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„Einen Dialog entwickeln“


akkordeon magazin - epaper ⋅ Ausgabe 79/2021 vom 18.05.2021

FOTOS: STEVEN HABERLAND, ANDREA BOCCALINI

Artikelbild für den Artikel "„Einen Dialog entwickeln“" aus der Ausgabe 79/2021 von akkordeon magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

• Eine Römerin und ein Umbrier aus Spoleto, eine Klavierkünstlerin und ein Jazzer am Knopfakkordeon: mit Rita Marcotulli und Luciano Biondini haben sich zwei gefunden. Seit mehreren Jahren musizieren sie im Duo, haben teilweise eigenes Repertoire geschrieben. Jenseits ihrer originellen Zweiercombo beschreiten beide auch sonst interessante kreative Wege. Marcotulli komponiert für Filme, spielte in Bands mit Cantautori wie Gianmaria Testa, Trompetenlegende Chet Baker und Jazzer Joe Lovano. Biondini hat in frühen Jahren klassisches Akkordeon gespielt und in renommierten Wettbewerben den ersten Platz erreicht, etwa beim Premio Internazionale della Fisarmonica in Castelfidardo und beim Trophée Mondial der Confédération Mondiale de l’Accordéon. Trotzdem zog es ihn in seinen Zwanzigern zum Jazz, und seitdem arbeitete er mit Enrico Rava, Rabih Abou-Khalil und ...

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... zahlreichen weiteren Künstler(inne)n.

In den vergangenen Jahren hatte Biondini mehr als einmal die Chance, in spannenden Ensembles mit Klavier zu konzertieren, etwa mit Stefano Maurizi und Danilo Rea. Das Duo mit Marcotulli besteht ebenfalls weiter, und glänzt mit Temperament und dialogischem Einfallsreichtum. Im Videointerview von ihren heutigen Wohnorten in Umbrien aus gaben die beiden Einblicke in ihre künstlerische Zusammenarbeit und wie sie entstand.

— In letzter Zeit gab es kaum Konzerte wegen der Covid-Pandemie. Wie nutzt ihr die Zeit?

Rita: Ich bin sogar ganz froh, zu Hause zu sein. Wir reisen normalerweise wie verrückt. Diese Zeit ist gut, um nachzudenken und Dinge zu entwickeln. Soeben bin ich damit fertig geworden, eine neue Filmmusik zu komponieren. Das war toll. Im Trio mit Ares Tavolazzi und Alfredo Golino nehme ich ein zweites Album auf für eine italienische Musikfirma. Es gibt eine Menge zu tun. Ich bin gut beschäftigt, obwohl ich zu Hause bin. Aber mir fehlt das, für Publikum zu spielen, das ist klar.

— Verstehe. Luciano, wie geht es dir damit?

Luciano: Ich habe versucht, mit dieser surrealen Situation umzugehen. Ich habe zwei neue Alben aufgezeichnet, eines im Trio mit Stefano Maurizi und Mirco Mariottini. Das zweite ist ein Duoalbum mit einem Sitarspieler aus Innsbruck, Klaus Falschlunger. Trotzdem muss ich sagen, es ist eine wirklich schwierige Zeit für mich. Ich hoffe, das ist jetzt der letzte Teil dieser Unterbrechung. Das ist ein wenig wie beim Militärdienst, dass man die Tage zählt bis zum Ende (lacht). Es ist besonders schlimm, dass wir nicht einmal wissen, wann das sein wird. Auf irgendeine Art wird die Pandemie enden. Inzwischen versuche ich, weiter Musik zu machen, und Sachen zu tun, für die man sonst als Künstler keine Zeit hat.

„Es ist eine tolle Duokombination mit Akkordeon und Klavier. Nur muss man sich darüber Gedanken machen, wie man das macht, und jeder muss dem Gegenüber gut zuhören.“

Rita Marcotulli

— Schreibst du derzeit Stücke?

Luciano: In letzter Zeit habe ich einiges ausprobiert mit Elektronik, allerdings nicht viel komponiert.

— Rita, du spielst Jazzklavier – hat dich in früheren Jahren jemand besonders inspiriert, wie Bill Evans, Chick Corea oder jemand anderes?

Rita: Klar, sie sind beide große Meister, vor allem Bill Evans war meine große Liebe als ich 18 Jahre alt war. Ich habe mir immer eine Menge Musik angehört. Ich mag Thelonious Monk sehr, das war einer der ersten richtigen Klavierjazzer, die ich gehört habe. Dann hörte ich Herbie Hancock, Chick Corea, und anfangs Oscar Peterson. Ich hörte mir nicht nur Klavierspieler an. Die Musik hat zahlreiche Facetten, es gibt so viel Interessantes. Früher, als ich studierte, hörte ich oft Soli von John Coltrane und Charlie Parker. Für mich ist das Konzept wesentlich, was diese Musik ausmacht. Das ist nicht unbedingt das Wichtigste, dass jemand ein ausgezeichneter Künstler ist. Klar, es gibt Virtuosen, und diese Virtuosität ist wichtig, um künstlerisch bestimmte Dinge ausdrücken zu können. Nur ist das nicht die gesamte Kunst. Es gibt zahlreiche Einflüsse, wir hören uns als Musiker gute Musik an.

— Luciano, gab es für dich am Jazzakkordeon Vorbilder, wie Gianni Coscia, Richard Galliano, Frank Marocco, Art van Damme oder weitere?

Luciano: Ich muss sagen, als ich anfing, mich mit Jazz aus der Sicht des Akkordeons zu beschäftigen, war das etwa 1994 oder 1995. Zu dieser Zeit zeigte Richard der Welt eine ganz neue Seite des Akkordeons. Damals war ich wirklich sehr konzentriert auf ihn. Ich probierte, so zu üben, wie er Akkordeon spielte. Davon abgesehen versuchte ich mich von allen Musikern inspirieren zu lassen, nicht bloß von Akkordeonisten. Ich hörte Stücke, die nicht einzig den Zuhörern etwas sagten, sondern den Künstlern ebenfalls. Einige der Meister in der Welt des Jazz, die ich mir anhörte, waren Jim Hall und Toots Thielemans.

— Ihr beide kennt euch seit vielen Jahren, habt in einer Band zusammen musiziert, bevor ihr ein Duo initiiert habt. Wie ging das los?

Rita: Das sind über zehn Jahre jetzt. Als ich Luciano das erste Mal hörte, arbeitete er mit unterschiedlichen Musikern, wie Gavino Murgia und anderen. Ich fand die Art, wie er Akkordeon spielt, toll. Das ist vielschichtig, wenn er musiziert, er spielt aus sich selbst heraus. Er geht in die Musik hinein, und er hat eine Menge Originalität. Wir sagten uns, früher oder später werden wir bestimmt zusammen musizieren. Ich hatte das Tonstudio hier, und Luciano war irgendwann mit Battista Lena da, um etwas aufzuzeichnen. Als nächstes rief ich ihn an, um ein größeres Vorhaben einzuspielen, das ich François Truffaut gewidmet hatte. Da musizierten wir das erste Mal zusammen. Ein weiteres Mal arbeiteten wir im Quartett mit Javier Girotto. Irgendwann entschieden wir, im Duo etwas zu machen. Ich habe den Eindruck, wir haben einen ähnlichen Ansatz im Umgang mit den Melodien, den Rhythmen. Das ist eine Verknüpfung zahlreicher Aspekte. Ich spiele sehr gern mit Luciano. Yeeeah (lacht)!

Luciano: Yeeeah (lacht)! Ja, ich spiele ebenfalls gern mit Rita. Ich würde gern etwas ergänzen. In den Jahren, als wir im Quartett und im Trio auftraten, musizierten wir manchmal bereits im Duo. Vor allem wenn wir im Trio mit Javier Girotto Konzerte gaben, gestalteten wir mehrere Duos, Rita und Javier, Javier und ich, Rita und ich. Das war das erste Mal, dass wir etwas zu zweit gemacht haben. Wir haben zusammen außerdem einen Film gemacht.

Rita: Stimmt.

Luciano: Wir entdeckten, dass wir eine gute gegenseitige Empathie haben im Duo.

— Es waren also mehrere Schritte, bis ihr entschieden habt, als Duo zu arbeiten und ein komplettes Repertoire aufzuzeichnen. Hatte in einer solchen Besetzung, Akkordeon und Klavier, einer von euch schon mal gespielt?

Rita: Lange Zeit vorher habe ich mit Enrico Rava, Richard Galliano und Enzo Pietropaoli ein Repertoire aufgezeichnet. Wir hatten ein Quartett. Mit Luciano war das eine völlig andere Art der Zusammenarbeit. Die Musik entstand fast von selbst, wir haben gar nicht viel entschieden oder festgelegt. Mit zwei harmonischen Musikinstrumenten zusammen zu spielen kann schwierig sein. Man muss darauf achten, dass einer nicht den anderen überdeckt oder so etwas. Bei Luciano und mir war das nie ein Problem, das war sofort wie ein Dialog. Das ist etwas Besonderes. Es ist eine tolle Duokombination mit Akkordeon und Klavier. Nur muss man sich darüber Gedanken machen, wie man das macht, und jeder muss dem Gegenüber gut zuhören. Das ist bei der Musik mit das Wichtigste, dass jeder dem anderen zuhört.

Luciano: Ein wesentlicher Punkt ist noch, was wir spielen, und was wir nicht spielen, dass man Unwichtiges weglässt.

— Ihr habt diese zwei starken Musikinstrumente, jeder von euch kann ohne Weiteres ein Solokonzert allein gestalten. Ihr bringt das so zusammen, dass ihr eine gemeinsame Balance findet. Luciano, wie macht ihr das, was ist noch wichtig dafür?

„Wenn wir zu zweit sind, versuchen wir immer, gemeinsam einen Dialog, einen Diskurs zu entwickeln.“

Luciano Biondini

Luciano: Das Solokonzept hat gar nicht so großen Einfluss auf das Duokonzept. Wenn wir zu zweit sind, versuchen wir immer, gemeinsam einen Dialog, einen Diskurs zu entwickeln. Da ist es nicht so wesentlich, stark im Solokonzept zu sein, sondern mehr, aufgeschlossen zu sein, zu verstehen, was der Duopartner musikalisch sagt und etwas Passendes darauf zu antworten.

— Ihr habt einen großen Teil der Kompositionen selbst geschrieben.

Luciano: Manche Stücke haben wir eigens für das Duo geschrieben, einige nicht. La Strada Invisibile haben wir etwa vorher in Bands gespielt. Wenn wir so ein Stück im Duo interpretieren, verändert sich das Konzept, die Art, wie wir das arrangieren und interpretieren. Wir spielen es natürlich anders.

— Jeder von euch schreibt Stücke?

Rita: Genau, ich komponiere, Luciano komponiert, und schließlich suchen wir noch Songs aus, die wir mögen und machen daraus ein eigenes Arrangement. Das ist grundsätzlich das Tolle am Jazz: Man spielt einen Song, aber jedes Mal, wenn man das macht, ist es anders. Das ist für die Künstler das Interessante. Das Beste ist, dass wir vorher nie genau wissen, was passieren wird, wenn wir anfangen zu musizieren. Es geht darum, so frei zu spielen wie möglich.

— Improvisation gibt euch eine Menge Möglichkeiten, unterschiedliche Aspekte in eurer Musik zu finden.

Rita: Genau, so ist es. Das Stück La Strada Invisibile haben wir oft interpretiert, schon im Quintett, es hat sich dauernd verändert. Da muss ich etwas anders spielen, denn wenn in der Band ein Bassist ist, verwende ich die tieferen Oktaven am Klavier nicht. Das wäre zu viel. Es ist ein anderer Ansatz. Wenn wir beide zu zweit musizieren, habe ich eine Menge Freiheiten. Ich kann eine Basslinie spielen als Begleitung für Luciano und gleichzeitig ein Solo. Da gibt es mehr Möglichkeiten und Klangfarben, die wir einsetzen können.

„Das ist grundsätzlich das Tolle am Jazz: Man spielt einen Song, aber jedes Mal, wenn man das macht, ist es anders.“

Rita Marcotulli

Luciano: Für mich ist es dabei außerdem ein wesentlicher Aspekt, wie der Sound wahrgenommen wird. Die Qualität des Klangs, die man erreicht, verändert die Musik. Für mich ist das sehr wichtig im Moment, was ich höre, nicht nur welche Noten, oder welche Akkorde, sondern auch, welche Klangfarben. Auf die Art inspirieren wir uns gegenseitig.

— Luciano, spielst du anders oder auf eine bestimmte Art Akkordeon im Duo mit Klavier?

Luciano: Auf jeden Fall, wenn ich etwa im Duo mit einem Blasinstrument musiziere, wie einer Klarinette, einem Saxofon oder einer Trompete, verwende ich das Akkordeon völlig anders. Ihre Kombination und ihre gemeinsamen Funktionen sind komplett verschieden. Im Duo mit Klavier müssen wir entscheiden, wie wir die Musikinstrumente miteinander verwenden, um künstlerisch etwas voranzubringen. Man muss sich entscheiden, was man tun kann und was nicht, was gut funktioniert, und was in dieser Kombination nicht funktioniert. Das ist in jeder Art von Ensemble eine wesentliche Entscheidung, und vor allem dann, wenn es um eine Kombination von Harmonieinstrumenten geht wie bei uns. Künstler mit Klavier, Gitarre und Akkordeon haben immer diesen Ansatz und müssen daher besonders darauf achten, wie sie ihr Musikinstrument einsetzen.

— Den renommierten Premio Internazionale della Fisarmonica in Castelfidardo hast du vor Jahrzehnten gewonnen. Im Herbst warst du nun dort für einen Duoauftritt mit Danilo Rea am Klavier.

Luciano: Das war für mich so ziemlich das einzige Geschenk durch Covid. Die Pandemie ist eine negative Erfahrung. Dieses Konzert, das war für mich eine positive Erfahrung. Danilo hätte mit Stian Carstensen auftreten sollen. Der konnte nicht anreisen aus Norwegen wegen Covid, und so haben sie mich eingeladen. Wir sind dort aufgetreten ohne eine einzige Probe, wir hatten die Stücke vorher nie zusammengespielt. Wir haben bloß das Repertoire ausgewählt und die Tonart für die Songs. Nicht mal die Reihenfolge der Stücke war festgelegt.

Das hat echt gut geklappt, sicher war das ein toller Auftritt für dich.

Luciano: Das lief wirklich gut, es war eine sehr nette Begegnung. Wir wollen wieder zusammenarbeiten.

— Du hast letztens mit weiteren interessanten Künstlern gearbeitet, im Trio mit Stefano Maurizi am Klavier und Mirco Mariottini an der Klarinette. Ihr habt dieses Jahr eine gelungene Einspielung veröffentlicht. Offensichtlich ist da ganz grundsätzlich was dran an der Kombination des Akkordeons mit Klavier!

Luciano: Das stimmt, es ist so, selbst wenn jemand dasselbe Musikinstrument einsetzt, hängt es davon ab, wer das spielt. Die Art, wie jemand in diesem Fall das Klavier einsetzt, kann alles verändern, die Inspiration und die Stimmung der Musik. Ich arbeite seit zwanzig Jahren mit einem Oudspieler, Rabih Abou- Khalil. Er wird oft in Interviews gefragt: „Warum haben Sie ein Akkordeon in Ihre Musik integriert?“ Er antwortet immer: „Ich habe kein Akkordeon integriert, sondern eine Persönlichkeit – ich habe versucht, die Persönlichkeit von Luciano zu integrieren.“ Ich denke, man kann in zwei oder drei Besetzungen musizieren, das Konzept und die Ästhetik der Musik kann dabei komplett unterschiedlich sein.

— Der Titel eurer Trioeinspielung ist Dialogues. Das scheint passend, es finden oft Dialoge statt zwischen Klavier, Akkordeon und Klarinette.

Luciano: Jeder von uns hat versucht, das meiste aus dieser Besetzung herauszuholen und die beste Funktion für die Musikinstrumente zu finden. Wir haben keinen Bass dabei, kein Schlagzeug, und wir sind zwar ein Trio, das allerdings teilweise wie ein Duo ist. Auf eine Art musizieren wir mit einer ähnlichen Haltung wie wir das im Duo tun würden, es gibt Dialoge zwischen allen drei.

„Für mich ist das sehr wichtig im Moment, was ich höre, nicht nur welche Noten, oder welche Akkorde, sondern auch, welche Klangfarben. Auf die Art inspirieren wir uns gegenseitig.“

Luciano Biondini

— Habt ihr das erste Mal zusammengearbeitet?

Luciano: Dass wir im Trio musizieren, war zuerst eine Idee von Stefano. Wir stellten fest, dass wir eine bestimmte Ästhetik und ein Konzept haben.

— Du verwendest Victoria Accordions, wie viele hast du?

Luciano: Ich habe drei davon. Das erste, das ich die meiste Zeit einsetze, ist sozusagen meine erste Ehefrau. Dann habe ich eine Poeta und ein weiteres 120-Bass-Modell, das ist dasselbe wie das erste, nur aus den 1960er-Jahren.

— Hast du etwas für deine individuellen Bedarfe anpassen lassen?

Luciano: Einige Kleinigkeiten habe ich für mich persönlich anpassen lassen, und es gibt sogar kleine Defekte an meinem Akkordeon. Ich verwende die Defekte beim Spielen ebenfalls, ich lasse sie nicht reparieren. Sie sind wichtig für das Spielgefühl. Eine bessere Variante kann ich mir nicht vorstellen.

— Brauchst du jemals Mikrofone?

Luciano: Bis vor etwa zwei Jahren habe ich verschiedene Clipmikrofone verwendet. Jetzt habe ich seit etwa einem Jahr ein neues Modell aus Brasilien, von dem Hersteller Harmonik. Da es keine Konzerte gibt zur Zeit, habe ich sie lange nicht mehr verwendet.