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Einblick in SHK-Betriebe: „Was unsere Monteure einbauen, passt und funktioniert“


IKZ Haustechnik - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 28.06.2019

Die Kuhr + Kuhr GmbH aus Meppen setzt bundesweit Projekte öff entlicher Auftraggeber um. Personalmangel und Nachwuchs sind die größten Sorgenkinder


Artikelbild für den Artikel "Einblick in SHK-Betriebe: „Was unsere Monteure einbauen, passt und funktioniert“" aus der Ausgabe 12/2019 von IKZ Haustechnik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: IKZ Haustechnik, Ausgabe 12/2019

Von links: Die Geschäftsführer Martin Kuhr und Jan Kuhr sowie Sven Beimesche (verantwortlich für die Bereiche Personal, Marketing und Mitarbeitergewinnung).


Der frühe Vogel fängt den Wurm, sagt ein Sprichwort. Für Jan und Martin Kuhr selbstverständlich. Morgens um 7 Uhr sind die Brüder in der Regel auf der Autobahn oder bereits auf der Baustelle. Nicht in Meppen, wo ihr SHK-Unternehmen – die Kuhr + Kuhr GmbH – in einem Industriegebiet ansässig ist, sondern in ...

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... Hannover, Düsseldorf, Frankfurt oder Mainz. „98 % aller Aufträge generieren wir außerhalb Meppens“, erzählen die Geschäftsführer anlässlich des Besuchs unserer Redaktion. Für Bauleiter und Monteure gleicher-maßen eine Herausforderung.


Qualität und Perfektion sind unser Anspruch.
Martin Kuhr, Geschäftsführer


Die Monteure von Kuhr + Kuhr – gut 50 an der Zahl – arbei-ten hauptsächlich in deutschen Groß-städten, und zwar vier Tage die Woche. Freitag geht’s be-reits ins Wochenen-de. Sie beherrschen den Heizungsbau, die Sanitär-, Lüf-tungs-, Klima- und Kältetechnik sowie die Gebäudeautomation, berichten die Ge-schäft sführer Jan und Martin Kuhr stolz. Das Kerngeschäft des Unternehmens bil-den große Projekte von öff entlichen Auf-traggebern. Drei Beispiele: Im Jakob-Kaiser-Haus, dem größten Parlaments-neubau des Deut-schen Bundestages in Berlin, haben die Kuhr-Mitarbeiter die komplette Heizungs-anlage installiert. In den Fernsehstudios des Norddeutschen Rundfunks im Ham-burger Stadtteil Lokstedt sind veralte-te Nass-Kühltürme durch ein geschlos-senes Rückkühlsystem ersetzt worden. Und in der Hauptverwaltung der Deut-schen Bundesbank in Düsseldorf wur-den fünf modular aufgebaute Wasser-kühleinheiten mit Wärmeübertragern in Plattenform und einer Kälteleistung von jeweils 285 kW so-wie drei Rückkühlwerke eingebaut. Auf-tragsvolumen allein hier: 1,5 Mio. Euro.

Um auf der Baustelle Zeit zu sparen, werden die Schaltschränke im Betrieb geplant, gebaut und geprüft.


Bei derartig anspruchsvollen Groß-projekten spielt der Qualitätsaspekt eine große Rolle. „Wir selbst begleiten die Pro-jekte und sind damit immer nah an den Baustellen“, erzählen die Brüder. Unab-hängig davon genießen die Mitarbeiter ein großes Vertrauen: „Was unsere Monteure einbauen, passt und funktioniert“, sagen die Unternehmer unisono.


Die Arbeit auf der Baustelle bleibt gleich, auch wenn Produkte und Maschinen besser werden.
Martin Kuhr, Geschäftsführer


Familiärer Betrieb
Um den hohen Qualitätsmaßstäben auch zukünftig gerecht werden zu können, braucht es Personal. Zum einen die ein-gespielte Stammmannschaft, die nach Auskunft der Ge-schäftsführer „über Tarif“ bezahlt wird. Um die Kollegen bei Laune zu hal-ten, werden u. a. Ju-biläen gefeiert oder Weihnachtsfeiern und Sommerfeste (mit und ohne Anhang) organisiert. „Wir sind durch und durch ein Familienunternehmen“, sagen Jan und Martin Kuhr. „Viele Mitarbeiter sind seit Jahren an Bord. Zum Teil sind auch meh-rere Familienmitglieder im Betrieb be-schäftigt.“

Die Geschäftsführer geben aber auch unumwunden zu, dass der Altersschnitt der Monteure zu hoch sei. Deshalb ist mit Sven Beimesche ein Fachmann an-gestellt worden, der explizit die Bereiche Personal, Marketing und Mitarbeiterge-winnung verantwortet. Neun Lehrlinge – darunter fünf Anlagenmechaniker, zwei Elektriker, ein technischer System-planer und ein Kaufmann – bilde man derzeit aus. „Unser Ziel ist es, die jungen Menschen während ihrer Ausbildung intensiv zu begleiten und sie später na-türlich auch zu übernehmen“, berichtet Beimesche.

Ihre Abschlussprüfung absolvieren sie bei der IHK – als Anlagenmechaniker, Fachrichtung Anlagenbau. „Das kommt unserem Bedarf deutlich näher, als die Ausbildung zum Anlagenmechani-ker Sanitär Heizung Klima. Wir brau-chen Monteure, die vor allem die Rohr-bearbeitung be-herrschen.“ Kuhr + Kuhr arbeitet eng mit einer Berufsschu-le in Köln zusammen und hat eine prak-tikable Regelung gefunden: Für die Lehr-linge steht eine Woche Blockunterricht an, dann folgen zwei Wochen auf der Baustel-le. Auch wenn die Zeiten Dutzender Be-werbungen längst vorbei sind – noch fin-det das Unternehmen aus Meppen Azubis: über Jobbörsen, über die Bundesagentur für Arbeit, über Stellenportale oder über Azubi-Messen an Schulen.

„Planung ist das A und O bei der Umsetzung eines Bauvorhabens“, sagt Geschäftsführer Martin Kuhr (rechts) im Gespräch mit IKZ-Chefredakteur Markus Sironi.


Die Grundrisse der Bauvorhaben werden im 3D-Modell visualisiert.


Personal fehlt
Es ist wenig verwunderlich, dass Jan und Martin Kuhr bei den größten Herausfor-derungen der Zukunft das Personal und den Nachwuchs nennen. „Es fehlen Hand-werker. Es fehlen die Fachkräfte in den technischen Berufen“, sagen sie. Trotz der guten Perspektive sei es bislang nicht ge-lungen, jungen Menschen das Handwerk schmackhaft zu machen. „Dabei verdient man gut“, so die Diplom-Ingenieure. Und beim Lohn sei das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange noch längst nicht er-reicht.

Bei der Auslastung dagegen schon. Die Auftragslage sei sehr gut, erzäh-len die Firmenchefs. Das Unternehmen würde zeitweise zehn oder mehr Groß-baustellen betreuen – in den Gewerken Heizung, Sanitär, Kälte/Klima, Lüftung und Gebäudeautomation. Während die Gesamtplanung von externer Sei-te übernommen wird, liegt die Ausfüh-rungsplanung in den Händen der tech-nischen Systemplaner der Meppener Firma. Wie behilflich kann ihnen Buil-ding Information Modeling (BIM) sein? „Wir werden uns dem Thema auf Dau-er nicht verschließen können“, sagt Mar-tin Kuhr zurückhaltend. Noch fehle es aber an BIM-Standards in der IT-Land-schaft sowie an Regeln zur Zusammen-arbeit und Vorgehensweise im Umgang mit der dreidimensionalen Planungsme-thode.

Digitalisierung spielt im Unterneh-men nur dort eine Rolle, wo sie aus Sicht der Brüder Kuhr Sinn macht. Planungen erfolgen längst in 3D, die Obermonteu-re sind mit Smartphones, die Kundendienstmonteure mit Tablets ausgestat-tet, z. B. für die Abrechnungs- und Auf-tragsabwicklung. Jan und Martin Kuhr sehen die Digitalisierung zwar als Chan-ce, nicht aber als Allheilmittel. Flaschen-hals bleibe der Monteur auf der Bau-stelle. „Digitalisierung hin, Digitalisie-rung her: Die Arbeit bleibt gleich, auch wenn Produkte und Maschinen besser werden. Eine Schweiß-App gibt es heute nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben.“

www.kuhrundkuhr.de

Eine Führung durch das Unternehmen darf bei IKZ vor Ort nicht fehlen (von links): Jan Kuhr, Markus Sironi, Martin Kuhr und Sven Beimesche.


Blick in das Lager der Kuhr + Kuhr GmbH in Meppen.


Bilder: IKZ

Daten und Fakten

Geschichte: Hans-Günther und Ma-ria Kuhr gründeten im Mai 1972 in der Kreisstadt Meppen die Kuhr GmbH. Im September 1977 zog die Firma in das zuvor erworbene Ge-bäude einer alten Stickerei im Mep-pener Stadtteil Nödike (Industriestra-ße 5) um, wo sie bis heute zuhause ist. 2004 stiegen die Söhne Jan und Mar-tin als Mitinhaber und Geschäftsfüh-rer in das elterliche Unternehmen ein. Sie sind nicht nur diplomierte Inge-nieure, sondern haben im Betrieb eine handwerkliche Ausbildung im Heizungsbau bzw. in der Elektrotech-nik absolviert.
Kerngeschäft: Heizung, Sanitär, Luft- und Klimatechnik, Kälte- und Kühl-technik, Gebäudeautomation, Ge-wächshaustechnik.
Mitarbeiter: 80, davon knapp 50 Mon-teure.
Besonderheit: Etwa 50 % der Aufträ-ge werden für die Deutsche Bundes-bank generiert.

Über das Unternehmen Kuhr + Kuhr in Meppen (Niedersachsen) berichten Alexander Bange und Markus Sironi.