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Eine Hunde-Liebe auf den ersten Blick


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 24/2022 vom 11.06.2022

Der große abgeschlossene LIEBES-ROMAN

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Es war ein herrlicher Nachmittag, hellblau der Himmel, die Wiesen rechts und links der Autobahn leuchtend in sattem Grün. Sogar die Windkrafträder, auf die sie zufuhren, schienen fröhlich zu winken. Doch von Glück und Freude war im Auto der Zwillingsschwestern Mona und Geli nichts zu merken.

„Wann sind wir endlich da!“, quengelte Gelis Tochter Merle, die zusammen mit Hündin Hexi auf dem Rücksitz saß. Dabei trat sie mit dem Fuß gegen den Vordersitz.

„Wir sind erst 20 Minuten unterwegs, und du hast uns das schon mindestens zehnmal gefragt!“, kam es von ihrer Mutter zurück. „Stimmt gar nicht!“ „Wir brauchen jetzt noch eine knappe halbe Stunde“, erklärte Tante Mona, die am Steuer saß. „So lang hältst du es doch aus.“

„Ich muss aber dringend mal, und Hexi muss bestimmt auch!“

Geli seufzte und tauschte Blicke mit Mona, die ...

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... Bände sprachen. „Waren wir etwa auch so unglaublich nervig mit acht Jahren?“

„Vermutlich schon“, flüsterte Mona mit breitem Grinsen. Sie drehte sich zu Merle um. „Gut, machen wir eine kurze Pause. Bei der nächsten Raststätte fahre ich raus.“

„Und wie lang dauert es noch bis zur nächsten Raststätte?“

Nun seufzte auch Mona. „Keine Ahnung du Quengelliese. Und jetzt halt bitte endlich mal die Schnute.“

Die nächste Raststätte kam in einer Viertelstunde – und damit auch das nächste Problem! Denn kaum hatte Merle das riesige gelbe M erkannt, forderte sie lautstark einen Hamburger mit Pommes ein.

„Nein“, sagte ihre Mutter. „In einer halben Stunde sind wir bei deinen Großeltern. Die Oma hat was Feines für uns gekocht.“

„Ich hab aber jetzt Hunger!“

Merle sah Geli trotzig an.

„Nein, und dabei bleibt es.“ Sie zog ihre Tochter Richtung Toilette.

„Bitte, bitte!“ Das Kind verlegte sich aufs Betteln. Als auch das nichts nützte, fing es an zu heulen. „Du bist eine Rabenmutter!“

Mona wartete ein paar Schritte vom Auto entfernt auf einer Bank.

Sie gönnte sich eine Zigarette, während Hexi den Rasen abschnüffelte. „Gib mir auch eine“, bat Geli, als sie mit Merle zurückkam. „Ich dachte, du hast aufgehört?“ „Ja, hab ich!“ Geli deutete zu ihrer Tochter, die mit verbiestertem Blick beim Auto stand. „Aber in solchen Momenten …“

Sie griff nach der Packung, doch Mona nahm sie ihr weg. „Nichts da. Nur weil deine ungezogene Tochter gerade ihren Spleen hat, fängst du nicht wieder an.“

„Ich hab gar keinen Spleen!“

Merle setzte sich ins Auto und knallte die Tür hinter sich zu. Dabei klemmte sie sich den Fuß ein und fing an zu brüllen. Mutter und Tante stürzten hin, untersuchten den Fuß sorgfältig.

„Nichts gebrochen“, war Geli erleichtert. „Aber das wird anschwellen und einige Zeit wehtun.“ „Du bist schuld!“, weinte Merle. „Deine Mutter ist bestimmt nicht schuld, wenn du dich so hässlich benimmst“, entgegnete Mona. „Und mir reicht es jetzt! Deine Oma hat Geburtstag, und wir wollen sie besuchen. Da kannst du dich mal ein bisschen zusammenreißen!“ Sie setzte sich ans Steuer.

„Wir fahren jetzt, und du machst keinen Mucks mehr.“ Als auch Geli im Auto saß, startete Mona und fuhr los. „Du hast deiner Tochter den falschen Namen gegeben.

Merle bedeutet strahlendes Meer.

Davon merke ich nichts!“

Vergessen Wegen der Streitereien mit Merle hatte Mona Hexi an der Raststätte vergessen

Inzwischen bogen sie wieder auf die Autobahn ein. Kaum hatte Mona beschleunigt, krähte Merle: „Du hast Hexi vergessen!“

Erschrocken sah sich Mona um.

Tatsächlich, Hexi war nicht da! Bei der Streiterei mit Merle hatten sie gar nicht mehr an den Hund gedacht. „Wir müssen umkehren!“, stieß sie hervor. „Hoffentlich kommt bald die nächste Ausfahrt.“

Verzweifelt suchte Mona ihre Hündin, aber sie war weg!

Sie malte sich aus, wie Hexi ihrem Auto nachlief und unter die Räder kam! Wie sie im Tierheim landete oder von Hundefängern wurde! Tränen traten ihr in die Augen. Ihre geliebte Hexi …

Bis sie wieder an die Raststätte kamen, waren 30 Minuten vergangen – und von Hexi keine Spur!

Sie suchten und riefen und fragten alle möglichen Leute. „So groß ist der Hund.“ Mona zeigte bis halbe Höhe Wade. „Hat Schlappohren und wuscheliges Fell.“

Als sie einen Mann entdeckte, der die Tische und Bänke säuberte, fragte sie auch ihn. „Klar, den hab ich gesehen. Der ist hier eine Weile rumgeirrt. Dann kam einer, der hat ihn mitgenommen.“ „Was heißt ‚einer‘?“ „Na, ein Mann. Ich kenn den, der hat selbst ’nen Hund und wohnt in Finkendorf. Finn Segmüller heißt der. Der verkauft Kanus.“

„Danke!“ Mona wäre dem Mann am liebsten um den Hals gefallen.

Finkendorf war nicht groß. Bald hatten sie Finn Segmüllers Adresse ausfindig gemacht. Hinter dem Wohnhaus war eine Halle, drumherum ein Garten. Und darin tobte Hexi mit einem Hund herum. Die beiden hatten offenbar viel Spaß.

Hexi schien nichts zu vermissen.

Mona ging am Zaun in die Hocke. „Hexi!“, rief sie. Als die Hündin ihre Stimme erkannte, kam sie angefegt, ihr neuer Freund hinterher. Sie sprang am Zaun hoch und jaulte vor Freude. „Mein Mädchen, da bist du ja!“ Mona kraulte sie durch das Gitter, so gut es ging.

Im selben Moment wurde die Tür zum Garten geöffnet. Ein Mann vom Typ Naturbursche trat aus dem Haus. Er war muskulös, braungebrannt, hatte ein nettes Gesicht. An Hexis Verhalten konnte er unschwer erkennen, dass die Frau am Zaun und die Hündin zusammengehörten. Trotzdem fuhr er Mona in verärgertem Tonfall an: „Was ist? Wer sind Sie!“

„Ich bin Hexis Besitzerin.“

Sie stand auf, sah ihn dankbar an, wollte ihn gerade mit Lob- und Dankesworten überschütten, als er fauchte: „Ach, sieh mal an! Da haben Sie es wohl doch noch bereut, Ihren Hund ausgesetzt zu haben?!“

„Also, bitte!“, empörte sie sich. „Ich habe meine Hexi nicht ausgesetzt. Ich habe sie …“ Mona hielt kurz inne, bevor sie etwas kleinlaut zugab: „Vergessen.“

„Vergessen?“ Finn Segmüller lachte kurz und bitter. „Ich weiß nicht, ob das viel besser ist! Wie kann man seinen Hund vergessen?

Solche Leute wie Sie sollten überhaupt keinen Hund halten dürfen!“

„Ach. Sie glauben also beurteilen zu können, dass ich unfähig bin, einen Hund zu halten? Für wen halten Sie sich?“ Ihre Augen funkelten vor Zorn. „Bitte geben Sie mir meinen Hund und sagen Sie mir, ob Sie Auslagen hatten.“

„Und woher soll ich wissen, ob das überhaupt Ihr Hund ist?“

„Das sollten Sie neunmalkluger Besserwisser ja schon am Verhalten des Hundes erkennen können.

Aber bitte …“ Sie winkte Geli zu.

Ihre Schwester stieg aus dem Auto und kam an den Zaun, Merle trottete hinter ihr her. „Der Herr bezweifelt, dass Hexi mein Hund ist.“

Verwundert sah Geli ihn an. „Klar ist das Monas Hund.“

„Hexi gehört uns!“, bestätigte Merle in kindlicher Empörung.

Der Mann presste die Lippen zusammen, beugte sich dann zu Hexi hinunter, hob sie auf und legte sie über den Zaun in Monas Arme.

Hexi leckte ihr freudig das Gesicht. Als Mona sie auf den Boden setzte, war sie aber gleich wieder mit der Schnauze bei ihrem neuen Hundefreund. Sie schien ihn tatsächlich zu sehr zu mögen, was bei ihr keine Selbstverständlichkeit war. Mit fremden Hunden konnte Hexi ziemlich zickig sein.

„Passen Sie in Zukunft besser auf Ihren Hund auf!“, zischte Finn Segmüller. Dann zu seinem Hund: „Komm, Carlson!“ Damit marschierte er Richtung Halle davon.

Wie er da saß, sah Finn fast aus, als sei er den Tränen nah

Carlson jammerte. Offensichtlich wollte er, dass Hexi bei ihm blieb. Doch der Zaun und die fremde Frau waren seiner neugewonnenen Liebe im Weg. „Carlson, hierher!“ Als sein Herr nach ihm pfiff, rannte der Hund folgsam los.

„Danke!“, rief Mona Hexis Retter nach, obwohl er so ein Stinkstiefel war. Finn Segmüller hörte es nicht oder wollte es nicht hören.

Die Tür krachte hinter ihm zu.

„Hat den ein Wurm gebissen?“, wunderte sich Geli. „Unsympath!“

Das ist er leider, dachte Mona im Stillen. Denn dieser Naturbursche gefiel ihr eigentlich sehr …

Wie heißt es so schön: Man trifft sich immer zweimal im Leben. So war es auch bei Mona und Finn.

Als Mona Wochen später mit Hexi die ‚Tierklinik am Anger‘ betrat, saß Finn Segmüller im Wartezimmer. Er sah ziemlich mitgenommen aus, den Tränen nahe.

Sein Hund war nicht bei ihm.

Hexi erkannte ihn sofort. Sie stürmte auf ihn zu und sprang an ihm hoch. Erstaunt sah er auf und Mona an. „Ach, Sie sind es“, sagte er tonlos, beugte sich dann wieder zu Hexi und begann sie wie mechanisch zu streicheln.

Mona ahnte Schlimmes. „Wo ist Carlson?“, fragte sie und nahm auf dem Stuhl neben ihm Platz.

„Er wird gerade operiert.“ Finn Segmüller seufzte abgrundtief. „Oje. Was ist los?“

Er ballte die Hände zu Fäusten. „So ein Raser hat ihn angefahren und Fahrerflucht begangen!“

„Angefahren?“ Mona runzelte die Stirn. „Wie ist das passiert?“

Jetzt schien er sich zu erinnern, dass er sie nicht leiden konnte. „Warum interessiert Sie das?“

Mona biss die Zähne zusammen, zählte innerlich bis drei, bevor sie antwortete: „Das interessiert mich erstens als Mensch, zweitens als Tierfreundin und drittens …“

Wo war Carlson? Finn saß traurig im Wartezimmer – Mona bemerkte sofort, dass Carlson fehlte

Die Tür wurde geöffnet, eine Helferin schaute herein. „Frau Roth, bitte kommen Sie mit.“

Mona sah Finn wieder an. „Und drittens als Polizistin“, führte sie ihren Satz zu Ende. Damit stand sie auf, um der Helferin zu folgen.

Hexi hatte einige Tage zuvor einen Zahn entfernt bekommen und war zur Nachuntersuchung da.

Das dauerte nicht lang, deshalb erschienen Mona und ihr Hund schon ein paar Minuten später wieder im Wartezimmer. Finn starrte immer noch trübselig vor sich hin. „Also“, sie setzte sich wieder neben ihn. „Wie war das mit dem Unfall?“

„Es passierte heute früh. Ich ging mit Carlson unsere übliche Runde über die Felder, das letzte Stück an einer kaum befahrenen Waldstraße entlang, wo 50 Stundenkilometer vorgegeben sind. Im Morgennebel kam einer mit Affentempo aus dem Wald gerast. Er rammte Carlson, der ein paar Meter vor mir auf dem Seitenstreifen lief. Kurz fuhr der Kerl langsam, als wollte er stoppen. Dann gab er aber wieder Gas und war weg.“

Finn seufzte und fuhr dann fort: „Ich musste Carlson nach Hause tragen. Er winselte vor Schmerzen.

Hätte der Typ wenigstens angehalten und uns zu meinem Auto gebracht! Ich hätte Carlson schneller in die Klinik fahren können. Er hat innere Verletzungen. Die Ärzte hier versuchen, sein Leben zu retten.“

Mona legte ihre Hand auf Finns Arm. „Das ist schlimm. Tut mir leid für Carlson und für Sie.“

Finn nickte. „Während ich hier gewartet habe, rief ich bei der Polizei an, wollte Anzeige erstatten.

Die sagten, das sei keine Fahrerflucht, weil Tiere als Sache gelten.

Das muss man sich mal vorstellen!

Gesetzlich sind Tiere eine Sache!“

„Das stimmt so nur bedingt“, erklärte Mona. „Wegen Fahrerflucht kann man in so einem Fall zwar niemanden belangen, weil der Halter des Haustiers, also der Sache, verpflichtet ist sicherzustellen, dass es andere nicht gefährdet …“

„Carlson hat niemanden gefährdet, er lief nicht auf der Straße!“, unterbrach Finn sie wütend. „Er lief auf dem Seitenstreifen!“

Unfallflucht Carlson war angefahren worden, der Fahrer hatte Fahrerflucht begangen

„Nur können Sie das nicht beweisen“, entgegnete Mona ruhig. „Aber“, fuhr sie beschwichtigend fort, „das bedeutet nicht, dass der Fahrer straffrei davonkommt. Weil Carlson seiner Flucht wegen unnötigen Qualen ausgesetzt war, kann er wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt werden. Er ist verpflichtet, zu helfen.

Sind Sie sicher, dass ein Mann am Steuer saß? Haben Sie sich vielleicht das Kennzeichen gemerkt?“

Mona behauptete, das alles nur für die Hunde zu tun …

Finn zog Stirnfalten. „Ein Mann war es bestimmt. Er fuhr einen roten Sportwagen. Aber das Kennzeichen … Es ging ja so schnell!

Es war eine Regensburger Nummer. Dann kam RD oder RB, und die erste Ziffer war eine Neun.“

„Na, das ist doch schon mal was!

Den mache ich ausfindig.“

Erstaunt sah er sie an. „Das würden Sie für mich tun? Obwohl ich so unfreundlich zu Ihnen war?“

„Ich tu das nicht für Sie, sondern für Carlson“, behauptete Mona. Sie sah Hexi an, die vor ihnen auf dem Boden lag und scheinbar interessiert zuhörte. „Ich hatte nämlich das Gefühl, dass sich unsere beiden Racker richtig gernhaben.“

„Stimmt, das war Liebe auf den ersten Blick!“ Finn rang sich ein Lächeln ab. „Nur weil sie Carlson so attraktiv fand, ist Ihre Hexi überhaupt mein Auto gestiegen.“

Dann erklärte er: „Meine Schwester leitet die Raststätte. Ich hatte sie hingebracht, weil ihr Wagen in der Werkstatt war. Im letzten Sommer sind allein auf dieser Raststätte fünf Hunde gefunden worden! Übers Jahr werden deutschlandweit Hunderte ausgesetzte! Und das macht mich wirklich sehr, sehr wütend!“

„Ich weiß.“ Mona nickte. „Ich bin ja Polizistin. Und ich habe Hexi übrigens nicht einfach so vergessen. Wir hatten Stress mit meiner Nichte. Haben Sie Kinder?“

Finn schüttelte den Kopf. „Bin nicht verheiratet … nicht mehr.“

Das nahm Mona durchaus erfreut zur Kenntnis. „Dann wissen Sie auch nicht, dass die lieben Kleinen einen manchmal zur Weißglut bringen können“, sagte sie.

„Doch, ich weiß. Ich habe drei Geschwister und sieben Neffen und Nichten. Was glauben Sie, was da bei Familientreffen so los ist!“

Die Helferin erschien. „Herr Segmüller, die Frau Doktor möchte mit Ihnen sprechen.“

Finn stand auf. Er zog eine Visitenkarte aus der Tasche, gab sie Mona und reichte ihr zum Abschied die Hand. „Da steht meine Telefonnummer drauf. Bitte lang genug klingeln lassen, dann wird der Anruf weitergeleitet, falls ich nicht im Geschäft bin.“ Er lächelte. „Ich bin Ihnen sehr dankbar.“

„Ich melde mich bei Ihnen, sobald ich etwas habe“, versprach Mona. Sie besah sich die Visitenkarte. Finn Segmüller verkaufte nicht nur Kanus, sondern auch Surfboards und allerlei Zubehör.

Am Abend hatte Mona wieder Dienst auf ihrem Polizeirevier.

Zum Glück verstand sie sich mit ihren Kollegen recht gut, so konnte sie ihnen freiweg erzählen, weshalb sie einen Halter aus Regensbu rg ermitteln wollte. „Das Kennzeichen lautet RD oder RB und beginnt mit 9, es handelt sich um einen roten Sportwagen“, wiederholte sie Finns Angaben.

Sie suchten gemeinsam im Register und wurden bald fündig. Der einzige rote Sportwagen, der in Frage kam, war auf Ronald Detmold, 22 Jahre alt, zugelassen.

Mona notierte sich die Adresse und recherchierte im Internet. Dort hinterließ Ronald Detmold einen ganzen Schwarm an Spuren. Abifeier und Partys, Fotos mit diversen B-Promis – er schien bekannt zu sein wie ein bunter Hund.

„Der junge Herr studiert Rechtswissenschaften. Sein Papa ist ein hohes Tier in unserem bayrischen Autokonzern“, las sie vor.

„Und was willst du jetzt tun? Als Polizistin hast du in Regensburg keine Möglichkeiten zu agieren.“

„Aber als Mensch wohl! Und ich hab da auch schon eine Idee …“

Am Tag darauf rief sie Finn an. „Ich konnte den Fahrzeughalter ermitteln. Können wir uns treffen?“

„Ist es Ihnen möglich, in mein Geschäft zu kommen?“, antwortete er mit einer Gegenfrage.

„Ja klar. Ich kann in einer guten halben Stunde bei Ihnen sein.“

Bevor Mona auflegte, hörte sie Finn noch sagen: „Ich freue mich.“

Hexi begrüßte Finn stürmisch.

Dann lief sie herum und suchte nach Carlson, winselte, wollte in den Garten, um dort nach ihm zu suchen. „Dein Freund ist nicht da“, erklärte ihr Finn traurig, ließ sie aber kurz in den Garten, damit sie sich selbst überzeugen konnte.

Ob Carlson letztlich überleben würde, war noch fraglich!

Es war nur ein Kunde im Geschäft, um den kümmerte sich ein Angestellter. „Falls etwas Wichtiges ist, ich bin oben in der Wohnung“, gab ihm Finn Bescheid.

Übeltäter Mona konnte den Halter des roten Sportwagens schnell aufspüren

Er führte Mona hinauf und bot ihr Espresso an. Sie sah ihm zu, wie er die Maschine bediente. Die offene Küche war groß und modern, ebenso die Einrichtung des Wohnzimmers. Sie hätte gern gefragt, wie es sein konnte, dass er hier allein lebte, aber dafür kannte sie ihn noch zu wenig. Stattdessen erkundigte sie sich nach Carlson.

Finn trug die Tassen hinaus auf den Balkon, dort setzten sie sich.

„Er musste in der Klinik bleiben.

Es geht ihm immer noch sehr schlecht, und es ist nicht sicher, ob er es letztlich schaffen wird.“ „Tut mir sehr leid.“

Hexi hatte sich ein Spielzeug von Carlson geschnappt und legte sich damit zu ihren Füßen. „Was konnten Sie herausfinden?“, fragte Finn über seine Tasse hinweg.

„Ich weiß jetzt, wer der Halter des Wagens ist, kenne seine Adresse und seinen familiären Hintergrund. Sie können ihn natürlich anzeigen, aber sein Vater ist einflussreich, und dann wird vermutlich behauptet, er hätte den Wagen an diesem Tag gar nicht gefahren.“

Mona fuhr fort: „Ein Bußgeld in Höhe von maximal 5000 Euro ist in dem Fall möglich, aber das dürfte diese Leute nicht schmerzen.

Allerdings studiert der Junge Jura, da verbaut ihm eine Anzeige die Karriere. Das wiederum schmerzt sehr, deshalb wird mit Sicherheit schnell eine Lüge zusammengebastelt, und ein Anwalt eingeschaltet, der den Jungen raushaut.“

„Aber man kann den Mann doch nicht einfach so straflos davonkommen lassen!“, empörte sich Finn.

„Nein, und ich hätte da auch eine Idee, wie wir vorgehen …“

Sie legte Finn ihren Plan dar, über den er einige Zeit nachdachte.

Schließlich nickte er. „Sie haben recht, das ist der bessere Weg.“

Gemeinsam fuhren sie nach Regensburg. Mona trug Uniform, sonst würde man sie vielleicht gar nicht einlassen. Es war früher Abend, Essenszeit, sie hofften, dass die Familie zu Hause war.

Und tatsächlich standen drei Autos vor den Garagen der Villa. Ein roter Sportwagen, eine schwarze Limousine und ein silbergrauer Kleinwagen der Luxusklasse. Als sie klingelten, öffnete ihnen eine ältere Frau. „Sie wünschen?“

„Wir möchten zu Herrn Ronald Detmold“, erklärte Mona.

„Die Herrschaften sind gerade bei Tisch …“, begann die Frau, dann betrachtete sie Monas Uniform und entschied sich, die beiden herein zu bitten. Sie forderte sie auf, in der Diele zu warten.

Es dauerte eine Weile, schließlich wurden sie in ein Büro gebracht, wo sie zwei Männer erwarteten. „Was kann mein Sohn für Sie tun?“, fragte der Ältere.

„Mein Name ist Roth, das ist Herr Segmüller. Gestern Morgen um 6 Uhr 45 ging er mit seinem Hund auf einer Landstraße bei Finkenbach spazieren. Sie, Herr Detmold, haben mit Ihrem Wagen den Hund angefahren und sind dann weiter, ohne anzuhalten.“ Mona sah den jüngeren Mann scharf an und nannte noch das Kennzeichen.

Ronald Detmold stutzte zunächst, dann zuckte er die Schultern. „Ach, war das ein Hund? Ich hielt es für einen Hasen.“

„Ein Hase, der Herrn Segmüller bis zum Knie reicht?“, sagte Mona. „Der lief mitten auf der Straße!“ „Mein Hund lief auf dem Seitenstreifen, und Sie fuhren viel zu schnell!“, mischte sich Finn ein.

Mona war zufrieden. Detmolds Aussage, er hätte geglaubt, einen Hasen erwischt zu haben, war ein Eingeständnis. Dass er mit dem Wagen bei Finkenbach unterwegs war, konnte er nun nicht mehr abstreiten. Damit sie durch langes

Hin und Her nicht in eine Sackgasse gerieten, kam sie sofort zur Sache. „Herr Detmold, als Student der Rechtswissenschaften sollten Sie wissen, dass Sie anhalten müssen, egal ob es sich nun um einen Hasen oder einen Hund handelt.

Dazu verpflichtet Sie das Tierschutzgesetz“, führte sie aus.

Statt die Anzeige zu erstatten, machte Finn einen Vorschlag

„Hätten Sie angehalten und Herrn Segmüller mit seinem Hund zur Tierklinik gefahren, könnte man Sie nicht belangen. So aber müssen Sie sich dem Vorwurf stellen, Herrn Segmüllers Hund unnötig lange Schmerzen ausgesetzt zu haben. Der Hund wurde operiert. Ob er überlebt, ist allerdings noch fraglich. Sie wissen vermutlich auch, dass Ihnen eine Anzeige und nachfolgend eine Geldstrafe bis zu 5000 Euro ins Haus steht?“

Fakten schaffen Mit zunehmender Zeit wurden Ronald Detmold und sein Vater immer unruhiger

Mona hatte mit Genugtuung beobachtet, dass Ronald und sein Vater mit jedem ihrer Worte unruhiger geworden waren. Sie tauschte Blicke mit Finn.„Doch Herr Segmüller“, fuhr sie fort, „möchte Ihnen einen Vorschlag machen.“

Der alte Detmold öffnete den Mund, doch Finn schnitt ihm das Wort ab. „Ich verzichte auf eine Anzeige, wenn Ihr Sohn 100 Stunden Sozialarbeit im ‚Hof am Waldrand‘ leistet. Das ist ein Gnadenhof für Tiere in Not, zu dem ich persönlich Verbindung habe. Und er muss auch die Kosten für die Operation meines Hundes übernehmen.

Wenn dann noch eine Spende für diesen Gnadenhof rausspringt, hätte ich nichts dagegen.“

Wieder wollte Vater Detmold etwas sagen, diesmal ließ Mona ihn nicht zu Wort kommen. „Dagegen steht, dass es nicht zur Anzeige kommt. Die würde sich im Lebenslauf eines zukünftigen Anwalts nicht gerade gut machen. Es bleibt zu hoffen, dass er im Gnadenhof etwas fürs Leben lernt.“

„Darf ich mich jetzt vielleicht auch mal äußern?“ Der alte Detmold sah von Mona zu Finn und wieder zu Mona. „Ich finde Ihren Vorschlag nicht nur äußerst fair, ich werde auch persönlich dafür geradestehen, dass mein Sohn diesen Sozialdienst ableistet!“

Ronald zeigte sich entsetzt. „Aber Papa! Dein Anwalt kann …“

„Mein Anwalt wird dir nicht zur Seite stehen!“, fuhr der Mann seinen Jungen an. „Du leistest diese 100 Stunden ab, sonst ist es vorbei mit dem Studium. Es sei denn, du verdienst es dir selbst.“ Er sah seinen Sohn aus streng zusammengekniffenen Augen an.

Ronald kaute sichtlich auf seiner Wut. Sekundenlang war es still, dann fragte er seinen Vater in trotzigem Tonfall: „Darf ich gehen?“

„Bitte.“ Herr Detmold wies zur Tür. Als sein Sohn draußen war, sagte er: „Tut mir sehr leid, dass Ihr Hund von Ronald angefahren wurde. Ich hoffe, er wird wieder gesund. Ihr Angebot finde ich großzügig. Geben Sie Ihrem Tierarzt meine Adresse, er soll alle Rechnungen an mich schicken.“

Damit reichte er Finn die Hand. „Ach ja, und die 5000 Euro, die als Strafmaß bei einer Anzeige wohl fällig gewesen wären, überweise ich direkt an diesen Gnadenhof.“

„Scheint, als hätte der Herr Papa mit seinem Sohn nicht zum ersten Mal Schwierigkeiten gehabt“, sagte Mona, als sie draußen waren.

Sie hatten um die Ecke geparkt, damit man von der Villa aus nicht sehen konnte, dass sie im Privatwagen gekommen waren. Hexi, die auf dem Rücksitz gewartet hatte, begrüßte sie stürmisch.

„Hätten Sie sich nicht ausweisen müssen, wenn Detmold das verlangt hätte? So mit Dienstnummer und Namen?“, fragte Finn, während er startete und losfuhr.

„Nein, wir sind ja durch die Uniform identifizierbar. Das mit dem Ausweisen trifft nur auf Beamte in Zivilkleidung zu. Aber mal eine andere Frage: Wäre es nicht an der Zeit, uns zu duzen?“ Mona schenkte ihm ein samtweiches Lächeln, als er sie ansah und fügte bedeutungsvoll an: „Ich meine, wo sich unsere Hunde doch so Knall auf Fall ineinander verliebt haben!“

„Mona, ich bin Ihnen … bin dir dankbar für deine Hilfe, doch …“

Er brach ab, und Mona glaubte zu verstehen – offenbar fand er sie nett, aber eben auch nicht mehr. „Wie schon gesagt, ich habe das alles für Carlson und in gewisser Weise auch für Hexi getan“, sagte sie kühl. Den Rest der Fahrt schwiegen sie. Finn setzte Mona zu Hause ab, bedankte sich noch einmal und fuhr davon …

Gefühlschaos Mona hatte Kummer – war sie verärgert oder hatte sie sich doch in Finn verliebt?

Geli hatte Kuchen mitgebracht.

Sie sah zu, wie Mona Tee aufgoss, den Tisch deckte und dabei eine Tasse zerschlug. „Was ist nur los mit dir?“, fragte sie besorgt. „Du wirkst in letzter Zeit so fahrig … na ja, als ob du Kummer hättest.“

Es tat Mona weh, dass Finn sie derart abgewiesen hatte

„Nichts ist los mit mir“, behauptete Mona, während sie hektisch die Scherben zusammenkehrte.

„Ach komm, mach mir nichts vor. Ich kenne dich seit 43 Jahren!“

Mona starrte ihre Schwester eine Weile blicklos an. Dann erzählte sie ihr von Finn, ihrer Fahrt nach Regensburg und wie er sie auf der Heimfahrt hatte abblitzen lassen.

„Und jetzt bist du gekränkt?

Oder bist du tatsächlich in ihn verliebt und hast Liebeskummer?“

„Beides“, gestand Mona ein.

„Vielleicht ist der Mann ja verheiratet, will dich deshalb auf Abstand halten?“, vermutete Geli.

„Geschieden, das hat er mir verraten. Und in seiner Wohnung gibt es keine Anzeichen für eine Frau.“

„Ach Mona“, meinte Geli in diesem schwesterlichen Tonfall, den Mona hasste. „Es wird wohl so sein, dass er dich sympathisch findet aber eben nicht mehr. Du kommst schon darüber hinweg.“

„Was du nicht sagst!“, schnauzte Mona sie an. „Danke, du warst mir ein großer Trost!“

Drei Wochen waren vergangen, als Mona sich an einem Sonntag entschloss, Hexi einzupacken und zu diesem Gnadenhof am Waldrand zu fahren. Sie wollte sich erkundigen, ob Ronald Detmold auch tatsächlich zu seinen Sozialstunden angetreten war.

Sie fuhr auf den Hof und stieg aus, da kam ihr Finn mit Carlson entgegen. Die Hunde begrüßen sich freudig, bellten und winselten und sprangen umeinander herum, Finn sah Mona verlegen an.

„Ich wollte mich mal nach dem Unfallfahrer erkundigen“, sagte Mona. „War der junge Herr Detmold schon einmal hier und hat er ordentlich mitgearbeitet?“

Statt zu antworten führte Finn sie in den Stall. Dort war Ronald gerade dabei, Heu vom Dachboden nach unten in die Futtergasse zu werfen. Was dort ankam, verteilte eine junge Frau in fünf Boxen. „Alma, darf ich dir Mona vorstellen?“, sprach Finn sie an.

Die junge Frau, etwa Mitte 20, reichte Mona die Hand. Im selben Moment kam eine Ladung Heu von oben herunter und schüttete die beiden Frauen zu. „Du Blödmann, pass gefälligst auf!“, schrie Alma und schwang die Faust nach oben.

Doch schon lachte sie wieder, prustete und wischte sich die Heuhalme von Kopf und Schultern.

„Wer faul im Weg herumsteht ist selbst schuld!“, kam es von oben zurück. Das Geplänkel klang eher verliebt als verärgert. Mona nahm es erstaunt zur Kenntnis.

„Die 100 Stunden hat Ronald fast abgeleistet“, sagte Finn so laut, dass der junge Mann auf dem Heuboden es auch bestimmt hören konnte. „Aber ich trau mich zu wetten, dass er auch danach wiederkommt!“ Dann lachte er und zog Mona mit ins angrenzende Haus, in dem es ein Büro gab.

„Oben ist eine kleine Wohnung, dort lebt Alma. Sie schmeißt den Laden hier, und finanziert das alles über Spenden“, erklärte Finn.

„Und was Ronald betrifft, es tut ihm sehr gut, in einem anderen Umfeld zu sein. Hier stellt er nicht mehr oder weniger dar als alle anderen, die unentgeltlich mitarbeiten, um die alten und kranken Tieren zu versorgen, die keiner will.

Für ihn ist das eine ganz neue Welt.

Er muss schuften, Verantwortung übernehmen – und man mag ihn um seinetwillen, nicht weil er der Sohn seines reichen Vaters ist. Und wie du vermutlich erkennen konntest, hat er sich in Alma verliebt, was auf Gegenseitigkeit beruht.“

Mona nickte. „Dann hat das ganze Leid mit Carlson am Ende sogar einen Sinn gehabt. Zum Glück scheint es ihm ja wieder gut zu gehen! Wo sind unsere beiden Racker überhaupt?“ Sie sah aus dem Fenster. Dort tobten sie mit zwei anderen Hunden herum, schienen mordsmäßig Spaß zu haben.

„Und du, Mona? Wie geht es dir so?“, fragte Finn leise.

Sie drehte sich zu ihm um. „Alles bestens!“, behauptete sie.

Eine Weile war es still. Dann murmelte Finn: „Es tut mir leid.“ „Was denn?“, staunte Mona.

Eingeständnis Erst nach Finns Beichte wurde Mona klar, warum er sie hatte abblitzen lassen

„Dass ich dich auf der Heimfahrt von Regensburg so barsch abgefertigt habe“, sagte Finn kleinlaut.

„Hm“, machte Mona. „Und warum hast du das getan?“

Er sah auf seine Stiefelspitzen. „Ich bin vorbestraft. Eine Beziehung zu einem Vorbestraften ist für eine Polizistin wohl nicht gut …“

Mona wusste selbst genau, was gut für sie war oder nicht …

Monas schnappte nach Luft. „Also wirklich!“, fuhr sie auf. „Es ist ja wohl meine Sache zu entscheiden, was für mich gut oder nicht gut ist!“ Ein paar Sekunden war es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. „Und weshalb bist du vorbestraft?“

„Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Ich bin in einen Putenmastbetrieb eingedrungen, um zu fotografieren, unter welch skandalösen Bedingungen die Tiere dort leben. Der Bauer hat mich erwischt und in den Keller gesperrt, bis die Polizei kam. Na ja, am Ende wurde ich verurteilt. Geldstrafe, Bewährungsstrafe und Ableisten von Sozialstunden. Im Gegensatz zu Ronald konnte ich selbst wählen, wo ich die Sozialstunden ableisten wollte. So kam ich auf diesen Hof und bin hängengeblieben.

Mir ging es wie Ronald auch …“

„Heißt das, du hast dich in Alma verliebt?“, tat Mona erstaunt. Ihr war natürlich klar, dass Finn das so nicht gemeint hatte, sie wollte ihn nur ein bisschen aufziehen.

„In Alma? Du lieber Himmel, das nicht. Aber …“ Er stockte. „Aber was?“, hakte Mona nach. „Aber in dich.“ „Ach!“ Mit verschränkten Armen baute Mona sich vor ihm auf. „Und da hast du vor lauter Liebe gleich mal für mich entschieden, dass du nicht gut für mich bist!“

„Wie gesagt, es tut mir leid. Ich habe es auf der Stelle bereut.“

Mona schüttelte den Kopf. Dann ging sie zu ihm, legte die Hände um seinen Nacken. „Ob der Mann, den ich liebe, vorbestraft ist oder nicht, hat keinen zu interessieren!

Das ist allein meine Sache.“

„Das heißt, du hast dich ebenfalls in mich verliebt?“

„Ja.“ Mona lachte laut. „Und du darfst die Braut jetzt küssen …“

ENDE

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LADY-KRIMI