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Ein Wahnsinns Spieltag!


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Das Satiremagazin EULENSPIEGEL - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 24.02.2022

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Bildquelle: Das Satiremagazin EULENSPIEGEL, Ausgabe 3/2022

Der 24. Spieltag war ein Spieltag wie gemalt, und das nicht nur, weil mit 35 Toren die drittmeisten Tore eines Spieltages der laufenden Saison fielen. Auch nicht nur deshalb, weil erstmals seit dem 17. Spieltag kein einziger Elfmeter gepfiffen wurde – aber eben nur, weil beim 3:3 des FC im Lokalderby gegen den SSV aus dem Nachbarbundesland ein offensichtliches Foulspiel nicht gepfiffen wurde und der Videobeweis zum vierten Mal in der laufenden Spielzeit nicht funktionierte. Hier besteht dringender Tatbedarf!

Nun, es war vor allem für den VfL der erste wie gemalte Spieltag. Nach vier Monaten und drei Wochen sowie elf vergeblichen Anläufen gelang wieder ein Sieg in der Fremde, und der fiel beim 4:0 über den TSV sogar um drei Tore deutlicher als der damalige 2:1-Erfolg auf dem Platz der Kickers. Besonders bemerkenswert: Der Tabellenfünfzehnte blieb erstmals seit auf den Tag genau acht Monaten und ...

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... sieben Wochen in einem Ligaspiel ohne Gegentor – nicht nur für das Trainergespann ein guter Grund zum Kuscheln. Sondern auch für Statistiker: Berücksichtigt man nur Auswärtsspiele, blieb der VfL sogar erstmals seit zwei Jahren, vier Monaten, einer Woche, drei Tagen und 19 Stunden ohne Gegentreffer, weil damals eine englische Woche ausgespielt wurde, die dritte der seinerzeit laufenden Saison!

Zufrieden sein konnten auch die Fans der Grün-Weißen, die mit dem 3:1 über den SC schon den 13. Saisonsieg einfuhren und damit erstmals seit dem 24. Mai letzten Jahres wieder auf Rang drei der Tabelle kletterten – und das mit einer Mannschaft, die mit einem Durchschnittsalter von 26,51 Jahren die drittjüngste der Liga ist (Schuhgröße: Ø 44,18)!

Vor allem der vorentscheidende Treffer zum 1:0 gegen die zu 87 Prozent unorganisierte Abwehr des SC hatte begeistert, erzielt aus spitzem Neun-Grad-Winkel bereits in der vierten Minute von Abaja, dem zweitjüngsten Spieler auf dem Feld und bestem Junior der Liga nach Nananee vom SSV, soweit man die Leistung der letzten vier Spieltage gekonnt berücksichtigt. Besonders bemerkenswert: Es bestand nur eine 2,4-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Treffer in dieser Situation, wie die Datenbank Soccer-fix/vix.com mit einer Genauigkeit von 91,9191 Prozent verrät.

»Spielerisch haben wir kein gutes Spiel gespielt«, bekannte SC-Trainer Spillermann und kratzte sich nach dem Spiel etwas ratlos am Sack. Wenn es am nächsten Wochenende gegen den Tabellennachbarn Viktoria geht, muss sein Team unbedingt punkten, um nicht bis zur fälligen Wende aussichtslos ins Hintentreffen zu geraten.

Viktoria, die gegen die Fortuna das Glück auf ihrer Seite hatte, ist derzeit freilich gut in Form, wie das 2:2 gegen den Tabellenreiter beweist, auch wenn das Tor zum Ausgleich erst in der 90 + 6. Minute fiel. Um so größer war der Jubel der 52.327 zahlenden Zuschauer (und 61 nichtzahlenden in den Bäumen – mit einer Auslastung von 86 Prozent neuer Rekord!): Mit 98 Dezibel war es der zweitlauteste seit dem 1:1-Ausgleich im Relegationsspiel der letzten Saison gegen den FKK, der den Klassenerhalt sicherte und hinterher mehr als nur das Bier in Strömen reinund rausfließen ließ.

An dieser Stelle müssen wir einräumen, dass sich in der letzten Nummer ein Fehler eingeschlichen hat: Das wörtlich zitierte 1:0 der Viktoria aus dem Vorjahr war nur deshalb ein Rekord, weil es der erste Heimsieg im ersten Pflichtspiel des Neulings war. Wir bedauern den Fehler und entschuldigen uns bei allen für diese Richtigstellung!

Spitzenführer Fortuna kann den Punktverlust verkraften, weil auch Verfolger FSG beim 0:0 gegen die Kickers »Federn ließ«. Trotz 66 Prozent Ballbesitz, 76,4 Prozent gewonnenen Zweikämpfen und 81,93 Prozent angekommenen Pässen, davon 27,174 Prozent langen Bällen und 7,0001 Prozent Steilpässen in die »Gasse«, sowie 28 Torschüssen – das sind 93,6791857235 Prozent aller Torschüsse der Partie – blieben dem Team um Superstar Haarmann (165 Mio.) drei Punkte versagt. Schöne »Scheiße«!

Damit nicht genug, wurde Haarmann die Schau wieder von Megasuperstar Honka (165,5 Mio.) gestohlen: In der Begegnung von UEFA- Aspirant 1. FFC gegen Aufsteiger VfR gelang ihm in der 88. Minute und 91. Sekunde der regulären Spielzeit das Kunststück, den entscheidenden Treffer im Liegen zu erzielen: Der vom österreichischen Nationalen Wosama geschossene Ball wurde von seiner linken Pobacke entscheidend abgelenkt, erwischte den Torwart auf dem falschen Fuß und trudelte zum 4:3-Endstand ins Netz.

Die »Sportschau« war zu Recht begeistert und zeigte aus mehreren Perspektiven, wie der von Linksaußen Wosama geschossene Ball von seiner linken Pobacke entscheidend abgelenkt wurde, den Torwart auf dem falschen Fuß erwischte und zum 4:3-Endstand ins Netz trudelte, also wie der von Linksaußen Wosama geschossene Ball von seiner linken Pobacke entscheidend abgelenkt wurde, den Torwart auf dem falschen Fuß erwischte und zum 4:3-Endstand ins Netz trudelte, weil der von Linksaußen Wosama geschossene Ball von seiner linken Pobacke entscheidend abgelenkt wurde, den Torwart auf dem falschen Fuß erwischte und zum 4:3-Endstand ins Netz trudelte.

Etwas deutlicher fiel der Sieg von Dynamo aus, das vor 61.000 coronainfizierten Zuschauern (Nichtinfizierte hatten wegen der Ansteckungsgefahr keinen Zutritt) mit dem 9:0 gegen die Schlusslaterne aus der Uhrmacherstadt den höchsten Tagessieg verbuchte. Als Einziger unzufrieden war zu Recht Toptorjäger Bommer, der in dem Spiel gegen das rote Licht nur fünf Treffer erzielte – sechs oder sieben, ja neun wären wie bewiesen »drin« gewesen! »Wenn du weißt, dass du, wenn du, weil du das Gefühl, und dann, aber okay!«, so Bommer nach dem Spiel durchaus hinlänglich.

Positiv zu vermerken ist, dass Bommer beim Kopfball zum 7:0 dreizehn Millimeter höher sprang als bei seinem persönlichen Kopfballrekord vor zwei Jahren, elf Monaten, drei Wochen, einem Tag, 62 Minuten und elf Sekunden, obwohl er diesmal nur der viertgrößte Spieler seines Teams und siebtgrößte auf dem Feld war und nicht wie damals der drittgrößte seiner Elf. (Zuschauer werden bekanntlich erst ab der nächsten Saison vermessen.)

Mehrfach Pech am Schlappen hatte der 1. FSV, dem in der Partie gegen Interspor ein Treffer seines irischen Legionärs O’Doodle aberkannt wurde, weil der Ball Bruchteile von Zehntelsekunden vor dem Überqueren der Torlinie von einem Fußballer des Golfküstenklubs Union Super City Abu Dhabi erzielt wurde. Der seit vielen Jahren auf der Transferliste stehende Ausnahmestürmer von der grünen Insel stand wegen seiner chronischen Formschwäche – dass er immer wieder von Trainer Schönemann aufgestellt wurde, war weltweit eine Ausnahme unter allen Trainern weltweit – seit vielen Jahren zum Verkauf oder zur Vermietung.

Damit nicht genug, kam es in der 76. Minute zu einem Kuriosum in 59 Jahren Bundesliga, als beim artistischen Seitfallzieher von Linksaußen Jawas statt des Balls der Kopf von Interspors Abwehrchef Na’denne über die Torlinie flutschte. Das Pech dabei: Jawas verrenkte sich bei der Aktion den Steiß und dürfte beim nächsten Spiel fehlen. Ob Na’denne am kommenden Spieltag wieder zum Einsatz kommt, ist nach Aussage der medizinischen Abteilung von Interspor ebenfalls fraglich. Sicher ist jedoch, dass Interspor gegen das 1:0 Protest einlegen wird, weil zwei Bälle im Spiel waren.

Dass das Spiel nicht 1:1 endete, lag daran, dass der einzige Torschuss der Gäste am Außennetz landete – und das auch bei der 17. Wiederholung auf dem Monitor. Interspors tschechischer Vollblutstürmer Asch, der Fehlschütze und tätowierteste Spieler auf dem Platz, soweit sichtbar, wollte ob der vergebenen Großchance »mich in Schwanz beißen«, hat aber mit 11,5 Zentimetern laut statistik.de/fussball/pim nur einen aus dem Mittelfeld. Auch hier besteht also Tatbedarf.

Mit einer Überraschung endete schließlich das Gekicke zwischen den 07ern und den Sportfreunden Schwarz-Weiß, denn beim torlosen 0:0 der beiden Abstiegskandidaten starb unser Reporter in der 86. Minute an Langeweile, was der Redaktion jede Chance nahm, rechtzeitig einen Ersatz zu benennen. Wir bedauern das und drücken das an dieser Stelle auch der Witwe gegenüber aus, die wie wir auf den Spielbericht verzichten muss, was aber gewiss kein Verlust ist!

Fazit: Alles in allem war der 24. Spieltag wieder eine Werbung für den 25. Spieltag. Und damit sagen wir an dieser Stelle zum hundertsten und tausendsten Mal: Schluss jetzt! Schnauze!! Denn auch eine KI hat irgendwann einmal keine Lust mehr, Sportberichte zu verfassen.

PETER-KÖHLER-BOT 2.0