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„Eine Organspende schenkte uns die große Liebe“


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 34/2021 vom 18.08.2021

AKTUELL Report

Artikelbild für den Artikel "„Eine Organspende schenkte uns die große Liebe“" aus der Ausgabe 34/2021 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 34/2021

Seit dem ersten Treffen geht Kevins Erspartes für die Fahrten und Ausflüge mit Mara drauf. „Und das hat sich echt gelohnt. Wir haben schnell gemerkt, das hier ist was Ernstes“

Während andere Jugendliche langsam selbstständig werden, verbringt Mara viel Zeit im Krankenhaus

Am Leben gehalten von Maschinen: Mara bekommt nach anderthalb Jahren eine neue Lunge. Kevin sein lebensrettendes Herz erst, als das künstliche versagte

Angekommen in Wien: Wegen Corona ziehen die beiden spontan bei Mara zusammen

Hübsches Bild“, kommentiert Kevin am 4. August 2019 ein Foto von Mara auf Instagram. „Einfallslos, ich weiß“, grinst er, „aber wir kamen ins Schreiben.“ Sie verstehen sich auf Anhieb, treffen und verlieben sich. So weit, so normal. Doch die Liebe von Mara und Kevin ist alles andere als normal. Sie ist ein Wunder.

Bereits 2016 schickte Mara ...

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... Kevin eine Nachricht. Auf einer Tagung zum Thema Organspende sah die Wienerin einen Beitrag über den damals 24-Jährigen, der in Deutschland auf ein neues Herz wartete. Sie wollte wissen, wie es ihm ging, aber bekam keine Antwort. „Heute weiß ich, das war genau die Zeit, in der es ihm sehr schlecht ging.“ Dass Mara lebt, verdankt sie ebenfalls einer Organspende. Sie kam mit Mukoviszidose auf die Welt. „Mir ging es lange recht gut. Dann wurden die Lungenentzündungen immer mehr, ich war sehr oft im Krankenhaus. Und mit 18 oder 19 kam ich auf die Liste für eine neue Lunge.“ Die Jahre davor waren sehr schwierig: „Ich hatte Lungenblutungen. Und ich brauchte Hilfe beim Duschen und sogar beim Anziehen.“ Mara wartet anderthalb Jahre, dann bekommt sie das neue Organ. „Das ist für Österreich lange. Denn wie in den meisten Ländern Europas, gilt hier die Widerspruchslösung.“ Das heißt, jeder ist prinzipiell Organspender, es sei denn, er widerspricht.

„Das Leben mit einem Kunstherz läuft auf Sparflamme. Staubsaugen ist schon Hochleistungssport“

In Deutschland wartete Kevin sechs Jahre auf sein lebensrettendes Herz. Bei uns muss die Entscheidung, Spender zu sein, aktiv vor dem Tod oder danach von Angehörigen getroffen werden. „Niemand wartet gerne“, sagt Kevin. „Weder auf den Bus noch auf die Bahn und schon gar nicht auf ein Organ.“ Mit 19 verschleppt er eine Grippe, bekommt eine Herzmuskelentzündung. „Als die Ärzte mir sagten, ich bräuchte ein neues Herz, dachte ich, die spinnen. Mit 60 können wir darüber sprechen, aber doch nicht mit 19!“ Kevin ist mitten in der Ausbildung. „Ich dachte nur, todkrank? Das geht jetzt nicht. Ich möchte eine Familie gründen, Kinder kriegen, ein Haus bauen, das typische Klischee.“ Er bleibt positiv: „Die Option, dass ich früh sterbe und meine Pläne nicht verwirklichen kann, gab es für mich nicht.“ Kevin wird ein künstliches Herz eingesetzt – und kommt auf die Warteliste für ein Spenderherz. „Das Leben mit einem Kunstherz läuft auf Sparflamme. Man ist total schwach. Staubsaugen ist dann schon Hochleistungssport. Ich war arbeitsunfähig.“ Aber nur rumsitzen und warten? „Das ist nicht meins.“ Er will das Thema Organspende in Deutschland sichtbarer machen und erzählt seine Geschichte auf Aktionstagen und in Schulen: „Ich bin vorher NIE mit dem Thema konfrontiert worden. Und dann bin ich auf einmal betroffen. Ich habe mich darüber geärgert, dass ich vorher nicht Bescheid wusste.“ Nach sechs Jahren versagt die Pumpe, die seinen Körper am Leben hält. Sein Zustand verschlechtert sich dramatisch. Er rutscht auf der Liste nach ganz oben und hat Glück: Ein passender Spender wird gefunden – und sein zweites Leben beginnt.

„Dann komm ich jetzt mal vorbei“, schreibt Kevin eines Nachts Ende August 2019, während er mit Freunden in Leipzig um die Häuser zieht. Mara antwortet: „Ja. Freu mich.“ Nur Stunden später steigt er in den Zug. Am Bahnhof von Linz ist es so weit. „Ich war extrem aufgeregt“, gibt Kevin zu. Die beiden verbringen den ganzen Tag zusammen, und bald pendelt Kevin jedes zweite Wochenende nach Wien. Im März 2020 überrollt Corona die Welt, und seine neue Ausbildung liegt auf Eis. Als Transplantierte gehören beide zur Hochrisiko-Gruppe und müssen zu Hause bleiben. Kurz entschlossen packt er das Nötigste zusammen, inklusive der vielen Medikamente, die er nehmen muss, damit sein Körper das Organ nicht abstößt, und fährt zu Mara nach Wien. Corona wird zum Härtetest für das frisch verliebte Paar. „Wir waren 24/7 zusammen und dachten, wenn das jetzt funktioniert, kann Kevin seine Wohnung kündigen.“ Inzwischen hat er das getan …

Es kann jeden treffen

In Deutschland warten derzeit über 9.100 Menschen auf ein Organ. Diese Prominenten wissen, wie es sich anfühlt, auf dieser Warteliste zu stehen

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Seit seiner Transplantation engagiert sich der Schlagerstar (69) öffentlich für die Organspende.

FAKTEN: 2020 gab es in Deutschland 913 Organspender + + + 767 Personen auf der Warteliste sind 2020 verstorben + + + Im Ausland gilt die Regelung des jeweiligen Landes + + + Mehr Infos und den Organspendeausweis zum online Ausfüllen unter www.organspende-info.de