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Eine Praxis – mehrere Generationen


Buddhismus aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 25.06.2019

Welche Angebote machen buddhistische Gemeinschaften jüngeren und älteren Menschen? Diese Frage haben wir Mitgliedsgemeinschaften der DBU gestellt. Susanne Billig stellt die Antworten in Kurzform vor – eine Langfassung mit vielen Fotos und Links findet sich auf der Website von BUDDHISMUS aktuell.


Artikelbild für den Artikel "Eine Praxis – mehrere Generationen" aus der Ausgabe 3/2019 von Buddhismus aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Buddhismus aktuell, Ausgabe 3/2019

© Buddhistisches Zentrum Essen

Triratna-Gemeinschaft

Die Triratna-Gemeinschaft in Essen gehört zu den wenigen buddhistischen Gruppen mit einem besonderen Angebot für ältere Menschen. „Spätschicht“ heißt das gut besuchte monatliche Treffen. Meditation und inhaltlicher Austausch gehören ebenso zum Programm wie ...

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... gemeinsames Wandern, Kino-und Theaterbesuche oder die gegenseitige Unterstützung in praktischen Angelegenheiten des täglichen Lebens. „Es geht um gelebtes Mitgefühl“, erklärt Gründer und Ordensmitglied Dayanidhi. Manche ältere Sangha-Mitglieder hätten sich von den vielen jungen Menschen im Zentrum ein wenig an den Rand gedrängt gefühlt. „Da könnte der Eindruck entstehen, die Älteren seien nicht mehr so wichtig.“ Nun denken die Älteren darüber nach, wie sie ihre Nachfolger unterstützen können – etwa indem sie helfen, wenn das Geld für ein längeres Retreat fehlt.

Zen Zentrum Johanneshof-Quellenweg

Das Zen Zentrum Johanneshof-Quellenweg gewährt einen sogenannten „Altersbonus“: Wer sich alt genug fühlt, kann bei Retreats morgens später aufstehen. Für Familien und Kinder gibt es jährlich in den Sommerferien eine Praxiswoche. „Wir verstehen die Zen-Praxis als eine Lehre von Mitgefühl und Weisheit, die sich von Generation zu Generation entwickelt und vertieft. Gerade im Westen sollte sie auch für Menschen zugänglich sein, die Familien mit Kindern haben“, erklärt Ungan Nicole Baden Sensei, organisatorische Leiterin des Zentrums. Die Jüngsten können bei den formelleren Teilen der Zen-Praxis dabei sein; angeboten werden aber auch Ausflüge, Spaziergänge und Lagerfeuer. „Inzwischen kommt die erste Generation der früheren Kinder mit ihren Kindern zu uns“, freut sich Nicole Baden.

© dharma-sangha.de

© Rigpa

© Rigpa

Rigpa-Gemeinschaft

Auch in der Rigpa-Gemeinschaft gibt es für Kinder und Jugendliche zahlreiche Möglichkeiten dabei zu sein, meist mit einem kostenfreien oder ermäßigten Beitrag für Veranstaltungen. Während größerer Retreats können Kinder in mehreren Altersgruppen miteinander studieren und praktizieren. An Familienwochenenden mischen sich Spaß und buddhistische Praxis – etwa bei dem Familien-Retreat „Die Weisheit im Familienalltag – Wann ist ein Mensch weise, oder muss man alt sein, um weise zu sein?“. Mit Rollenspielen, selbst gebastelten Masken und Meditation konnten Kinder sich das Thema spielerisch erschließen. Für Teenager gibt es seit 2017 regelmäßig das Retreat-Wochenende „Was Meditation wirklich ist“. Junge Menschen ab 18 Jahren können auch regelmäßig in der internationalen Gruppe „Rigpe Shyönnu“ zusammenkommen, um sich Lehrreden anzueignen und Erfahrungen zu teilen. Ein spezielles Angebot für Ältere hat Rigpa nicht, thematisiert jedoch in vielen Veranstaltungen den Umgang mit Verlust, Pflege, Sterben und Tod. Außerdem werde gegenseitige Unterstützung bei Rigpa großgeschrieben, betont Gabriele Maass, Direktorin von Rigpa Deutschland: „Innerhalb unserer Gemeinschaft unterstützen wir uns, wo immer möglich.“

Zen-Kloster Kosan Ryumon Ji

Im Zen-Kloster Kosan Ryumon Ji vierzig Kilometer westlich von Straßburg, das zurSoto-Zen-Sangha in Süddeutschland und im Elsass gehört, kommen bis zu achtzig Menschen in Wochenend-Retreats zusammen. „Grundsätzlich praktizieren wir immer gemeinsam – Laien und Ordinierte, Neue und Erfahrenere, Frauen und Männer“, berichten die Verantwortlichen. Statt spezieller Programme für ältere Menschen, von denen es in der Sangha viele gibt, bemüht man sich um mehr Aufmerksamkeit im Alltag. „Normalerweise essen wir mit untergeschlagenen Beinen. Jetzt haben wir viele ergonomische Sitzgelegenheiten angeschafft.“ Seit 15 Jahren gibt es auch ein regelmäßiges Familien-Retreat. Während die Eltern am Sesshin teilnehmen, werden die Kinder begleitet. „Vor zwei Jahren konzentrierten wir uns zum Beispiel auf das Essen: Die Kinder erkundeten den Gemüsegarten, kochten, servierten und wuschen Geschirr, um die lange Kette der gegenseitigen Abhängigkeit und die Dankbarkeit für das, was sie erhalten, zu verstehen. In den Retreats wurden die Mahlzeiten in Stille eingenommen und – es funktionierte.“

© meditation-zen.org

© meditation-zen.org

© Buddhistisches Zentrum Hamburg

Tibetisches Zentrum Hamburg

Auch das Tibetische Zentrum in Hamburg bietet Jugend-und Familienwochenenden sowie ein Sommercamp mit einem Kinder-und Jugendprogramm an. Heike Spingies von der Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums: „Wir möchten allen Altersklassen Zugang zur buddhistischen Lehre ermöglichen. Mehrere Generationen inspirieren sich gegenseitig.“ Speziell auf ältere Menschen ausgerichtete Veranstaltungen gibt es auch im Tibetischen Zentrum nicht. Grundsätzlich, so Heike Spingies, wolle das Zentrum „alle Generationen ansprechen, damit eine vielfältige und generationsübergreifende Gemeinschaft entsteht.“

Yun Hwa Sangha

Im Wiener Zentrum der Yun Hwa Sangha hat sich im Frühling 2013 eine Gruppe junger Praktizierender zur „Young Sangha“ zusammengeschlossen. Ihr Sprecher An Soeng erklärt: „Die jüngere Generation hat besondere Lebensrealitäten und -themen. Wir möchten den Zugang zur Sangha für sie attraktiver und einfacher gestalten.“ Die Teilnehmerzahl hat sich inzwischen verdreifacht. Pro Woche gibt es eine gemeinsame Abendpraxis mit Chantings, Sitzmeditation und einer Diskussion von Lehrreden. Dazu kommen vier Praxistage pro Jahr und gemeinsame Unternehmungen. An einem jährlich stattfindenden dreitägigen Retreat nehmen junge Praktizierende aus vielen europäischen Ländern teil. Inspiriert durch die Erfahrungen in Wien bilden sich mittlerweile auch in anderen Städten Initiativen junger Praktizierender.

Haus der Stille in Roseburg

Das Haus der Stille in Roseburg bietet immer wieder Veranstaltungen für Jüngere an – so im September 2019 das Meditationswochenende „Herz und Geist verstehen lernen“ für Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter 32 Jahren. Andere Seminare stellen Themen in den Mittelpunkt, die ältere Menschen oft stärker beschäftigen als jüngere, etwa die buddhistische Perspektive auf Krankheit und Sterben.

© www.minpho.de

© www.minpho.de

EIAB European Institute of applied Buddhism

Das von dem Zen-Lehrer Thich Nhat Hanh gegründete EIAB (European Institute of applied Buddhism) ist ebenfalls gut auf Jüngere eingestellt. Schwester Bi Nghiem berichtet: „Zweimal im Jahr haben wir unsere WkUp-Retreats für Menschen zwischen 18 und 35 Jahren. Sie finden in all unseren Klöstern statt, in Europa, den USA und Asien. Dharma und Meditation stehen im Mittelpunkt, aber künstlerische Aktivitäten sind auch mit dabei.“ In größeren Städten haben die „WkUppers“ sogar ihre eigene lokale Sangha. Auch die Jüngsten werden im EIAB berücksichtigt: „Bei unseren größeren Retreats gibt es, nach Altersgruppen gestaffelt, jeweils ein Programm für Kinder ab sechs Jahren sowie ein Programm für Teenager.“