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EINE GUTE MISCHUNG TEIL 3


OKEY - epaper ⋅ Ausgabe 150/2019 vom 16.08.2019

Willkommen zum dritten und letzten Teil unseres Tablet Mixer Workshops! Wie in der letzten Ausgabe versprochen, machen wir jetzt mit den Aux-Wegen, Effekten und Subgruppen weiter. Damit solltet Ihr dann genug Rüstzeug haben, um effektiv mit den Mackie DL-Mixern arbeiten zu können.


MIXEN MIT DEM TABLET

Und los gehts: Wir öffnen einen Kanal in der Routing-Ansicht. Aus den vorigen Teilen des Workshops sollte bekannt sein, wie das geht.

Artikelbild für den Artikel "EINE GUTE MISCHUNG TEIL 3" aus der Ausgabe 150/2019 von OKEY. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: OKEY, Ausgabe 150/2019

Pre-Amp, Signalquelle und Gruppenzuweisung haben wir ja schon besprochen, deswegen wenden wir uns der rechten Seite des Fensters zu. Hier sieht man beim DL16S die 6 Aux-Sends ...

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... und 4 Effekt-Sends (beim DL32S sind es 8 Aux-Sends). Die 6 Aux-Sends können als Monitorwege oder auch für externe Effekte genutzt werden. Ich beschreibe hier das genaue Routing für einen Monitorweg. Wenn ihr wollt, könnt ihr ja an Ausgang 1 einen Lautsprecher anschließen, um die Einstellungen besser nachvollziehen zu können. Ausgang 1 ist bei Werksteinstellung mit Aux 1 belegt, Ausgang 2 mit Aux 2 usw. Auf den Ausgängen 7 und 8 liegt das Master-Signal. Natürlich muss am entsprechenden Eingang ein Signal anliegen, zum Beispiel ein Mikrofon oder euer Instrument. Jetzt schieben wir Aux 1 von links nach rechts, um das Signal auf den Aux-Bus 1 zu schicken. Ruhig erstmal auf 0 dB. Den genauen Wert könnt ihr ja oben im Textfeld sehen. Wenn ihr dort reintippt, könnt ihr den Wert auch selber eingeben.

Jetzt wechseln wir wieder in die Mixer-Ansicht und kommen zu einer Besonderheit der Mackie DL-Mischpulte: Durch Antippen des Main- Buttons ganz rechts öffnet sich ein Fenster, in dem alle „Busse“ angezeigt werden. Im Bild rechts oben ist dieses mit einem Pfeil gekennzeichnet. Als „Bus“ bezeichnet man eine Bahn, über die mehrere Signale gleichzeitig geschickt werden können. Der links/rechts Master ist übrigens auch ein Bus, hier können eben alle Kanäle drauf geschickt werden. So verhält sich das auch mit Aux-Wegen, Effektwegen oder Subgruppen. Hier können mehrere Signale mit unterschiedlichen Pegeln hingeschickt werden. VCA- oder DCA-Fader sind kein Bus, sondern wie in Teil 2 erklärt, eine Art Fernbedienung.

Wir wählen hier Aux 1 aus. Die jetzige Ansicht sieht aus wie die normale Mixer-Ansicht, nur dass die Farbgebung anders ist, damit man die verschiedenen Busse besser unterscheiden kann. In dieser Ansicht kann ich nun für alle Kanäle den Pegel für den Aux 1 einstellen. Ganz rechts, wo der Master Fader war, ist jetzt der Aux 1 Master Fader. Um etwas hören zu können, muss dieser auch hochgeschoben werden. Habt ihr ein Mikrofon oder euer Instrument angeschlossen, solltet ihr jetzt langsam etwas hören. Ein Tipp: den Aux Master immer auf 0 dB stellen, und die Pegel dann anteilig mit den Aux Sends der einzelnen Kanäle einstellen. Über dem Aux Master Fader befindet sich nicht nur ein Mute-Button, sondern auch eine Auswahlmöglichkeit, wo das Signal, das auf Aux 1 geht, abgegriffen werden soll. Die übliche Einstellung ist „Pre Fader“. Warum?

Die Aux-Wege werden meistens für das Monitoring benutzt. Und man möchte nicht, wenn am FOH (Front of House, bezeichnet den Bereich für das Publikum, also der Bereich, der von der Haupt-PA beschallt wird) ein Kanal leiser gezogen wird, dass dieser dann auch auf dem Monitor leiser ist. Die Pegel sollen in diesem Fall ja individuell regelbar sein. Soll der Pegel aber abhängig vom Kanalfader sein, dann nennt sich das „Post Fader“. Das ist sinnvoll, wenn die Aux Wege als Effektweg genutzt werden: schiebt man den Gesang leiser, soll auch der Hall dabei leiser werden.

Mackie bietet ein paar Optionen mehr: bei Pre-DSP liegt der Abgriff vor dem EQ und den Dynamics, auch das kann unter Umständen nützlich sein, wenn man als Musiker das Signal pur und ohne EQ’s oder Kompressoren haben möchte. Und mit „Use L/R Mute“ entscheidet man, ob das Signal auch im Monitor stummgeschaltet werden soll, wenn man es auf der PA stumm schaltet.

Direkt über dem Aux Master Fader sehen wir ähnliche Symbole wie bei den Kanälen auch. Durch Antippen gelangen wir in die DSP Features der Busse. Wir tippen das mittlere Symbol an, so gelangen wir in den graphischen EQ.

Mit dem graphischen EQ lassen sich Monitorwege und im Master auch die PA entzerren und an die Räumlichkeiten anpassen. Auch Feedbacks können mit dem graphischen EQ gezielt reduziert werden. Wie bei den Kanälen gibt es auch in den Bussen einen Real Time Analyzer, den man oben in der Mitte aktivieren kann, dieser hilft bei der Frequenzanalyse und Problemfindung. Zur Auswahl steht hier auch eine Spektralanalyse, wenn man auf den Pfeil tippt.

Wie in den Kanälen, kann man die einzelnen Prozessoren aufrufen, indem man die Fenster von oben nach unten weiterschiebt. In diesem Fall öffnet sich nun der parametrische EQ. Es stehen uns also gleich zwei verschiedene EQ´s zur Verfügung. Dieser parametrische EQ arbeitet wie der EQ in den Kanälen, hat aber zusätzlich einen Tiefpassfilter zur Verfügung.

Mit dem graphischen EQ kann man ganz gezielt störende Frequenzen dämpfen. Mit dem parametrischer EQ kann man etwas breitbandiger und musikalischer arbeiten.

Schiebt man das Fenster weiter, kommt man auf die Routing Seite. Hier kann der Aux Weg einer VCA- oder Mute-Gruppe zugewiesen werden.

Auf der nächsten Seite sehen wir den Kompressor und das Line Delay.

Im Monitorweg kann der Kompressor wie ein Limiter eingesetzt werden, indem man die Ratio auf unendlich zu 1 einstellt. Gerade bei In- Ear Monitoring kann das ein wertvoller Schutz gegen Pegelspitzen sein.

Darunter sehen wir das Line Delay. Hierüber kann das Signal zum Ausgang verzögert werden. Spielt man in einer akustisch schwierigen Halle und hat zur Unterstützung zusätzliche Lautsprecher weiter weg von der Bühne aufgebaut, kann das Signal hier entsprechend verzögert werden, damit für den Zuhörer kein unangenehmes Echo entsteht. Tippt man oben in der Mitte auf das Feld kann der Abstand einfach in Metern eingegeben werden. Man braucht also keine mathematische Formel, um die Millisekunden korrekt einzustellen!

Ein kleiner Trick: auch auf kleinen Bühnen kann es interessant sein, die Bass Drum auf der PA um den Abstand zwischen Bass Drum und PA zu verzögern, um ein wenig mehr Punch raus zu kitzeln.

Die hier aufgezählten Prozessoren stehen in allen Aux-Wegen und im Master immer zur Verfügung, und bis auf den graphischen EQ und das Line Delay auch in den Subgruppen.

Effekt Sends Auswahl in der Mixer Ansicht


Effekt Sends unten rechts in der Mixer Ansicht


Als nächstes schauen wir uns die Send Effekte an. Diese funktionieren ähnlich wie die Aux-Wege, stehen aber im Gegensatz zu den Aux Sends auf „After Fade“. Das bedeutet, dass der Effektanteil vom Kanalfader abhängig ist. Die Effekt Sends findet man wie die Aux Sends sowohl in der Einzelkanalansicht, als auch in der Mixer Ansicht, wenn man auf den Effekt Layer wechselt (Bilder links unten).

Wir schieben also erstmal den Pegel zum Effekt hoch und öffnen dann die Effektseite, indem wir auf das Effektsymbol rechts oben tippen.

Nun öffnet sich das Effekt-Rack mit 4 Send-Effekten. Auf der linken Seite sieht man die 4 Effekt-Units, rechts den jeweils geöffneten Effekt.

Hier können wir im Feld FX Select einen Effekt auswählen. Zur Verfügung stehen 9 Halleffekte, 5 Delays, 7 Modulationseffekte und 3 Filtereffekte. Wir wählen in unserem Beispiel „Hall Reverb“ aus. Es öffnet sich jetzt eine Seite mit allen zur Verfügung stehenden Parametern, die auf einer zweiten Seite weitergehen. Bevor man selber alle Parameter einstellt, kann man auch zunächst gucken, ob nicht unter den Presets sich eine geeignete Voreinstellung findet.

Jedes Effektgerät verfügt über einen eigenen Return Kanal, den man auch direkt im Effekt-Rack öffnen kann, und zwar über das EQ-Symbol rechts oben.

Die vier Effekt-Return-Kanäle findet man ebenso in der Mixer-Ansicht rechts neben den Kanälen. Die Effekt-Returns verfügen über einen parametrischer 4-Band EQ, um die Effekte nochmal nachzu- bearbeiten. Zusätzlich findet man auch eine Routing-Seite, um die Effekte zum Beispiel auf einen Aux-Send zu schicken. Erst wenn man den Fader des Effekt-Returns hochzieht, hört man auch den Effekt! Ich persönlich empfehle, die Effekt-Returns auf 0 dB zu stellen und dann über die einzelnen Sends der Kanäle die jeweiligen Anteile zu regeln.

Kommen wir nun zu den Subgruppen. Sechs Subgruppen stehen insgesamt zur Verfügung. Die einzelnen Subgruppen kann man - wie die Aux-Sends - rechts neben dem Master Fader im Layer-Menü aufrufen. Wir wählen Subgruppe 1 aus und tippen dann über dem Fader auf das EQ Symbol. Alle Subgruppen verfügen über einen parametrischen EQ, um zum Beispiel mehrere Background-Sänger auf einmal zu entzerren. Schiebt man die Ansicht wiederum nach unten kommt man auf die Routing Seite.
Bei den Mackie DL Pulten kann das Routing von den Kanälen, aber auch von den Bussen aus eingestellt werden.

Wir weisen hier einfach mal ein paar Kanäle zu, indem wir auf die Buttons tippen. Diese werden dann blau (wie im Bild). Wenn wir die Ansicht nochmal nach unten schieben, sehen wir - wie bei den Aux Mastern - den Kompressor. Dieser erlaubt uns, eine ganze Subgruppe zu komprimieren, zum Beispiel, wenn man die Drums auf eine Subgruppe gelegt hat. Wir wechseln jetzt wieder in die Mixer Ansicht, mit dem zweiten Button von links oben.

Da wir immer noch in der Subgruppe sein sollten, sieht man jetzt die Kanäle, die wir der Subgruppe zugewiesen haben. Möchte man eine Stereo-Subgruppe haben, tippt man unter dem Fader der Subgruppe und wählt „Link Sub 1 over Sub 2“ aus.

Über diesen Button wechselt man zurück in die Mixer Ansicht.


Auch Aux-Wege lassen sich übrigens so zu Stereo Aux-Wegen schalten! Wenn man sich zum Beispiel den Luxus eines Stereo In-Ear Monitorings gönnen möchte…

Auch einige andere nette Funktionen tauchen hier auf. So können über Copy und Paste ganze Mix-Einstellungen kopiert werden. Wenn man zum Beispiel das Monitoring auf den Aux-Wegen schnell realisieren möchte, kopiert man einfach die Einstellungen. Und wie bei den Kanälen auch, kann man Fotos, Icons, Namen und Farben zuweisen.

SHOWS UND SNAPSHOTS

Wie bei einem digitalen Mischpult üblich, können komplett alle Einstellungen in einem so genannten Snapshot gespeichert werden. Und 99 Snapshots können in einer Show gespeichert werden. Das Menü hierfür erreicht man, indem man rechts oben auf „Shows“ tippt.

Tippt man nun im Snapshot Menü auf „Store Snapshot“, werden alle Mischpulteinstellungen gespeichert. Tippt man auf den neu kreierten Snapshot, kann dieser umbenannt oder auch überschrieben werden.

Die Shows sind den Snapshots übergeordnet und praktisch, wenn man als Techniker mit verschiedenen Bands und in verschiedenen Umgebungen und Situationen arbeitet. Sie sind wie Ordner für verschiedene Snapshots.

Natürlich verbergen sich in den DL Pulten noch viel mehr Funktionen, aber wir haben hier die wichtigsten und gängigsten Funktionen gezeigt, um mit einem Tablet-Mischpult arbeiten zu können. Eine coole Option will ich aber nicht vorenthalten. An ein Mackie DL Pult können bis zu 20 Geräte verbunden werden, seien es iPads oder auch iPhones, aber auch Android Tablets und in Kürze auch Windows und MacOS Rechner. So können verschiedene Techniker sich um den FOH oder Monitor Sound kümmern, aber auch Musiker in einer Band mit ihrem Smartphone einfach ihren eigenen Monitor Mix machen!

Die Smartphone Version ist etwas abgespeckt und auf die wichtigsten Parameter beschränkt, zum Beispiel eben die Lautstärken auf den Aux Wegen. Und der Clou dabei: über die Funktion „Access Limits“ in den Einstellungen können Zugriffsrechte eingeschränkt werden, damit der Gitarrist nicht aus Versehen seine Gitarre im FOH zu laut aufdreht; -).