Lesezeit ca. 26 Min.
arrow_back

Ein umsatzstarkes Jahr


Logo von KÜCHENPLANER
KÜCHENPLANER - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 22.04.2022

Bilanzberichte 2021

Artikelbild für den Artikel "Ein umsatzstarkes Jahr" aus der Ausgabe 4/2022 von KÜCHENPLANER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Plus im Handel

Der Handel mit Küchen war auch 2021 wieder ein Erfolgsgarant. Während manche Einrichtungs-und Möbelbereiche stark unter dem Lockdown der Pandemie litten, legte der Küchenhandel um 8% zu. In der Gesamtbetrachtung sprach der Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) von einem erfolgreichen Jahr im Möbelhandel. Bei einer völlig heterogenen Entwicklung in den einzelnen Warengruppen: „Der Büromöbelund der Küchenmarkt gehen als Wachstumstreiber aus der Krise hervor, wohingegen der Matratzen-und Gartenmöbelbereich Verluste hinnehmen musste“, sagte BVDM-Hauptgeschäftsführer Christian Haeser im Rahmen einer Pressekonferenz des VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie). Der Möbel-, Küchen-und Einrichtungsfachhandel hat demnach im Jahr 2021 den Umsatz des Vorjahres um rund 2% übertroffen und wird aller Voraussicht nach mit rund 33,8 Mrd. Euro Jahresbruttoumsatz weiterhin auf ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 7,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von KÜCHENPLANER. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Schwarze Schwäne. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Schwarze Schwäne
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Das Ende der ZOW?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Das Ende der ZOW?
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Mehr Platz für Outdoor-Küchen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Mehr Platz für Outdoor-Küchen
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von nobilia stärkt Komplettvermarktung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
nobilia stärkt Komplettvermarktung
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Brexit-Delle ausgebeult
Vorheriger Artikel
Brexit-Delle ausgebeult
Mehr Lesetipps

... hohem Niveau bleiben. Auf die Küche entfallen davon rund 14 Mrd. Jahresbruttoumsatz (inkl. Geräte). Dies ergibt sich laut Haeser aus Hochrechnungen auf Basis der ersten zehn Monate 2021 nach Werten des BVDM in Abstimmung mit dem IFH Köln. Der Küchenhandel profitierte dabei erneut von den Corona-Unsicherheiten. „Die Menschen legten großen Wert auf Wohnlichkeit und Gemütlichkeit“. Es wurde auch im zweiten Pandemie-Jahr in ein behagliches Zuhause investiert, statt in den Urlaub, der bislang durch Unsicherheiten geprägt war.

Christian Haeser: „Der Cocooning-Trend zog sich auch durch das Jahr 2021 und veranlasste die Menschen, sich einen Rückzugsort zu schaffen, in dem man sich wohl und sicher fühlt.“

Homeoffice bleibt/ Der erlebte Homeoffice-Trend in 2020 war nach Ansicht des BVDM keine zeitweilige Erscheinung, sondern festigte sich in 2021 als eine Standardkomponente im Arbeitsleben. Neue Wohn-und Arbeitskonzepte für kleine Flächen waren gefragt. „Die Bürowelt von morgen vereint einmal mehr den Wunsch nach Mobilität, Flexibilität und Kommunikation“, sagte der Verbandsgeschäftsführer. So werde ein Teil des konzentrierten Arbeitslebens von zu Hause oder mobil erledigt, während die restliche Arbeitszeit für beispielsweise Besprechungen und Kreativmeetings im Büro verbracht wird. Büromöbel, die sich in den vorhandenen Wohnraum integrieren lassen und flexibel nach ergonomischen Gesichtspunkten einsetzbar sind, waren dementsprechend stark gefragt. Haeser: „Die aktuelle Diskussion in der Politik zeigt, dass der Arbeitsund Gesundheitsschutz für das Homeoffice langfristig verbindlich geregelt werden soll. Offen ist noch, ob es künftig einen Rechtsanspruch auf Homeoffice geben wird.“

Wohnungsneubau lässt hoffen/ Die Bauindustrie und der ZDB bekundeten auf Ihrer Jahreskonferenz im Dezember 2021, dass der Wohnungsbau auch in den „Corona-Jahren“ Stützpfeiler der Baukonjunktur geblieben ist. Ende September 2021 lagen die Auftragsbestände demnach bei fast 13 Mrd. Euro, eine Steigerung zum Vorjahreswert um fast 20 %. Wobei die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin groß sei. „Bis September wurden gut 282 000 Wohnungen genehmigt, ca. 5% mehr als im Vorjahreszeitraum.“ Für die Möbelbranche sei dies Anlass für einen positiven Ausblick auf 2022. Der Bedarf an Küchen-, Polster-und Wohnungsmöbeln wird demnach anhalten. Andererseits können Störfaktoren wie das weitere Pandemiegeschehen, die Inflation, Lieferengpässe sowie erwartete Verschiebungen bei Konsumausgaben in andere Bereiche (bspw. Tourismus) zu Problemen führen. Daher sei es schwierig, eine konkrete Prognose zum aktuellen Zeitpunkt abzugeben.

Bekenntnis zur imm und LivingKitchen/ Abschließend nahm BVDM-Hauptgeschäftsführer Christian Haeser im Rahmen der VDM-Pressekonferenz Stellung zur aktuellen Messelage: „Der deutsche Möbelhandel baut weiterhin auf die imm cologne und die Living-Kitchen im Jahr 2023. Umso schmerzlicher war für die gesamte Branche die erneut unvermeidbare Absage der wichtigsten Leitmesse in 2022. Der BVDM ist der festen Überzeugung, dass nur eine stabile und starke Messewirtschaft der Garant für ein erfolgreiches B2Bund B2C-Business sein kann. Nur auf dem physischen Marktplatz Messe sind zuverlässige und valide Neukundengewinnung, Stammkundenpflege, Networking, Weiterbildung, Produktpräsentationen, Imagetransfer, Verkaufs-und Vertragsabschlüsse sowie der Aufbau neuer Vertriebswege an einem Ort möglich.“

Stark wie nie

Der Gesamtumsatz von nobilia stieg 2021 um 112 Mio. Euro auf 1,482 Mrd. Euro. Das sind 8,2 % mehr als im Vorjahr (1,37 Mrd. Euro). In absoluten Zahlen gemessen sei dies das größte Umsatzwachstum der Unternehmensgeschichte“, kommentiert Dr. Lars Bopf, Vorsitzender der Geschäftsführung, das Ergebnis. Die 1,482 Mrd.

Euro des abgelaufenen Geschäftsjahres sind damit ein neuer Umsatzrekord. Als maßgeblicher Wachstumstreiber habe sich das Exportgeschäft hervorgetan. Dieses stieg gegenüber dem Vorjahr um 127,7 Mio. Euro auf nunmehr 786,6 Mio. Euro. Der Exportumsatz erhöhte sich um 19,4 % und übertraf damit erstmalig die Inlandsumsätze, die im Berichtsjahr 695,5 Mio. Euro erreichten und pandemiebedingt 2,2 % unterhalb des Vorjahresniveaus lagen. Die Exportquote stieg damit von 48,1 % auf nunmehr 53,1 %.

Gelungene Doppel-Strategie/ „nobilia ist in Deutschland historisch stark in der sogenannten Großfläche des Möbelhandels vertreten, die durch die langen Lockdown-Maßnahmen besonders stark beeinträchtigt war. „Unsere Strategie im letzten Jahr war es daher, gerade das Wachstum im Vertriebskanal der Küchenspezialisten in Deutschland analog zur Entwicklung der Vorjahre noch weiter auszubauen und unsere kontinuierliche positive Entwicklung in unseren Exportmärkten zunehmend voranzutreiben. Beides ist uns gut gelungen,“ erläutert Dr. Bopf.

Inhaber Werner Stickling und die nobilia Geschäftsführung zeigen sich mit dem Wachstum angesichts der besonderen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie zufrieden. Ihr Dank gilt ausdrücklich der gesamten Belegschaft und ihrem außerordentlichen Engagement, das sich in der Pandemie als besonders wertvoll erwiesen hat. Vor allem durch den großen Einsatz jedes Einzelnen konnte nobilia trotz Corona auf Erfolgskurs bleiben.

Gruppenumsatz noch höher/ Zur Unternehmensgruppe gehören seit einigen Jahren auch eigene Retail-Aktivitäten, mit denen nobilia ausschließlich auf Auslandsmärkten aktiv ist. Unter Einbeziehung dieser Aktivitäten stieg der Umsatz der Unternehmensgruppe nobilia nominal um 11,2 % auf 1,715 Mrd. Euro.

Dies entspricht einem Zuwachs von 173 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 1,542 Mrd. Euro. Für die Ermittlung des Gruppenumsatzes wurden die Innenumsätze eliminiert (konsolidiert) und die Beteiligungsverhältnisse berücksichtigt (quotisiert). Bei den Franchise-Organisationen sind nur die Franchisegebühren und nicht deren Verkaufserlöse in die Ermittlung eingeflossen.

Jeden Tag 3800 Küchen/ Gewachsen ist nobilia angesichts der gesteigerten Erlöse zwangsläufig auch in der Menge. Noch mal 500 000 Schränke mehr als im Vorjahr verließen die Produktion. „Gemeinsam haben unsere Werke mit etwa 830 000 Küchenkommissionen, 8,3 Millionen Schränken und 1,75 Millionen Arbeitsplatten neue Spitzenwerte realisiert“, berichtet Frank Kramer, Geschäftsführer Technik. Die Produktionsleistung stieg auf etwa 38 000 Holzteile pro Arbeitstag. Damit werden mehr als 3800 Küchenkommissionen jeden Tag produziert und ausgeliefert.

Längst mehr als Küche/ nobilia wächst auch inhaltlich. Neben dem Kerngeschäft Küche bietet der Hersteller Planungen für weitere Wohnbereich. So zeigt die aktuelle Ausstellung in Verl-Sürenheide 111 raumübergreifenden Planungen für die Bereiche Küche, Bad und Wohnen. Zur Hausmesse 2021 stellte das Unternehmen erstmals sein Living-Sortiment auf einer eigenen Präsentationsfläche vor. Neben klassischen Wohn-und Esszimmerplanungen wurden auch Garderobenlösungen und Ankleidezimmer präsentiert, die mit einem exklusiven Gleittürensystems passgenau gestaltet werden können. Auf der Living-Fläche wurden auch Homeoffice-Lösungen in Szene gesetzt – als Inspirationsquelle für den Handel.

Im Vertrieb schon tiefer verwurzelt sind die Bad-Aktivitäten mit einer zunehmend wachsenden Vielfalt von Ausstattungsvarianten. Sie reichen vom exklusiven, modernen Wellness-Bad über das großzügig geplante Familienbad im Landhaus-Look bis zum kompakten Bad oder Gäste-WC.

Eigene Brücke über der A2/ Die Investitionen beliefen sich 2021 auf rund 107 Mio. Euro. Im Fokus standen vor allem weitere Investitionen in die Werke. Neben dem neuen Werk III Am Hüttenbrink in Gütersloh bildete das neue Werk V in Saarlouis (Saarland) einen Schwerpunkt der Investitionen.

Ein weiterer Investitionsschwerpunkt war der Bau einer Autobahnbrücke über die A2, die die Werke in Verl-Sürenheide und Am Hüttenbrink in Gütersloh miteinander verbindet. „Sie optimiert den Werkspendelverkehr und entlastet gleichzeitig die öffentlichen Straßen“, erläutert das Unternehmen. Ende 2021 war das Bauprojekt nahezu abgeschlossen, bald wird die Brücke befahrbar sein.

1700 Euro Corona-Bonus extra/ „Mit 4273 Mitarbeitern zum Jahresende 2021 liegt die Zahl der Beschäftigten um 328 Personen über dem Vorjahr. Im Fokus der Neueinstellungen lag der Aufbau der Belegschaft in den Werken, speziell im Werk V im Saarland. Weitere Schwerpunkte waren Neueinstellungen im Fuhrpark, in der IT und im Vertrieb“, berichtet Michael Klein, Geschäftsführer Personal und Qualitätsmanagement.

Ende 2021 hat jeder Mitarbeiter neben dem Urlaubsund Weihnachtsgeld eine Sonderzahlung als Dank für das außergewöhnliche Engagement, die große Disziplin im Umgang mit den Corona-Maßnahmen und -Regeln sowie die hohe Flexibilität im vergangenen Geschäftsjahr erhalten. Die gezahlten Sonderprämien pro Mitarbeiter betrugen 1700 Euro. Der Aufwand für das Unternehmen belief sich insgesamt auf mehr als sechs Millionen Euro.

Zahlreiche Unsicherheiten/ Zu jeder Bilanz gehört der Blick nach vorn. Dieser ist bei nobilia zuversichtlich unterlegt, wie Dr. Lars Bopf unterstreicht. „Wir sind optimistisch, für die vor uns liegenden Aufgaben gut gerüstet zu sein und die positive Entwicklung unseres Unternehmens auch 2022 weiter vorantreiben zu können.“ Dieses Fazit beruht auf dieser Einschätzung: „Nach dem herausfordernden Corona-Jahr 2021 bestimmt das Virus auch Anfang 2022 weiterhin unser Leben. Ein konkreter Ausblick auf die Entwicklung der kommenden Monate fällt aufgrund der Unwägbarkeiten der Pandemie schwer. Es besteht jedoch wegen der zurückgehenden Corona-Fallzahlen die Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 insgesamt besser von den Folgen der Pandemie-Entwicklung entkoppeln lässt.

In einem heterogenen und von zahlreichen Unsicherheiten geprägten wirtschaftlichen Umfeld bleibt die Unabhängigkeit von einzelnen Ländern und Märkten für nobilia von zentraler Bedeutung. Mit unserem vielseitigen Produktspektrum im Bereich der Küche, das wir gerade mit den Themenfeldern Bad und Wohnen noch weiter ausdifferenziert haben, sowie unseren hohen Ansprüchen an Produkt-und Servicequalität sehen wir uns für die individuellen und komplexen Anforderungen unserer Handelspartner und die Wünsche unserer Konsumenten gut aufgestellt.“

Riesensatz im Export

Überproportional hohes Wachstum einerseits, Herausforderungen in der Materialversorgung und Preissprünge bei den Rohstoffen andererseits. Das prägte das Schüller-Jahr 2021. Unter dem Bilanzstrich eines „anspruchsvollen Jahres“ steht ein Wachstum von 11,8 % auf jetzt 671,5 Mio. Euro. Der Export legte um 31,8 % zu. Insgesamt sei das Jahr von einer positiven dynamischen Kontinuität geprägt, teilte das Unternehmen mit. So konnten alle Organisations-und Funktionsbereiche wachsen. 2021 zeigte sich jedoch von einer herausfordernden Seite – sowohl hinsichtlich Infektionsgeschehen als auch in Sachen Materialversorgung. „Der angespannten Liefersituation von Rohstoffen schlossen sich zudem Teuerungsraten unabsehbaren Ausmaßes an“, kommentiert der Küchenmöbelhersteller die Situation. Besonderes Augenmerk habe auf der Gesundheit der Mitarbeitenden gelegen und der vollständigen pünktlichen Versorgung aller Handelspartner. „Trotz der schwierigen Situation konnte die Schüller Möbelwerk KG über das gesamte Geschäftsjahr 2021 den Betrieb sicherstellen und den bestätigten Lieferverpflichtungen vollumfänglich nachkommen“, heißt es.

Jetzt fast 30% Exportquote/ Für die gesamte Branche war die Nachfrage nach Küchenmöbeln in den Kernmärkten Europas 2021 groß. Davon profitierte auch Schüller. Der Hersteller schloss das Jahr 2021 mit einem Umsatz von 671,5 Mio. Euro netto ab. 2020 waren es 600,8 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von + 11,8 %. Überproportional beeinflusst wurde das Ergebnis durch das Wachstum im Export. 197 Mio. Euro (2020: 149,5 Mio. Euro) entfielen auf internationale Märkte. Sowohl europäische Länder als auch Überseemärkte trugen zur positiven Entwicklung von + 31,8 % bei und führten zu einer Exportquote von 29,3 %. Im herausfordernden Inlandsmarkt erzielte man mit 474,5 Mio. Euro (2020: 451,3 Mio. Euro), ein Plus von 5,1 %.

Hohe Kosten belasten das Ergebnis/ „Immens belastet“ wurde das Unternehmensergebnis jedoch durch die deutlich gestiegenen Rohstoff-, Energie-, Logistikund anderer Kosten. Schüller berichtet: „Das Ausmaß, in dem Branchen in Bezug auf Grund-und Rohstoffe miteinander verflochten sind, wurde deutlich sichtbar und spürbar. Der Herausforderung einer vollumfänglichen Versorgung folgte unmittelbar ein überproportionaler Anstieg von Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffen sowie Energie und Frachten. Die explodierten Gas-, Chemie-, Papier-, Holz-und Stahlpreise fanden unaufhaltsam ihre Wirkung im Produkt Küche. Oberste Prämisse war auch im Jahr 2021 eine termingerechte und vollumfängliche Lieferung an die Handelspartner. Dies ist Schüller dank des großen Eigenfertigungsanteils sehr gut gelungen.“

Mehr als 2000 Mitarbeitende/ Das kontinuierliche Wachstum spiegelte sich 2021 erneut in der Anzahl der Beschäftigten. So gingen 2051 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Jahresmittel ihrer Beschäftigung bei Schüller nach (Stand Ende 2020: 1929 Mitarbeitende).

In dieser Zahl sind 125 Auszubildende inkludiert, die das Unternehmen zum Ausbildungsbeginn im September 2021 zu verzeichnen hatte. 2021 startete 38 junge Menschen bei Schüller in ihr Berufsleben. Dem fränkischen Küchenmöbelhersteller sei es ein großes Anliegen, „kompetente junge Mitarbeitende auszubilden und somit dem Fachkräftemangel mit Nachwuchs aus den eigenen Reihen entgegenzuwirken“.

73,8 Mio. Euro investiert/ Das Investitionsvolumen betrug im vergangenen Geschäftsjahr 73,8 Mio. Euro. Die Mittel flossen in Gebäude, Maschinen, den Fuhrpark sowie sonstige Betriebs-und Geschäftsausstattung, Digitalisierungsprojekte und die dafür erforderliche Infrastruktur. Mit der Ein-Standort-Politik profitiere das Unternehmen von den Vorteilen kurzer Wege, direkter Ansprechpartner, klarer Zuständigkeiten und der Nutzung von Synergien. „Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit“, wie es im Bilanzbericht heißt.

Ausblick 2022/ Schüller registriert weiterhin eine hohe Nachfrage nach Küchenmöbeln. Vielfältige Gründe seien dafür ausschlaggebend: vorgezogene Investitionen, längst fälliger Austausch des in die Jahre gekommenen Mobiliars, das nach wie vor niedrige Zinsniveau sowie Einsparungen, die der Einrichtungsbranche zugutekommen. Auch die anhaltende positive Bautätigkeit stabilisiere die Absatzzahlen im Inland, wie auch in europäischen Exportmärkten auf einem hohen Niveau. „Es ist davon auszugehen, dass auch 2022 die Kaufneigung, trotz vermutlich höheren Ausgaben im Urlaubssektor, positiv verläuft“, meint das Unternehmen.

Konstant in allen Märkten

19% Umsatzwachstum auf jetzt 87 Mio. Euro. Rotpunkt Küchen blickt auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr 2021 zurück. Dazu steuerten alle Märkte, auf denen das Unternehmen aktiv ist, gleichmäßig bei. Neben Deutschland und den traditionell starken Beneluxländern Belgien und die Niederlande zählen Großbritannien, die skandinavischen Länder und Frankreich aktuell zu den Kernmärkten von Rotpunkt Küchen. Neu hinzugekommen sind im vergangenen Jahr als Vertriebseinheit Österreich und Südtirol. Hier realisierte der Küchenmöbelhersteller den Markteintritt in Zusammenarbeit mit der Handelsagentur Dietmar Walter.

Laut Sven Herden, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing von Rotpunkt Küchen, konnten auf der Messe küchenwohntrends in Salzburg im Oktober sehr gute und tragfähige Kontakte zu Fachhändlern in diesen Regionen geschlossen werden. Diese werden nun intensiviert und ausgebaut.

Erholung in Britannien/ Erfolgreich ausgeglichen werden konnte im vergangenen Jahr zudem die Umsatz-Delle auf den Britischen Inseln. Entstanden war der zwischenzeitliche Rückgang durch die Auswirkungen des Brexit-Referendums. Nun stehen die Zeichen wieder auf Stabilität und Wachstum. Mit der Teilnahme an der Heim-und Küchenmesse kbb in Birmingham Anfang März 2022 stärkte der Küchenmöbelhersteller die Verbindungen zu den Vertriebspartnern vor Ort.

Kräftiger Anstieg in Deutschland/ Der Exportanteil liegt stabil bei 80 %. Angesichts des gleichmäßigen Umsatzwachstums über alle Kernmärkte hinweg legte der Markt in Deutschland deutlich im Volumen zu. „Schon seit drei Jahren wachsen wir im Inland konstant zweistellig“, berichtet Sven Herden.

Engagierte Mitarbeitende/ Über 320 Mitarbeitende beschäftigt das Unternehmen an den beiden Standorten in Bünde und Getmold. Die Belegschaft habe im vergangenen Jahr erneut eine enorme Leistung erbracht und die außerordentliche Umsatzsteigerung überhaupt erst ermöglicht, betonen die geschäftsführenden Gesellschafter Andreas Wagner und Heinz-Jürgen Meyer. Die Belastung der Mitarbeitenden dürfe angesichts hoher Auftragseingänge und pandemiebedingter Ausfälle jedoch nicht weiter steigen und müsse genau beobachtet und gesteuert werden, so die Geschäftsleitung.

„Sportliche Herausforderung“/ Der Blick auf das laufende Jahr 2022 ist bei Rotpunkt Küchen positiv und zuversichtlich. Und zugleich von drängenden Themen geprägt, die in der Branche gut bekannt sind und die zu täglichen Herausforderungen führen. Prägende Stichworte ranken sich um die Aspekte Versorgungssicherheit, Logistik, Lieferzeiten sowie signifikant gestiegene Energiekosten. Zu nennenswerten Materialengpässen sei es trotz der ausgeprägten Farb-und Materialvielfalt des Herstellers noch nicht gekommen. Damit dies so bleibt, werden die Lagerbestände wo immer möglich erhöht. „Die Ansprüche in der Materialdisposition sind an manchen Tagen dennoch sportlich“, kommentiert Andreas Wagner die Situation. Kritisch betrachtet er die Preissteigerungen der Vorlieferanten. „Diese sind teilweise immens und nicht immer nachvollziehbar“, moniert der Geschäftsführer.

Gelebte Partnerschaft/ Für die weiterhin anspruchsvolle Zeit der Pandemie hat Rotpunkt Küchen eine klare Haltung. Andreas Wagner, Heinz-Jürgen Meyer und Sven Herden formulieren es gemeinsam so: „Wir agieren mit unseren Partnern auf Augenhöhe, wobei wir Partnerschaft wörtlich meinen und uns daran messen lassen. Weiteres Wachstum ist möglich und machbar. Wir werden es mit Augenmaß gestalten.“

Mit Export-Turbo

Auch Sachsenküchen hat 2021 den Export-Turbo gezündet. Auf den Auslandsmärkten legten die Erlöse um 27,8 % zu. Im Inland stiegen sie um knapp 3% (nach 12,8 % im Jahr 2020). In Summe steht ein Plus von 14,7 %. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Umsatz auf jetzt 54 Mio. Euro gesteigert werden. Die größten Zuwächse gab es laut Unternehmen in Frankreich, Benelux und Österreich.

Überschattet wurde die positive Umsatzentwicklung indes von den starken Preissteigerungen bei fast allen Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffen sowie bei den Fracht-und Energiekosten. Besonders im zweiten Halbjahr sei diese Entwicklung dramatisch gewesen.

Weiterer Ausbau der Kapazitäten/ Die Investitionen in neue Maschinen und Anlagen am Standort Obercarsdorf beliefen sich auf rund 11 Mio. Euro. Damit sollen die vorhandenen Kapazitäten weiter ausgebaut werden. Die Eigenfertigungsquote ist bei Sachsenküchen traditionell hoch. Die Investitionen flossen vor allem in die Bereiche Möbelmontage und in die Arbeitsplattenfertigung. Neben Korpussen und Arbeitsplatten fertigt Sachsenküchen auch einen sehr großen Teil der Möbelfronten selbst, hier seien weitere Investitionen für 2023 und 2024 in Vorbereitung. Derzeit sind bei Sachsenküchen 242 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon 13 Auszubildende.

Ballerina wächst und investiert

Der von Ballerina-Küchen im Jahr 2021 gemeldete Umsatz liegt bei 115,2 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 9,71 % mehr. Im Inland betrug der Zuwachs 7,52 %, im Export sogar auf 12,92 %. Die Exportquote liegt aktuell bei 41,61 %. Der Hersteller aus Rödinghausen fertigt rund 30 000 individuelle Küchen pro Jahr. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg 2021 um 6% auf jetzt 366. Davon sind 20 Auszubildende. Laut Heidrun Brinkmeyer, Geschäftsführung Marketing/Vertrieb, wird das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren rund 25 Mio. Euro investieren. Davon sind „10 bis 12 Mio. Euro“ allein für ein neues Ausstellungsgebäude bestimmt.

10 Prozent drauf

LEICHT Küchen meldet für das vergangene Jahr einen 10prozentigen Umsatzzuwachs auf jetzt 160 Mio. Euro. Davon wurden 60% im Export erwirtschaftet, 40% im Inland. Aktuell arbeiten 720 Personen für den Küchenmöbelhersteller aus dem schwäbischen Waldstetten.

Positiven Lauf fortgesetzt

Häcker Küchen konnte 2021 seine langjährig positive Geschäftsentwicklung weiter fortsetzen. Der Gesamtumsatz stieg um 12,5 % auf 727 Mio. Euro (Vorjahr: 646 Mio. Euro). Der Exportanteil ist mit 38,7 % erneut gewachsen. „Gedämpft wird dieses gute Ergebnis jedoch durch die im Moment höchste Inflationsrate seit knapp 30 Jahren. Wir müssen hier die Kosten in der Materialbeschaffung und die Energiepreise besonders im Blick haben, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein.“, kommentiert Markus Sander, Geschäftsführer Vertrieb, Marketing und Controlling, das Ergebnis.

Rechtzeitig am Netz/ Durch den Kapazitätsaufbau im Venner Produktionswerk sei es gelungen, die umfangreiche Marktnachfrage im richtigen Moment zu bedienen. „Modernste Produktionsanlagen sowie eigene Lackiersysteme für 190 RAL-Farben haben die Verfügbarkeit individueller Küchen erhöht“, berichtet das Unternehmen. Allerdings habe die allgemeine angespannte Versorgungsthematik auch Häcker durch das Jahr 2021 begleitet. In seinem Bilanzbericht erläutert der Küchenmöbelhersteller: „Der herausfordernden Lage auf dem Beschaffungsmarkt wurde so weit wie möglich durch ein vorausschauendes Handeln und der Sicherung der Lieferketten begegnet. Trotz einer angespannten Situation in allen Beschaffungssektoren sind die Lieferzeiten für Häcker Küchen und Blaupunkt Geräte auf einem guten Niveau.“

„Alles knapp und schlecht verfügbar“

2021 war für Industrie und Handel ein umsatzstarkes Jahr. Die deutsche Möbelindustrie gewann laut VDM 2% hinzu, die Küchenmöbelindustrie sogar 9%. Der Handelsverband BVDM bilanzierte wie oben in diesem Beitrag geschildert für den Küchenhandel ein vorläufiges Plus von 8% (bis Oktober 2021). Aber die Herausforderungen sind immens. In der Möbelindustrie drücken besonders die Engpässe bei Zulieferteilen sowie teils sprunghaft angestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Verpackung. „Alles war knapp und schlecht verfügbar“, kommentierte Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), im Rahmen einer VDM-Pressekonferenz die grundlegend schwierige Beschaffungslage quer durch alle Produktgattungen von Metallen über Holz bis Kunststoffe. Und die Komplikationen seien noch längst nicht vom Tisch. 44 Prozent der in den Verbänden organisierten Unternehmen berichten einer aktuellen Umfrage zufolge von Problemen in der Lieferkette. Im Herbst 2021 waren es sogar 53 Prozent. Allerdings haben viele Unternehmen ihre Strategien bereits verändert. Sie haben ihre Lagerhaltung ausgebaut und holen die Beschaffung wieder näher an den Produktionsstandort. Standortnahe Zulieferer stehen bei allen Herstellern aktuell hoch im Kurs.

Preiserhöhungen sind existenziell/ Ernsthafte Probleme können die permanenten Preiserhöhungen für Vorprodukte und Rohstoffe bereiten. Teilweise werde die Industrie im Monatstakt damit konfrontiert. Allein Holzwerkstoffe, das grundlegende Material für Küchenmöbelhersteller, stiegen im Preis innerhalb des vergangenen Jahres um rund 40%. Konkret im Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 40,2 % laut Index der Erzeugerpreise des Statistischen Bundesamtes (Quelle: VDM). Und die „Rallye“ geht weiter. Die Preise für Rohstoffe und Vormaterialien sind weiterhin in Bewegung und werden in immer kürzeren Zeiträumen angepasst. „Diese Mehrbelastungen kann die Branche nicht einfach wegatmen“, sagte Jan Kurth und mahnte dringend notwendige Preiserhöhungen an. Diese seien betriebswirtschaftlich existenziell. Entsprechend erwartet der Verbandsmanager im laufenden Jahr im besten Fall mit einer stabilen Mengenentwicklung bei einem 10-prozentigen Umsatzplus. Sprich: Die Preise für Möbel und Küchen werden steigen. Beziehungsweise müssen steigen, damit die Industrie laut VDM nicht ein „ernstes Problem hineinläuft“. In welchem Umfang dies der Handel akzeptiert und umsetzt, bleibt eine spannende Frage. Angesichts der weiter fortschreitenden Konzentration im Möbelhandel sei die Durchsetzung von Preiserhöhungen einer der prägenden Herausforderungen für die Möbelindustrie. Jan Kurth nannte ausdrücklich den vom Bundeskartellamt im Januar 2021 genehmigten Beitritt der Krieger-Höffner-Gruppe zur Einkaufskooperation Begros (u.a. Porta) an. Das nun entstandene gemeinsame Einkaufsvolumen in „hoher einstelliger Milliardenhöhe“ gehe zu Lasten von Industrie und Verbraucher.

Dem Fachkräftemangel Paroli bieten/ Vor Herausforderungen sieht sich die Möbelbranche auch bei der Gewinnung von Nachwuchs-und Fachkräften gestellt. Mehr als die Hälfte der Hersteller gaben in der Verbandsumfrage an, dass sie ihre Ausbildungsplätze nicht vollständig besetzen können. Rund 80 Prozent berichten von Engpässen bei Fachkräften und sehen in den kommenden Jahren einen weiter steigenden Personalbedarf. „Dem Fachkräftemangel entgegenwirken wollen wir mit der im vergangenen Jahr gegründeten Lehrfabrik der Möbelindustrie in Löhne“, so Jan Kurth. Wenn alles nach Plan läuft, wird das mit modernsten Anlagen ausgestattete Ausbildungs-und Qualifizierungszentrum im Lehrjahr 2023/2024 die Pforten öffnen und jährlich rund 200 interessierte Nachwuchskräfte aus-und weiterbilden.

Prognose weiter positiv/ Trotz der geschilderten „widrigen Rahmenbedingungen“ habe sich die deutsche Möbelindustrie in Summe im Jahr 2021 gut behauptet. Der Umsatz legte um rund 2% auf 17,5 Mrd. Euro zu und entwickelte sich damit besser als erwartet.

Neben großen Auftragsüberhängen aus dem Jahr 2020 konnten die pandemiebedingten Schließungen des Möbelhandels im Frühjahr 2021 besser kompensiert werden als zu Zeiten des ersten Lockdowns Anfang 2020. Gleichwohl hat die Branche das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht (2019: 17,9 Mrd. Euro Umsatz). Jan Kurth: „Auch im zweiten Jahr der Pandemie stand das Thema Wohnen und Einrichten bei den Verbrauchern hoch im Kurs. Viele Menschen investierten 2021 in ihre eigenen vier Wände. Zum einen, weil das eigene Zuhause in diesen Zeiten als sicherer Rückzugsort besonders geschätzt wird. Zum anderen, weil Urlaubs-und Freizeitaktivitäten coronabedingt teilweise eingeschränkt waren. Bei den Neuanschaffungen besonders beliebt waren Küchen, Sofas sowie Möbel für das Homeoffice.“

Küche mit kräftigem Plus/ Die einzelnen Segmente der deutschen Möbelindustrie entwickelten sich wie aus der jüngsten Vergangenheit inzwischen bekannt höchst unterschiedlich. Nach Angaben der amtlichen Statistik verzeichneten die Küchenmöbelhersteller einen kräftigen Umsatzanstieg von knapp 9% auf 5,7 Mrd. Euro. Ein überdurchschnittliches Wachstum registrierten auch die Hersteller von Polstermöbeln. Dagegen fiel die Umsatzentwicklung beim größten Segment der Möbelindustrie – den sonstigen Möbeln (darunter Wohn-, Ess-und Schlafzimmermöbel) sowie Möbelteilen – mit minus 7,6 % auf 5,9 Mrd. Euro deutlich negativer aus als im Branchendurchschnitt. Die Büromöbelindustrie verbuchte mit einem Umsatz von rund 2 Mrd. Euro ein Plus von knapp 4%. Die Hersteller von Laden-und sonstigen Objektmöbeln lagen um 8% über dem Vorjahreswert und erzielten einen Umsatz von rund 2 Mrd. Euro.

Auch bei der aktuellen Auftragslage zeige sich ein gemischtes Bild mit der Küchenbranche als Primus. Nach internen Erhebungen der Fachverbände stieg der Auftragseingang in der deutschen Küchenmöbelindustrie von Januar bis Dezember 2021 um knapp 7%.

Export stützt das Wachstum/ Als Wachstumstreiber erwies sich wieder das Auslandsgeschäft der Möbelindustrie mit einem Umsatzplus von rund 5% auf 5,6 Mrd. Euro. Der Inlandsumsatz zog vor dem Hintergrund der langen Phase der Handelsschließungen – der zweite Lockdown währte von Mitte Dezember 2020 bis Mai 2021 – nur um 0,5 % auf 11,9 Mrd. Euro an. Im Jahr 2020 war das Inland noch die Umsatzstütze für die Möbel-und Küchenbranche.

Die deutschen Möbelexporte legten im vergangenen Jahr sogar um knapp 15 Prozent auf 8,4 Mrd. Euro zu. Der Exportwert ist in der Regel höher als der Auslandsumsatz der Industrie, denn im Gegensatz zum Auslandsumsatz schließt der Exportwert auch die an ausländischen Produktionsstandorten hergestellte Ware mit ein. Erfreulich sei die Steigerung der Ausfuhren nach Frankreich, dem wichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie, mit einem kräftigen Plus von fast 26 %. Die Schweiz belegte Platz zwei im Ranking der wichtigsten Exportländer mit einem Plus von gut 9%, gefolgt von Österreich und den Niederlanden mit einem Plus von jeweils knapp 13 %. Auf dem britischen Markt gab es nach der Unterzeichnung des Handelsabkommens mit der EU einen kräftigen Zuwachs von 16 %. In fast allen anderen europäischen Exportmärkten wurden ebenfalls deutliche Steigerungen verzeichnet. Eine positive Entwicklung war auch auf den außereuropäischen Exportmärkten zu verbuchen. So kletterten die deutschen Möbelexporte in die USA um rund 13 %. In China gelang ein Zuwachs von gut 5%.

Noch mehr Möbeleinfuhren aus China/ Die deutschen Möbelimporte legten im vergangenen Jahr um 18 % auf annähernd 10,2 Mrd. Euro zu. Mit einem stattlichen Zuwachs von wertmäßig 41 % auf 3,0 Mrd. Euro zogen die Einfuhren aus China überdurchschnittlich stark an. Betrachtet man die mengenmäßige Entwicklung, liegt der Anstieg nur etwa halb so hoch, was auf einen starken Preisanstieg der chinesischen Importware schließen lässt. China löste damit Polen (plus 7 %) als das bisher wichtigste Möbelherkunftsland ab. Die Importe aus Italien – auf Rang drei der Lieferländer platziert – stiegen um 1,5 %. Auf Rang vier folgt Rumänien mit einem Plus von 7,5 %. Auch die Einfuhren aus Vietnam (plus 27 %), der Türkei (plus 38 %) und Frankreich (plus 10 %) erhöhten sich deutlich.

Sattes Umsatzplus von 22%

Die internationale Häfele Gruppe feiert eine „tolle Bilanz“ 2021. Das Geschäftsjahr brachte in Umsatzplus von 22%. Die Bilanzsumme stieg um 308 Mio. Euro auf nun 1,7, Mrd. Euro. Das Inlandsgeschäft habe sich mit einem Plus von 22,5 % genauso erfolgreich entwickelt wie die Auslandsgesellschaften der Gruppe. Besonders hebt der Bilanzbericht die Entwicklungen in Nordamerika, Südeuropa, Großbritannien, Indien und China hervor. Diese Märkte hätten durchweg überdurchschnittlich zum Wachstum beigetragen. Damit konnte unter dem Strich die Umsatzdelle von 2020 (- 7,3 %) mehr als ausgeglichen werden.

Der Erfolg der Unternehmensgruppe mit Aktivitäten in den Segmenten Beschlagtechnik, elektronische Schließsysteme sowie Licht in Möbeln und Räumen habe verschiedene Gründe. Dazu zähle die Präsenz in mehr 150 Ländern. Diese Bandbreite „bescherte die notwendige Stabilität im Wachstum“, so das Unternehmen. Weitere Aspekte für den Wachstumsschub seien die Logistikstärke der Unternehmensgruppe und ein vorausschauender Lageraufbau. Häfele habe unter anderem mit einer rechtzeitigen Erhöhung seines weltweiten Lagerbestandes um 20 % den weiter bestehenden, extremen Herausforderungen in der Lieferkette erfolgreich die Stirn geboten.

Weiterhin stark betroffen/ Trotzdem klemmt es bei einigen Produkten aufgrund fehlender Rohmaterialien und Transportkapazitäten. „Wir haben vor diesem Hintergrund das Gespräch mit unseren Kunden und Lieferanten intensiviert, um Bedarf und Angebot bestmöglich und ‚just in time‘ aufeinander abzustimmen“, sagt Unternehmensleiterin Sibylle Thierer. Und sie ergänzt: „Bildlich gesprochen befinden wir uns hier und da jedoch immer noch in einem Jonglierkurs für Fortgeschrittene.“ Häfele sei demnach weiterhin stark betroffen von den Schwierigkeiten der europäischen und asiatischen Zulieferer.

Kurz vor dem 100. Geburtstag/ Im kommenden Jahr 2023 feiert Häfele seinen 100. Geburtstag. An dieser Schwelle „zu einem neuen Jahrhundert“ schaue die Gruppe mit großer Zuversicht und ehrgeizigen Plänen nach vorne, heißt es. Dafür investiert das Unternehmen im laufenden Jahr in die Produktivitätssteigerung seiner Werke und startet am Stammsitz in Nagold mit einem ambitionierten Neubau-Projekt, das unter dem Namen „Häfele Dynamik-Zentrum“ Maßstäbe setzen will. Es verbinde eine nachhaltige Zukunft mit einer mutigen Architektur. „Wir zeigen, dass das Herz von Häfele im Schwarzwald schlägt“, so der geschäftsführende Direktor Gregor Riekena, „und, dass der Schwarzwald nicht nur für die Kuckucksuhr steht, sondern wirklich cool sein kann“. Siehe auch: www.kuechenplaner-magazin.de/suche/news-detail/news/visionaeres-bauprojekt-im-modernen-schwarzwald-look/

Mehr Geräte denn je

Die Miele Gruppe hat im Geschäftsjahr 2021 weltweit 4,84 Mrd. Euro Umsatz erzielt. Das sind 7,5 % mehr als im Jahr zuvor. International haben vor allem Osteuropa, China und die USA überproportional zugelegt. Und auch in Deutschland stieg der Umsatz: um 5,1 % auf 1,39 Mrd. Euro. Die Unternehmensleitung sieht die Geschäftsentwicklung von starken gegenläufigen Entwicklungen geprägt: Einerseits sorgte (und sorgt) die vielfach beschriebene historische Sonderkonjunktur aufgrund von Corona für kräftigen Rückenwind. Andererseits spürt auch Miele die Störungen in den weltweiten Lieferketten, insbesondere bei den Halbleitern.

Dennoch wurden 2021 in Summe mehr Geräte produziert und verkauft als jemals zuvor in der 123-jährigen Geschichte der Marke. Der Auftragsbestand zum Start ins neue Jahr sei ebenfalls so hoch wie nie. Um die teils deutlich verlängerten Lieferzeiten wieder zu verkürzen, produziert der Hersteller nach eigenen Angaben „in allen Werken mit größtmöglicher Auslastung“. Am Jahresende arbeiteten weltweit 21 921 Menschen für den Konzern, das sind 977 Beschäftigte mehr als ein Jahr zuvor. Auch in Deutschland ist die Belegschaft gewachsen. Um 331 Personen auf aktuell 11 397 Beschäftigte. Das sind 3% mehr als Ende 2020.

Trotz der beschriebenen Zulieferengpässe bei den Halbleitern habe sich in allen Produktgruppen der Umsatz durchweg positiv entwickelt. „Was insbesondere für die Kühlgeräte, die Kochgeräte und die Geschirrspüler gilt“, so das Unternehmen. Aber auch in der Wäsche-und Bodenpflege sowie bei der Kaffeezubereitung lägen Umsätze und Stückzahlen teils deutlich über dem Vorjahr. Zu verdanken sei dies der bereits erwähnten Sonderkonjunktur, aber laut Miele „ebenso der Zugkraft der aktuellen Baureihen und deren Ausrichtung auf Ressourcenschonung und Klimaschutz“. So habe beispielsweise das Geschäft mit den Kühlgeräten vom coronabedingt hohen Bedarf an zuverlässiger und komfortabler Vorratshaltung stark profitiert. „Sehr erfolgreich abgeschlossen“ wurde zudem die weltweite Einführung der neuen Einbaugeräte-Generation 7000 im Berichtsjahr.

Inspiration im Markenstore/ Die 25 im vergangenen Jahr neu eröffneten „Miele Marken Stores“ sieht das Unternehmen als Taktgeber für den weltweiten Markenauftritt und zur Inspiration von Endkundinnen und Endkunden sowie Händlern und Architekten. Neu eröffnet wurde etwa in Doncaster (bei Melbourne), Düsseldorf, Edinburgh, Peking, Tallinn und Warschau. Im August startete zudem die Miele Lounge in der Münchner Allianz Arena – als Herzstück der Kooperation von Miele als exklusivem Hausgeräte-Partner des FC Bayern München in Deutschland und in China.

Neue Geschäftsfeldern/ Wachstum außerhalb des Stammgeschäfts zu forcieren, ist das Ziel der neu errichteten Business Unit „New Growth Factory“. Hier gab es 2021 zwei Übernahmen, die Miele als „vielversprechende Weichenstellungen“ bezeichnet: Durch Übernahme des Düsseldorfer Start-ups Otto Wilde Grillers steigt das Unternehmen in das Geschäftsfeld des Outdoor Cooking ein. Das Angebot setzt auf Premium-Lösungen und hochwertiges Zubehör für das Grillen mit Gas und Strom. Jüngster Neuzugang ist das Familienunternehmen Eurofilters mit Sitz im belgischen Pelt, das für hocheffektive Lösungen aus Vliesstoff steht, zum Beispiel für Staubbeutel, Gesichtsmasken und Blutfiltration.

3,6 Millionen Geräte verkauft

Schon das Jahr 2020 war für die Beko Grundig Deutschland GmbH besonders erfolgreich. Nun legte der Hausgerätehersteller noch einmal zu und spricht „vom erfolgreichsten Jahr der Unternehmensgeschichte“. Und zwar deutlich mit einem Gesamtumsatz von mehr als 340 Mio. Euro. Das sind 15 % mehr als im Vorjahr. Das stärkste Wachstum steuerte die Unterhaltungselektronik bei. Hier beträgt das Plus 32 %. In den Bereichen Elektrokleingeräte (+ 13,5 %) und Weiße Ware (+ 7 %) konnte der Hersteller ebenfalls zulegen. Entsprechend zeigt sich Mario Vogl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Beko Grundig Deutschland GmbH, sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung: „Wir haben mit den Marken Beko und Grundig im vergangenen Jahr mehr als 3,6 Millionen Geräte verkauft. Diese hohen Umsatzzahlen über alle Unternehmensbereiche hinweg sind gerade mit Blick auf den weltweiten Versorgungsengpass von Chipsets und die angespannte Liefersituation sehr positiv zu bewerten. Wir freuen uns daher, dass wir unser Ergebnis aus dem Vorjahr mit einem erneuten Umsatzrekord übertreffen konnten.

Die Grundlage für dieses nachhaltige Wachstum haben wir vor etwa vier Jahren mit unserem Strategieprogramm Ambition 2020+ gelegt. Unser Ziel war und ist es, unsere Marktanteile in Deutschland und Nordeuropa weiter auszubauen und uns noch agiler, moderner und kundenorientierter aufzustellen. Die Resultate bestätigen uns darin, dass unsere Strategie gleichermaßen wirkungsvoll und zukunftsfähig ist.“

Zum fairen Preis/ Ziel für das kommende Jahr ist es, das Markenprofil weiter zu schärfen und unter die Top 3 Marken im Bereich Haushaltsgroßgeräte zu kommen. Im Produktbereich Trockner sei dies bereits gelungen. Im Fokus der Markenstrategie stehen vor allem „Qualitätsprodukte mit fairem Preis-Leistungs-Verhältnis“. Mario Vogl betont dazu weiter: „Unser erklärtes Ziel ist es, dass die Marke Beko die erste Wahl für smarte Käufer wird.“

Umzug in diesem Jahr/ 2022 will das Unternehmen an das starke Umsatzwachstum anknüpfen. „Wir sind aktuell auf einem sehr guten Wachstumspfad. Diesen wollen wir 2022 konsequent weitergehen“, so Mario Vogl. Die kommenden Monate werden für die Beko Grundig Deutschland GmbH auch eine Neuerung mit sich bringen: Das Unternehmen verlegt seinen Standort im Großraum Frankfurt am Main Ende April von Neu-Isenburg nach Eschborn. Das neue Nordeuropa-Headquarter im nachhaltigen Bürogebäude THE TWIST steht für moderne Architektur, „die höchsten Nachhaltigkeitsanforderungen entspricht“, sowie ein zukunftsgewandtes New Work-Konzept.

Fast überall zweistellig

Der Trend zu Renovierung und Neuausstattung von Haus Bad hat dem Villeroy & Boch-Konzern einen deutlichen Umsatzschub beschert. Die Erlöse stiegen 2021 um 18 % auf 945 Mio. Euro. In den meisten Ländern konnten zweistellige Zuwachsraten verzeichnet werden. Der Konzern sieht sich aber auch durch eine frühzeitige Weichenstellung hinsichtlich der eingeleiteten Digitalisierungsmaßnahmen gut aufgestellt. „Darüber hinaus wirkten sich die voranschreitende Bereinigung der Vertriebsstrukturen sowie die Umstellung von Geschäftsmodellen in verschiedenen Ländern positiv aus“, erläutert das Unternehmen.

Der Konzern konnte sein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 92,8 Mio. Euro (Vorjahr: 49,7 Mio. Euro) steigern und erzielte damit das beste operative Ergebnis der Unternehmenshistorie. Das Konzernergebnis wurde im Geschäftsjahr 2021 mit 60,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (22,9 Mio. Euro) mehr als verdoppelt.

Der Unternehmensbereich Bad und Wellness erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz in Höhe von 629,4 Mio. Euro und lag damit um 90,3 Mio. Euro bzw. um 16,8 % über Vorjahr. Währungsbereinigt erreichte der Unternehmensbereich eine Umsatzsteigerung von 15,9%. „Erfreulicherweise konnte in allen Geschäftsfeldern und Regionen mit Ausnahme des amerikanischen Markts ein Umsatzwachstum erzielt werden“, berichtet das Unternehmen.

Im Unternehmensbereich Dining & Lifestyle wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Umsatz von 312,7 Mio. Euro erzielt, der damit um 53,5 Mio. Euro bzw. 20,6 % über Vorjahr lag. Ein Blick in die verschiedenen Weltregionen zeigt auch in diesem Unternehmensbereich, dass die Umsatzerlöse in fast allen Ländern um zweistellige Zuwachsraten gesteigert werden konnten.

Rekordmedaille mit zwei Seiten

Das Jahr 2021 war für das Franchise-Unternehmen PLANA Küchenland erneut ein Rekordjahr. Der Auftragseingang stieg auf 134 Mio. Euro. Und damit um 6,3 %. Der Umsatz, der auf ausgelieferte Küchen entfiel, stagnierte indes auf Vorjahresniveau. Dies sei die andere Seite der Rekordmedaille, kommentierte Mark Willekes, zusammen mit Marcel Kröning Geschäftsführer des Franchiseunternehmens. Die Gründe dafür plagten alle Küchenspezialisten. „Der Mangel an Fachkräften am Bau streckte die Fertigstellung neuer Wohnungen und Eigenheime einerseits und das Manko an versierten Monteuren verzögerte anderseits die Aufstellung von georderten Küchen im Jahresendsport. Hinzu kommt der globale Engpass an Chips, der wiederum die Auslieferung von ‚intelligenter‘ Küchentechnik beeinträchtigt.“

Wie viele Unternehmen schob somit auch Plana Küchenland einen hohen Auftragsberg ins erste Quartal 2022. „Vermehrte Nachlieferungen bei etlichen Kommissionen ist eine Misere in der bislang so zuverlässig lieferfähigen Hausgeräte-Industrie, welche die Küchenbranche in toto trifft“, sagt Mark Willekes. Und er ergänzt: „Wir unternehmen alle Anstrengungen, um dies unseren Kunden zu vermitteln und hoffen auf eine Normalisierung im nun laufenden Jahr.“ Der durchschnittliche Auftragswert betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 16 000 Euro pro Küche. Bei Luxusküchen gerne mehr, im Einstieg meist ab 7000 Euro aufwärts. Das Franchiseunternehmen ist aktuell mit 30 Franchisenehmern an 43 Standorten präsent.

Plus 26% auf 1,35 Mrd. Euro

Möbelbeschläge sind heiß begehrt. Eine große Menge davon verkauft hat im vergangenen Jahr auch Hettich. Der Umsatz stieg auf 1,35 Mrd. Euro. Das sind 26 % mehr als im Vorjahr. „Und unsere Kunden hätten gern noch mehr Aufträge platziert“, berichtet Geschäftsführer Sascha Groß. Was aber von „fehlendem Rohmaterial, verstopften Lieferketten und erschöpften Kapazitäten“ vereitelt wurde. Zudem sei es dem Unternehmen wichtig, „in diesen herausfordernden Zeiten ein zuverlässiger und transparenter Partner zu bleiben“. Doch auch ohne Zusatzaufträge liest sich die Hettich-Bilanz fürs Jahr 2021 überaus positiv. Der neue Rekordumsatz in Höhe von 1,35 Mrd. Euro wurde zu 74% im Ausland erwirtschaftet. Wobei sich Indien, China und die USA besonders hervorgetan haben. Aber auch Europa habe sich gut entwickelt. Aktuell sind weltweit über 7400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Hettich tätig, davon mehr als 3700 in Deutschland. Für den Beiratsvorsitzenden Dr. Andreas Hettich sind die Mitarbeitenden der Schlüssel zum Erfolg. Trotz der vielen Erschwernisse habe das Unternehmen die vielfältigen Herausforderungen der Pandemie gut gemeistert. „Das macht mich stolz und dankbar“, so der Gesellschafter.

Zum Betriebsergebnis nimmt das zu 100 % im Familienbesitz befindliche Unternehmen traditionell keine Stellung. Dass der Ertrag unter dem Kostendruck gelitten hat, liegt dennoch nahe. Zumal einige Preisanpassungen teils nur zeitverzögert weitergegeben werden konnten. Der zusätzliche Umsatz in Höhe von 280 Mio.

Euro habe jedoch manche Kostenentwicklung abgefedert. In der Summe wird die stark in Schwung gekommene Kostenspirale als „Preiserhöhung schmerzhaft bei den Endkunden ankommen“, prognostizierte Jana Schönfeld, Geschäftsführerin Hettich Holding, bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens, die live aber ohne Gäste im Hettich Forum in Kirchlengern stattfand und per Stream übertragen wurde.

Gemütliches Wohnen, häusliches Arbeiten/ Der Beschlägespezialist profitierte im vergangenen Jahr parallel in mehreren Geschäftsfeldern von den Rahmenbedingen rund ums gemütliche Wohnen und häusliche Arbeiten: mit Lösungen für Küche, Wohnen, Homeoffice und den Do-it-yourself-Bereich. Doch die erwähnten Herausforderungen waren auch für Hettich vielfältig. „Manchmal fehlte Rohmaterial, die Lieferketten waren verstopft oder die Kapazitäten erschöpft“, resümierte Sascha Groß, neben Jana Schönfeld weiterer Geschäftsführer der Hettich Holding.

Jeden Tag neue Überraschungen/ Bislang sei der Hersteller seinen Lieferverpflichtungen aber nachgekommen, ergänzte Uwe Kreidel, Geschäftsführer Hettich International, auf Nachfrage. Mit Blick auf die Warenverfügbarkeit bei Rohstoffen räumte er ein, dass sich diese immer unberechenbarer gestalte. „Wir werden tagtäglich von neuen Belastungen und Hiobsbotschaften überrascht“, so Kreidel. Was gleichfalls für die Logistik gelte. Hier sorgen fehlende Container und Lkw-Fahrer für Engpässe. Immer wieder sei es im vergangenen Jahr zu temporären Unterbrechungen der Lieferketten gekommen. Gründe waren auch das Schnee-Chaos in Hettichs Heimat Ostwestfalen, der quer liegende Container-Riese „Ever Given“ im Suez Kanal sowie lokale Lockdowns in diversen Ländern. Besonders gefordert hat das Unternehmen zudem die Zerstörung der eigenen Galvanikanlagen in Berlin durch einen Großbrand zu Beginn des Jahres 2021. Die letzten zwei Jahre haben Hettich nach eigener Aussage mehr denn je gelehrt, flexibel zu sein und sich immer wieder schnell auf sich verändernde Rahmenbedingungen einzustellen.

Neue Gesellschaften integriert/ Rund 79 Mio. Euro hat die Hettich Gruppe im letzten Jahr investiert. Investitionsschwerpunkte waren neue Produkte, Kapazitätserweiterungen und der Ausbau der Infrastruktur. Beispielsweise wurden Produktionsflächen in Deutschland (Kirchlengern), China und Indien erweitert. Zudem ist die Gruppe thematisch gewachsen. Hettich ist im vergangenen Jahr mehrheitlich bei dem Schiebe-und Raumtrennsystemspezialisten Kuhn aus Bünde eingestiegen. Ebenfalls bei Actiforce, einem Spezialisten für höhenverstellbare Arbeitstische aus den Niederlanden und Malaysia.

Zuverlässiges Netzwerk/ „Material-und Lieferengpässe, hohe Kostensteigerungen und volatile Corona-Restriktionen“ werden das Unternehmen weiterhin begleiten. „Hier heißt es für uns alle in der Prozesskette – von unseren Lieferanten und Partnern über uns bei Hettich bis hin zu unseren Kunden und den Endverbrauchern – mit diesen verantwortungsbewusst und lösungsorientiert umzugehen. Die Belastungen kann niemand in der Prozesskette alleine stemmen“, betonte Jana Schönfeld. Nach eigenen Angaben greift Hettich auf ein zuverlässiges Netzwerk aus Partnern und Lieferanten zurück. Deshalb schaue das Unternehmen zuversichtlich auf eine weiterhin hohe Nachfrage im Jahr 2022.

Hansgrohe legt Rekordbilanz vor

Aktuell liefert die Hansgrohe Group Armaturen und Brausen für Küche und Bad in 152 Länder weltweit. Und das mit Erfolg: Für das Jahr 2021 meldet das Unternehmen einen Umsatzsprung um 27% auf jetzt 1,365 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis legte ebenso umfangreich zu.

„Unser erfolgreichstes Geschäftsjahr in der gesamten 120-jährigen Firmengeschichte“ lautet das Resümee der Hansgrohe Group anlässlich ihrer digitalen Bilanzpressekonferenz zum Ergebnis 2021. Der Hersteller hochwertiger Armaturen, Brausen und Duschsysteme aus Schiltach/Baden-Württemberg erzielte einen Gesamtumsatz von 1,365 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr (1,074 Mrd. Euro) entspricht dies einem Zuwachs von 27%. Das Betriebsergebnis stieg auf 249,7 Mio. Euro, eine Steigerung um ebenfalls 27% gegenüber dem Vorjahr (197,0 Mio. Euro). Die daraus resultierende Umsatz-Ergebnisquote von 18,3 % ist identisch zu 2020. Die Hansgrohe Group erwirtschaftete 2021 rund 74% ihres Umsatzes im Ausland.