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Einfach mal ABSCHALTEN


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Jolie - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 30.09.2022

PSYCHOLOGIE

Artikelbild für den Artikel "Einfach mal ABSCHALTEN" aus der Ausgabe 11/2022 von Jolie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Jolie, Ausgabe 11/2022

LIEBEN STATT LIKEN. GENIESSEN STATT GOOGELN. DURCHSTARTEN STATT DADDELN.

Wie klingt das für dich? Fast die Hälfte aller jungen Menschen ist genervt davon, wie abhängig man sich vom Smartphone macht. Wie viel Zeit und Energie dabei draufgehen, wie heftig man sich vereinnahmen lässt. Klar, WhatsApp ist praktisch, Insta ein cooler Zeitvertreib, und ohne TikTok könnte man nicht mehr mitreden – aber mit dem Handy ist es leider so wie mit vielen Sachen, die spaßig oder lecker sind: Die Dosis macht das Gift. Wir hängen im Schnitt täglich 3 1/2 Stunden im Netz – und das geht auf Kosten unserer Konzentration, Kreativität, Produktivität und Social Skills. „Wir werden jeden Tag auf diversen Plattformen mit etwas konfrontiert, das wir noch nicht haben, sehen, wer wir noch nicht sind oder wonach wir streben sollten“, sagt Bestseller-Autorin Monika Schmiderer. „Und genau darum müssen wir lernen, ...

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... Grenzen in der digitalen Welt zu setzen.“ Dauerhaft abschalten wäre natürlich eine Lösung – aber realistisch ist das nicht. „Wir brauchen das Handy, privat und beruflich. Wir wollen das moderne Leben ja voll ausschöpfen – aber ohne dabei unterzugehen!“

DAS ZAUBERWORT LAUTET: DIGITALE BALANCE.

Die Expertin rät zuerst, in den Kontakten aufzuräumen. Sich also von allen Leuten oder Gruppen liebevoll zu verabschieden, bei denen man nicht persönlich, beruflich oder sozial spürbar profitiert.

10 % DER DEUTSCHEN WÜRDEN LAUT EINER NEUEN STUDIE LIEBER EIN JAHR AUFS DUSCHEN VERZICHTEN, ALS OFFLINE ZU LEBEN

Welcher DIGITAL-DETOX-TYP bin ich?

ALS OFF ZU LEBE

Wenn ich 37 Stunden zusätzlich pro Woche zur freien Verfügung hätte, dann würde ich…

A …mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen.

B …endlich mein ersehntes Projekt starten.

C …mehr Ruhe genießen, auf mich achten und das Leben langsamer leben.

Am meisten stört mich derzeit, dass...

A …ich nicht so für andere da sein kann, wie ich das eigentlich will.

B …ich das Gefühl habe, im Leben nicht voranzukommen.

C …ich mich dauernd gestresst, gereizt oder geschwächt fühle.

Wonach strebe ich besonders im Leben?

A Großartige Beziehungen und Freundschaften führen.

B Erfolg haben und Dinge erleben, die mich begeistern.

C Ausgeglichen sein und keine belastenden Gedanken haben.

Was fehlt mir am meisten?

A Zuneigung, gute Gespräche und Verbundenheit mit anderen Menschen.

B Der Kick, etwas zu riskieren und dabei auf mich selbst zu vertrauen.

C Das Gefühl, sicher und geborgen im Jetzt zu sein.

Die Auflösung findest du auf der nächsten Seite

Wenn ich frei von allen negativen Bindungen im Alltag wäre, weiß ich, dass ich...

A …der herzliche, mitfühlende

Mensch wäre, der ich bin.

B …voll durchstarten würde!

C …keine Probleme hätte, die Balance zu halten.

3 ½ STUNDEN VERBRINGEN 14-BIS 29-JÄHRIGE TÄGLICH IM NETZ!

„Man kann das so formulieren: ,Ich steige hier für einige Zeit aus, weil ich meine Bildschirmzeit reduzieren möchte. Ich freue mich, wenn wir uns realen Leben wieder öfter treffen!‘“, so Monika Schmiderer. Uff, das wird uns schwerfallen. Stichwort: People Pleasing. „Gerade wir Frauen haben oft Angst vor Zurückweisung oder davor, jemanden zu verletzen“, erklärt die Expertin. „Wir lassen uns zu stark an soziale Plattformen binden, weil wir glauben, dass wir für jeden jederzeit da sein müssen – und merken dabei zu spät, das wir selbst unters Rad kommen.“ Umso wichtiger ist es deshalb, im digitalen Raum, Nein sagen zu lernen, Grenzen zu setzen. Konkret: sich trauen zu entfolgen, sich trauen, mal ein, zwei Tage oder zu später Stunde nicht zu antworten. „Wir müssen uns diese Freiräume selbst schaffen und auch selbst verteidigen, weil der digitale Dauerlauf keine Pause macht“, appelliert Monika Schmiderer – und kritisiert die Erwartungshaltung, dass man auf WhatsApp & Co. immer sofort reagieren muss. „Wir treiben uns da leider gegenseitig an – und manchmal auch in den Wahnsinn. Ich persönlich entschuldige mich längst nicht mehr für eine späte Antwort. Das muss ich nicht erklären. Ich respektiere den Raum des anderen und erlaube mir meinen.“ Damit man wieder ein Stückchen Freiheit zurückgewinnt, rät sie zur „Zwei-Stunden-Regel“: „Die erste Stunde nach dem Aufwachen und die letzte Stunde vor dem Einschlafen bildschirmfrei und offline verbringen.“ Der Effekt ist erstaunlich: Plötzlich haben wir Zeit für Morgenyoga oder ein Buch, das bislang nur rumlag. Wer sich traut, noch einen Schritt weiter zu gehen, löscht alle Apps vom Handy und richtet die stattdessen auf seinem Rechner ein. Das verhindert die permanente Ablenkung oder Zeitvergeudung beim Surfen und mit Social Media.

ECHT PARADOX,

dass wir uns von digitalen Tools, die das Leben eigentlich erleichtern sollten, überfordert und gestresst fühlen. Warum ist das so? „Weil unser Alltag dadurch schneller geworden ist und sich die Verpflichtungen sowie der Druck vervielfacht haben“, sagt die Expertin. Ein Beispiel? „Früher reichte es, wenn ich meiner BFF zum Geburtstag eine Karte geschrieben oder angerufen habe. Heute muss ich sie in meiner Story taggen und einen Freundschafts-Post machen. Wir müssen uns für Insta-Fotos treffen – und auf der Party Reels erstellen, am besten in neuen Outfits, weil man sich in den alten ja schon gepostet hat. Der Druck und die Komplexität sind explodiert! Und das liegt an der Vielseitigkeit der Kanäle und an unserer Gewohnheit, diesen Kanälen ein irrsinniges Gewicht zu geben.“

UNSEREDIGITA L -DETOX -EXPERTIN

DIE LÖSUNG: WEG MIT ENERGIERÄUBERN!

Gibt es eine App, eine Influencerin, einen bestimmten Blog, der dich besonders triggert? „Probier mal, diesen Kanal abzumelden und zu beobachten, inwieweit sich dein Lebensgefühl dadurch verändert“, rät Schmiderer. „Das Stichwort lautet hier: Reduktion – und zwar auf eine Anzahl an Input, die ich noch verarbeiten und umsetzen kann. Denn wenn wir immer nur neue Impulse reinholen und nichts mehr umsetzen, dann fühlen wir uns wie Versagerinnen, die nichts gebacken kriegen. Dabei sind wir so viel mehr als müde Konsumentinnen und gestresste Follower und dürfen das auch mutig leben.“

ENTZUGSERSCHEINUNGEN

Das kennen viele: Nachdem wir einige Stunden von unseren Smartphones und Tablets getrennt waren, stürzen wir uns ins WWW – wie ein Raucher nach längerer Abstinenz auf seine Zigarettenschachtel.

SMART TICK

ist der Impuls, jede Wartezeit, jeden Moment allei- ne mit Social Media oder anderen Apps zu füllen, selbst wenn unsere BFF eben nur schnell den Tisch verlassen hat. Na, fühlst du dich ertappt?

NEWSGOOGLES

bezeichnet das abgestumpfte und emotionslose Verfolgen von realen Tragödien der Welt im Internet, das unsere Empathie zerstört und in egozen- trischer Gleichgültigkeit endet. Ein schreckliches Szenario, oder?

DEVORCE

beschreibt das Phänomen, dass sich Paare durch ihren permanenten Medienkonsum vom anderen distanzieren – und sich dadurch einsam und miss- verstanden fühlen.

ONLINE IDENTITY DISTURBANCE

meint Folgendes: Du identifizierst dich voll mit deinem virtuellen Ich und wirst dadurch angreifbar und verletzlich. Dislikes oder Hass- kommentare empfindest du als ebenso stark wie reale Beleidigun- gen und Kränkungen – und das lässt dein Selbstwertgefühl beachtlich sinken.

Total gestört! Fünf kranke Beispiele, was das Handy mit uns macht

8 Top-Tipps für Digital-Balance-Einsteigerinnen

1. Suche eine hübsche Box, in der du dein Smartphone ablegen kannst. Nach dem Motto: „Aus dem Auge, aus dem Sinn“, beim Essen, beim Lernen oder Arbeiten.

2. Erstelle eine Liste mit mindes- tens zehn schönen Erlebnissen, Ausflugsideen und Wunsch-Projekten und nutze deine Offline-Zeiten dazu, sie abzuarbeiten.

3. Das Schlafzimmer, der Ess- tisch, die Couch… Finde Zonen, in denen du Handyverbote festlegst.

4. Für viele Dinge, die du am Smartphone erlebst, gibt es eine reale Alternative. Lies wieder Bücher statt Blogs, höre Musik, statt Videos zu streamen, und trage wieder eine analoge Uhr am Handgelenk.

5. Nur die wichtigsten Kontakte pflegen und die wichtigsten Kanäle öffnen, denn reale soziale Kontakte sind das A und O für eine stabile Persönlichkeit.

6. Erlebnisse sammeln, nicht Likes! Nicht alles, was sich zum Posten eignet, muss auch geteilt werden. Behalte schöne Erleb- nisse erst einmal für dich – und entscheide nach ein paar Stunden oder Tagen, ob du sie mit allen teilen möchtest.

7. Deinen realen Selbstwert stärken: Das Dauervergleichen in den sozialen Medien schwächt deinen Selbstwert. Sorge für Erleb- nisse im echten Leben, in denen du dich engagieren kannst, kreativ bist und wo du Wertschätzung empfängst.

8. Bleibe kritisch! Sprich über die Inhalte aus dem Netz, die dich belasten. Im realen Austausch kannst du besser reflektieren und relativieren.