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Eine Stadt zieht um


PROTRADER - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 05.02.2019

Kiruna, Schwedens nördlichste Stadt, lebt seit über hundert Jahren von der Erzförderung vor seinen Toren. Doch nun bedroht der Untertagebau die Stabilität des Bodens unter dem Stadtzentrum. Deshalb muss Kiruna mit seinen 18.000 Einwohnern der Eisenerzmine weichen


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Bildquelle: PROTRADER, Ausgabe 2/2019

Glaubt man der Legende, beginnt die Geschichte Kirunas mit einem weitreichenden Streifzug Lars Larssons während der Jagdsaison im Jahre 1642, der ihn, weit weg von seinem Heimatort Masugnsbyn, in ungefähr westlicher Richtung an den Luossajaure, einen kleinen See in der nordschwedischen Tundra, geführt hatte. Dort war er auf einem stattlichen ...

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... Hügel über einen merkwürdigen schwarzen Stein gestolpert, der sein Interesse weckte. Er steckte den Stein ein und nahm ihn im nächsten Jahr mit auf den Weg nach Torneå, um dort die Felle der erlegten Tiere zu verkaufen. Dort zeigte er seinen Fund den Kaufl euten der Handelsstation. Schnell war man sich einig: Larsson hatte einen Brocken Eisenerz gefunden.

Auch die Sami, die eigentlichen Ureinwohner der Region, die am Ufer jenes Luossajaure ihr Winterquartier hatten, wussten um die eigentümlichen Eigenschaften der Steine auf dem von ihnen Kiirunavaara genannten Berg an der Südspitze des Sees. Für sie hatte dieses Wissen allerdings keine praktische Bedeutung. Ebenso wenig wie für die damalige schwedische Regierung, der dieser Fund zwar gemeldet worden war, die aber zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges andere Sorgen hatte. Allein: Wie sollte man das Gestein aus einer derart abgelegenen und unzugänglichen Region auch fortschaffen? Die Situation änderte sich erst mit Beginn der Industrialisierung. 1888 wurde die Bahnlinie vom Ostseehafen Luleå nach Gällivare fertiggestellt, 1899 erreichte sie schließlich auch den Erzberg Kiirunavaara . Doch weil die Ostsee in den Wintermonaten zugefrorenen war, wurde bald darauf eine Weiterführung der Strecke nach Westen bis zum norwegischen Narvik in Angriff genommen, das auch im Winter eisfrei war. 1903 konnte der Bahnbetrieb auf der Strecke aufgenommen werden. Inzwischen war im Jahre 1890 die schwedische Bergbaugesellschaft Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag (LKAB) gegründet worden, benannt nach dem Erzberg Kiirunavaara und seinem Nachbarberg Luossavaara. Hjalmar Lundbohm, der erste geschäftsführende Direktor der LKAB, hatte am Fuße des Kiirunavaara, samisch: der Berg des Schneehuhns, mit dem Bau von Verladeanlagen und von Einrichtungen zur Weiterverarbeitung des Erzes begonnen. Zugleich sorgte die LKAB für den Bau der ersten Holzhäuser für Ingenieure und Arbeiter. Allmählich entstand am Fuße der Ostflanke des Berges eine Siedlung, die im Jahr 1900 konsequenterweise den Namen Kiruna erhielt.

Der übrig gebliebene Rest des Kiirunavaara und davor die Stadt Kiruna. Die auffällige Senke zu Füßen des Bergstumpfes verrät, wo sich Bergleute seit den sechziger Jahren immer mehr in die Tiefe graben.


Die Anlagen der LKAB auf der Westseite des Kiirunavaara. Sie sind nicht vom Absacken des Bodens bedroht


Blick von der stillgelegten Mine auf dem Luossavaara über Kiruna hinweg zur neuen Mine auf dem Kiirunavaara


Hundert Tonnen Erz transportiert jeder dieser Spezialwagen, deren enormes Gewicht die Strecke stark beansprucht


Ein Ort im hohen Norden

Ohne das Erz freilich wäre damals niemand auf die Idee gekommen, hier im unwirtlichen Nirgendwo auf 67 Grad nördlicher Breite eine Siedlung zu bauen. 145 Kilometer nördlich des Polarkreises, 17 Zugstunden von Stockholm, liegt Kiruna im äußersten Norden Schwedens. Im Sommer geht hier 50 Tage lang die Sonne nicht unter, im Winter sehen die nicht einmal 20.000 Seelen, die hier leben, 30 Tage lang kein Sonnenlicht. Auf bis zu 40 Grad minus können während dieser Zeit die Temperaturen im Winter fallen, bei 22 Grad minus sprechen viele noch von moderater Kälte.

Wirtschaftliche Bedeutung

Bis heute dominiert die Mine das gesamte Leben in Kiruna. Das Einkommen von rund zwei Dritteln der lokalen Bevölkerung, so schätzen Experten, steht entweder direkt in Verbindung mit ihr oder wird bestimmt von der Kaufkraft, die durch die LKAB generiert wird. Doch das wird der wahren Bedeutung der Mine im hohen Norden Skandinaviens nicht gerecht. Erst der Blick auf einige andere Zahlen verdeutlicht, womit man es hier zu tun hat: So stammen beispielsweise 90 Prozent des in Europa verbrauchten Eisenerzes aus Kiruna, ein Prozent des gesamten schwedischen Bruttoinlandsprodukts wird hier generiert.

Die Mine der LKAB ist die größte unterirdische Eisenerzmine der Welt! Knapp 30 Millionen Tonnen Eisenerz kratzen die Bergleute Jahr für Jahr aus dem Boden am Fuße des Schneehuhnberges. Rund 950 Millionen Tonnen des Gesteins haben die Schweden seit Beginn des Bergbaus im Jahr 1898 bereits abgebaut. So groß war die Gier nach dem Rohstoff, dass der oberirdische Teil der ursprünglich quer durch den Berg verlaufenden Lagerstätte inzwischen völlig geplündert ist und ihr Verschwinden einen geteilten Kiirunavaara zurückließ. Ab 1957 begann man daher, schrittweise vom Tagebau auf den Untertagebau umzustellen. 1962 schließlich wurde die oberirdische Gewinnung gänzlich eingestellt.

An den Begehrlichkeiten, des Rohstoffs habhaft zu werden, hat das nichts geändert. Doch was macht das Erz aus Kiruna so besonders? Es ist seine ungewöhnlich hohe Reinheit. Bereits völlig unbehandelt stecken bis zu 60 Prozent Eisen in dem Gestein, und dank dieser enormen Homogenität bildet es gegenüber dem umgebenden Erdreich einen relativ scharf abgrenzbaren, rund vier Kilometer breiten und mindestens achtzig Meter dicken Erzkörper. Der wiederum steckt wie ein um 50 bis 60 Grad geneigter Keil mit in der Tiefe auf 150 bis 180 Meter zunehmender Mächtigkeit und einen bis auf geschätzte 45 Prozent abnehmenden Eisengehalt mindestens 2000 Meter tief im Boden.

Blick von oben auf die Ostflanke des Kiirunavaara (links). Zahlreiche Krater verraten das Absacken des Bodens


Der unsichtbare Gigant

Nachdem die LKAB den Abbaubetrieb unter Tage verlegt hatte, war die Bergbautätigkeit an der Oberfl äche lange Zeit kaum noch wahrnehmbar. Nur das Rattern der endlosen, heutzutage mehr als 8000 Tonnen schweren und von bis zu 10.800 kW/14.600 PS starken Lokomotiven gezogenen Erzzüge ließ tagsüber noch Schlüsse auf den regen Abbaubetrieb zu. Nachts war das schon anders: Konstant um etwa 1:20 Uhr bebt nunmehr seit Jahrzehnten in Kiruna die Erde. Jeweils rund 80.000 Tonnen eisenhaltiges Gestein werden dabei aus dem Erzkörper gesprengt. Das Verfahren ergibt sich aus der Position der Lagerstätte, die als Abbaumethode eigentlich nur den Teilsohlen-Bruchbau oder, wie es im internationalen Fachjargon heisst, das Sublevel Caving zulässt. Dabei fällt das Erz nach der Sprengung im Abbauschacht in einen zuvor auf tieferer Ebene angelegten Förderschacht und Geröll und umgebendes Gestein aus höheren, bereits ausgebeuteten Lagen rutscht in den durch die Sprengung entstandenen Hohlraum nach. Dieses Vorgehen wird wiederholt, bis die zuvor ganz zuunterst angelegte Hauptsohle erreicht ist. Wurde dieses Niveau erreicht, wird entschieden, ob eine noch tiefere Hauptsohle angelegt werden soll und der ganze Ablauf wiederholt sich.

Von horizontalen „Drifts“ wird bis zu 55 m nach oben gebohrt. Diese Kanäle werden dann mit Flüssigsprengstoff gefüllt. Durch die Sprengung fällt das Erz in den Drift


Zwischen der Stadt und dem Berg wächst das Niemandsland, die Zone, in der das Erdreich in die Hohlräume nachrutscht


Unvermeidbare Konsequenz dieser Abbaumethode ist, dass mit jeder aus dem Erzkörper gesprengten neuen Ebene das darüberliegende Erdreich durch fortgesetztes Absacken zunehmend deformiert wird und sich zudem mit zunehmender Tiefe die potenziell instabile Zone in gleichem Maße ausdehnt. Im Fall von Kiruna bedeutet das aufgrund des in größerer Tiefe bis unter das Stadtzentrum reichenden Erzkörpers, dass die Gefahrenzone für Verformungen und Erdrutsche kontinuierlich an das ursprüngliche Stadtzentrum rückt. Mehr als vierzig Jahre nach Beginn des Erzabbaus unter Tage war, abgesehen von der aus diesem Grund bereits in den 1970er Jahren erfolgten Räumung des südlich des Luossajärvi gelegenen Quartiers „Ön“ und den regelmäßigen nächtlichen Erdbeben auf der Oberfläche, von alldem nichts zu spüren.

Umso tiefer das Erz gefördert wird, desto näher reicht die Gefahrenzone an die Stadt


2004 jedoch offenbarten Untersuchungen der durch zunehmend auftretende Risse alarmierten Bergbaugesellschaft überraschend, dass die Deformationszone bereits weiter fortgeschritten war, als bislang angenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren es noch etwa 135 bis 140 Meter, bis die damalige Hauptsohle der Mine in einer Tiefe von 1045 Metern (gemessen von der ehemaligen Spitze des Kiirunavaara) erreicht worden wäre. Um die Stadt vor größeren Schäden zu bewahren, hätte man spätestens bei Erreichen dieses Niveaus den Erzabbau einstellen müssen.

Also suchte die LKAB den Dialog mit der Stadtverwaltung, mit der Bitte um eine Klärung, wie sich diese die Zukunft der Mine vorstellte. Immerhin schätzten Experten die Erlöse dessen, was in den nächsten rund 30 Jahren noch aus dem Boden zu holen sei, auf mindestens 50 Milliarden bis hin zu deutlich über 60 Milliarden Euro. 2007 beschloss die Stadt Kiruna deshalb für einen Großteil der städtischen Bebauung, einschließlich des gesamten Stadtzentrums, eine Standortverlagerung, um den Weg für einen weiteren Betrieb der Mine frei zu machen.

Die LKAB fasste daraufhin im Folgejahr, auf dem Höhepunkt eines weltweiten Rohstoff-Booms, ihrerseits den Entschluss, trotz der auf sie zukommenden hohen Kosten für den Umzug des Stadtzentrums von Kiruna, eine neue Hauptsohle in einer Tiefe von 1365 Metern unter der ehemaligen Bergspitze zu erschließen, die 2012 in Betrieb gehen und ungefähr bis 2030 in Betrieb bleiben würde.

Neues Rathaus mit altem Uhrenturm.


Fortgesetzte Erzförderung

Die Kosten für die notwendigen bergmännischen Investitionen schätzte man auf rund 1,7 Milliarden US-Dollar. Denn in dieser Hinsicht verfügte man ja über hinreichend Erfahrungen. Für den Umzug einer ganzen Stadt hingegen gab es keine Blaupause. Zunächst mussten die Stadtoberen entscheiden, wo denn das neue Zentrum sowie zahllose neue Wohnungen entstehen sollten. 2011 legte sich die Kommune fest: Der neue Ortskern sollte etwa 5 Kilometer weiter östlich in den vormals abgelegenen Stadtteil Tuolluvaara verlegt werden. Im Jahr darauf schrieb Kiruna einen Wettbewerb für ein neues Stadtkonzept aus. Über 50 Vorschläge von Architekten aus aller Welt gingen ein. Am Ende erhielt das größte schwedische Architektenbüro „White Arkitekter“ für eine Zusammenarbeit mit dem norwegischen Team von „Ghilardi + Hellsten Arkitekter“ den Zuschlag.

Oben die entsprechende Architekturzeichnung und links das im Rohbau weitenteils fertiggestellte Gebäude. Er war das erste Gebäude, das bereits seit 2017 in Tuolluvaara steht


Ein solches Vorhaben indes, das war allen Beteiligten klar, verlangte eine konzertierte Aktion, zu der drei Hauptdarsteller zählen würden: Die LKAB als dem wichtigsten Arbeitgeber und Verursacher des Umzugs, der Stadtverwaltung als ordnender öffentlicher Kraft und dem Architekturbüro White Arkitekter, das für die Erstellung des Masterplans verantwortlich zeichnet. Der wiederum musste eng mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden, die ihrerseits daraus beispielsweise die Grundzüge für die Planung eines neuen Strom- und Kanalisationsnetzes ableiten musste.

Das denkmalgeschützte 1962 errichtete alte Rathaus


Die neue Stadtvision

Betroffen von dem Umzug sind allerdings nicht nur sämtliche öffentliche Einrichtungen, sondern auch etwa ein Drittel der rund 18.000 Bewohner der Gemeinde. Auch deren Interessen im Speziellen wie auch die Vorstellungen der Gemeinde sollten sich in der Planung für Neu-Kiruna wiederfinden. Nicht zuletzt, weil ein derartiger Neuanfang natürlich auch Möglichkeiten bietet, darauf arbeitete White Arkitekter vom Beginn der Planungen hin, Versäumnisse und Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu vermeiden. So äußerte etwa ein Großteil der Stadtbevölkerung den Wunsch nach größerer Nähe zur Natur. Dementsprechend sollen sich die Neubauviertel künftig wie Finger strahlenförmig in die Landschaft erstrecken, sodass kein Haus mehr als drei Blöcke vom Stadtrand entfernt liegt. Außerdem sollen öffentliche Einrichtungen wie Rathaus, Schwimm- und Sporthalle, Kirche, Hotels, Geschäfte und Bahnhof stärker konzentriert werden und dabei bislang weitestgehend fehlende Räume zur Begegnung und Freizeitgestaltung geschaffen werden, wo sich urbanes Leben entwickeln kann.

Eines der ersten historischen Gebäude, das 2017 per Tieflader an seinen neuen Standort gebracht wird


Außerdem will sich die Stadtverwaltung das Fernwärmesystem, das die in der Mine etwa durch die Erzaufbereitung und Pelletierung entstehende Abwärme nutzt, genauer und unter neuen Aspekten ansehen. Modernste Bauverfahren und Techniken, zum Beispiel zur Wärmedämmung, sollen zudem beim Neubau der rund 1500 Apartments Verwendung finden, die von LKAB in einer ersten Tranche als Ersatz für relativ bald betroffene Gebäude bis 2022 erstellt werden. In den Jahren darauf wird in etwa noch einmal die gleiche Zahl neuer Wohnungen benötigt.

Einen neuen Schwerpunkt wollen die Stadtoberen auch im Feld der wirtschaftlichen Ausrichtung etablieren und vermehrt auf den Tourismus setzen. Namentlich bei Besuchern aus Fernost steht Lappland derzeit hoch im Kurs. Damit sich die Kirunabos, die Einwohner von Kirunas, auch künftig mit ihrer Stadt identifizieren können, umfasst der Masterplan zum Umzug auch den Erhalt einer ganzen Reihe historisch bedeutsamer Bauten. Allen voran die 1912 fertiggestellte und nach Plänen des Architekten Gustaf Wickman gebaute Holzkirche, in der sich auch Stilelemente norwegischer Stabkirchen und samischer Koten wiederfinden. Sie soll im Laufe des Jahres 2021 umziehen. Bereits an seinem neuen Standort angekommen ist das Haus des Stadtgründers und ersten LKAB-Direktors Hjalmar Lundbohm. Es soll auch künftig Lundbohms Arbeitszimmer beherbergen und wie früher die Möglichkeit bieten, dort Kaffee zu trinken und Feste zu feiern. Auch der Uhrenturm des früheren denkmalgeschützten Rathauses blieb, im Gegensatz zu dem Gebäude selbst, erhalten und ziert inzwischen den Vorplatz des neuen Rathauses, das als eines der ersten Gebäude bereits 2017 am neuen Ort fertiggestellt wurde

Die öffentlich genutzte 1895 erbaute, 280 Tonnen schwere, hölzerne Lundbohmvilla ist ebenfalls schon umgezogen


Entwurfszeichnung der neuen Wohnbebauung, die viel näher als bisher in die Natur reichen soll. Beim Neubau kommen modernste Verfahren, wie die Modulbauweise, zur Anwendung


Die 1912 fertiggestellte, nach dem Entwurf von Gustaf Wickmann gebaute Holzkirche samt Glockenturm


Bis 2033, geben sich die verantwortlichen Stadtplaner von White Arkitekter überzeugt, soll der größte Teil des Umzugs geschafft sein. Welche Kosten die LKAB bis dahin gestemmt haben wird, ist noch nicht abzusehen. Auch bei der Frage, ob sie sich durch die Fortsetzung der Bergbautätigkeit wieder einspielen lassen, gibt es durchaus Zweifler. Das hängt allen voran an der Entwicklung des Marktes für Eisenerz. Allein in den vergangenen zehn Jahren schwankte der Weltmarktpreis zwischen mehr als 190 Dollar und weniger als 50 Dollar pro Tonne.


Fotos | Encyclopedia Britannica, CNN, Kiruna Kommun, LKAB, White Arkitekter, Wikipedia