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Eine Schnitzeljagd mit ganz viel Liebe


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Sieben Tage - epaper ⋅ Ausgabe 45/2022 vom 05.11.2022

Liebesroman der Woche

Marion öffnete langsam ihre Augen. Sie lächelte, wenn sie daran dachte, dass heute ihr Hochzeitstag war. Fünfzehn lange Jahre war sie nun mit Thomas verheiratet. Sie drehte ihren Kopf zur Seite, doch ihr Mann lag nicht neben ihr. Sie stieg aus dem Bett, schlüpfte in einen Morgenmantel und ging die Treppe herunter.

„Thomas?“, rief sie in den Flur, doch er antwortete nicht. In der Küche angekommen, stellte sie fest, dass sie allein war. Marion griff nach ihrem Telefon und wählte die Nummer ihres Mannes. Sie ließ es klingeln, aber Thomas war nicht zu erreichen. Enttäuscht legte sie auf. Marion seufzte und fragte sich, wo ihr Mann war. Hatte er den Hochzeitstag etwa vergessen? Sie ging zur Kaffeemaschine, und dort entdeckte sie einen Zettel. Als sie ihn öffnete, las sie: „Komm dort hin, wo wir unseren ersten Kuss hatten.“

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Bildquelle: Sieben Tage, Ausgabe 45/2022

Marion lächelte. Sie zog sich eilig an und ver-ließ das Haus. ...

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... Sie wusste noch ganz genau, wo ihr erster Kuss stattgefunden hatte. Ganz in der Nähe lag der Weiher, der mit Bäumen gesäumt war. Ein kleiner, romantischer Fleck. Damals waren beide gerade achtzehn Jahre alt gewesen. Marion war bis über beide Ohren in Thomas verliebt. Er war ihre erste große Liebe, und schon zu jener Zeit hatte sie gewusst, dass es für die Ewigkeit bestimmt war. Beide hatten vor Aufregung gezittert. Bei der Berührung ihrer Lippen explodierte ein Feuerwerk in ihrem Inneren. Als sie den Weiher erreichte, steuerte sie eine Bank an. Dort suchte sie nach dem nächsten Hinweis. Unter der Sitzfläche klebte tatsächlich einer.

„Komm dort hin, wo ich dir zum ersten Mal gesagt habe, dass ich dich liebe.“ Nun musste Marion doch überlegen, wann es das erste Mal war. Fieberhaft dachte sie nach. Bilder rasten vor ihrem geistigen Auge, und dann fiel es ihr ein. Es war die Eisdiele in der Stadt. Seit einem halben Jahr waren sie ein Paar gewesen, doch keiner von beiden hatte den Mut aufgebracht, diesen Satz zu sagen.

Thomas gesteht Marion seine Liebe

Sie fuhr in Richtung Innenstadt. Es war noch ruhig auf den Straßen. Marion parkte den Wagen und blickte auf die Eisdiele. Die Erinnerung an diesen Tag war wieder da. Sie hatte sich extra für Thomas herausgeputzt. Sie hatte ein blaues Sommerkleid getragen und sich die Ohrringe von ihrer Mutter geliehen. Ihr damals blondes Haar hatte sie hoch gebunden. Sie hatten sich einen großen Eisbecher geteilt und sich immer wieder verliebte Blicke zugeworfen. Nach einer Weile nahm Thomas seinen ganzen Mut zusammen und gestand ihr seine Liebe. Es war der schönste Moment ihres Lebens. Marion trat ein. Etwas hilflos sah sie sich um. Ein Angestellter beobachtete sie.

„Kann ich Ihnen behilflich sein?“, fragte der junge Mann.

„Ja. Es klingt vielleicht etwas komisch, aber mein Mann hat eine Schnitzeljagd für mich geplant, und der nächste Hinweis müsste hier sein.“

Der junge Mann lächelte. „Ja, ich kann mich an ihren Mann erinnern. Er war ganz früh morgens hier und hatte mich darum gebeten, Ihnen das hier zu geben“, sagte er und reichte ihr einen Zettel. „Vielen Dank“, sagte Marion und nahm den Zettel entgegen. Sie öffnete ihn und las:

„Komm dort hin, wo ich dir einen Heiratsantrag gemacht habe.“ Das Herz schlug ihr bis zum Hals.

Die Liebe, die sie für ihren Mann empfand, raubte ihr für ein paar Sekunden den Atem. Er war so unglaublich romantisch. Marion verließ die Eisdiele. Eilig lief sie zurück zu ihrem Auto. Sie wusste, wohin sie fahren musste. Marion fuhr durch die Stadt, bog dann auf die Autobahn ab und erinnerte sich. An einem sonnigen Tag hatten beide einen Ausflug geplant, doch Marion war es nicht gut gegangen, aber sie wollte Thomas nicht den Tag verderben. Ihr Magen hatte rebelliert, und Thomas musste die erste Ausfahrt auf einen Parkplatz nehmen. Marion war sofort zur Toilette geeilt. Für Thomas schien eine Ewigkeit zu vergehen. Marion kam schließlich mit völlig bleichem Gesicht von der Toilette. Er stützte Marion, und sie hockte sich erschöpft auf die Bank. Nach einer halben Stunde ging es ihr besser, und ohne Vorwarnung kniete sich Thomas vor ihr hin und holte eine kleine Schatulle hervor. Marion traute ihren Augen nicht.

„Willst du mich heiraten?“, fragte er sie mit leuchtenden Augen.

„Wie könnte ich das vergessen?“

Marion fuhr die erste Abfahrt in Richtung Parkplatz ab. Langsam näherte sie sich. Sie stellte den Wagen ab und stieg aus. Etwas weiter entfernt sah sie Thomas. Er trug einen schwarzen Anzug. Auf dem Tisch hatte er ein Herz aus Rosenblättern ausgelegt. Marion konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Thomas kam auf sie zu. Er lächelte, und auch in seinen Augen glitzerten die Tränen.

„Du bist verrückt“, sagte Marion unter Tränen.

Hochzeitstag.“ K üsste sanft ihre Stirn.

„Ich weiß. Alle Liebe zum Thomas hielt seine Frau fest.

„Kannst du dich noch an diesen Tag erinnern? Dir war so unglaublich übel, und wir mussten hier anhalten.“

„Natürlich weiß ich das noch. Wie könnte ich das vergessen.“

Thomas nahm ihre Hand. Auf einer der hinteren Bänke hatte er ein kleines Picknick vorbereitet.

„Ich dachte heute Morgen schon, dass du unseren Hochzeitstag vergessen hast.“

„Wie könnte ich den vergessen“, sagte Thomas.

„Das war wirklich eine sehr romantische Idee“, flüsterte sie. Gemeinsam setzten sie sich auf die Bank. Thomas öffnete eine Flasche Champagner.

„Auf unseren Hochzeitstag“, sagte er.

„Auf uns“, erwiderte Marion. Fast den ganzen Tag verbrachten beide auf dem Parkplatz. Sie legte sich in seine Arme. Er hielt Marion fest. Es war der perfekte Tag. „Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe?“, fragte Thomas.

„Ja, das weiß ich. Ich wusste schon damals, dass ich dich heiraten werde. Und den Tag hier auf der Autobahn werde ich nie vergessen. Ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen. Du hattest diesen Tag an der Ostsee geplant, und ich habe alles verdorben.“ Thomas runzelte die Stirn. „Du hast gar nichts verdorben. Dieser Tag war einmalig. Schließlich war dir so übel, weil du schwanger warst. Wie könnte ich da denken, dass du den Tag ruiniert hast.“

Erst gegen Nachmittag fuhren sie zurück, und Marion wusste, dass ihr dieser Tag unvergesslich bleiben würde.

Ende