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Eine schnelle Nummer


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 80/2021 vom 09.07.2021

Einbau Garmin G5

Artikelbild für den Artikel "Eine schnelle Nummer" aus der Ausgabe 80/2021 von fliegermagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 80/2021

Zufrieden Pilot Frank freut sich über das Garmin G5 in seiner Fk9. Weil der Einbau so schnell erledigt war, hat er vor dem Heimflug keinen Stress

Ab jetzt IFR!« »Da werd ich bestimmt ein paar böse Kommentare drauf bekommen«, sagt Pilot Frank. Mit der nicht ganz ernstgemeinten Bemerkung bewirbt der Youtuber sein Video über das neueste Upgrade im Panel seiner Fk9. In Hildesheim hat sich der 38-Jährige bei Sky Fox Maintenance ein Garmin G5 installieren lassen. Das Mini-EFIS bietet auf seinem Display neben einem Künstlichen Horizont unter anderem Höhe, Speed, Vario und einen Turn Coordinator – für den sonst eher schlicht ausgestatteten Hochdecker eine üppige Informationsflut. Bisher hatte Frank an dem Einbauplatz unterhalb des Fahrtmessers lediglich eine Libelle installiert.

Kurz vor neun Uhr am Flugplatz Hildesheim: Seit zehn Minuten kreist die knallgelbe Fk9 in Platzrundennähe, bevor sie zur Landung eindreht. Zum Einbautermin wollte Pilot Frank pünktlich sein und zog ...

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... deshalb schon um kurz nach sechs seine Maschine aus dem Hangar in Gössenheim, einem kleinen UL-Platz nahe Hammelburg. Weil die Flugplanung des Youtubers zu konservativ war, ist er jetzt früher als erwartet in Hildesheim – noch vor der Platzöffnung. Für ganz Deutschland ist die GAFOR-Einstufung heute »Charlie«. Ganz im Gegenteil zu dem Flug vor kurzem, den er als »Nahtoderfahrung« bezeichnet und nach dem er sich zum Einbau des Künstlichen Horizonts entschloss. Damals fand sich Frank über einer fast geschlossenen Wolkendecke und musste durch das »Loch vom Dienst« absteigen.

Heute kommt die Fk9 dagegen problemlos vor den Hallentoren der Sky-Fox-Maintenance-Werft an. Der Plan: Heute noch den Heimflug antreten, und zwar mit dem installierten Garmin G5. Den Einbau will der Youtuber mit seiner Kamera begleiten und am Ende ein Video darüber online stellen. Zudem möchte das fliegermagazin über den Einbau und den UL-Piloten berichten.

Seit 2014 fliegt Pilot Frank aerodynamisch gesteuerte ULs und ist mittlerweile gut 120 Stunden pro Jahr in der Luft. Dass er jemals professioneller Youtuber werden würde, hätte sich der Franke nie gedacht. Eigentlich verdiente der Pilot sein Geld als Betreiber einer Freizeithalle – mit der Corona-Krise war damit schlagartig Schluss. »Ich habe zunächst nur Filme online gestellt, um anderen näherzubringen, wie faszinierend dieses Hobby ist. Als ich die ersten 100 Follower hatte, fand ich das schon beeindruckend«, schildert er. Mittlerweile folgen seinem Kanal über 11 000 Interessierte, im Schnitt zweimal pro Woche lädt Pilot Frank Videos hoch. Aus dem Hobby ist mittlerweile ein Beruf geworden. Für möglichst abwechslungsreiche Schnitte hat Frank in seiner Fk9 bis zu neun Kameras installiert.

INTERVIEW MIT DER REDAKTION

Auf seinem Youtube-Kanal hat sich Pilot Frank mit dem fliegermagazin über den Einbau des Garmin G5 unterhalten. Den Film gibt es hier: https://bit.ly/3x4EUF7

Einfache Montage

Auch zum Termin bei Sky Fox Maintenance hält der Youtuber seine Actioncam stets bereit. Den Einbau seines Garmin G5 führt Geschäftsführer Moritz Rudolph höchstpersönlich durch. »Hier kocht der Chef noch selbst«, scherzt Frank und grinst dabei in die Linse – der lockere, nicht immer todernste Ton ist ein Grund für die Beliebtheit seiner Videos.

Moritz hat mit der FK 9 leichtes Spiel. Ein Stromkabel verlegen, die GPS-Antenne unter dem Glareshield befestigen und die Druckschläuche des Pitotsystems am Gerät anschließen: Mehr ist nicht nötig, wenn das G5 lediglich als Künstlicher Horizont genutzt wird. Für seinen zweiten Einsatzzweck als HSI müsste dagegen für die Heading-Information noch ein Magnetometer im Rumpfheck oder der Tragfläche installiert werden.

Das Panel der Fk9 lässt sich für die Montage des Garmin G5 zurückklappen, die Rückseite der Instrumente ist dadurch gut zugänglich. Bei komplexeren Machinen kann es dagegen vorkommen, dass sich der Avioniker für den Einbau im Fußraum verrenken und über Kopf arbeiten muss. »Das hängt allerdings nicht von der Flugzeugklasse ab«, sagt Moritz. »Manche ULs stehen E-Klasse-Maschinen da in nichts nach.« Größter Unterschied: Bei Ultraleichten kann der Avioniker das Gerät in jedes Muster einbauen, das genug Platz bietet; bei zertifizierten Flugzeugen nur in solche, die auf der Approved Model List des Herstellers stehen.

Alles fertig vor der Mittagspause

Keine drei Stunden später: Alles ist fertig, ein Einbau in Rekordzeit! Auch 20 Arbeitsstunden und mehr sind für eine G5-Installation nicht ungewöhnlich – der Aufwand hängt stark von der Einbausituation im Cockpit ab. Das Setup des Geräts erledigt Moritz im Schlaf, zuletzt ein Pitottest, um sicherzustellen, dass Fahrt- und Höhenmesseranzeige korrekt sind. Noch vor der Mittagspause startet Pilot Frank zur Test-Platzrunde.

Ab jetzt also IFR? Natürlich würde Pilot Frank nie im Leben das G5 nutzen, um damit absichtlich durch die Wolken zu fliegen. Und er achtet penibel darauf, dass das Mehr an Ausstattung ihn nicht zu risikofreudigerem Fliegen verleitet. »Aber besser, das G5 drin zu haben und nicht zu benötigen, als umgekehrt.« Und schick macht es sich ja schon im Panel!