veröffentlichung nicht erwähnt wird, dass dies zu Manipulationen genutzt worden sein könnte. Zudem deuten augenfällige Merkmale der Ergebnisse darauf hin, dass dies tatsächlich geschehen ist. Auf unsere diesbezügliche Information und Rückfrage haben die Autoren bislang nicht reagiert.

Post-hoc-Abkürzung der Beobachtungszeit

Der zweite wesentliche Parameter, der erstmals durch das nach der Entblindung hochgeladene Protokoll wesentlich verändert wurde, sind die Beobachtungszeit für die als Hauptzielkriterien festgelegte Lebensqualität und das subjektive Wohlbefinden. Beides sind natürlich für die Patienten sehr wesentliche Aspekte ihrer Erkrankung. Demzufolge ist es durchaus nachvollziehbar, dass die Autoren ihre Hauptzielkriterien so definiert haben. Ursprünglich, so steht es in den Daten des Studienregisters bei ClinicalTrials. gov,war eine Studiendauer von sieben Jahren vorgesehen. Während der ersten fünf Jahre sollten Patienten rekrutiert werden, woraus zu schließen ist, dass die Patienten mindestens zwei Jahre lang beobachtet und die Daten erhoben werden sollten 12. So ist es für die Überlebensdauer geschehen, so steht es auch in allen laufend aktualisierten Registerdaten aus der Zeit vor der Entblindung:

Primary Outcome Measures

1. Life Quality [Time Frame: 7 Years] Life Quality is evaluated using the results of the EORTC-QLQ-C30 questionnaire

Dies deutet unzweideutig auf eine Erfassungszeit von zwei Jahren oder mehr hin. Auch in der Veröffentlichung finden sich Angaben, die dies bestätigen:

„Patients were followed up every 9 weeks until death. [...] Patients were asked to complete again the questionnaires they answered on study entry.“

Erstmals mit dem Protokoll wurde die Beobachtungszeit jedoch auf 18 Wochen abgekürzt. Das heißt, man lässt von den in mindestens zwei Jahren, also 104 Wochen, gesammelten Daten nur die ersten 18 Wochen in das Ergebnis einfließen, über 80 Prozent der Daten ignoriert man. Gründe für diese Änderung sind nirgendwo angegeben, sie wird in der Arbeit noch nicht einmal erwähnt. Hierin ist unzweideutig eine unvollständige Ergebnisdarstellung zu sehen, wobei die Auswahl in Kenntnis der Daten getroffen wurde. Dies ist ein schwerer Studienmangel, denn hierdurch können die Ergebnisse manipuliert werden. Es ist nicht so, dass die sehr positiven Entwicklungen für die Lebensqualität und das subjektive Wohlbefinden repräsentativ für die ganze Studiendauer sind. Die Betrachtung endet vermutlich dann, wenn sie in den Augen der Autoren besonders gut aussahen. Das taten sie auch, in einem unfassbar hohen Ausmaß sogar (Abb. 2).

In Abb. 2 haben wir die umfangreichen in der Studie aufgeführten Zahlenwerte für Lebensqualität (SF-36) und subjektives Wohlbefinden (QLQ- 30 in zwei Domänen) als Diagramme anschaulich dargestellt. Es geht in allen drei Diagrammen um Symptome wie Erschöpfung, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen etc., beziehungsweise darum, wie gut man im täglichen Leben zurechtkommt. Die Daten sind hier so angeordnet, dass positive Werte oben liegen, schlechte unten. Zur besseren Vergleichbarkeit sind die Kurven so verschoben, dass der Mittelwert aller Teilnehmer zu Anfang („BL“ = BaseLine) jeweils bei 0 liegt. Man erkennt, dass es den Homöopathie-Patienten in allen Belangen – erstaunlicherweise einschließlich der finanziellen Probleme – kontinuierlich besser ging, während die Patienten unter Placebo nur in seltenen Fällen einen gleichbleibenden Wert erzielen konnten, es ihnen zumeist jedoch deutlich schlechter ging.

Warum verheimlichen die Autoren die weitere Entwicklung während der nächsten neun Follow-Up-Termine, die ein Patient während der Studie erlebt hat, wenn er bis zu deren Ende überlebt hat? Nach aller Lebenserfahrung darf man sicher davon ausgehen, dass der in Kenntnis der Daten willkürlich festgelegte Endpunkt so gewählt wurde, dass die Ergebnisse für Homöopathiepatienten zum vorteilhaftesten Zeitpunkt dargestellt sind. Dies kann man zwar nicht belegen, aber die selektive Präsentation von Ergebnissen gilt als schwerwiegender Studienmangel, weil genau dies nicht ausgeschlossen werden kann. Was wäre, wenn es den Homöopathiepatienten im weiteren Verlauf nicht besser, sondern ganz erheblich schlechter gegangen wäre? Diese Information ginge auf diese Weise verloren, was zu einer Fehleinschätzung der Wirksamkeit führen würde.

Weitere Unzulänglichkeiten

Bei der Betrachtung der uns zugänglichen Unterlagen sind wir auf eine ganze Reihe weiterer Unzulänglichkeiten gestoßen, die auf jeden Fall den Peer Reviewern hätten auffallen müssen und hier nur in ein paar wenigen beispielhaften Schlaglichtern erwähnt werden sollen.

So passen Diagramme nicht zusammen, wie Figure 2 und 3. Beide stellen den Fluss der Patienten dar, in ersterem jedoch gibt es in den „eligible patients“ (geeignete Patienten) Teilnehmer, die eine Studienteilnahme abgelehnt haben, aber nach einer Einverständniserklärung Verum, also Homöopathika, einnahmen. Diese Patienten fehlen in Figure 3.

Ein anderer Punkt ist, dass als Einschlusskriterium ein histologisch bestätigtes Krebsstadium maximal 8 Wochen vor Aufnahme in die Studie ist. Es wird aber nicht angegeben, was für die Patienten der zeitliche Nullpunkt war, das Datum der Diagnose oder das erste Homöopathie-Gespräch. Auch dies kann zum Verschieben der Daten benutzt werden, was für die Lebensqualität ein erheblicher Faktor wäre. Es ist erstaunlich, dass die Anzahl der Teilnehmer so bestimmt wurde, dass in der Lebensdauer, dem sekundären Zielpunkt, eine hinreichende Teststärke gegeben ist und nicht, wie üblich, auf den primären Endpunkt „gepowert“ wurde. Wobei die hierfür erforderliche Teilnehmerzahl nicht erreicht wurde und die Studie damit „underpowered“ ist.

Das völlig katastrophale Abschneiden der dritten Gruppe ohne Zusatztherapie, deren Ergebnisse noch schlechter sind als in der Placebogruppe und deren Überlebenszeiten damit weit unterhalb dessen liegen, was nach dem Stand der Medizin zu erwarten gewesen ist, wird nicht kommentiert.

Ergebnisse der ÖAWI

Es ist bedauerlich und für uns eigentlich unverständlich, dass der Abschlussbericht der ÖAWI nicht öffentlich zugänglich ist. Die einzige Quelle ist der Bericht in der Printausgabe des Magazins Profil vom 23.10.2022 (online verfügbar seit 28.10.2022), wo jedoch sehr ausgiebig und detailliert zitiert wird (Schönberger 2022).

Insgesamt kommt die Kommission der ÖAWI mit anderen Methoden zu sehr ähnlichen Feststellungen wie unsere Arbeitsgruppe. Auch hatte man hier Zugriff auf die Protokolle der Ethikkommission und auf Originaldaten:

Ein Überblick über die Feststellungen:

> Auch die ÖAWI bemängelt die starken, während der Studienlaufzeit aufgetretenen Änderungen des Protokolls, die aber in der Veröffentlichung nicht erwähnt werden. Man bewertet die fehlende Transparenz als unakzeptabel und sieht darin einen Hinweis auf eine Manipulation der Daten („This is suggestive of data manipulation, and the lack of transparency is unacceptable“).

> Aus der späten Festlegung der Ausschlusskriterien wird ebenfalls gefolgert, dass viele Patienten post hoc ausgeschlossen wurden, was für die ÖAWI einen Hinweis auf die Manipulation der Daten darstellt.

> Das Überleben wurde ebenfalls analysiert und es fiel auf, dass es unterschiedliche Phasen gab. In manchen erschien die Homöopathie als wirksam, während einer anderen Phase blieb sie aber unwirksam. Dies sei sehr unplausibel, aber dieser Befund deckt sich mit der Annahme einer selektiven Löschung von Daten.

> In den Originaldaten, die uns nicht zugänglich sind, findet die Kommission eine Reihe von Patienten, die nach Abschluss der Untersuchungen ausgeschlossen worden waren, was eine Manipulation der Daten nahelegt.

> Unter den ausgefüllten Fragebögen finden sich mehrere, die in allen 66 Punkten des SF-36 und QLQ-C30 die Bestbewertungen aufweisen. Zudem zeigt die Homöopathiegruppe im Mittel eine Lebensqualität, die höher ist als im Bevölkerungsdurchschnitt Österreichs, sogar besser als das obere Quartil. Dies ist für Patienten im Endstadium einer Lungenkrebserkrankung ausgesprochen unplausibel.

> In einer statistischen Untersuchung wurden die Angaben der Patienten zu ihrer Lebensqualität mit den Überlebenszeiten verglichen. In der Placebogruppe war ein deutlicher Zusammenhang gegeben: Patienten, die sich schlechter fühlten, hatten auch nur eine geringere Lebenserwartung. In der Homöopathiegruppe gab es einen solchen Zusammenhang nicht: Einige der Patienten, denen es nach ihren Angaben hervorragend ging, verstarben wenige Monate danach.

In der Schlussfolgerung ist zu lesen:

> The Committee concludes that there are numerous breaches in scientific integrity in the Study, as reported in the Publication. Several of the results can only be explained by data manipulation or falsification. The Publication is not a fair representation of the Study.

Im Anschreiben, in dem die ÖAWI uns ihr Ergebnis mitteilt, wird darauf hingewiesen, dass sie die Meduni Wien und den Leitenden Herausgeber des Oncologist über das Ergebnis informiert hätte und eine Retraktion der Veröffentlichung gefordert hätte. Der Oncologistist dem bislang (Stand: 10.11.2022) soweit nachgekommen, dass er eine „Expression of Concern“ herausgegeben hat. Dort wird darauf hingewiesen, dass es die Vorwürfe der Datenmanipulation und -fälschung gibt, diese aus einer glaubhaften Quelle stammen, und dass bis zur Klärung des Sachverhalts die Ergebnisse als nicht valide anzusehen sind 1213. Es ist verständlich, dass sich die Herausgeber erst selbst ein Bild machen wollen und auch die Stellungnahme der Autoren einholen wollen.

Reaktion der Autoren

Im Bericht des Profil wurde auch dem Hauptautor, Prof. Michael Frass, die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Er weist alle Vorwürfe entschieden zurück, dass es zu Datenmanipulation oder -fälschung gekommen sei. Ganz im Gegenteil sei er felsenfest davon überzeugt, berichtet Profil, eine saubere und überzeugende Studie vorgelegt zu haben. Seine zusammenfassende Wertung:

> Die Vorwürfe sind uns alle bekannt und absolut unverständlich, alle können wir entkräften. Unsere Arbeit wurde unter Einhaltung aller wissenschaftlichen Standards durchgeführt. Der Vorhalt von Verstößen gegen die wissenschaftliche Integrität entbehrt jeder Grundlage. Für uns zeigt sich offenkundig, dass bei der Begutachtung nicht alle Unterlagen miteinbezogen wurden. Aus diesem Grunde haben wir um Akteneinsicht gebeten, um die Grundlagen für das Final Statement kennenzulernen.

Man darf sich fragen, mit welchen zusätzlichen Unterlagen die Vordatierung der Protokolle erklärt werden kann, oder das Verschwinden von Patienten nach der Randomisierung. Viele der Kritikpunkte unserer Arbeitsgruppe und der ÖAWI sind schon bei der genauen Analyse der Daten in der Publikation und der Website www. offensichtlich und für jeden Interessierten nachvollziehbar. Aus Sicht unserer Arbeitsgruppe hat Frass die Sachlage offenbar nicht ganz richtig erfasst: Dass Problem ist nicht, dass wir bzw. die ÖAWI Unterlagen weggelassen hätten, sondern vielmehr, dass wir im Gegenteil alle verfügbaren Unterlagen in die Analyse mit einbezogen haben. Auch die alten Datenstände. Sonst wären uns die Änderungen ja nicht aufgefallen.

Literatur

Frass, M.; Dielacher, C.; Linkesch M. et al. (2005): Influence of Potassium Dichromate on Tracheal Secretions in Critically Ill Patients; Chest;127;936-941; S0012369215311065 (Abstract).

Frass, M.; Lechleitner, P.; Gründling, C. et al. (2020): Homeopathic treatment as an Add-On Therapy May Improve Quality of Life and Prolong Survival in Patients with Non-Small Cell Lung Cancer: A Prospective, Randomized, Placebo-Controlled Double-Blind, Three-Arm, Multicenter Study; The Oncologist (2020);25:1-26; (Open Access). e1930/6444088?login=false. Gaertner, K.; Teut, M.; Walach, H. (2022): Is homeopathy effective for attention deficit and hyperactivity disorder? A meta-analysis; Pediat. Res.,https://doi. org/10.1038/s41390-022-02127-3.

Schönberger A. (2022): Homöopathie bei Krebspatienten: Fast zu schön, um wahr zu sein. Profil, 28.10.2022, .

1 zitiert nach Schönberger 2022, Übersetzung: Verfasser.

2 wissen/mensch/2098072-Studie-zeigt-Erfolg-bei-Lungenkrebs.html, Zugriff am 10. November 2022..

3 Zugriff am 10. November 2022.

4 Aktueller Datenstand zu Frass et al.2020 im Studienregister , https:// clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01509612.

5 Historie der Datenstände zu Frass_2020 im Studienregister, https:// clinicaltrials.gov/ct2/history/NCT01509612

6 Frass, M.: Homeopathy in Cancer (HINC) -Study protocol, Jan 10, 2011, Prot_SAP_000.pdf.

7 Frass, M.: Homeopathy in Cancer (HINC) -Study protocol, February 6, 2014, https:// NCT01509612/Prot_SAP_001.pdf.

8 Frass, M.: Homeopathy in Cancer (HINC) -Study protocol, Jan 10, 2011, Prot_SAP_000.pdf.

9 Diverse Blogbeiträge mit Untersuchungsstand Mai 2021: Deutsch: . info/studienkritik-zu-lungenkrebsstudie-frass-et-al-2020/, https://www.initiative-wissenschaftliche-medizin.at/index. php?id=202#c201; Englisch: https://edzardernst.com/2021/06/a-thorough-analysisof-prof-m-frass-recent-homeopathy-trialcasts-serious-doubts-on-its-reliability/.

10 vgl. Frass M: Homeopathy in Cancer (HINC) – Study protocol, February 6, 2014, NCT01509612/Prot_SAP_001.pdf.

11 vgl. Historie der Datenstände zu Frass_2020 im Studienregister : https:// clinicaltrials.gov/ct2/history/NCT01509612, Datenstände vor dem 28.10.2020.

12 vgl.: NN: Expression of Concern: Homeopathic treatment as an Add-On Therapy May Improve Quality of Life and Prolong Survival in Patients with Non-Small Cell Lung Cancer: A Prospective, Randomized, Placebo-Controlled Double-Blind, Three-Arm, Multicenter Study, https:// .

Dr.-Ing. Norbert Aust

studierte Allgemeinen Maschinenbau an der TU Darmstadt und promovierte über ein Thema aus dem Bereich Thermischer Turbomaschinen. Beruflich tätig war er in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Qualitätsmanagement bei führenden Herstellern von Vakuumpumpen und Kompressoren. Seit Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben beschäftigt er sich neben Fragestellungen zur Energietechnik mit den Grundlagen der Homöopathie und den Nachweisen zu deren Wirksamkeit.

Dr. phil. Dr. med. Viktor Weisshäupl

studierte an der Universität Wien Hauptfach Chemie, Nebenfach Physik, promovierte am Institut für Allgemeine Biochemie, studierte Medizin zum größten Teil an der Universität Oulu in Nordfinnland. Dort machte er auch eine Ausbildung zum Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, einen Teil der Gegenfachausbildung in Nordschweden. Bis zur Pensionierung war er in einem Schwerpunktkrankenhaus in Wien als Anästhesist tätig. Irritiert durch die Vergabe von Fortbildungspunkten für Pseudomedizin durch die österreichischen Ärztekammern gründete er zusammen mit dem Dermatologen Theodor Much die Internetinitiative „Initiative Wissenschaftliche Medizin“, deren Ziel es ist, Ärztekammern und Gesundheitsministerium in Österreich zum Verzicht auf die Förderung der Pseudomedizin zu bewegen.