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Ein Partner für alle Fälle


Partner Hund - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 04.08.2021

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Bildquelle: Partner Hund, Ausgabe 9/2021

Den Deutschen Schäferhund haben wir dem Offizier Max Emil Friedrich von Stephanitz zu verdanken, der während eines Manövers einen Schäfer mit seinen Hunden bei der Arbeit beobachtete und begeistert war, wie dieser seine Hunde nur mit der Stimme und Zeichen lenken konnte. Da die Hunde nicht verkäuflich waren, entschloss er sich, solche Hunde selbst zu züchten.

Grundlage für den Deutschen Schäferhund waren Altdeutsche Hütehunde der süddeutschen Schläge. Diese Hunde waren keine reinen Hüter, sie mussten auch das Hab und Gut des Schäfers bewachen sowie diesen samt der Herde beschützen. Hunde also, die eng mit ihrem Menschen kooperieren und zudem Wach- und Schutzaufgaben übernehmen konnten.

Gut dokumentierte Zuchtanfänge

Mit Hektor Linksrhein, von Max von Stephanitz umbenannt in Horand von Grafrath, und dessen Bruder Luchs Sparwasser sowie Mari von Grafrath, die als Stammmutter der Rasse gilt, konnte die ...

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... Zucht beginnen. Bereits 1899 wurde der Verein für Deutsche Schäferhunde gegründet, dessen erster Präsident von Stephanitz selbst war. Der Verein mit Sitz in Augsburg existiert bis heute. Von Stephanitz’ zahlreiche Aufzeichnungen und Schriften ermöglichen es, den Ursprung der Rasse recht genau nachzuvollziehen.

Der Bedarf an Herdengebrauchshunden begann zurückzugehen und so fokussierte sich von Stephanitz von Anfang an auf Hunde, die für den Gebrauch als Diensthund geeignet waren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Deutsche Schäferhund im Ausland häufig als Alsatian, nach Elsass-Lothringen bezeichnet, da der Begriff „Deutsch“ verpönt war. Noch heute ist diese Bezeichnung teilweise außerhalb des deutschsprachigen Raumes gebräuchlich.

CHECKLISTE: DER DEUTSCHE SCHÄFERHUND

Familientauglichkeit

Aktivitätslevel

Erziehbarkeit

Pflegeaufwand

Selbstständigkeit

Arbeitsbedürfnis

Menschenbezogenheit

Modehund und Exportschlager

Sicherlich war von Stephanitz nicht bewusst, welch großer Wurf ihm mit dieser Rasse gelungen ist. Der Deutsche Schäferhund wurde zum Modehund und zum Exportschlager unter den deutschen Rassehunden. Im Jahr 1998 wurden 27 834 Welpen beim VDH eingetragen, rund 20 Jahre später, also 2019, waren es noch 8436.

Der Deutsche Schäferhund besetzt unangefochten Platz 1 der Welpenzahlen-Statistik des VDH. Eigentlich müsste man angesichts dieser Menge an Welpen, die ja nur den Anteil der Deutschen Schäferhunde aus VDHkontrollierter Zucht darstellen, an jeder Straßenecke über einen Deutschen Schäferhund stolpern. Dem ist jedoch nicht so.

Ein guter Teil der Welpen ist für den Export bestimmt. Die Nachfrage ist riesig. Neben dem amerikanischen Markt gelangen die Hunde vermehrt nach Asien und selbst nach Indien, wo sie ein hochpreisiges Statussymbol darstellen.

Es gibt mehr als Kommissar Rex

In Deutschland findet man, auch bedingt durch die Zucht in der ehemaligen DDR, bei der ausschließlich auf Leistung und Gesundheit Wert gelegt wurde – dort durfte ab 1979 nur noch mit HD-freien Tieren gezüchtet werden – eine Zweiteilung der Zuchtlinien, die sich selbstverständlich bereits teilweise vermischt hat.

Es gibt jedoch durchaus noch Puristen. Während die einen viel Wert auf das Aussehen der Hunde legen, ist anderen vorrangig die Leistung wichtig. Vom Laien auf der Straße wird ein lackschwarzer oder graugewolkter Deutscher Schäferhund aus Leistungslinie oft gar nicht als solcher erkannt, sondern allenfalls als Schäferhund-Mix eingestuft. So stark haben Hunde wie „Kommissar Rex“ aus der Fernsehserie das Bild der Rasse in der Öffentlichkeit ge- formt. Leider haben über Jahrzehnte die Eigenschaft als Modehund und die Zucht auf eine immer stärker abfallende Kruppe der Gesundheit des Deutschen Schäferhundes geschadet.

Während ein Horand von Grafrath eine gerade Rückenlinie aufwies, waren (und sind) die Schausieger durch ihre Physiognomie nicht mehr mit dem Gangwerk ausgestattet, das ein Herdengebrauchshund benötigen würde. Apropos Herdengebrauch: Man muss sie zwar suchen, aber es gibt sie noch. Die Deutschen Schäferhunde aus Hüte- Leistungszucht, die einen ausgezeichneten Job bei der Herde machen.

Als Diensthund vermehrt gefragt

Bei Polizei, Zoll und Militär sowie im Wachgewerbe in Deutsch- land hat man sich in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr vom Deutschen Schäferhund verabschiedet. Hauptsächlich Malinois traten an deren Stelle. Mittlerweile ist hier eine Trendumkehr zu beobachten. Es werden wieder vermehrt Deutsche Schäferhunde eingesetzt, hauptsächlich wegen ihres stabileren Nervenkostüms. Die bedeutet auch, dass man wieder genügend gesunde und leistungsbereite Deutsche Schäferhunde für den Dienst finden kann.

Vielseitig einsetzbar

Als Familienhund ist der Deutsche Schäferhund, so er aus einer Zucht stammt, die die Familienhund-Eignung priorisiert und die Welpen entsprechend sozialisiert, durchaus geeignet, wenn man bereit ist, einiges an Zeit zu investieren und Spaß an der Arbeit mit dem Hund hat.

GESUNDHEITSCHECK

Der Deutsche Schäferhund kann von Hüftgelenksdysplasie (HD) betroffen sein. Auch wenn die positiv erscheinenden Auswertungszahlen der Vereine teilweise anderes vermuten lassen, nicht jeder Hund aus anerkannter Zucht, der beim Vorröntgen bereits ein ungünstiges Ergebnis erkennen lässt, landet tatsächlich endgültig ausgewertet in der Statistik. Dazu kommt, dass längst nicht jeder Deutsche Schäferhund überhaupt vom kontrollierten Züchter stammt. Ellenbogengelenksdysplasie (ED) kann ebenfalls vorkommen. Spondylose kann ein Problem sein, Cauda Equina ebenfalls.

Degenerative Myelopathie (Gentest möglich) tritt gelegentlich auf. Der MDR1-Defekt (MDR steht für Multi Drug Resistance) wird, wenn auch selten, auch beim Deutschen Schäferhund beobachtet (Gentest ist möglich). Das Kongenitale Vestibularsyndrom (eine Fehlbildung des Gleichgewichtsorgans) kann vorkommen.

Auch gibt es Fälle von Pankreasinsuffizienz, die sich in manchen Linien häufen. Eine gewisse Anfälligkeit für Augenerkrankungen (Schäferhundkeratitis) kann vorhanden sein. Als Kaufinteressent bleibt nur, sich einen vertrauenswürdigen Züchter zu suchen, der alle möglichen Untersuchungen – auch jene, die keine Pflicht sind – vornehmen lässt, diese vorzeigen kann, die Linien seiner Hunde kennt, ehrlich über mögliche Schwächen seiner Hunde aufklärt und großen Wert auf Gesundheit und Langlebigkeit seiner Hunde legt.

Vom Kauf bei einem Massenvermehrer oder Hinterhofzüchter kann – nicht nur aus gesundheitlichen Gründen – nur gewarnt werden.

Der Hundeanfänger ist gut beraten, sich zumindest für die ersten drei Jahre einen erfahrenen Hundetrainer an die Seite zu holen, der die Erziehung und Ausbildung des Hundes begleitet.

Einsatzmöglichkeiten für den Allrounder gibt es auch jenseits der klassischen Ausbildung im Rahmen der Internationalen Prüfungsordnung für Gebrauchshundprüfungen (IGP). Von Agility und Obedience über Dogdancing zu allen Formen der Nasenarbeit, inklusive der Sparten in der Rettungshundearbeit: Es gibt beinahe nichts, was der intelligente, ungemein lernwillige Hund nicht könnte.

Allerdings lernt der Deutsche Schäferhund auch schnell das, was er eigentlich nicht lernen soll. Konsequenz und Klarheit in der Kommunikation mit dem Hund sowie eine natürliche Autorität des Hundeführers sind notwendig, damit man mit dem Hund glücklich wird. Der Deutsche Schäferhund ist ein hochsoziales Wesen, das den Kontakt zum Menschen benötigt. Ihn wie ein Sportgerät zu benutzen, also im Zwinger zu verwahren, um ihn am Wochenende auf den Hundeplatz zu schleppen, wird dem durchaus sensiblen Hund nicht gerecht.

Pflegeleicht mit viel Unterwolle

Noch ein Wort an die Hausfrauen und-männer. Ein Hund der Größe eines Deutschen Schäferhundes bringt eine ordentliche Portion Schmutz ins Haus.

Mittlerweile sowohl in Stockhaar als auch in Langstockhaar anerkannt, sind Deutsche Schäferhunde generell recht pflegeleicht, beide Haararten verfügen allerdings über eine ordentliche Menge an Unterwolle und sind einem saisonalen Fellwechsel unterworfen. Das bedeutet, sie verlieren Haare und das nicht zu knapp. Regelmäßiges Bürsten und Kämmen muss sein!

GABRIELE JÄGER

VEREINE & ZÜCHTER

Verein für deutsche Schäferhunde (SV) e.V. www.schaeferhunde.de

Schäferhundverein RSV2000 e.V. www.rsv2000.de

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