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EINE IDEE VORAUS


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 13.04.2018
Artikelbild für den Artikel "EINE IDEE VORAUS" aus der Ausgabe 3/2018 von TASPO GARTEN-DESIGN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO GARTEN-DESIGN, Ausgabe 3/2018

Mitgedacht: Schwimmteich oder nicht? Diese Option hielt sich Georg Senger beim Bau des Gartens offen. Als die Kinder alt genug waren, wurde beim Gartenumbau aus dem großen Sandkasten ein Naturpool.


Fotos und Plan: Senger Gartendesign

DAS PRIVATE PROJEKT

Als Georg Senger 2008 sein privates Wohnhaus von einem Architekten bauen ließ, plante er seinen Garten so, dass er im Laufe der Jahre einfach an die sich verändernden Bedürfnisse der Familie angepasst werden konnte. Die spätere Umgestaltung des Gartens vom Spielparadies für Kleinkinder zum Garten mit Schwimmteich brachte seinem Unternehmen Senger ...

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Die Ausgangssituation

Bei seinem eigenen Hausbau vor zehn Jahren plante Georg Senger seinen Garten schon vor dem ersten Spatenstich. Da das Haus in Hanglange errichtet wurde, legte er gemeinsam mit dem Ennigerloher Architekten Thomas Becker zum Beispiel schon zu Beginn der Planung fest, auf welcher Höhe sich die Bodenplatte des Hauses sowie die Wohnebenen und Fenster befinden sollten. Ziel war es, das Haus in den Hang zu bauen – zum einen, um die Lage des Grundstücks auszunutzen und große Erdbewegungen zu vermeiden, zum anderen, um im ersten Stockwerk einen möglichst guten Blick über den Wohnort bis zum entfernten Teutoburger Wald zu haben.

„Die große Herausforderung während der Bauphase war es, die Höhendifferenz des Grundstücks zu überbrücken. Denn diese beträgt von der Nord-bis zur Südgrenze des rund 1.000 Quadratmeter großen Grundstücks 4,5 Meter“, erläutert Georg Senger. Die Familie entschied sich für eine umgekehrte Wohnsituation. Die Schlafräume befinden sich im Erdgeschoss; Küche und Wohnzimmer hingegen im ersten Stockwerk, über das auch der Zugang zur Terrasse in den Garten möglich ist. „Durch die Planung ergab sich ein Resthöhenunterschied innerhalb des Gartens von einem Meter. Das bietet uns Gärtnern viele Gestaltungsmöglichkeiten. Das wollte ich nutzen, indem ich den Garten auf zwei Ebenen plante.“

DIE GARTENPLANUNG

• Gestaltung eines Gartens in Hanglage mit 4,5 Metern Höhendifferenz innerhalb des gesamten Grundstücks
• vorausschauende Planung entsprechend der sich ändernden Bedürfnisse der Familie
• spätere Modernisierung mit möglichst wenig Aufwand und Kosten

Die Idee

„Da wir vom Wohn- und Essbereich direkten Zugang in den Garten haben, war es mir wichtig, dass er uns als erweiterter Wohnraum dient. Die untere Ebene des Gartens sollte für die ganze Familie nutzbar sein – als Sitz- und Spielfläche. Oben ergab sich weiterer Platz für Spielgeräte“, erläutert der Landschaftsgärtner. Da die Kinder 2008 noch sehr jung waren, sollte der Garten zunächst besonders ihren Bedürfnissen gerecht werden. Im unteren Bereich plante Georg Senger deshalb angrenzend an zwei quadratische Ipe-Holzdecks (4 x 4 Meter und 4,5 x 4,5 Meter) einen großen Sandkasten (4 x 8 Meter) mit Spielhaus und Rutsche ein. „Die Abmessungen des Sandkastens waren bewusst großzügig gewählt, denn meine Idee war, diese Fläche in einigen Jahren zu einem Schwimmteich umzubauen. Die Lage der Holzdecks plante ich im Versatz, um später die Einstiegsleiter in den Teich platzieren zu können“, erinnert sich der Gärtnermeister und ergänzt: „Sicherlich hätten wir auch von vornherein ein Becken bauen und dieses mit Sand fül-len können. Hundertprozentig festlegen auf einen Schwimmteich wollte ich mich aber nicht. Wünsche und Vorstellungen können sich im Laufe der Jahre auch ändern. Vorsichtshalber planten wir aber die notwendigen Hausanschlüsse für den Teichbau schon vor dem ersten Spatenstich mit ein.“

Mit einer geschwungenen Rasen– böschung verband Georg Senger die beiden Gartenebenen.


Für den Umbau mussten 150 Kubikmeter Boden abgefahren werden. Den Zugang zum Garten ermöglichte eine provisorische Rampe.


Die Realisierung

Die Topografie des Grundstücks blieb in den Grundzügen erhalten. Die obere Gartenebene begradigte das Team von Senger Gartendesign durch geringen Bodenauf- und -abtrag. Georg Senger entschied sich für eine geschwungene, steile Rasenböschung, um die Ebenen spielerisch zu verbinden. Unten entstand der große Sandkasten, bepflanzt mit nicht schneidenden Gräsern. „Somit konnten wir im Sand noch optische Highlights setzen.“

Die Umgestaltung

2016 war es soweit: Der Sandkasten sollte einem Naturpool der Marke Bel Vital weichen. Die Holzdecks auf der unteren Gartenebene blieben erhalten, wurden aber durch eine Steganlage und einen Sonnenliegeplatz aus dem gleichen Material erweitert. Um eine klare, moderne Raumaufteilung im Garten zu erzielen, wollte Georg Senger die Gartenebenen stufenartig neu mit L-Steinen und Cortenstahlverkleidung abfangen. „Um einfließendes Oberflächenwasser in den Teich zu vermeiden musste die geschwungene Rasenböschung einem Beet sowie einer Holzsitzbank in 50 Zentimetern Höhe weichen. Den restlichen halben Meter begrenzten wir ebenfalls mit L-Steinen und Cortenstahl hinter einem schmalen Gräserbeet.“ Um die Pflanzen in Szene zu setzen und die moderne Linienführung zu betonen, entschied sich der Gartengestalter für ein rund 30 Meter langes LED-Lichtband in ultra-warm-weiß. Dieses wurde unterhalb der Cortenstahlabkantung verdeckt installiert.

Einen leichteren Einstieg in den oberen Gartenbereich ermöglichte zudem eine Treppenanlage mit Schieferblockstufen. Zur Beschattung entschied sich die Familie für ein hochwertiges, elektronisch gesteuertes Sonnensegel. Auch die Gartenbewässerung sowie das Rasenmähen sollten fortan automatisch erfolgen.

Der Bau

Den Zugang in den Garten ermöglichte eine provisorische Rampe seitlich über die Garageneinfahrt aus 30 Tonnen Schotter und L-Steinen bis zu 1,5 Meter Höhe. „Diese war erforderlich, da wir durch die Neugestaltung insgesamt 150 Kubikmeter Boden abfahren mussten“, erzählt Georg Senger. Den Sand aus dem Spielbereich nutzte der Planer, um die mit Cortenstahl verkleideten L-Steine zu hinterfüllen. Der Schwimmbereich sollte zwei unterschiedliche Tiefen bekommen: 1,15 Meter im Einstiegsbereich und 1,60 Meter auf der gegenüberliegenden Seite. Das Becken des Naturpools wurde mit Hohlblocksteinen gemauert. Als Boden für die Teichfolie diente eine 10 Zentimeter dicke, vor Ort gegossene Betonplatte. Die Abdichtung erfolgte mit einer 1,5 Millimeter starken mausgrauen Schwimmteichfolie, präzise eingeschweißt von einem regionalen Dachdeckerunternehmen. Besonders Highlight: Sowohl die Niedervolt-Pumpen- und Filtertechnik als auch der Re-generationsbereich wurden innerhalb des Einkammerbeckens verbaut und lediglich mit Kunststoff-L-Steinen vom Schwimmbereich getrennt. „Hierdurch konnten wir Foliendurchführung in den Bereich außerhalb des Beckens vermeiden. Zudem hat die Technik einen sehr geringen Stromverbrauch, da der Anschluss der Pumpe direkt in den Teich mündet und keine Höhendifferenzen überbrückt werden müssen. Der Stromverbrauch liegt bei 20 bis maximal 100 Watt, je nach Wassertemperatur.“

HERAUSFORDERUNGEN

• Gestalterische Nutzung der Höhenunterschiede innerhalb des Grundstücks
• Vorausschauende Planung von Pflanzung und Garten für spätere Umgestaltung
• Bau einer provisorischen Rampe, um bei der Neugestaltung eine Zufahrt von Erdgeschosshöhe in den hoch gelegenen Garten zu erhalten

Ein LED-Lichtband und Moonlights beleuchten den Garten harmonisch. Eine Stufenanlage aus Schiefer führt auf die obere Ebene. Für zusätzliche Wasserbewegungen im Teich sorgt eine Schütte.


DER BETRIEB

Seit mehr als 90 Jahren steht Senger Gartendesign aus Ennigerloh für hochwertige und exklusive Gartenplanung und Gartengestaltung, mittlerweile in der dritten Generation. Von der Planung bis zur Ausführung und der fachgerechten Gartenpflege, alle Leistungen kommen aus einer Hand. Das Unternehmen beschäftigt 20 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Einzugsgebiet reicht vom Kreis Warendorf über das Münsterland bis nach Bielefeld und Dortmund.

Mit dem Schwimmteich ist echtes Urlaubsfeeling in den Garten der Familie Senger eingezogen.


Der Schwimmteich

Georg Senger realisiert mit seinen 20 Angestellten im Münsterland etwa vier Schwimmteiche jährlich. Besonders gute Erfahrungen hat er mit dem System der Marke Bel Vital gemacht, das auf rein biologische Wasserregeneration setzt. Mikroorganismen und Pflanzen im Kiesfilter bewirken eine glasklare Wasserqualität. „Ich habe mich sehr lange mit unterschiedlichen Systemanbietern befasst, bis mich das biologische System ohne Filterschwämme und UV-Strahler bei geringem Energieverbrauch überzeugt hat.“ In Abstimmung mit Bel Vital erfolgte die Auswahl der Wasserpflanzen im Regenerationsbereich, um der individuellen Qualität des Nachfüllwassers und der Lage des Teiches gerecht zu werden. Auf diese Weise kann der Systemanbieter eine sehr gute Wasserqualität garantieren. Die Erwärmung des Poolwassers übernimmt eine Solaranlage auf dem Dach des Hauses. Ein Poolroboter unterstützt die Reinigung der Oberflächen im Schwimmbereich, der mit Cortenstahl eingefasst ist. Eine Steganlage trennt Schwimm- und Regenerationsbereich und verbindet Haupt- und Sonnenterrasse. Der besondere Clou: Ein Teil des Steges lässt sich herausnehmen, sodass der Schwimmbereich sich um 2,5 Meter verlängert.

Die Beleuchtung

Großen Wert legt Georg Senger bei jeder Gartenplanung auf die Beleuchtung. „Ich finde es wichtig, dass der Garten zu jeder Zeit auch mit Licht gut in Szene gesetzt wird, egal, ob man sich im Haus oder draußen befindet.“ In seinem eigenen Garten entschied er sich für mobile Moonlights auf der oberen Gartenebene. Unten sorgen das LED-Lichtband, die Poolbeleuchtung sowie angestrahlte Gräser für ein harmonisches Lichtbild. „Gerade bei den Gräsern lassen sich durch Strahler schöne Schattenrisse auf dem Sonnensegel oder den Cortenstahlwänden erzeugen. Dafür nutze ich grundsätzlich warm-weiß oder ultrawarm-weißes LED-Licht.“

Die Bepflanzung

Schon bei der ursprünglichen Gartenplanung suchte Georg Senger gezielt Gehölze aus, die auch bei einem etwaigen späteren Umbau zu einem Garten mit Schwimmteich gut ins Gesamtbild passen würden. „Einen Eisenholzbaum (Parrotia persica) pflanzten wir in der Nähe des Sandkastens. Heute ragt ein starker Ast knapp zwei Meter über den Schwimmbereich, was dem Pool noch einmal eine besondere Optik verleiht.“ Um das automatische Sonnensegel zu platzieren, musste der Pagodenhartriegel (Cornus controversa) um einen Meter im Pflanzbeet verschoben werden. Sowohl die Pflanzung am Wohnhaus als auch im oberen Gartenbereich blieben komplett erhalten. Ausschließlich das Beet unterhalb des LED-Bands am Schwimmteich legte der Gärtner passend zur Wasserlandschaft mit Gräsern neu an.

Das Fazit

Für die Familie von Georg Senger zahlte sich aus, dass sie ihren Garten beim Hausbau schon vorausschauend planten. So hielten sich der Aufwand bei der späteren Umgestaltung und die Kosten in Grenzen. Da die Gehölze schon acht Jahre wachsen konnten, verhalfen sie dem Garten mit Schwimmteich zu einer besonderen Atmosphäre. Er wirkt nun viel größer, moderner und erfüllt die veränderten Bedürfnisse der Familie perfekt. „Der Blick in den Garten und der Nutzwert haben sich komplett verändert. Während früher der Spielspaß im Vordergrund stand, genießen wir jetzt alle – besonders im Sommer – Urlaubsatmosphäre bei uns zu Hause. Wir würden den Garten immer wieder so planen“, sagt Georg Senger überzeugt.

BAUDATEN

• Größe des Grundstücks: rund 1.000 Quadratmeter
• Größe des hinteren Gartens: rund 500 Quadratmeter
• Kosten Gartengestaltung 2008: 25.000 Euro (inkl. Eigenleistung)
• Kosten Neugestaltung des Gartens mit Schwimmteich 2016 : 50.000 Euro (inkl. Eigenleistung)