Lesezeit ca. 5 Min.
arrow_back

EINMAL MIT ALLES


Logo von Auto Bild
Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 2/2023 vom 12.01.2023
Artikelbild für den Artikel "EINMAL MIT ALLES" aus der Ausgabe 2/2023 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Dass beide in Grau vorfahren, ist Zufall. Es gäbe auch Buntes, etwa Chrome Blue (Ford) oder Kings Red (VW)

Ford Focus Turnier 1.0 EcoBoost Hybrid 155 PS 7,5 l S/100 km Testverbrauch ab 35 500 Euro

VW Golf Variant 1.5 eTSI DSG 150 PS 7,3 l S/100 km Testverbrauch ab 34 630 Euro

WAS FÜR EIN LUXUS: Sitzheizung hinten, Drei-Zonen-Klima, Matrix-LEDs und sensorgesteuerte, elektrisch aufschwingende Heckklappen – vor ein paar Jahren waren das Features, die wir bestenfalls in der Oberklasse erwartet hätten. Aktuell sind es tatsächlich Auszüge aus den Preislisten dieser zwei Kandidaten: Ford Focus Turnier und VW Golf Variant. Die kompakten Kombis bieten also nicht nur viel Platz, sondern auch viel Ausstattung zum durchaus fairen Preis. Ja, im Testwagentrimm werden bei beiden um die 40 000 Euro fällig – günstig geht anders. Doch die SUV-Alternativen Kuga und Tiguan kommen auf jeden Fall noch mal teurer. Wo gibt es also den besten Gegenwert fürs Geld?

Dem Focus haben die Kölner gerade ein Update verpasst. Lässt sich ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Auto Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2023 von DA BESTELLEN, WO’S SCHNELLER GEHT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DA BESTELLEN, WO’S SCHNELLER GEHT
Titelbild der Ausgabe 2/2023 von HIER IST ALLES GOLD, WAS GLÄNZT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HIER IST ALLES GOLD, WAS GLÄNZT
Titelbild der Ausgabe 2/2023 von 31 IST DIE NEUE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
31 IST DIE NEUE
Titelbild der Ausgabe 2/2023 von SCHONFRIST FÜR VERBRENNER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SCHONFRIST FÜR VERBRENNER
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
HIER IST DER PLUG-IN DIE BESTE MISCHUNG
Vorheriger Artikel
HIER IST DER PLUG-IN DIE BESTE MISCHUNG
Die schönsten Rundungen auf dem Campingplatz
Nächster Artikel
Die schönsten Rundungen auf dem Campingplatz
Mehr Lesetipps

... von außen leicht erkennen, die Front wirkt nun ruhiger, die Ford-Pflaume steckt im Grill statt wie ehemals obendrüber. Die neuen Scheinwerfer stehen etwas horizontaler, bieten gegen 1150 Euro Aufpreis einen blendfreien Fernlichtassistenten. Was funktioniert, gelegentlich allerdings etwas hektisch wirkt. Im Golf gibt’s die Technik zwar auch, ist aber zur Zeit nicht konfigurierbar.

Richtig interessant wird’s im Innenraum. Dabei hat sich am Platz für die Passagiere nichts verändert. Hier muss sich der Focus noch immer knapp hinter dem VW einreihen, dessen Sitze außerdem mehr Halt bieten. Hinten fällt im VW zudem der Einstieg noch leichter. Bei den Laderäumen, der Kombi-Paradisziplin, liegen beide volumenmäßig gleichauf. Der Focus bietet mit 635 bis 1653 Litern minimal mehr als der Golf mit 611 bis 1642 Litern. Subwoofer in der Reserveradmulde klauen jeweils ein paar Liter. Dafür haben uns aber sowohl das B&O-System im Ford als auch die Harman-Kardon-Anlage im VW gut gefallen – da scheppert nix.

Neu im Cockpit des Focus ist das gesamte Infotainment. 13,2 Zoll misst nun die Bildschirmdiagonale des zentralen Screens, dem es allein durch seine schiere Größe etwas schwerfällt, sich ins Cockpit zu integrieren. „Gelöscht“ haben die Kölner das analoge Tastenfeld für die Klimabedienung, die gibt es nun digital und permanent eingeblendet am unteren Bildschirmrand.

! Was die Laderäume angeht, machen beide ihrem Kombi-Erbe alle Ehre

VW GOLF VARIANT

Die Karosserie des Golf wirkt verwindungssteif und äußerlich durch die vielen kleinen Kanten recht kompakt. Innen garantieren 2,66 Meter Radstand genug Platz, vier Leute fühlen sich bestens aufgehoben. Hinten erfreut außerdem die leicht ausgeformte Rückbank. Wer 470 Euro draufzahlt, bekommt nicht nur eine, sondern gleich drei verschiedene Klimazonen. Der Laderaum hat seinen Namen verdient, 611 bis 1642 Liter passen rein. Die fast ebene Grundfläche wird allerdings in typischer VW-Manier von einem etwas günstig anmutenden Belag verkleidet.

TOUCHMONITOR Der Screen des Golf (10,25 Zoll) ist durchaus okay, aber darunter liegen die Touch-Slider. Die führen oft zu Fehlbedienungen, weil man versehentlich irgendwas drückt.

FORD FOCUS TURNIER

Das digitale Kombiinstrument hatte Ford bereits 2020 im seit 2018 gebauten Focus nachgereicht. Das Display liefert eine gute Bildqualität, bietet allerdings kaum einen echten Mehrwert – die Navikarte anzeigen wie etwa im Golf kann es nicht. Ab Titanium X ist es serienmäßig verbaut. In Reihe zwei ist die Kopffreiheit etwas geringer als im VW, was wohl vor allem die Schuld des optionalen Panoramadachs (1200 Euro) sein dürfte.

Für die Koffer gibt’s im Ford mit 635 bis 1653 Litern noch minimal mehr Platz. Der Teppich ganz hinten wirkt deutlich hochwertiger als im Golf.

SPRACH-BEDIENUNG Agiert im Focus weniger flexibel als im Golf, wo auch recht frei formulierte Wünsche Verständnis finden.

Für die Bedienbarkeit des neuen Systems kann man Ford insgesamt loben. Die Menüs sind übersichtlich geordnet, die Grafiken gelungen. Lediglich die gut und gern 20 Sekunden Zeit für den Systemstart sehen wir kritisch. Den äußeren rechten Bildschirmrand zu treffen, verlangt zudem einen langen Arm.

Beides kann der VW besser. Der etwas kleinere Bildschirm guckt leicht zu uns, mittlerweile (nach zahlreichen Software-Updates) ist alles fast sofort nach dem Einstieg einsatzbereit. Der Golf hat andere Probleme, und die heißen sensitive Touchflächen.

Deren Bedienung bleibt auch mit Übung frustrierend – jedem Jetzt-hab-ich’s-raus-Moment folgt eine versehentliche Eingabe und abschließend die Zahlung von 50 Cent in die Schimpfwörterkasse. Auch woanders ist der VW überkomplex: Alternativ zum normalen Klimamenü gibt es noch „Smart Climate“, wo man anstatt auf einen Pfeil nach unten auf „Füße wärmen“ drückt. Wir hätten es smart gefunden, dieses Menü einzusparen.

Die Stunde des Golf schlägt auf der Straße. Er rollt mit 1,5-Liter-Benziner, DSG und wie Ford mildhybridisiert zum Test – eine Kombination, die richtig Freude macht. Der Vierzylinder gibt sich im Teillastbereich beinahe lautlos, das Getriebe verwaltet seine sieben Gänge ruckfrei. Beim gemütlichen Dahinrollen erinnert das an ein E-Auto. Das im R-Line mit sportlicher Grundabstimmung versehene adaptive Fahrwerk spreizt weit, allenfalls kleine Kanten wie Gullideckel nimmt der Golf nicht ganz so gelassen wie der Focus. Bemerkenswert ist außerdem, wie still es in der Kabine zugeht: Beim VW haben wir bei 160 km/h bescheidene 71 Dezibel gemessen, beim Focus 74 Dezibel. Selbst bei Vollgas (224 km/h) wird es nicht richtig laut.

Der Focus kann bei der Beschleunigung exakt gleichziehen, 8,7 Sekunden vergehen bis Tempo 100. Sein Einliter-Dreizylinder ist konzeptbedingt aber weniger laufruhig und der Testverbrauch mit 7,5 Litern sogar höher als beim Golf (7,3 Liter). Das Ford-Fahrwerk ist nicht verstellbar, findet aber den bestmöglichen Kompromiss aus Komfort und Sport.

Auf dem Papier beinahe Gleichstand herrscht bei den Assistenzsystemen: Ein Head-up-Display gibt’s hier wie da, mit Scheibe im Focus, frei schwebend im Golf. In Details wirkt der VW allerdings durchdachter: Seine Assistenzsysteme machen den Eindruck, besser miteinander vernetzt zu sein. Er beginnt etwa schon zu rekuperieren, wenn ihm seine Navikarte sagt, dass gleich eine Ortschaft kommen wird. Auch wenn er über das Frontradar bemerkt, dass der Vordermann verzögert, setzt die Rekuperation frühzeitig ein.

Wenn’s ums Geld geht, führt der Golf ebenfalls – und zwar im wortwörtlichen Sinne. 41 220 Euro für den Testwagen in R-Line-Ausstattung sind stattlich, Preis-Leistungs-Sieger wird damit der rund 2000 Euro günstigere Focus. Ihm wird auch ein minimal besserer Werterhalt prophezeit, während der VW in der Wartung günstiger kommt.

Am Ende siegt der Golf deutlich, verliert nur das Kostenkapitel. Auch das eine Form des Luxus. 

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

TESTSIEGER

1. 550 Punkte

VW Golf Variant Infotainment? Läuft mittlerweile. Bedienung? Bleibt verbesserungswürdig. Antrieb, Platz und Geräuschkomfort sind top!

2. 531 Punkte

Ford Focus Turnier Kombi mit viel Raum und tollem Fahrwerk. Was die Geschliffenheit und Assistenz angeht, bleibt er hinter dem Golf.

FAZIT

Ob Alltagsbetrieb oder Autobahn – keiner leistet sich hier echte Schnitzer, beide sind modern, komfortabel und praktisch. Beim VW arbeiten Motor und Getriebe enorm geschliffen und leise, da kommt der Ford nicht ganz ran. Die Renovierung hat ihm dennoch in jeder Hinsicht gutgetan. Schön auch, dass die Bedienung des Kölners gut klappt.