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Eine Bootsfahrt, die ist lässig …


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Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 120/2021 vom 05.11.2021

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Bildquelle: Blinker, Ausgabe 120/2021

1ECHOLOTE: FALSCHE EIN- STELLUNGEN, KURZE MOTIVATIONSSCHÜBE, VÖLLIGE ERNÜCHTERUNG

„Unglaublich, diese Struktur! Und alles voll Fisch – aber wieso beißt denn nichts?“ – Sie glauben nicht, wie viele Bootsvermieter uns schon von Kunden berichteten, die ihre Echolote teilweise über Tage im Demomodus benutzten. Das garantiert zwar einen kurzen Motivationsschub, sorgt aber hintenraus für völlige Ernüchterung. Neben dem Demomodus sollten Sie außerdem die automatisch generierten Fischsymbole ausschalten, die manche Echolothersteller anbieten. In 50 Prozent aller Fälle handelt es sich nämlich um Schraubenwasser, einen Baum, einen Stein oder eine Scharkante im Anschnitt. Und wer keinen Tinitus braucht, sollte den Fischalarm ebenfalls auf „Off “ stellen.

2 ECHOLOTGEBER: DER TRICK MIT DER ZAHNPROTHESEN- HAFTCREME

Ganz wichtig ist es, den Anbringungswinkel des Gebers am Heck zu kontrollieren. Dessen ...

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... Unterseite sollte immer schön parallel zum Bootsrumpf stehen (Spezialgeber für z.B. Livescope- Techniken klammern wir hierbei aus, sie werden nur von sehr wenigen genutzt).

Zeigt Ihr Geber hingegen schräg in Richtung Wasseroberfläche, gibt er Ihnen ein völlig falsches Bild. Neben dem Geberwinkel ist auch seine Anbringung wichtig. Falls Sie keine Geberstange benutzen, sondern einen Geber am Saugnapf, dann achten Sie darauf, ihn an einer glatten Stelle anzubringen. Sonst riskieren Sie, dass er abfällt. Kleiner Geheimtipp: Mit Kukident (einer Haftcreme für Zahnprothesen) hält der Saugnapf noch besser.

3 BELÜFTUNGSSCHRAUBEN: MOTOR AUS? DARAN LIEGT ES VIELLEICHT

Der Motor blubbert vor sich hin und geht ohne Vorwarnung aus. Leichte Schweißperlen bilden sich auf der Kapitänsstirn – „woran hat et ‘jelegen?“ Möglicherweise an der Belüftungsschraube am Benzintank. Irgendwann hat der Motor die verbliebene Luft nämlich herausgesaugt, ein Unterdruck entsteht, der Motor bekommt keinen Sprit mehr und geht einfach aus.

Die Belüftungsschraube finden Sie bei kleineren Außenbordern, bei denen der Tank eingelassen ist, in der Regel oben auf dem Drehverschluss. Bei größeren Motoren mit externem Tank müssen Sie die Schraube am Tank suchen.

4KÜHLUNG: KEIN WASSER- STRAHL? UNBEDINGT AUFSTOPPEN!

Was deutlich schlimmer endet als eine geschlossene Belüftungsschraube, ist eine defekte Wasserkühlung, denn hier kann sich der Motor gefährlich stark erhitzen.

Achten Sie daher immer auf den kleinen Wasserstrahl am Motor, um einen Kühlwasserdurchfluss zu gewährleisten. Fließt kein Bächlein, sollten Sie auf gar keinen Fall weiterfahren!

5 MOTORBEFESTIGUNG: SCHRAUBEN UND SPLINTE CHECKEN

Unser Kollege Frank Schlichtung berichtete von einem Leihboot, an dessen Motor der kleine Metallsplint am Schaft fehlte.

Dieser sorgt dafür, dass der Motor beim Gas geben nicht einfach nach oben klappt. Genau das passierte Frank – aber da hatte er sich schon vom Steg abgestoßen und trieb auf der Elbe.

Ebenfalls unter den Punkt „Befestigung“ zählen die Schrauben, mit denen Sie den Motor am Heckspiegel fixieren. Diese sollten Sie immer regelmäßig kontrollieren, denn sie können sich durch die Vibration des Spiegels während der Fahrt lockern.

6ANKER: EIN KETTEN- VORSPRUNG MACHT DEN SCHLIDDERNDEN PFLUG ZUR SOLIDEN GRUNDSICHERUNG

Gewicht runter, Boot fest: Das funktioniert leider nur in wenigen Fällen. Ein großes Boot, viel Wind und/oder Drift sorgen dafür, dass unsere Grundsicherung an Halt verliert. Achten Sie darauf, dass der Anker schwer genug ist: Beim Bellyboot reichen 0,5 Kilogramm, beim Kleinboot zwei bis fünf Kilogramm und bei größeren Schüsseln halten Sie sich mit zehn Kilogramm am Spot. Entscheidend ist auch die Länge des Ankerseils, denn je flacher der Winkel zwischen Boot und Anker, desto besser hält letzterer. In der Fachliteratur gibt es die Faustregel, dass man bei Ankern (gebunden an Tauwerk oder Seilen) etwa die achtfache Wassertiefe an Ankerseil herauslassen soll. Falls Sie jetzt große Augen machen – keine Sorge, dieser Wert gilt eher für große Boote.

Variieren Sie ein bisschen, Sie bekommen schnell ein Gefühl für den richtigen Winkel des Ankerseils.

Kleiner Profi-Trick: Schalten Sie vor den Anker einen etwa meterlangen Kettenvorsprung. Die schwere Kette drückt die „Gabeln“ des Ankers nach unten und gewährleistet einen deutlich besseren Halt. Um bombenfest am Spot zu bleiben, empfiehlt sich der Einsatz von zwei Ankern, denn bei nur einem Fixpunkt neigt das Boot dazu, um diesen herum zu drehen.

7KAPITÄNE, MATROSEN UND IHRE NATÜRLICHEN INSTINKTE: EGAL, WIE SEHR DER DRILLARM JUCKT …

Eine große Fehler- und Gefahrenquelle ist nicht nur das Boot, sondern auch der Bootsführer und seine Crew. Also wir!

Fangen wir bei einem sehr wichtigen Punkt an: Jeder muss mal austreten, und keiner kann seine innere Uhr kontrollieren. Wussten Sie, dass viele Verunglückte auf dem Wasser mit offenem Hosenstall gefunden werden? Blasendruck, eine blöde Welle und eiskaltes Wasser sind eine wirklich ungünstige Kombination. Vermeiden Sie es, sich über die Bordwand zu lehnen und benutzen Sie lieber die alte Schöpfkelle im Boot oder einen Eimer.

Für vergessliche

… Angler, zu denen wir uns definitiv auch zählen, haben wir eine kleine Checkliste fürs Bootsabenteuer vorbereitet. Das muss mit:

Automatikweste (stört nicht beim Angeln und rettet Leben)

Sonnencreme (Wasser reflektiert UV-Strahlen)

Schwere Kneifzange (falls der Haken mal im Fleisch statt im Fisch landet)

Sitzkissen bei Ruderbooten (Ihr Hintern wird es Ihnen danken)

Verbandskasten (inklusive Reisetabletten, außer, Sie wollen gezielt anfüttern)

„Viele Verunglückte werden mit offenem Hosenstall gefunden. Nutzen Sie lieber einen Eimer!“

Ebenfalls unter den Begriff „Instinkt“ fällt übrigens unser Jagdtrieb, den wir Angler völlig ohne Zweifel und Ausnahme haben. Sonst würden wir Blümchen pflücken gehen und nicht im März Seeforellen schleppen oder im Oktober Dorsche auf dem Wrack suchen. Sowohl auf großen Alpenseen als auch auf dem Nordmeer ist mehr als genug Platz für mehrere angelwütige Gruppen, ohne dass sich jemand in die Quere kommt. Sportlich wird es auf kleineren Gewässern – und egal, wie sehr der Drillarm juckt, bitte nehmen Sie Rücksicht auf andere Uferangler, Bootsangler und Bootsfahrer. Vermeiden Sie Sog und Wellenschlag beim Vorbeifahren. Ankern Sie niemals in der Bahn eines offensichtlich driftenden Bootes und fahren Sie auch niemals durch die Wurfbahn eines Angelkahns.

Kein Flossenträger auf der Welt ist ein Handgemenge wert.

Und bedenken Sie bitte, falls Sie ein Motorboot fahren: Sie haben keine Vorfahrt vor Seglern und Ruderbooten. Vor Schwimmern und Tauchern schon gar nicht. Die müssen Sie durchlassen! Abgesehen davon gelten auf dem Wasser die beiden goldenen Regeln des Autofahrens: 1) Gegenseitige Rücksichtnahme und 2) Rechts vor links.

Diese Apps helfen Ihnen

Wir haben in der Redaktion herumgefragt, auf welche Apps unsere Redakteure gern zurückgreifen, sobald sie sich aufs Wasser wagen. Hier unsere Empfehlungen:

Windfinder: Der Name verrät es, mit dieser App überrascht Sie der Wind nie wieder.

Navionics Boating: Unglaublich ausgereifte und hilfreiche Navigations-App mit Tiefenkarten, hat aber ihren Preis.

Gule Sider: Ähnlich wie Navionics, aber nur für norwegische, schwedische und dänische Küstengewässer. Kostenlos!

yr.no: Zuverlässige norwegische Wetterapp, die aber auch in Deutschland funktioniert.