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Einblick in SHK-Betriebe: „Win-Win-Situation“ für Mitarbeiter und Betrieb


IKZ Haustechnik - epaper ⋅ Ausgabe 21/2018 vom 02.11.2018

Wie die Henrich Schröder GmbH ihre Angestellten am Unternehmenserfolg teilhaben lässt und sich ein Stück weit vom Großhandel abkoppelt

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Bildquelle: IKZ Haustechnik, Ausgabe 21/2018

Thorsten Schröder führt den Betrieb seines Vaters Henrich seit 2009 gemeinsam mit seinem Bruder Cord.


Die Mitarbeiter am Unternehmensgewinn beteiligen: Dieses Ziel verfolgen Thorsten und Cord Schröder von der Henrich Schröder GmbH Wärme & Bäder in Gütersloh-Isselhorst. Die Geschäftsführer haben eine Lösung parat – sie nennt sich „sTEAM“ (Schröder-Team). Was hinter der Gründung der Tochterfi rma steckt und warum der Betrieb auch Teil einer Einkaufsgesellschaft ist, verrät ...

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... Thorsten Schröder im Gespräch mit der IKZ.

Seit 2009 führen Th orsten und Cord Schröder in zweiter Generation den Familienbetrieb in Ostwestfalen, der auf Heizung, Solar, Lüft ungssysteme, Sanitär und Badgestaltung spezialisiert ist. Seitdem beschäftigt sie die Frage, wie die Mitarbeiter vom Erfolg des Unternehmens fi nanziell partizipieren können. „Wir haben diverse Modelle ausprobiert“, erzählt Th orsten Schröder. So wurden z. B. Prämien ausgezahlt, wenn Baustellen besonders gut gelaufen sind. Wirklich glücklich waren die Angestellten mit dem Bonus aber nicht, denn nach Abzug von Steuern blieb zu wenig auf dem Konto übrig.

Stille Gesellschafter

Das soll bei der „sTEAM GmbH“ anders sein. In der Tochterfi rma ist das Betriebskapital in Form von Maschinen, Werkzeugen, Arbeitskleidung oder dem Fuhrpark angelegt und wird an die Firma Henrich Schröder GmbH vermietet. Mitarbeiter, die mindestens ein Jahr angestellt sind, können sich als stille Gesellschaft er an „sTEAM“ beteiligen. „Zudem entscheiden sie über den gewählten Beirat mit, welche Fahrzeuge und Werkzeuge angeschafft werden“, berichtet Th orsten Schröder. Er erläutert die Vorteile dieses Modells: „Je wirtschaft licher mit den Maschinen gearbeitet wird und umso mehr Umsatz Firma Schröder macht, desto höher kann der Gewinn ausfallen. Kurz gesagt: Jeder Mitarbeiter kann den Gewinn selbst mit beeinfl ussen und wird am Erfolg beteiligt. Das ist eine Win-Win-Situation.“ Weiterer Vorteil: „Was ausgeschüttet wird, wird steuerlich günstiger behandelt als Lohn.“ Mehr als 15 stille Gesellschaft er sind bereits in das Modell involviert, Tendenz steigend.

Bevor es im März 2018 zur Gründung der „sTEAM GmbH“ kam, mussten die beiden Geschäft sführer viel Überzeugungsarbeit leisten, wie sie unumwunden zugeben. Auf einer Betriebsversammlung hatten sie das Vorhaben präsentiert und auch reichlich Skepsis geerntet. Vor und nach der Versammlung sind viele Gespräche geführt worden – sie scheinen zu fruchten. Th orsten Schröder: „Die Mitarbeiter verstehen, dass es uns nicht al- lein darum geht, den Gewinn zu steigern. Sie sollen am Erfolg des Unternehmens teilhaben.“

14 Auszubildende

Anteil an der Wirtschaft lichkeit haben auch die 14 Auszubildenden im Betrieb. Die meisten von ihnen lernen den Beruf des Anlagenmechanikers. Vor fünf Jahren waren bei Schröder gerade einmal zwei Azubis angestellt. Der sprunghaft e Anstieg hat einen Grund. „Wir wollen nicht auf Teufel komm raus wachsen, aber wirtschaft lich am Markt bestehen“, sagt Th orsten Schröder und fügt an: „Und wir können nur bestehen, wenn wir langfristig qualifi ziertes Personal haben.“ 20 Bewerbungen kommen inzwischen im Jahr an – eine Folge der veränderten Marketingstrategie, in die der Familienbetrieb kräft ig investiert hat. Die Internet seite präsentiert sich auf dem neuesten Stand, man ist regelmäßig in sozialen Medien unterwegs und hat ein auf die Jugend abgestimmtes You Tubl-uideo gedreht. Ein guter Ruf spricht sich schnell rum.

Herausforderungen im Tagesgeschäft

Wo liegen die Herausforderungen im Tagesgeschäft ? „Ein ganz großes Th ema ist für uns der Wissenstransfer“, sagt Th orsten Schröder. Um Know-how unter den insgesamt 50 Mitarbeitern zu verbreiten, gibt es u. a. alle vier Wochen eine sogenannte „blaue Runde“ – ein betriebsinternes Treff en, in dem z. B. Änderungen der Trinkwasserverordnung vermittelt werden. Um Wissen in die Breite zu tragen, hat der Betrieb auch das Schröder-Handbuch mit gesammelten Informationen aus mehr als 15 Jahren erstellt, das regelmäßig in einer aktualisierten Version erscheint. Es beinhaltet Th emen wie Wasser, Lüft ung, Brand- oder Schallschutz, dazu praxisnahe Beispiele oder Grundeinstellungen der Hersteller, die vor allem jüngeren Kollegen helfen sollen. Schröder: „Der Inhalt reicht von der Frage, wie Lüftungsanlagen in Betondecken verlegt werden, bis hin zu Standardmontagemaße für Duscharmaturen.“ Darüber hinaus gibt es Infos, wie der Installateur mit dem Kunden kommunizieren sollte oder wie Baustellenschilder aufzustellen sind.

Die Henrich Schröder GmbH ist nach Aussage der Geschäft sführer viel im Projektbereich tätig – sprich Neubauten vom Einfamilienhaus bis hin zu großen Wohnkomplexen, Bürogebäuden oder Industrieanlagen. Im betriebseigenen Planungsbüro – vor sieben Jahren gegründet – sind fünf Fachkräft e tätig, darunter zwei Auszubildende zum technischen Systemplaner. Sie sind vom ersten Entwurf an am Prozess beteiligt. „Wir pfl egen ein gutes Netzwerk mit Bauunternehmen und Architekten“, berichtet Th orsten Schröder. Daher habe man sich auf den Neubau mit Erdwärme, zentralen Lüft ungsanlagen und hochwertigen Bädern spezialisiert. Neubauten sind das größte, aber nicht das lein darum geht, den Gewinn zu steigern. Sie sollen am Erfolg des Unternehmens teilhaben.“

„Was ausgeschüttet wird, wird steuerlich günstiger behandelt als Lohn.“
Thorsten Schröder, Geschäftsführer

14 Auszubildende

Anteil an der Wirtschaft lichkeit haben auch die 14 Auszubildenden im Betrieb. Die meisten von ihnen lernen den Beruf des Anlagenmechanikers. Vor fünf Jahren waren bei Schröder gerade einmal zwei Azubis angestellt. Der sprunghaft e Anstieg hat einen Grund. „Wir wollen nicht auf Teufel komm raus wachsen, aber wirtschaft lich am Markt bestehen“, sagt Th orsten Schröder und fügt an: „Und wir können nur bestehen, wenn wir langfristig qualifi ziertes Personal haben.“ 20 Bewerbungen kommen inzwischen im Jahr an – eine Folge der veränderten Marketingstrategie, in die der Familienbetrieb kräft ig investiert hat. Die Internet seite präsentiert sich auf dem neuesten Stand, man ist regelmäßig in sozialen Medien unterwegs und hat ein auf die Jugend abgestimmtes You Tubl-uideo gedreht. Ein guter Ruf spricht sich schnell rum.

Herausforderungen im Tagesgeschäft

Wo liegen die Herausforderungen im Tagesgeschäft ? „Ein ganz großes Th ema ist für uns der Wissenstransfer“, sagt Th orsten Schröder. Um Know-how unter den insgesamt 50 Mitarbeitern zu verbreiten, gibt es u. a. alle vier Wochen eine sogenannte „blaue Runde“ – ein betriebsinternes Treff en, in dem z. B. Änderungen der Trinkwasserverordnung vermittelt werden. Um Wissen in die Breite zu tragen, hat der Betrieb auch das Schröder-Handbuch mit gesammelten Informationen aus mehr als 15 Jahren erstellt, das regelmäßig in einer aktualisierten Version erscheint. Es beinhaltet Th emen wie Wasser, Lüft ung, Brand- oder Schallschutz, dazu praxisnahe Beispiele oder Grundeinstellungen der Hersteller, die vor allem jüngeren Kollegen helfen sollen. Schröder: „Der Inhalt reicht von der Frage, wie Lüftungsanlagen in Betondecken verlegt werden, bis hin zu Standardmontagemaße für Duscharmaturen.“ Darüber hinaus gibt es Infos, wie der Installateur mit dem Kunden kommunizieren sollte oder wie Baustellenschilder aufzustellen sind.

„Was ausgeschüttet wird, wird steuerlich günstiger behandelt als Lohn.“
Thorsten Schröder, Geschäftsführer

Die Henrich Schröder GmbH ist nach Aussage der Geschäft sführer viel im Projektbereich tätig – sprich Neubauten vom Einfamilienhaus bis hin zu großen Wohnkomplexen, Bürogebäuden oder Industrieanlagen. Im betriebseigenen Planungsbüro – vor sieben Jahren gegründet – sind fünf Fachkräft e tätig, darunter zwei Auszubildende zum technischen Systemplaner. Sie sind vom ersten Entwurf an am Prozess beteiligt. „Wir pfl egen ein gutes Netzwerk mit Bauunternehmen und Architekten“, berichtet Th orsten Schröder. Daher habe man sich auf den Neubau mit Erdwärme, zentralen Lüft ungsanlagen und hochwertigen Bädern spezialisiert. Neubauten sind das größte, aber nicht das einzige Geschäftsfeld. Badsanierungen, Komplettbäder mit 3D-Planung, die klassische Heizungssanierung und der Kundendienst vervollständigen das Portfolio des Unternehmens.

Thorsten Schröder.


Hell und einladend: Geschäftsführer Thorsten Schröder (rechts) zeigt IKZ-Redakteur Detlev Knecht die Ausstellung und das Musterhaus mit Solaranlagen, Erdwärmeheizungen, Pelletheizungen, Blockheizkraftwerken und Lüftungsanlagen.


Gute Strategien

Ist die Online-Konkurrenz eigentlich ein Thema? Ja, sagt Thorsten Schröder, aber keines, das für schlaflose Nächte im Betrieb sorge. Das Feld werde bei den Kunden offen angesprochen. „Wir erklären den Unterschied zwischen einem Werksund einem Kaufvertrag.“ Und man kommuniziere ehrlich, dass Sanitärprodukte in der Regel teurer als im Internet seien. Natürlich müsse man sich auf Onlinehändler wie Reuter oder Thermondo einstellen, so Schröder, aber: „Entscheidend ist, dass wir mit guten Strategien dagegenhalten.“

Eine Strategie ist, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Daher sind die beiden Geschäftsführer Mitgründer der Einkaufsgesellschaft Arvendo. Sie hat sich „die verlässliche Lieferung von Produkten bei optimalen Einkaufskonditionen“ auf ihre Fahnen geschrieben. Weil es immer weniger Großhändler gibt, die aber immer größer werden, wünschen sich Betriebe ein Stück weit Selbstbestimmung. „Wir hatten in der Vergangenheit das Gefühl, nicht optimal einzukaufen“, verrät der Geschäftsführer. Um die Logistik schlanker zu halten, habe man sich mit fünf Handwerksunternehmen aus ganz Deutschland zusammengeschlossen. Mittlerweile kaufen rund 40 Handwerksbetriebe bei Arvendo ein. Das Ziel: Produkte günstiger einkaufen. Das funktioniert über einen Onlineshop.

Keine Konkurrenz

Arvendo hat mehr als 30 Lieferanten unter Vertrag, hauptsächlich Dreistufler. Der ansässige Großhandel habe zwar durchaus skeptisch auf die Einkaufsgesellschaft reagiert, gibt Thorsten Schröder zu. Konkurrenz müsse er aber nicht befürchten: „Es gibt genug Bereiche, die wir mit der Einkaufsgesellschaft nicht abdecken und bedienen können. Zum Beispiel, wenn es um Einzellieferungen oder Sanitärobjekte geht.“ Was bleibt, ist ein Stück weit Unabhängigkeit und damit ein gutes Gefühl. 

Bilder: IKZ

www.henrich-schroeder.de

„Wir wollen nicht auf Teufel komm raus wachsen, aber wirtschaftlich am Markt bestehen.“
Thorsten Schröder, Geschäftsführer