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EINE FRAGE DES FORMATS


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 19/2022 vom 12.05.2022
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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 19/2022

Vor dem Bahnhof Elbbrücken in Hamburg ist der neue 2er klar die auffälligste Erscheinung. Benz und VW halten sich eher zurück

VAN BMW 218d Active Tourer

150 PS ab 39 800 Euro

KOMBI VW Golf Variant 2.0 TDI

150 PS ab 34 160 Euro

SUV Mercedes GLA 200 d

150 PS ab 42 477 Euro

SCHON DER ERSTE AUF- TRITT ÜBERZEUGTE: In Heft 13 bestand der nagelneue BMW 2er Active Tourer den Einzeltest mit einer 2–. Jetzt folgt der Vergleich. Und zwar nicht irgendeiner, sondern ein ganz besonderer. Dieser 2er versucht sich ja als kompakter Van. Doch die sind selten geworden heutzutage, die Leute sitzen lieber in hippen Hochsitzen. Oder verharren im klassischen Kombinationskraftwagen. Also treten mit dem Mercedes GLA ein SUV und mit dem VW Golf Variant ein Kombi als Gegner an. Welches Format ist jetzt wirklich das beste?

Beim Größenvergleich fällt der VW mit seiner Länge von 4,63 Metern (BMW 4,39/Benz 4,41) und seiner Höhe von 1,50 Metern (BMW 1,58/Benz 1,62) leicht aus dem Rahmen. Klar, SUV und Van bauen höher als der Kompakt-Kombi, ...

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... gleichzeitig aber merklich kürzer. Rein platzmäßig bringt das den Hochformaten keine Vorteile, am luftigsten ist tatsächlich der VW. Zwar knapp, aber spürbar, die Messwerte belegen den Eindruck – siehe Schnittzeichnungen.

Die Kehrseite der Medaille: Einund Ausstieg sind schon etwas mühevoller als in Benz und BMW, im VW muss man sich eben tiefer bücken. Dafür schluckt der Kofferraum mit seinen 611 bis 1642 Litern mit Abstand das meiste Gepäck, die Zuladung liegt mit 508 Kilogramm am höchsten, die Ladekante mit 62 Zentimetern dafür am niedrigsten.

DIE ABMESSUNGEN

Der VW ist über 20 Zentimeter länger als BMW und Benz, gleichzeitig flacher. Im Ergebnis bietet er insgesamt – knapp – den meisten Platz. Die Konzepte von Van und SUV bieten also beim Platz keine Vorteile.

1 Sitzhöhe vorn

2 Beinraum vorn

3 Sitztiefe vorn

4 Lehnenhöhe vorn

5 Innenhöhe vorn

6 Beinhöhe hinten

7 Beinraum hinten

8 Sitztiefe hinten

9 Innenhöhe hinten

10 Lehnenhöhe hinten

> Alle Abmessungen in Millimetern

Das Gepäckabteil im BMW fasst mit 470 bis 1455 Litern die eine oder andere Reisetasche weniger, die Zuladung erreicht mit 493 Kilogramm aber fast VW-Niveau.

Im 2er sitzt man vorn 8,5 Zentimeter höher über der Straße als im Golf, auch der Fond bietet viel Raum, im Vergleich ist der Platz für lange Beine eben etwas knapper als in VW und Benz. Macht nichts, auch große Leute sind im Bayern-Van jederzeit anständig untergebracht, die um 13 Zentimeter verschiebbare Rückbank kostet aber 300 Euro extra.

Mercedes berechnet so etwas für den GLA-Fond mit 428 Euro. Der Benz ist vorn und hinten großzügig geschnitten, vorn sitzt man noch mal vier Zentimeter höher als im BMW, insgesamt also 12,5 Zentimeter weiter weg von der Straße als im VW. Viele Leute mögen ja gerade dieses Gefühl der Erhabenheit. In den Laderaum passen hier allerdings nur 425 bis 1420 Liter, auch die Zuladung fällt mit 432 Kilogramm bescheidener aus.

Der GLA hat andere Stärken, ist am sorgfältigsten verarbeitet, seine Bedienung gelingt mit Abstand am mühelosesten. Nur er verfügt über eine Extra-Tastenleiste für die Klimabedienung, die beiden 10,25-Zoll-Displays (MBUX-High-End-Paket für 3552 Euro) gefallen mit feiner Optik und schönen Instrumenten. Und dazu kommt noch die clevere, freundliche und kluge Sprachbedienung.

! BMW verzichtet im Active Tourer auf den genialen iDrive-Controller, setzt jetzt auf Touchscreen

BMW verzichtet ja im Active Tourer auf den genialen iDrive-Controller, dafür gibt es jetzt das Curved Display mit zwei integrierten Bildschirmen. Nummer eins (10,25 Zoll) ist für die Instrumente, bei denen es sich weiterhin um die seltsamen und schlecht ablesbaren sichelförmigen Anzeigen handelt, inzwischen auch noch grafisch völlig überfrachtet. Nummer zwei ist ein 10,7-Zoll-Touchscreen mit App-ähnlichen Icons für Navi, Multimedia und vieles andere, in dessen weit verzweigten Menüs man sich gern mal verläuft.

VW hat das heftig gescholtene Multimediasystem im Golf inzwischen (leicht) verbessert, der 10-Zoll-Touchscreen reagiert jetzt etwas schneller. Die verworrenen Menüs sind jedoch geblieben, ebenso die nervösen Slider für Temperatur und Lautstärke. Und auch die Sprachsteuerung ist weder so schlau noch so schnell wie die in Benz oder BMW.

VW: KOMBI

Angenehme Sitze vorn, Multimedia mit Verbesserungspotenzial. Gemütliche Sitzbank im großen Fond. Kofferraum 611 bis 1642 l

MERCEDES: SUV

Schöne Instrumente, klasse Multimedia. Bequeme Sitze vorn, verschiebbare Bank hinten (428 Euro). Gepäck 425 bis 1420 l

Angetrieben wird der Variant vom 2,0-Liter-TDI mit 150 PS, ist damit flott unterwegs. Das Siebengang-DSG funktioniert in seiner aktuellen Ausbaustufe unauffällig und reibungslos. Der Test-Golf war ausgestattet mit adaptiven Dämpfern (1045 Euro extra), federt damit fein und fährt sich mit der sauber abgestimmten Lenkung ganz harmonisch, souverän. Und verzögert am besten, stand mit warmen Bremsen nach 33,5 Metern. Gut zu sehen:

Beim BMW waren es 33,9 Meter, auch top! Sein stämmiger 2,0-Liter-Vierzylinder liefert ebenfalls 150 PS, ist noch eine Spur zügiger unterwegs als der VW. Beim Ver-brauch liegen beide brauch liegen beide mit sparsa mit sparsamen 5,5 Litern dann vorn, der Benz genehmigte sich 6,3 Liter.

Der 2er kommt serienmäßig jetzt mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das schaltet zügig und aufmerksam. Aber ohne den Komfort der Aisin-Wandlerautomatik. Der Testwagen war ausgestattet mit dem M-Sportpaket (3600 Euro) samt adaptivem M-Fahrwerk mit variablen Dämpfernund 15 Millimeter Tieferlegung.

BMW: VAN

Zwei große Displays, kein iDrive-Controller. Tolle Sportsitze, verschiebbare Rückbank im Fond (300 Euro), 470 bis 1455 Liter

TOUCHMONITOR VW hat sein System verbessert, der Touchscreen reagiert jetzt schneller. Displays in BMW und Benz mit kurzer Reaktionszeit, GLA mit bester Grafik und logischen Menüs. BMW mit (sehr vielen) App-ähnlichen Icons.

Klare Empfehlung: Hände weg davon, recht handlich, aber für einen Familien-Van viel zu straff und ruppig. Verbesserungspotenzial bietet auch die Lenkung, die nur im Sport-Modus eine ordentliche Rückmeldung liefert.

SPRACHBEDIENUNG BMW und Benz flüssig und mit sehr vielen Funktionen. VW immer noch langsamer, Treffsicherheit etwa bei POI-Suche nicht besonders groß.

Der Mercedes kann gerade das mit seiner gefühlvollen und präzisen Lenkung besonders gut, fährt sich aber im direkten Vergleich zurückhaltender, oder sagen wir: gemütlicher als 2er und Golf. Immerhin wiegt der GLA um die 150 Kilogramm mehr als der Variant, liegt entsprechend satt und federt mit den adaptiven Dämpfern (ab 1178 Euro) leicht wogend. Sein 2,0-Liter mit 150 PS tritt lebhaft an und zieht ähnlich kräftig durch wie die anderen, der serienmäßige Achtgang-Doppelkuppler spielt gekonnt mit, reagiert schnell. Alle drei Motoren klingen übrigens durchaus rau und kräftig nach Diesel – sind aber sorgfältig gedämmt.

Im Testwagen-Trimm berechnet Mercedes den GLA 200 d mit 55 615 Euro, BMW den 218d mit 47 700 Euro, der VW ist mit 44 440 Euro am günstigsten. So bleibt dem Active Tourer nur Rang zwei.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800 TESTSIEGER

1. VW Golf Variant 2.0 TDI Bestes Platzangebot, größter Kofferraum, fährt harmonisch. Im Vergleich günstig. 564 Punkte

2. BMW 218d Active Tourer Ordentlich Platz, lebhafter, sparsamer Motor. Mit M-Paket (zu) straffe Abstimmung. 553 Punkte

3. Mercedes GLA 200 d Komfortabel und geräumig, hohe Verarbeitungsqualität, beste Bedienung. Sehr teuer. 530 Punkte

FAZIT

DIRK BRANKE, MIRKO MENKE

Der VW-Kombi gewinnt. Es ist – ganz rational gesehen – einfach das beste Konzept: mit dem meisten Platz, verbindlichem Fahrverhalten und dem kleinsten Preis. Der BMW-Van hat eben nicht mehr Platz als der Kombi und ist auch teurer. Und das Mercedes-SUV liegt mit seiner hohen Sitzposition voll im Trend, kostet aber besonders viel.