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Eine runde Sache


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 07.07.2021

PLATTENSPIELER

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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 8/2021

Man darf sich nicht auf seinen guten Ruf verlassen, sondern muss sich schon etwas einfallen lassen, wenn man nicht nur mitschwimmen, sondern die Wettbewerber auf die Plätze verweisen will. Aber für einen Preis von unter 700 Euro inklusive des sehr ordentlichen Tonabnehmers Ortofon 2M Red gilt es, ein Produktanzubieten, das in entscheidenden Details punkten kann.

Beim CS 518 sparte man beispielsweise nicht an einer soliden und stabilen Zarge, aber an einem Echtholzfurnier oder sonstigen optischen Extravaganzen. Dafür spendierte man ordentliche Dämpfungsfüße.

Man setzte auf Dinge, die für langjährige Freude am Produkt ausgelegt sind, wie eine gehärtete Stahlachse für die Tellerlagerung, die in einer sehr exakt gearbeiteten Lagerbuchse aus Messing steckt. Oder den schwingungsgedämpft aufgehängten DC-Motor mit hoher Laufruhe, der den Teller aus Alu-Druckguss, entkoppelt über einen ...

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... geschliffenen Flachriemen, antreibt. Damit der Plattenteller akustisch nicht zur Glocke mutiert, bekam er eine dicke Gummimatte zur Resonanzdämpfung mit auf den Weg.

Der gerade Tonarm, wie bei Dual seit Jahrzehnten üblich voll kardanisch gelagert, ist statisch ausbalanciert und verfügt über eine sehr solide Lagerkonstruktion aus Aluminium und Präzisions-Kugellagern. Langlebigkeit und geringe Lagerreibung werden versprochen. Durch Austausch des Nadeleinschubs beim Ortofon 2M Red kann man noch mehr Klang herausholen.

Erfreulich, dass der Dual über einen eingebauten, abschaltbaren Phono-Vorverstärker verfügt, um die Signale des Tonabnehmers auch an einen Aux- oder CD-Eingang liefern zu können.

Eine Reminiszenz an längst vergangene Zeiten ist die 78er-Geschwindigkeit, die sich wie die anderen Tempi sogar feineinstellen lässt. Das Netzteil ist ausgelagert und von der einfachen Sorte. Gegen Staub wird der Dual von der mitgelieferten Abdeckhaube geschützt.

Der Riemen lässt sich einfach auflegen. Dazu wird ein kleines Band mitgeliefert, um den Riemen vom Teller abzuziehen und auf das Motorpulley zu legen. Das Standard- Tonarmkabel ist steck- und damit austauschbar. Was wir gerne noch gesehen hätten, ist eine Verstellmöglichkeit für die Tonarmhöhe, aber die ist – zugegeben – nun wirklich nicht klassenüblich.

Die Inbetriebnahme ging wie erwartet in wenigen Minuten über die Bühne, die Haptik macht einen angesichts der Preisklasse sehr vertrauenerweckenden Eindruck.

Absolut praxistauglich

Die Empfindlichkeit gegen akustische Rückkopplung und Trittschall ist recht gering. Klanglich gelang es dem Dual, mit nahezu allen gehörten Platten eine Ahnung davon zu vermitteln, was analoges Hören in den vergangenen Jahren auch bei jungen Menschen wieder zur angesagten Freizeitbeschäftigung werden ließ. Zur angenehmen Bedienung gesellt sich hier ein Klang, der direkt und schnörkellos auf den Punkt kommt. Dabei werden Störgeräusche und andere Artefakte so weit vom Nutzsignal, also der Musik, ferngehalten, dass man von einem ungestörten Vergnügen sprechen kann.

Den Auftakt machten Black Sabbath mit ihrem legendären Vol4-Album. Kraftvoller, treibender Rock der Finstermänner, die sich hier in Höchstform präsentieren. Mit „Supernaut“ haben sie ein Meisterwerk erschaffen, das bis zum heutigen Tag frisch und musikalisch unübertroffen klingt. Natürlich zählt hier nicht, die allerletzte Feinheit aus der Rille schälen zu lassen, sondern das emotionale Moment. Um das zu vermitteln, braucht es einen Plattenspieler mit gutem Timing. Dabei ist ein guter Gleichlauf, wie ihn der Dual liefert, eine Voraussetzung. Aber nicht weniger wichtig ist, dass das Gesamtgefüge aus Plattenspieler, Arm und System miteinander harmoniert, um nicht unnötige, klangverschlechternde Resonanzen ins Spiel zu bringen. Der Dual beherrscht diese Disziplin besser als viele seiner aktuellen Konkurrenten. Aber auch zum Vergleich herangezogene „Altstars“ von Denon, Sony und Thorens taten sich schwer, dem Dual in dieser Disziplin Paroli zu bieten, als Tom Petty behauptete, es sei „Time To Move On“, einem Song des großartigen Doppelalbums „Wildflowers“. Tonal war die Kombination mit dem Ortofon 2M Red sehr angenehm, der leichte Höhenabfall jenseits der zehn Kilohertz war dabei nicht direkt hörbar, verlieh dem Ganzen aber dennoch eine leicht warme, sehr natürlich klingende Grundtendenz.

DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

Thad Jones/ Mel Lewis:

New Life

Zu Recht preisgekröntes Big-Band- Jazzalbum. Allein wegen des Fold- Out-Covers unbedingt die Vinyl- Version besorgen.

TEST-GERÄTE

Plattenspieler: Sony PS-X 800, Denon DP 57, Sony PS 6750, Thorens TD 2001

Tonabnehmer: Benz Micro LPS, Ortofon 2M Red, 2M Black, Hana ML

Phono-Pres: Audionet PAM, Sony TA-E 900, Pro-Ject Phono Box RS 2

Lautsprecher: Gauder DARC 100, DALI Epicon 6

Endverstärker: Aesthetix Atlas Eclipse, Plinius SA 250/IV

Kabel: Stockfisch, Audioquest, XLO

Die Qualität nicht ganz halten konnte das Gespann, wenn statt eines gestandenen Phono-MM-Eingangs in einem Vor- oder Vollverstärker die im Dual eingebaute Phonostufe ihren Dienst versah. Zwar rauschte und brummte sie so dezent, dass man es im Spielbetrieb niemals wahrnahm, aber dynamisch war sie weniger auf Zack, als wir es uns gewünscht hätten, was aber angesichts der Preisklasse völlig in Ordnung ging.

Eine Spur von Sanftheit

Danach gab’s einen Ausflug in jazzige Gefilde, mit Big-Band-Klängen und einem Klappcover, das rekordverdächtig ist, was die Menge an Informationen betrifft, die dem Hörer hier mit auf den Weg gegeben werden. Sage und schreibe sechs in kleiner Schrift dicht bedruckte Seiten informieren über Intention, Besetzung mit Kurzbiografien, Stereo-Mix-Diagramm, Diskografie, Interview und mehr über alles Wissenswerte rund um diese Pressung. Klanglich kein Juwel, aber trotzdem spannend, was Thad Jones und Mel Lewis hier auf „New Life“ mit vielköpfiger Unterstützung veranstaltet haben. Der Dual fächerte das Geschehen naturgemäß nicht in letzter Konsequenz auf, verrundete hier und da ein wenig das Geschehen, vermied es aber penibel, das Klangbild versumpfen zu lassen und überraschte auch hier mit einem guten Gefühl für das große Ganze.

Der ruhmreichen Geschichte der Dual-Plattenspieler wird hier ein weiteres erfreuliches Kapitel hinzugefügt. ■

Dual CS 518

Preis: um 650 €

Maße: 44 x15 x36,7 cm (BxHxT)

Garantie: 2 Jahre

Kontakt: Sintron

Tel.: +49 7229 182998

www.sintron-audio.de

Fein verarbeiteter, manueller, riemengetriebener Plattenspieler mit solidem serienmäßigem Tonabnehmer. Klanglich mit gutem Rhythmusgefühl, temperamentvoll und trotzdem mit leichtem Hang zur Wärme, eignet er sich für alle Arten von Musik.

Messergebnisse

Labor-Kommentar

Sehr guter Gleichlauf, Geschwindigkeitsabweichung dank Feineinstellung nicht vorhanden. Rumpelabstände gut; Empfindlichkeit gegen Trittschall und akustische Rückkopplung gering. Empfohlene Tonabnehmer: vier bis neun Gramm. Ausgangsspannung des Ortofon 2M Red Tonabnehmers 5,8 Millivolt; Optimale Auflagekraft 1,9 Gramm

Ausstattung

Manueller Plattenspieler; Riemenantrieb; drei Geschwindigkeiten mit Feineinstellung; Tonabnehmer Ortofon 2M Red; eingebauter Phono-MM-Verstärker; Abdeckhaube; externes Netzteil; Verbindungskabel