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Eine besondere Zeit


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2010 vom 22.10.2010

Die meisten Frauen erleben ihre Schwangerschaft als glückliche Zeit. Trotzdem gehören auch Beschwerden und Sorgen um die Zukunft dazu.


Artikelbild für den Artikel "Eine besondere Zeit" aus der Ausgabe 10/2010 von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: stockbyte

Frau fühlt sich super oder mies, und manchmal auch beides gleichzeitig. Denn selbst wenn frau sich wahnsinnig auf das Wunschkind freut, fragt sie sich beim x-ten Übergeben: „Warum hab ich mir das bloß angetan?“

Eigentlich kann es auch gar nicht anders sein, schließlich verändert die Schwangerschaft alles, nicht nur den Körper, der auf die „Arbeit“, die er leistet, mit allerlei Zipperlein aufmerksam macht, aber ebenfalls eine neue Schönheit entfaltet. Auch ...

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... die Psyche muss die Schwangerschaft verarbeiten, denn durch ein Kind verändert sich das Leben radikal.

Eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter Schwangeren belegt, dass sich die meisten werdenden Mütter körperlich gut fühlen und die Schwangerschaft voller Optimismus und Vorfreude erleben. Beschwerden bleiben jedoch bei kaum einer Frau aus. An manchen Tagen sind sie so schlimm, dass frau sogar im Bett bleiben muss.

Meist sind die Malaisen jedoch nicht dramatisch. Das größte Handicap ist für die meisten Frauen eine große Müdigkeit und Erschöpfung, die sie insbesondere während der ersten Schwangerschaftswochen befällt und die sie teilweise sogar daran hindert, ihren Job wie gewohnt zu erledigen. Rückenschmerzen, Sodbrennen und Übelkeit sind weitere Beeinträchtigungen, die häufi g auftreten. Zu Beginn der Schwangerschaft sind die Beschwerden oft am größten. Britta und Christiane, zwei junge Frauen, die für ein Buchprojekt* über ihre Schwangerschaften berichteten, litten anfangs unter Bauchschmerzen und Übelkeit. Bei Britta tippte der Hausarzt zuerst sogar auf eine Blinddarmreizung, bevor die Schwangerschaft überhaupt festgestellt wurde.

Wenn sich die Schwangerschaft stabilisiert und die größten körperlichen Umstellungen vorbei sind, lässt die Übelkeit aber bei den allermeisten Frauen nach. Beschwerlich wird es dann noch einmal in den letzten Wochen. Der große Bauch ist im Weg, man wird kurzatmig und sehnt das Ende der Schwangerschaft herbei, hat aber auch gleichzeitig Angst vor der Geburt.

Wir freuen uns! Auch wenn die Stimmung einer Schwangeren manchmal Purzelbäume schießt: Freude überwiegt.


Foto: sxc/ugaldew

Die Freude überwiegt

Keine Frau weiß, wie die Geburt verlaufen wird und wie gut sie danach mit dem Neugeborenen zurechtkommt, sodass auch die gelassenste Schwangere kurz vor dem Geburtstermin aufgeregt und unsicher ist. Aber auch schon vorher gibt es immer wieder Tage, wo frau eher düster statt hoffnungsfroh in die Zukunft blickt. 35 Prozent der Schwan geren sind zumindest ab und zu besorgt, so die BZgA-Umfrage. Sie zweifeln zum Beispiel daran, eine gute Mutter zu werden, sorgen sich darum, wie es mit der Partnerschaft weitergeht, wenn das Baby da ist.

Noch viel größer ist aber die Angst, mit dem Kind könnte etwas nicht in Ordnung sein. All diese Bedenken seien verständlich und normal, beruhigt Anette Kersting, Professorin an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig: „Schwanger zu sein verändert das eigene Leben und die eigene Identität erheblich, inklusive der Partnerschaft und der Situation an der Arbeitsstelle.“ Zum Teil sind Stimmungsschwankungen während der Schwangerschaft auch auf die hormonellen Umstellungen zurückzuführen. Frau kann also gar nichts dagegen tun, wenn sie zwischendurch der „Blues“ packt. Nehmen die negativen Gefühle jedoch überhand und besteht die Gefahr, in eine Depression abzugleiten, ist ärztliche Hilfe nötig. „Sehr stark niedergeschlagen“ fühlen sich allerdings nur zwei Prozent der werdenden Mütter. Die große Mehrheit ist optimistisch und guter Dinge.

Nicht verrückt machen lassen

Etwa ab dem vierten Monat beginnt für viele Schwangere die beste Zeit. Sie fühlen sich fi t und wieder voller Unternehmungslust. „Zurzeit geht es mir richtig gut. Mir ist nicht mehr so übel wie in den ersten Wochen, und der Bauch beeinträchtigt mich auch noch nicht so sehr. Ich kann die Schwangerschaft gerade richtig genießen und mich auf das Baby freuen“, berichtet Christiane von ihrer 19. Schwangerschaftswoche. Diese Zeit ist ideal, um zum Beispiel noch einmal zu zweit zu verreisen. „Als wir den Urlaub geplant haben, vor vier Wochen, dachte ich noch, ich schaff das alles gar nicht. Aber meine Ärztin versicherte mir, dass es gehen würde, und ich muss ihr recht geben. Ich fühle mich rundum wohl“, so Christiane.

Manche Frauen drehen in dieser Zeit auch im Job noch einmal voll auf – oder sie sind in Feierstimmung und veranstalten eine „Babyshower“. Dieses Fest, das in Amerika gang und gäbe ist, fi ndet auch hierzulande immer mehr Freunde: Die werdende Mutter lädt ihre Freundinnen zu einem Fest der Vorfreude auf das Baby ein. Die Gäste bringen Geschenke für Mutter und Kind, gute Laune und so manchen Ratschlag mit. Tabu sind bei diesem Freudenfest allerdings Schreckensgeschichten von den eigenen Geburtserfahrungen. Dass die Entbindung ja so schmerzhaft ist und furchtbar lange dauert, will keine werdende Mutter wissen.

„Nicht hinhören“, rät Hebamme Larissa Schlenker aus Dresden bei solchen Geschichten, denn: „Viele Leute bauschen ihre negativen Erfahrungen auf, nur um etwas Aufregendes erzählen zu können.“ Auch in Internetforen zum Thema Schwangerschaft sollten werdende Eltern nicht zu viel Zeit verbringen, sonst machen die vielen, teilweise widersprüchlichen Berichte und Tipps von Menschen mit mehr oder weniger Ahnung vom Thema noch ganz verrückt. Besser: Einfach auf das eigene Bauchgefühl verlassen.

Prof. Dr. med. Renate Huch, Prof. Dr. med. Remo

Largo:Schwangerschaft, Geburt und erste Babymonate, Trias Verlag 2009, 352 Seiten, 24,95 Euro